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Veröffentlicht am 14.07.2025

Poetischer Schreibstil und nicht nachvollziehbare Charakterentwicklungen

Das Wohlbefinden
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Es geht in diesem Roman um drei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Johanna Schellmann ist Anfang des 20sten-Jahrhunderts Schriftstellerin und lernt das Medium Anna in den Beelitzer Heilstätten ...

Es geht in diesem Roman um drei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Johanna Schellmann ist Anfang des 20sten-Jahrhunderts Schriftstellerin und lernt das Medium Anna in den Beelitzer Heilstätten kennen. Ihre Urenkelin Vanessa lebt in Corona-Zeiten in Berlin und hat mit scheinbar ganz anderes Sorgen zu kämpfen.

So interessant die unterschiedlichen Charaktere auf den ersten Blick doch scheinen, so fehlt es ihnen beim zweiten Blick an Tiefe und es fällt den Leser*innen schwer, die Personen und deren Entwicklungen zu greifen und nachzuvollziehen. Das Buch ist recht kurz für die Geschichte, die aus so vielen Perspektiven und zu so vielen Zeiten erzählt werden will - daher bleibt im Laufe der Geschichte so einiges liegen und es bleiben viele Fragen offen, denn es fehlt oft an Tiefe. Meine Sympathie für die verschiedenen Charaktere schwangt sehr stark im Laufe der Erzählung, dies kann sehr gut daran liegen, dass aufgrund der langen Geschichte und der kurzen Zeit, nicht immer alle Entwicklungen nachvollziehbar sind und daher manchmal das Verhalten inkonsequent wirkt.

Ein sehr präsentes Thema ist der Okkultismus, der meiner Meinung nach nicht von allen Seiten und somit scheinbar unkritisch betrachtet wird. Das mag daran liegen, dass einige der Personen dieses Thema ebenfalls recht unkritisch betrachten und es dazu passt, doch hätte ich mir noch eine Einordnung oder stärkere Argumente von Gegenseite gewünscht.

Der Schreibstil gefällt mir allerdings sehr gut, er ist sehr flüssig und fast schon poetisch. Die Beschreibungen von den Beelitzer Heilstätten sind ebenfalls sehr gut gelungen und ich konnte mir die Heilstätten damals sowie heute sehr gut vorstellen - sowohl den Ort als auch die dort vorherrschende Einstellung zum Wohlbefinden. Ich war fast schon traurig, dass nur so ein kleiner Teil der Handlung in Beelitz spielte.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Schöner queerer Jugendroman, aber mangelnde Tiefe

The Lesbiana's Guide to Catholic School
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"The Lesbiana´s Guide to catholic School" - der Titel beschreibt das Buch tatsächlich richtig gut. Es geht um die 16-jährigen Yamilet, die gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder auf eine neue Schule wechselt ...

"The Lesbiana´s Guide to catholic School" - der Titel beschreibt das Buch tatsächlich richtig gut. Es geht um die 16-jährigen Yamilet, die gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder auf eine neue Schule wechselt - als eines der einzigen mexikanischen Kinder an einer weißen, sehr reichen katholischen Schule. Dass sie queer ist möchte Yami daher noch etwas für sich behalten...


Das übergeordnete Thema hat mir sehr gut gefallen, ebenso wie die gewählte Perspektive. Das Buch behandelt Themen, wie Rassismus, Depression, Homophobie, Sich-Ausgegrenzt-Fühlen und Zu-Sich-Selbst-Finden. Allerdings habe ich schnell gemerkt, dass mir die dargestellten Auseinandersetzung mit den Themen nicht tief genug gehen, sondern lediglich an der Oberfläche kratzen. Ja, es handelt sich hierbei um ein Jugendbuch. Aber statt diese wichtigen Themen eher oberflächlich zu behandeln, hätte ich mir gewünscht, dass diese stattdessen sehr gut aufbereitet rübergebracht werden.


Der Rest der Geschichte, die Handlung und die Schreibweise haben mir aber trotzdem sehr gut gefallen. Ich habe das Buch gerne gelesen und war stets gespannt zu erfahren, wie es weitergeht.


Daher kann ich das Buch grundsätzlich empfehlen, aber nicht für Leute, die sich eine starke Auseinandersetzung mit den angekündigten Themen wünschen.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Ein gutes Buch für ein verregnetes Wochenende auf der Couch zum Träumen und in andere Welten abtauchen. Aber mehr auch nicht...

Summer in the City
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Ein gutes Buch für ein verregnetes Wochenende auf der Couch zum Träumen und in andere Welten abtauchen. Aber mehr auch nicht... Das Buch erzählt eine klassische Fake-Dating-Geschichte. Sie ist eine anonyme ...

Ein gutes Buch für ein verregnetes Wochenende auf der Couch zum Träumen und in andere Welten abtauchen. Aber mehr auch nicht... Das Buch erzählt eine klassische Fake-Dating-Geschichte. Sie ist eine anonyme und erfolgreiche Drehbuchautorin und seine Muse, ihr Nachbar, der reiche Tech-Milliardär und... ihr Fake-Freund. Sie beide verbindet eine flüchtige Begegnung vor ein paar Jahren und nun ein gemeinsamer Sommer in New York - aber reicht es für mehr?

Das Buch hat einige schöne und lustige Stellen, die Geschichte ist im großen und ganzen und ganz schön, aber die Ausmaße an einigen Stellen, insbesondere in Bezug auf Geld doch einfach viel zu viel... Das hat mir leider die ein oder andere Stelle kaputt gemacht. Trotzdem habe ich das Buch an einem Wochenende verschlungen, denn genau dafür ist es perfekt - für eine kleine Auszeit zwischendurch. Highlight für mich war nicht unbedingt die (Fake-)Beziehung der Protagonistin, sondern ihre Freundschaften und die kleinen Einblicke in das Leben einer Drehbuchautorin... Ich werde das Buch aber weder noch mal lesen noch groß weiterempfehlen, dafür gibt es einfach zu viele ähnliche Bücher, die dieses Buch um einiges übertreffen...

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Ein kleiner Ausflug ins Warme

If You Fly Too Far
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"If You Fly Too Far" von Tine Nell ist die perfekte Lektüre am Strand oder für alle, die gedanklich gerade gerne am Strand wären. Ich habe das Buch hauptsächlich auf dem Balkon gelesen, aber den kleinen ...

"If You Fly Too Far" von Tine Nell ist die perfekte Lektüre am Strand oder für alle, die gedanklich gerade gerne am Strand wären. Ich habe das Buch hauptsächlich auf dem Balkon gelesen, aber den kleinen gedanklichen Ausflug sehr genossen. Denn das Buch spielt auf Fuerteventura, wo die Sonne stets scheint und das Wetter Urlaub verspricht.

Nach einer Trennung und einer Impulsentscheidung zieht Elana nach Fuerteventura und arbeitet dort als Fitnesstrainerin in einem Luxusresort - die oberste Regel: Nichts mit einem Gast anfangen. Sich daran zu halten, fällt ihr allerdings alles andere als leicht. Die Charaktere - vor allem die neu gewonnen Freunde von Elana - sind nett und liebevoll. Allerdings fehlt es mir manchmal an Tiefe - der Charaktere, aber auch der persönlichen Entwicklung. Um die Geschichte in den 400 Seiten unterzubekommen ist das allerdings auch nicht anders möglich... Es gibt ein paar kleine Twists, die Geschichte ist aber insgesamt schon sehr vorhersehbar.

Insgesamt also ist eine schöne leichte Sommer-Lektüre, aber mehr auch nicht - vier verdiente Sterne :)

Veröffentlicht am 18.05.2025

Anregungen, wie wir unser Leben schöner gestalten und genießen können

Es kann so schön sein, das Leben
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Das Buch widmet sich dem Motto: "Es kann so schön sein, das Leben". Der Autor Alexander Oetker berichtet von unzähligen eigenen Erlebnissen und Erfahrungen und von Gesprächen mit anderen Leuten. Im Fokus ...

Das Buch widmet sich dem Motto: "Es kann so schön sein, das Leben". Der Autor Alexander Oetker berichtet von unzähligen eigenen Erlebnissen und Erfahrungen und von Gesprächen mit anderen Leuten. Im Fokus steht dabei das Leben im Süden - im Vergleich zum Leben im Deutschland. Dabei betrachtet er in insgesamt 10 Kapiteln jeweils einzelne Aspekte, wie zum Beispiel die Arbeit, das Essen, Religion und Bewegung.

Das Buch liefert durch seine zahlreichen Anekdoten einige Anregungen, wie wir unser Leben schöner gestalten und genießen können. Auch wenn bei den vielen Anregungen leider kaum neue Informationen dabei waren (neue Erkenntnisse hätten mich auch sehr überrascht), so war es doch schön, all die Aspekte noch einmal aufgelistet zu lesen und sie in Erinnerung rufen zu können. Dabei arbeitet der Autor jedoch sehr stark mit Schubladen, es geht immer um "die Deutschen" oder "die Franzosen"... Und auch wenn hinter diesen Stigmatisierungen sicherlich ein wahrer Kern steckt und diese Schreibweise bestimmt die Botschaft des Buches verstärkt rüberbringen kann, so hätte ich mir dennoch immer mal wieder eine differenzierte und kritischere Betrachtung gewünscht.

Besonders hervorheben möchte ich auch noch einmal das tolle Cover, welches sich sicherlich sehr gut im Schrank macht, um immer mal wieder daran zu erinnern, wie schön das Leben sein kann.

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