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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2025

An manchen Stellen etwas realitätsfremd, dennoch sehr spannend ...

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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Mit „Die Kollegin“ präsentiert der Heyne Verlag mal wieder einen Thriller mit dem unverwechselbaren Farbschnitt der gerade so in Mode zu sein scheint. Diesmal lernen wir die Kolleginnen Natalie Farrall ...

Mit „Die Kollegin“ präsentiert der Heyne Verlag mal wieder einen Thriller mit dem unverwechselbaren Farbschnitt der gerade so in Mode zu sein scheint. Diesmal lernen wir die Kolleginnen Natalie Farrall und Dawn Schiff aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven kennen. Schnell wird klar, dass nicht viele Liebe zwischen den Beiden fließt, doch als Dawn eines Morgens nicht zur Arbeit erscheint, macht Natalie sich Sorgen und fährt zu Dawns Wohnung. Was sie dort vorfindet, erschüttert sie zutiefst und sie fragt sich mehr als einmal, was hier passiert sein mag. Bis sie nach und nach selbst dank ihrer eigenen dunklen Geheimnisse in die Schusslinie gerät …
Der Anfang dieses Thrillers ließ mich als Leserin noch locker durchatmen, dennoch fühlte ich mich durch den flüssigen Schreibstil gut unterhalten. Doch mit der zweiten Buchhälfte präsentiert uns die Autorin so manchen Twist, den ich so nicht kommen sah und das Tempo zieht an. Wie schon beim für mich ersten Buch von Freida McFadden "Wenn sie wüsste", fand ich einige Stelle etwas überzogen und unrealistisch und so kann ich nicht ganz die Bestnote vergeben. Aber für spannungsgeladene vier von fünf Sternen reicht es locker. Bin schon gespannt, was die Autorin sonst noch so alles für uns Thrillerleser in petto hat!

Veröffentlicht am 22.07.2025

Wenn Geheimnisse zum Verhängnis werden ...

Schwestern des brennenden Himmels
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Der Zweite Weltkrieg ist endlich vorbei, doch das Leid vieler Menschen geht unverändert weiter. Das erfahren Ann Miller und ihre Kameradinnen auf schmerzliche Weise. Die jungen Frauen sind Teil einer britischen ...

Der Zweite Weltkrieg ist endlich vorbei, doch das Leid vieler Menschen geht unverändert weiter. Das erfahren Ann Miller und ihre Kameradinnen auf schmerzliche Weise. Die jungen Frauen sind Teil einer britischen Delegation, die im Hintergrund als Betreuer der wichtigen Männer dienen. Doch Ann trägt ein Geheimnis in sich. Sie ist mitnichten Britin sondern eine Deutsche, eine Hunnin, deren Eltern mit ihr gemeinsam in den 30er Jahren das Heimatland verließen. Während die Mächtigen dieser Welt über das Schicksal Deutschlands nach dem Krieg entscheiden, macht sie sich verzweifelt auf die Suche nach ihren damals in Deutschland verbliebenen Familienmitglieder. Ihr ist bewusst, welch einer Gefahr sie sich dabei aussetzt und wendet sich schließlich an den jungen amerikanischen Corporal Jackson. Was zunächst aus Verzweiflung geschah, wandelt sich bald in ein Meer der Gefühle. Aber Jackson kennt die Wahrheit nicht. Wird er damit zurecht kommen können?

Die von mir sehr bewunderte Autorin Hanna Caspian hat mich auch diesmal wieder mit ihren Recherchearbeiten beeindruckt. Ihr bildhafter und wortgewaltiger Schreibstil bringt mir ein wichtiges Thema der deutschen Nachkriegsgeschichte näher und zeigt auf sehr eindringliche Weise auf, wie viel Kummer und Schmerz ein Krieg verursacht. Menschen werden zu Tieren, Soldaten handeln fast wie im Blutrausch, es ist einfach nur grausam.

Man kann nur hoffen, dass viele aus dieser schrecklichen Geschichte gelernt haben und dass sich solch ein Ereignis nie wieder in und mit Deutschland wiederholen wird. Ich vergebe für "Schwestern des brennenden Himmels" sehr gerne vier solide Lesesterne und spreche gleichzeitig eine absolute Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 15.07.2025

Die Blaubeerplücker in Maine ...

Beeren pflücken
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Dieses berührende Hörbuch transportierte mich zurück ins Jahr 1962 und gab mir tiefe Einblicke in das Leben einer indigenen Familie aus Nova Scotia, die jeden Sommer mit der ganzen Familie nach Maine reisen, ...

Dieses berührende Hörbuch transportierte mich zurück ins Jahr 1962 und gab mir tiefe Einblicke in das Leben einer indigenen Familie aus Nova Scotia, die jeden Sommer mit der ganzen Familie nach Maine reisen, um dort ihren Lebensunterhalt auf den Blaubeerfeldern zu bestreiten. Eigentlich ist es wie jedes Jahr, doch diesmal zerstört ein schrecklicher Verlust die „Idylle“ der Familie. Die erst vierjährige Ruthie verschwindet spurlos, als ihr auch erst sechsjähriger Bruder sie kurz allein lässt. Jegliche Suchversuche verlaufen im Sand. Während die ganze Familie unter dieser Ungewissheit über ihren Verbleib durchgeschüttelt wird, leidet besonders Charles sein Leben lang unter diesem Trauma. Er gibt sich selbst die Schuld, fängt schon früh an zu trinken und ist nahezu unfähig eine eigene Beziehung zu führen.

Zeitgleich erfährt man Hörer von einem kleinen Mädchen namens Norma, die in einer gut situierten Familie aufwächst. Während ihr Vater, ein Richter, sich ihr gegenüber eher distanziert verhält, ist ihr Mutter eine wahre Übermutter, die ihr kleines Mädchen nicht aus den Augen lässt. Norma liebt die Beide, fühlt sich aber dennoch nicht wirklich „zu Hause“. Träume und Erinnerungsfetzen aus der Vergangenheit treiben sie um, doch ihre Fragen werden von den Eltern nicht beantwortet, ja nahezu verdrängt. Schließlich nimmt sie die Schwester ihrer Mutter, sie ein wenig unter die Fittiche. Sie weiß natürlich genau, was damals passiert ist und wo die kleine Norma herkommt.

Mit „Beeren pflücken“ hat die Autorin Amanda Peters ein Werk geschaffen, das mich schwer losließ. Norma und Joe mit ihren Familien begleiten zu dürfen, hat mich fast ein wenig demütig gemacht. Es ist ein melancholischer Roman, der seine Hörer mitnimmt in die Welt voller Ungewissheit, Schuldgefühle und einem Trauma, das sowohl Joe als auch Norma nie ein wirklich normales Leben leben ließ. Ich habe es genossen in eine für mich fremde Welt und kam mit dem männlichen Sprecher auch bestens zurecht. Lediglich für die kleine und später erwachsene Norma hätte ich mir eine frischere Stimme gewünscht. Dennoch vergebe ich sehr gerne vier solide Sterne verbunden einer von Herzen kommenden Lese- bzw. Hörempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Wer war der Verräter?

Das Unrecht
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Die Gewissheit mit „Das Unrecht“ von Ellen Sandberg mal wieder bestens unterhalten zu werden, ließ mich zu diesem Buch greifen. Nicht nur einmal hat sich das in der Vergangenheit bewahrheitet. Auch diesmal ...

Die Gewissheit mit „Das Unrecht“ von Ellen Sandberg mal wieder bestens unterhalten zu werden, ließ mich zu diesem Buch greifen. Nicht nur einmal hat sich das in der Vergangenheit bewahrheitet. Auch diesmal wurde wieder ein spannendes Thema aufgegriffen: Leben und Leiden in der ehemaligen DDR.

Die junge Anett versucht in den 80er Jahren mit ihrem damaligen Freund – der Liebe ihres Lebens – die DDR heimlich auf dem Seeweg zu verlassen. Minutiös planen die Beiden ihre Flucht, doch sie sind verraten worden und einer von ihnen kommt nie im Westen an …

Anett, die heute kurz vor der Silberhochzeit mit ihrem Jugendfreund Volker steht, kam nie über das Geschehene hinweg und will die Vergangenheit aufarbeiten. Eine Reise nach Wismar soll Licht in das Dunkel bringen, das damals fast ihr Leben zerstörte. Wird sie die Wahrheit aufdecken? Und wird diese Wahrheit ihre Ehe überdauern?

Ich gestehe, ich musste mich erst ein wenig „einhören“ in die Geschichte, doch einmal eingetaucht, lässt sie einen nicht mehr los. Die Autorin schafft es mal wieder ihre Leser und Hörer für die Vergangenheit einzunehmen. Auf schonungslose Weise stellt sie die Zustände in der ehemaligen DDR dar und mehr als einmal dachte ich, gut, dass das vorbei ist. Die Protagonistin ist sympathisch während ihr Mann kein wirklicher Sympathieträger ist – zwei Gegensätze, die die Spannung mit jedem Kapitel steigern. Die Story ist in sich sehr stimmig und konnte mich sehr gut abholen. Den unerwarteten Schluss fand ich allerdings ein wenig überzogen, so dass es nicht ganz zur Bestnote gereicht hat. Aber ich vergebe hier gerne vier von fünf Sternen verbunden mit einer absoluten Leseempfehlung. Ich freue mich heute schon auf das nächste Thema, das Ellen Sandberg, vielen vielleicht auch bekannt unter ihrem echten Namen Inge Löhnig, sich auf die Fahne schreiben wird.

Veröffentlicht am 02.07.2025

Sicher unterwegs mit dem Sicherheitsniederrad ...

Im Takt der Freiheit
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Felicitas ist definitiv im falschen Jahrhundert geboren, denn sie wünscht sich nichts sehnlicher als ihre Freiheit. Ihr Vater, der reiche Berliner Fabrikant Egidius Louisburg, aber hat ganz anderes im ...

Felicitas ist definitiv im falschen Jahrhundert geboren, denn sie wünscht sich nichts sehnlicher als ihre Freiheit. Ihr Vater, der reiche Berliner Fabrikant Egidius Louisburg, aber hat ganz anderes im Sinn mit ihr. Einen Grafen soll sie heiraten. Diese Verbindung gäbe ihm selbst dann die Gelegenheit, dem elitären Herrenclub Union beizutreten. Doch er hat nicht mit dem Kampfgeist seiner Tochter gerechnet, die sich längst in einen anderen verguckt und vor allem ihre Liebe zu Fahrrädern entdeckt hat. Alle Versuche väterlicherseits sie auszubremsen scheitern … Felicitas geht ihren Weg!

Immer wieder bin ich als Frau geradezu erschüttert, wenn ich lese, wie eingeschränkt man als Frau im 19. und auch noch weit ins 20. Jahrhundert war. Umso mehr hat es mich beim Lesen gefreut, dass es schon immer solche Frauen gab, die sich nicht unterkriegen ließen. Gut, hier mag Felicitas geholfen haben, dass sie aus reichem Haus kommt und so doch wenigstens nicht um ihren Lebensunterhalt bangen muss. Dennoch gehörte damals viel dazu aufzubegehren!

Mit ihrer Fabrikantentochter hat die wundervolle Autorin Hanna Caspian eine Figur geschaffen, die sehr sympathisch rüberkommt und mir somit die Lektüre zum Genuss machte. Ich habe zudem wieder viel Wissen aus dem Roman gezogen, das einige persönliche Lücken auffüllen konnte. Von mir gibt es für „Im Takt der Freiheit“ ganz solide vier von fünf Sternen verbunden mit einer Empfehlung an all diejenigen, die historische Romane genauso lieben wie ich.