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Veröffentlicht am 22.08.2025

Schön wie früher, aber mit aktuellem Thema

Der Regenbogenfisch in Gefahr
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Ich kenne den Regenbogenfisch bereits seit meiner Kindheit und war damals fasziniert von den bunt schimmernden Schuppen. Mit meinen Kindern habe ich weitere Bücher der Reihe kennengelernt so auch "Glaub ...

Ich kenne den Regenbogenfisch bereits seit meiner Kindheit und war damals fasziniert von den bunt schimmernden Schuppen. Mit meinen Kindern habe ich weitere Bücher der Reihe kennengelernt so auch "Glaub nicht alles" und eben jetzt das neuste Buch von Marcus Pfister "Der Regenbogenfisch in Gefahr."
Die farbenprächtigen und vollflächigen Illustrationen sind hierbei noch genauso schön anzuschauen wie früher, aber die kindlichen Themen von Freundschaft, Teilen oder nicht-Lügen ist in diesem Buch einem anderen wichtigen Thema gewichen. Den sehr aktuellen Themen des Umweltschutzes und der Zerstörung des Ökosystems Meer. Der Regenbogenfisch und seine Freunde werden in einem Schleppnetz gefangen. Kann er sich mit Hilfe und durch Zusammenhalt der Meeresbewohner retten?

Mein fast 4 jähriger war völlig gefesselt als ich ihm vorlas und hat richtig mitgefiebert. Als der Meeresboden zerstört zurück blieb und nicht mehr so bunt geleuchtet hat, war er traurig und hat viele Fragen gestellt, warum man das schöne Zuhause der Fische kaputt gemacht hat. Leider konnte ich ihm nicht auf alle seine Fragen eine ihn zufrieden stellende Antwort geben. Aber ihm hat die Rettung sehr gefallen und natürlich auch, dass so viele bunte Fische zu sehen sind. Ich wiederum wurde an meine Kindheit erinnert und natürlich hinterfragt man sein eigenes Konsumverhalten. Wieder ein gelungenes Kinderbuch, toll anzuschauen und regt zum gedanklichen Austausch an.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Spannender Mörder ohne Reue

Aschesommer
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Mir gefällt direkt am Cover, dass man an der Aufmachung bereits erkennt, es handelt sich um die Fortsetzung zu Krähentage. Vom ersten Buch Rund um die Gruppe 4 war ich begeistert und nach dem ersten Kapitel ...

Mir gefällt direkt am Cover, dass man an der Aufmachung bereits erkennt, es handelt sich um die Fortsetzung zu Krähentage. Vom ersten Buch Rund um die Gruppe 4 war ich begeistert und nach dem ersten Kapitel bin ich wieder mitten drin, als hätte ich Band 1 gerade beiseite gelegt.

Ein neuer Fall für die Gruppe 4 um Jakob Krogh und Mila Weiss bringt das Team bis an die Grenzen. Eine mysteriöse Todesanzeige führt zu zwei erfrorenen Leichen in einer Kältekammer, unterhalb eines verlassenen Bauernhofs. Dazu die in Asche geschriebene Botschaft "Das Sterben hat begonnen" lässt auf weitere Morde schließen und schnell führt die Spur zu einem langjährigen Insassen einer Psychiatrie, aber der kann es ja nicht gewesen sein. Ein spannender Wettlauf mit dem Mörder beginnt.

Benjamin Cors hat es wieder geschafft, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die schnelle Abfolge wie Mörder und Opfer sich finden, wie die Ermittlergruppe immer knapp an der Lösung dran ist, nimmt einen gefangen. Durch gekonnte Perspektivwechsel zwischen den einzelnen Personen, inklusive des Mörders, kommt schnell Spannung auf. Dennoch bleiben manche Gedanken und Hintergründe unausgesprochen, so dass Wendungen und Irreführungen immer wieder möglich sind. So lässt einen nicht nur die Hitze des Sommers Schwitzen, auch wenn diese stark im Inhalt verankert ist. Mir gefällt zudem sehr, der psychopatische und kaltblütige Charakter, der mit seiner ruhigen Ausstrahlung für Gänsehaut sorgt.

Etwas bin ich nun auch traurig, dass ich den Thriller bereits beendet habe und mich auf den letzten 100 Seiten nicht bremsen konnte. Nun hoffe ich, dass die Reihe weitergeht und zwar möglichst bald. Mein neues Lesehighlight!

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Spannungsreicher Auftakt mit starken (Frauen-)Figuren

Der Trailer
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Von Aussen ist das Buch schon mal recht düster und vielversprechend. Toll finde ich auch, dass man optisch den Hauptschauplatz des Thrillers erkennen kann. Ich persönlich bin jetzt kein Campingfan und ...

Von Aussen ist das Buch schon mal recht düster und vielversprechend. Toll finde ich auch, dass man optisch den Hauptschauplatz des Thrillers erkennen kann. Ich persönlich bin jetzt kein Campingfan und ich glaube nach diesem Buch bin ich es noch weniger, aber nur weil das Buch mich so gepackt hat.

Vor 15 Jahren verschwindet Lisa, eine junge Frau, welche zuletzt auf einem Campingplatz in Belgien gesehen wurde. Frieda kannte sie und möchte sich nun an einem True-Crime-Podcast beteiligen, um so evtl. neue Hinweise zu erhalten. Sie ist mittlerweile eine erfolgreiche Kommisarin, auch wenn sie es unter ihren meist männlichen Kollegen nicht leicht hat. Ihr Verdacht fällt zunächst auf einen bereits verurteilten Stalker, der zur selben Zeit auf dem Campingplatz war, aber aufgrund von Versäumnissen seitens der Ermittler nicht als relevant betrachtet wurde. Jetzt kommt allerdings neuer Wind in den Fall und ein Fremder wird zunehmend unruhig.

Mit Frieda und Kathinka hat Linus Geschke sympathische und starke weibliche Charaktere geschaffen, die sich durchs Leben kämpfen. Etwas nachdenklich machte mich hier auch das Nachwort des Autors zum Thema wie manche Männer immer noch versuchen, Frauen zu unterdrücken um sie für eigene Zwecke ausbeuten zu können. Aber auch die männlichen Hauptfiguren sind mir sympathisch vielleicht weil sie so manche Charakterschwächen haben. Der Autor gibt seinen Figuren eine gute Tiefe, zeigt Eindrücke aus Ihrer Vergangenheit und lässt sie sich im Verlauf entwickeln. Ich habe schon einige Bücher von Geschke gelesen und mir gefällt sein Stil, wie er eine düstere Spannung aufbaut und durch kleine Erzählsprünge Einblicke in das Wissen und die innere Gefühlslage der einzelnen Figuren gibt. Etwas verwirrt war ich zunächst aufgrund einer kleinen Nebengeschichte zu Friedas privater Krise im Job, die gefühlt etwas zu kurz kommt. Jedoch wird hier wohl erstmal nur der Grundstein für die bald kommende Fortsetzung gelegt, auf die ich mich jetzt schon freue. Auch um zu sehen, was aus den mir bereits lieb geworden Figuren wird.

Fazit: Der Thriller hat mich mit tollen Wendungen bis zum Schluss gefangen gehalten, der Schluss war mir dann jedoch etwas turbulent und teils fragwürdig. Aber ich verzeihe dem Autor sein offenes Ende, da ja bereits die Fortsetzung beworben wird.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Spannendes Wiedersehen

Die Nacht (Art Mayer-Serie 3)
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Wie sehr habe ich auf ein Wiedersehen mit Art und Nele gewartet! Natürlich sprang mir daher gleich das leuchtend orangefarbene Cover von Marc Raabes neuem Thriller "Die Nacht" entgegen.

Nele ist aktuell ...

Wie sehr habe ich auf ein Wiedersehen mit Art und Nele gewartet! Natürlich sprang mir daher gleich das leuchtend orangefarbene Cover von Marc Raabes neuem Thriller "Die Nacht" entgegen.

Nele ist aktuell im Mutterschutz und vom Dienst freigestellt, was sie jedoch nicht daran hindert, mit Art auf eigene Faust zu ermitteln. Dieser ist weiterhin auf der Suche nach Dana, die vor ca. 2 Jahren spurlos verschwand und dabei ihre kleine Tochter Milla zurück ließ, welche sehr an Art hängt. Dies beruht allerdings auf Gegenseitigkeit. Durch einen anonymen Tipp kommt nun Bewegung in den Fall und führt uns 15 Jahre in die Vergangenheit auf einen Campingplatz im Wald. Können Sie Dana endlich finden? Welches Verbrechen geschah damals, verborgen im Wald und gehören die Ereignisse mit einem aktuellen Mordfall zusammen?

Kaum in die ersten Seiten versunken, bin ich wieder mitten im Geschehen und fiebere mit den charismatischen Charakteren und ihren persönlichen Verstrickungen mit. Diese haben alle ihre Ecken und Kanten oder auch persönliche Geheimnisse. Da es sich hier um den dritten Teil handelt haben die Hauptpersonen bereits eine gewisse Tiefe entwickelt und man sollte bestenfalls alle Teile in chronologischer Reihenfolge lesen. Der Autor wechselt gerne zwischen verschiedenen Perspektiven und springt dabei auch gekonnt zwischen der Gegenwart und einer Vergangenheit vor 15 Jahren. Dabei bleibt die Spannung gut erhalten, denn es wird immer nur ein kleiner Teil preisgeben und es bleibt zudem unklar, wer alles lügt um sich zu schützen. Marc Raabe hat für mich einen flüssigen Schreibstil, der sich nicht lange mit Beschreibungen der Umgebung aufhält, sondern schnell mitreißt und das Geschehen vorantreibt. Toll finde ich, dass das Buch nicht abrupt im Höhepunkt endet und man mit seinen Gedanken allein gelassen wird, sondern das Geschehen am Ende des Falls aufgearbeitet wird und einen aus dem Spannungshöhepunkt sanft zurück holt.

Ich wurde von "Die Nacht" prima unterhalten, mit kribbligen Gänsehautmomenten und freue mich jetzt schon, dass es noch ein weiteres Buch geben wird und Art und Neles Geschichte nicht nach drei Teilen endet.

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Veröffentlicht am 20.05.2025

Spannung und Rätsel aus der Vergangenheit

Der dunkle Sommer
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Das Cover zeigt nicht viel, verbreitet jedoch eine düstere Stimmung, aber irgendwie auch mit urlaubsflair.

Ich bin bereits Fan von Vera Buck seit ich "Wolfskinder" gelesen habe, bei dem sie mich mit ihren ...

Das Cover zeigt nicht viel, verbreitet jedoch eine düstere Stimmung, aber irgendwie auch mit urlaubsflair.

Ich bin bereits Fan von Vera Buck seit ich "Wolfskinder" gelesen habe, bei dem sie mich mit ihren spannenden Plotttwist überzeugte. Auch in "Der dunkle Sommer" hat sie geschickt neue Wendungen eingebaut, allerdings habe ich hier manches bereits geahnt. Aber sicher kann man sich bei ihr nie sein und so wurde ich auch überrascht.

Tilda hat einen schweren Schicksalsschlag zu verarbeiten und findet durch Zufall ein wunderschönes Haus für einen Euro auf Sardinien. Hier möchte sie einen Neustart wagen und reist alleine von Deutschland in ein verlassenen Geisterdorf, bis ihr Bruder bei ihr auftaucht. Schon bald geschieht seltsames und sie trifft auf Enzo, ein Journalist, der über die Geschichte dieses Dorfs Nachforschungen anstellt. Zudem werden wir mit Franca in die Vergangenheit entführt, diese musste aus heutiger Sicht schreckliches Unrecht und Leid durchleben und zählt zu den Opfern eines alten und rätselhaften Massaker.

Mir gefällt der Erzählstil welcher immer wieder geschickt die Perspektive zwischen Tilda, Enzo und Franca wechselt und wie man hierdurch in den beiden Erzählebenen zwischen Vergangenheit und Gegenwart pendelt. Allerdings wäre es für mich hilfreich gewesen, hier immer ein Datum zu haben, da meist nicht ganz klar ist, wie viel Zeit vergangen ist, wenn man z.B. wieder bei Tilda in der Gegenwart ankommt. Aber andererseits hat vielleicht genau dies zur Spannung und gewünschten Verwirrung beim Lesen geführt. Denn die Geschichte bleibt von Anfang bis zum Ende spannend, da man immer nur kleine Häppchen aus der Vergangenheit erfährt und so immer neugieriger wird, welche Rolle diese für die Gegenwart spielt, bis sich letztlich ein bewegendes Gesamtbild ergibt. Ich musste mich beherrschen, nicht einzelne Kapitel vorweg zu lesen, wenn mal wieder gefühlt, mitten im Geschehen ein cut gemacht wurde.

Besonders hat mir aber tatsächlich auch das Nachwort von Vera Buck gefallen, meist lasse ich dieses beim Lesen aus, da hier oft Danksagungen stehen und ich die entsprechenden Personen ja nicht kenne. Hier jedoch erfahre ich die Ideen und Hintergründe zum Buchthema, was ich wirklich interessant fand.

Fazit: Ein für mich rundum gelungenes Lesevergnügen und ein Zeichen dafür, dass nicht jeder Thriller mit blutigen Details schocken muss, um beim Lesen Gänsehaut zu erzeugen. Vor allem als weibliche Leserin wird man daran erinnert, wie frauenfeindlich die Vergangenheit oft war.

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