Ein einfühlsamer Roman über soziale Problematiken in Japan
Oben Erde, unten HimmelDie Geschichte der mit sich hadernden, jungen Hauptfigur Suzu Takada und auch die weiterer liebenswürdigen, auch skurrilen Protagonisten berühren in ihrer Besonderheit. Suzu, 25 Jahre alt, als Kellnerin ...
Die Geschichte der mit sich hadernden, jungen Hauptfigur Suzu Takada und auch die weiterer liebenswürdigen, auch skurrilen Protagonisten berühren in ihrer Besonderheit. Suzu, 25 Jahre alt, als Kellnerin gekündigt und geghostet von ihrem Dating-Kontakt hadert mit Depression, Scham- und langfristigen sozialen Angstgefühlen, sog. Hikikomori. Über den Job als Leichenfundortreiniger in Kodokushi-Fällen, dem "einsamen Sterben" als entmenschlichte Form des Todes, erfährt sie neue Lebensfreude und Sozialkontakte. Mit dem Manga Kissa, das in Einzelfällen in Großstädten als Wohnungsersatz genutzt wird, wird ein weiteres wachsendes Phänomen als eine direkte Folge des Zerfalls familiärer Strukturen angesprochen. Diese gesamtgesellschaftlichen Probleme Japans zwischen Desinteresse und Diskretion, zwischen Einsamkeit und Zusammensein, zwischen Leben und Tod stellen eine traurige Bilanz hinsichtlich unserer Mitmenschlichkeit dar.
Mit hilfreichem Glossar wirbt dieses tiefgründige Buch um mehr Nachsicht und gegenseitigem Respekt.