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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.07.2025

Intensiv und nachdenklich

Im Leben nebenan 
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"Im Leben nebenan" ist eines dieser Hörbücher, das sofort packt. Es geht um Themen, die Viele betreffen: Einsamkeit, Verstrickungen in Beziehungen, Kinderwunsch/Kinderlosigkeit und das Leben in einer Großstadt, ...

"Im Leben nebenan" ist eines dieser Hörbücher, das sofort packt. Es geht um Themen, die Viele betreffen: Einsamkeit, Verstrickungen in Beziehungen, Kinderwunsch/Kinderlosigkeit und das Leben in einer Großstadt, wo jeder in seiner eigenen kleinen Welt lebt und dennoch miteinander verbunden ist. Die Protagonistin, Antonia, findet sich mitten in einem überraschenden, aber viel zu realen Drama wieder, das sie aus ihrer Komfortzone herausreißt.

Das Besondere an diesem Hörbuch ist nicht nur die Story selbst, sondern auch die Art, wie sie erzählt wird. Die Autorin schafft es, alltägliche Situationen mit einem subtilen Humor zu versehen, was die ernsten Themen nie erdrückend wirken lässt, zudem sitzt jeder Satz perfekt. Mich haben so viele Sätze/Umschreibungen total abholen können. Anne Sauer schafft eine authentische Atmosphäre, in der man als Zuhörer direkt Teil der Geschichte wird. Es fühlt sich fast an, als würde man ein vertrautes Gespräch mit einer Freundin führen, die einem von ihrem Leben erzählt, mal nachdenklich, mal humorvoll, immer aber mit einer klaren emotionalen Tiefe.

Was mich besonders beeindruckt hat, war die Art, wie die Sprecherin, die das Hörbuch übernimmt, diese Gefühlslagen transportiert. Ihre Stimme passt perfekt zu der Stimmung der Geschichte und verstärkt die emotionale Wirkung der Szenen. In manchen Momenten wird die Erzählung fast zu einem intimen Erlebnis, bei dem man das Gefühl hat, dass jedes Wort aus dem Inneren der Charaktere herausgesprudelt kommt. Die Sprecherin hat es geschafft, eine Tiefe und Verletzlichkeit in den Figuren zu transportieren, ohne dass es zu dramatisch oder zu schmalzig wird.

Ein Hörbuch, das nachhallt. Die Geschichte hat etwas sehr Erdiges, das sich trotz seiner leisen Töne sehr präsent anfühlt.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Verlorene Nähe, verborgene Wahrheit

Brackwasser - Stille Wasser sind tief. Und manche sogar tödlich …
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Dieser Psychothriller fühlt sich an wie ein Blick in einen stillen, dunklen Teich: erst passiert scheinbar nichts und dann zieht es dich rein. Jana Stieler nimmt uns mit in die Wälder und Gewässer der ...

Dieser Psychothriller fühlt sich an wie ein Blick in einen stillen, dunklen Teich: erst passiert scheinbar nichts und dann zieht es dich rein. Jana Stieler nimmt uns mit in die Wälder und Gewässer der Schlei, und dort brodelt es gewaltig unter der Oberfläche.

Im Mittelpunkt stehen zwei Schwestern, die sich fremd geworden sind aber weiterhin verbunden durch ein altes Trauma, das nie ganz verschwunden ist. Und jetzt wird ein alter Mordfall wieder aufgerollt. Die Luft ist dick, das Misstrauen groß, und die Schuldgefühle sitzen tief. Svea kehrt zurück. Eigentlich nur, um ihrer Schwester beizustehen, aber natürlich wird alles komplizierter als gedacht. Und bedrohlicher.

Was die Autorin richtig gut kann? Atmosphäre aufbauen, ohne zu übertreiben. Keine unnötigen Effekte, keine überzeichneten Figuren, dafür echte psychologische Spannung, komplexe Beziehungen und eine düstere Grundstimmung, die lange nachwirkt. Und dann ist da diese Naturkulisse: Schlei, Wald, Wasser – wunderschön und gleichzeitig beunruhigend. Fast ein eigener Charakter im Buch.

Wer auf leise, aber intensive Psychothriller steht, bei denen zwischenmenschliche Dynamik wichtiger ist als Actiongeballer, liegt hier genau richtig. Jana Stieler liefert mit „Brackwasser“ ein fein komponiertes, norddeutsches Gänsehautstück – kein Schocker, sondern ein Kriecher. Und genau das macht’s so stark.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Romys Thriller schlägt zu und lässt nicht mehr los

Himmelerdenblau
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Romy Hausmann bringt mit „Himmelerdenblau“ einen Thriller auf den Markt, der die Nerven bis zum Zerreißen spannt. Schon der erste Satz hat es in sich … der Leser wird direkt in eine Geschichte geworfen, ...

Romy Hausmann bringt mit „Himmelerdenblau“ einen Thriller auf den Markt, der die Nerven bis zum Zerreißen spannt. Schon der erste Satz hat es in sich … der Leser wird direkt in eine Geschichte geworfen, die einen nicht mehr loslässt. Die Atmosphäre ist dicht, die Spannung unerträglich.

Es beginnt mit einem scheinbar unscheinbaren Ereignis, aber Hausmann versteht es meisterhaft, den Spannungsbogen so geschickt aufzubauen, dass man nie wirklich weiß, was als Nächstes passiert. Der Plot wendet sich immer wieder, nimmt unerwartete Wendungen und wirft die Fragen, die sich anfangs noch locker im Hintergrund gehalten haben, immer wieder auf. Wer ist vertrauenswürdig? Und vor allem: Wer ist der Täter?

Die Charaktere sind alles andere als klischeehaft. Die Autorin spielt mit den Erwartungen und lässt den Leser lange im Dunkeln tappen. Die Protagonisten sind vielschichtig, ihre Handlungen oft überraschend, was den Thriller noch packender macht. Ihr innerer Konflikt, gepaart mit der ständig wachsenden Gefahr, die sie umgibt, sorgt dafür, dass man mit ihnen fiebert.


Es ist der clevere Mix aus psychologischer Tiefe und rasanter Handlung, der das Buch so fesselnd macht. Hier geht es nicht nur um die Aufklärung eines Verbrechens, sondern um das Spiel mit der Angst und den Geheimnissen. Romy Hausmann versteht es, die psychologische Komponente mit echten, greifbaren Bedrohungen zu verbinden. Es gibt keine Langeweile, keinen Moment der Ruhe. Der Thriller ist ein wahrer Adrenalinkick, der immer wieder mit cleveren Wendungen überrascht und den Leser ständig auf Trab hält. Wer einen fesselnden, nervenaufreibenden Thriller sucht, der einem das Herz in die Hose rutschen lässt, ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Eine Lüge, die süchtig macht!

Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?
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Was. Für. Ein. Ritt!
„Eine falsche Lüge“ ist nicht einfach nur ein Thriller – es ist ein echtes Gedankenkarussell mit Hochgeschwindigkeitsmodus! Sophie Stava hat mich mit diesem Buch komplett abgeholt, ...

Was. Für. Ein. Ritt!
„Eine falsche Lüge“ ist nicht einfach nur ein Thriller – es ist ein echtes Gedankenkarussell mit Hochgeschwindigkeitsmodus! Sophie Stava hat mich mit diesem Buch komplett abgeholt, eingewickelt und am Ende sprachlos zurückgelassen.

Der Anfang? Täuschend ruhig. Man denkt, man weiß, worauf man sich einlässt. Und dann – zack! – zieht einem dieser Twist so was von den Boden unter den Füßen weg, dass man erstmal blinzeln muss: Moment mal, was?! Genau so liebe ich das! Unvorhersehbar, clever und richtig gut inszeniert.

Der Schreibstil? Lebendig, direkt, ein bisschen frech – genau mein Ding. Die Seiten fliegen nur so dahin, und plötzlich ist es 2 Uhr morgens und du sagst dir: „Nur noch ein Kapitel…“.

Und die Charaktere! Sloane ist keine klassische Heldin – sie ist clever, tricky und voller Widersprüche. Ich habe sie geliebt und gleichzeitig angezweifelt. Diese moralischen Grauzonen, dieses Spiel mit Identität und Wahrheit – grandios! Die Lockharts wirken auf den ersten Blick wie aus dem Bilderbuch, aber schnell merkt man: In diesem Buch trägt jeder eine Maske.
Kurz gesagt: Wer Lust auf Spannung mit Stil hat, auf Intrigen mit Tiefgang und auf Figuren, die einen auch nach dem Lesen noch beschäftigen – der sollte dieses Buch dringend auf den Lesestapel packen. Am besten ganz oben.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Achtung, Abwärtsspirale!

She’s Not Sorry – Du könntest die Nächste sein
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Wow! Mary Kubica liefert einen richtig fiesen Psychothriller ab, der mit voller Wucht überrascht. Im Zentrum steht Meghan, eine alleinerziehende Pflegekraft, die es schafft, auf jeder Seite emotional anwesend ...

Wow! Mary Kubica liefert einen richtig fiesen Psychothriller ab, der mit voller Wucht überrascht. Im Zentrum steht Meghan, eine alleinerziehende Pflegekraft, die es schafft, auf jeder Seite emotional anwesend zu bleiben. Irgendwie wie eine Freundin, in deren Leben man heimlich reinschaut und hofft, dass alles noch gut ausgeht. 


Als plötzlich die junge Komapatientin Caitlin ins Spiel kommt, fragt man sich: Suizid oder Mord? Und natürlich wird das Rätsel nicht einfach abgearbeitet, sondern verknüpft mit einer zweiten, noch düsteren Story: eine bedrohte Freundin, eine real aufziehende Gefahr, böse Typen schlurfen vorbei, und plötzlich ist auch Meghans Tochter im Spiel.

Kubicas Talent: Sie baut all diese Erzählstränge so täuschend beiläufig auf, dass man das Gefühl bekommt, man wüsste schon, was Sache ist, nur um im entscheidenden Moment brutal überrascht zu werden. Man gleitet von Kapitel zu Kapitel, immer am Rande des Nervenzusammenbruchs. Der Klinik‑Setting‑Touch, die düsteren Gassen … einfach atmosphärisch dicht.

Und obwohl dieses Buch so herrlich packend ist, wirkt es nie oberflächlich. Die Figuren sind kein Einheitsklotz, sondern echte Menschen – mit Sorgen, Wut, Panik. Dadurch ist man mitten drin, nicht nur dabei. Die Autorin jongliert gekonnt zwischen Familienbande, Vertrauen, Misstrauen und „wer jetzt warum über die Klinge springt“ und das endet in einem Finale, das sich anfühlt wie ein Dolchstoß nur um auf der letzten Seite dann nochmal richtig zuzuschlagen. Mega!

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