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Veröffentlicht am 15.08.2025

Wer tötet ägyptische Götter?

Schwüre, die wir brechen
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Das schwedisch-deutsche Schriftstellerpaar Kerstin Signe Danielsson und Roman Voosen lässt sein Team Karhuu und Nordh erneut gemeinsam ermitteln. Da mir Band eins gut gefallen hat, war ich sehr gespannt ...

Das schwedisch-deutsche Schriftstellerpaar Kerstin Signe Danielsson und Roman Voosen lässt sein Team Karhuu und Nordh erneut gemeinsam ermitteln. Da mir Band eins gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf Teil zwei. Soviel sei schon verraten: Ich wurde nicht enttäuscht!

Svea Karhuu und Jon Nordh werden zu einem bizarren Mordfall gerufen. Der Killer präsentiert sein Opfer als den ägyptischen Krokodilgott Sobek. Svea ist sofort getriggert und möchte unbedingt ermitteln, während ihr Partner Jon seinem miesen Bauchgefühl folgend, den Fall abgeben will. Als erfahrener Ermittler weiß er, was ein solches Verbrechen an psychischen Belastungen, aber auch an Zündstoff mitbringt. Doch seine ehrgeizige Chefin manipuliert Nordh einmal mehr. Sie bietet ihm für die Übernahme der Ermittlungen, Einsicht in geheime Unterlagen zum Unfalltod seiner Ehefrau. Wider besseres Wissen lässt Jon sich auf den Deal ein. Dieser Ausflug in die ägyptische Mythologie wird nicht sein letzter sein,

Nordh ist ein fähiger, erfahrener Ermittler, der von den Schicksalsschlägen des vergangenen Jahres gezeichnet ist. Seine Frau Linda und Calle, Jons bester Freund und Partner, sind gemeinsam tödlich verunglückt. Dabei wurde ihr heimliches Verhältnis offenbart. Weder den Verlust noch den Verrat hat Nordh bisher verarbeitet. Es fällt ihm schwer, neben dem Beruf, seine Aufgaben als alleinerziehender Vater zweier traumatisierter Kinder zu bewältigen. Auch Svea Karhuu hat mit den Dämonen ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Seit sie einen korrupten Kollegen aus Notwehr bei einem Undercover-Einsatz erschoss, läuft einiges falsch in ihrem Leben. Sie wurde strafversetzt und erhält Drohungen. Svea ist eine intelligente, taffe Polizistin. Auch die Nebencharaktere, ob Ions Schwiegermutter Rosa oder die Teamkollegen Wallgren und Stöcker sind glaubwürdig gezeichnet.

Die Autoren schreiben flüssig und bildhaft. Allein die Beschreibungen der Tatorte und der drapierten Leichen haben morbide Bilder in meinem Kopfkino ausgelöst und sind nichts für schwache Nerven. Das nordische Ambiente und die skandinavischen Besonderheiten, z. B. das Meänkieli, der Dialekt, mit dem Svea groß geworden ist, zeichnen den Krimi aus.

In eingestreuten Kapiteln aus dem Jahr 1973 lernen wir Peter kennen, der in der berüchtigten deutschen Sekte Colonia Dignidad in Chile aufwächst. Die Szenen sind schwer erträglich. Zunächst wird nicht klar, wohin sie führen.

Der Fall entpuppt sich als die harte Nuss, die Nordh vorausgesehen hat. Die Ermittlungen werden durch eine skrupellose Presse behindert, die nicht davor zurückschreckt, Tatortfotos der makaber inszenierten Leichen zu veröffentlichen. Als eine populäre True-Crime-Podcasterin in den Medienhype um die „Krokodilmorde“ mit einsteigt, wird der Druck auf die Ermittler unerträglich. Dann verschwindet ein junges Mädchen – und die Ereignisse überschlagen sich …

Der Thriller hat mich sofort gepackt, ich konnte das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen. Teilweise waren die Gewalt und die heraufbeschwörten Bilder nicht leicht wegzustecken, aber meine Neugier siegte. Ich musste unbedingt erfahren, wer hinter den bizarren Morden steckt. Die Spannung steigert sich im Lauf der Geschehnisse und hält bis zum Schluss an, bis das Verbrechen restlos aufgeklärt ist. Schockierend fand ich einmal mehr die Rolle der Medien.

Auch die privaten „Baustellen“ der Ermittler entwickeln sich weiter. Ob es nicht zu viel des Guten ist, dass beide Ermittler, Svea und Jon den geheimen kriminellen Machenschaften von Politik/Geheimdienst/Polizei auf der Spur sind, muss jeder Leser für sich entscheiden. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es mit Nordh und Karhuu weitergeht.

Band zwei ist unabhängig von Teil eins lesbar, da das notwendige Hintergrundwissen mitgeliefert wird.

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Trauma der Vergangenheit

Signora Commissaria und die kalte Rache
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Alexander Oetker lässt Commissaria Giulia Ferrari bereits in ihrem zweiten Fall in Florenz ermitteln und dieses Mal verzichtet er auf das Pseudonym Pietro Bellini. Mich hat der spannende Krimi mit seinen ...

Alexander Oetker lässt Commissaria Giulia Ferrari bereits in ihrem zweiten Fall in Florenz ermitteln und dieses Mal verzichtet er auf das Pseudonym Pietro Bellini. Mich hat der spannende Krimi mit seinen sympathischen Ermittlern, dem traumhafte Ambiente, einer ordentlichen Portion Dolce Vita und dem skurrilen Fall wieder sehr gut unterhalten.

In Florenz werden junge Frauen gestalkt. Ein vermummter Mann folgt ihnen, wenn sie abends allein nach Hause gehen, bis zu ihrer Wohnung. Am nächsten Tag hängen Steckbriefe der Frauen mit Bild und persönlichen Daten in ihrem Viertel aus, die sie als vermisst melden. Commissaria Giulia und ihr Team stehen vor einem Rätsel. Die Frauen verbindet nichts außer Geschlecht und ungefährem Alter. Keines der traumatisierten Opfer kann den Stalker näher beschreiben. Eine erste Spur zerschlägt sich. Die Situation eskaliert, als der Täter sein dreizehntes Opfer entführt. Und nur kurze Zeit später verschwindet eine weitere junge Frau spurlos …

Commissaria Giulia ist eine taffe junge Frau, die unter dem Trauma der Ermordung ihrer Familie leidet. Noch immer beschließt sie jeden Tag mit einem Brief an ihre Schwester Sofia, die sie schmerzlich vermisst. Bisher war sie sich in ihrer Einsamkeit selbst genug, aber inzwischen hat Enzo, der einfühlsame blinde Sergente ihr Herz erobert, worüber beide glücklich und erstaunt sind. Luigi Battista, ehemaliger Commissario von Florenz und jetziger Barista in der eigenen Bar, ist der dritte Hauptcharakter und meine Lieblingsfigur. Gemeinsam lösen sie den aktuellen Fall, wobei dieses Mal Carla, Luigis Frau und begnadete Köchin, den richtungsweisenden Gedanken hat. Gleichzeitig stößt Enzo zufällig auf eine heiße Spur, die zurück in die Vergangenheit führt und den Unfall von Giulias Familie in einem anderen Licht erscheinen lässt. Ihr Temperament bringt die Commissaria prompt in Lebensgefahr, da sie nicht taktisch vorgehen will oder kann.

Oetkers Stil liest sich flüssig. Er fängt das italienische Lebensgefühl gekonnt ein und lässt uns neue Ecken von Florenz entdecken. Besonders gut gefallen haben mir der altehrwürdige Ruderclub und die durch die Corona-Pandemie wiederbelebten Florentiner „Weinfenster“. Carlas leckere Rezepte runden den Krimi ab und erinnern an des Autors weitere Profession als Gastrokritiker. Nur Hund Tulipans Rolle war dieses Mal für meinen Geschmack sehr klein. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Mich hat der Ausflug nach Florenz gut unterhalten. Das sympathischen Ermittlerteam, das italienische Flair und der etwas spezielle Fall haben mir Spaß gemacht. Der Täter wird geschnappt und alles logisch aufgeklärt, sodass keine Fragen offen bleiben.

Mit der neuen Spur in die Vergangenheit werden dagegen Verbrechen zutage gefördert, die in eine ganz andere Liga gehören und auch politische Folgen nach sich ziehen könnten. Natürlich endet der Krimi mit einem üblen Cliffhanger …

Immerhin kann ich also davon ausgehen, dass die Reihe weitergeht. Ich werde dabei sein und gebe diesem Fall 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung an alle Fans von spannenden, aber nicht zu gewalttätigen Krimis.

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Veröffentlicht am 26.07.2025

Die Schöne und das Biest 2.0

Solitude 1: Devour the Light
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Zunächst mein Tipp: Lest zuerst das Glossar am Buchende, das erleichtert das Verständnis des Worldbuilding.

F. M. Winkel entführt uns für ihre neue Dark Romantasy in eine düstere Welt voller Schrecken ...

Zunächst mein Tipp: Lest zuerst das Glossar am Buchende, das erleichtert das Verständnis des Worldbuilding.

F. M. Winkel entführt uns für ihre neue Dark Romantasy in eine düstere Welt voller Schrecken und Hass. Hier verlieben sich zwei, die natürliche Feinde sein sollten. Eine Assassine, die ihre Welt vor den Schattenwesen schützen soll und der Schattengott selbst, der genau diese befehligt. Zerrissen zwischen Liebe und Pflicht löst dieses Paar dramatische Ereignisse aus, die vielen den Tod bringen. Louves und Eneans Geschichte zieht den Leser sofort in ihren Bann und fesselt bis zum Schluss. Die Erzählung durchzieht Dunkelheit und eine konstant düstere Stimmung.

Als Louve vier Jahre alt ist, verändert sich ihr Leben innerhalb eines Augenblicks auf schreckliche Weise: Ihre Eltern werden ermordet und sie verliert gleichzeitig ihr Augenlicht. So verwundert es nicht, dass Louve sich zu einer zynischen jungen Frau entwickelt, die kaum Freunde hat und niemandem richtig vertraut. Sie ist inzwischen, nicht ganz freiwillig, eine Assassine. Im Dienst bewacht sie die Schattenbarriere und beschützt die Stadt Solitude, in ihrer Freizeit geht sie illegalen Schwarzmarktgeschäften nach. Ihr Ziel ist es, die Zitadelle der Assassinen zu verlassen. Trotz ihrer Sehbehinderung ist Louve eine der besten Kämpfer, wird aber mehr geduldet als geschätzt. Sie ist so tough wie zerbrechlich, zynisch und liebenswert zugleich, eine starke junge Frau. Besonders gefallen hat mir ihre Geistesgefährtin, die Grizzlydame Thuja.

Der Gegner, das ist die Gemeinschaft der Schattenwandler, tödliche Geschöpfe der Finsternis und des Bösen. Ihr Gott ist der riesige monströse Enean, der oberste Feind der Assassinen und der Stadt Solitude. Er ist mächtig, doch sein Schattenreich, ein Ort voller Qualen und Folter, langweilt ihn und er ist seiner Gestalt überdrüssig. Darüber hinaus ist er klug und witzig und am ehesten das, was Louve als Freund bezeichnen würde. Das darf natürlich keiner wissen.

Neben dem finsteren Schattenreich und der Zitadelle der Assassinen im Herzen Solitudes stehen zwei weitere Handlungsorte im Zentrum des Geschehens. Das erwähnte Solitude, eine düstere, aber moderne Stadt mit ausgeprägter Klassengesellschaft. Dort bilden Menschen das Prekariat, während die mächtigen Arzaé, elfenähnliche, teils magiebegabte Wesen, alles besitzen und beherrschen. Daneben existiert noch der Ort Dall, wüste Zuflucht der Mæscån, unerwünschter, verachteter Mischwesen aus Schattenwandlern, Menschen und Arzaé.

Um die Hauptcharaktere und an diesen Orten webt die Autorin eine spannende, meist actiongeladene Geschichte voller Verwicklungen, Ränke, Intrigen und großer Liebe. Sie wird aus der wechselnde Perspektive von Enean und Louve erzählt. F. M. Winkel schreibt flüssig und sie fesselt ihre Leser mühelos mit ihrem gelungenen Worldbuilding und den beiden Protagonisten im moralischen Dilemma: Einerseits das persönliche Glück, andrerseits die Pflicht bzw. Verantwortung gegenüber Dritten. Die Erzählung nimmt gegen Ende immer mehr an Tempo und Action zu. Teilweise sind die Kämpfe brutal, aber die Bosheit eines Charakters toppt alle Gewalt.

Band eins endet mit dem fiesesten Cliffhanger überhaupt. Für Band zwei bleiben genügend Fragen offen …

Von mir gibt es 4,5 Sterne - als kleine Kritik sei auf Längen im Mittelteil verwiesen - und eine Leseempfehlung an alle Fans von fantastischer Dark Romantasy in durchweg düsterer Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Ein Stück Zeitgeschichte

Cartier. Der Glanz von Gold
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11.11.1918. Der Erste Weltkrieg endet und die Menschen atmen auf. Überall ist der Wunsch nach Neubeginn und Aufbruch zu spüren. Auch die drei Brüder Cartier, die mehr oder weniger gut die Schreckensjahre ...

11.11.1918. Der Erste Weltkrieg endet und die Menschen atmen auf. Überall ist der Wunsch nach Neubeginn und Aufbruch zu spüren. Auch die drei Brüder Cartier, die mehr oder weniger gut die Schreckensjahre überstanden haben, wollen ihr Geschäft zu neuem Glanz und Erfolg führen. Jeanne, Louis’ Geliebte, hat in Paris die Stellung erfolgreich gehalten und das „Maison Cartier“ durch die Kriegswirren gerettet. Nun übernimmt Louis wieder die Geschäftsführung und Jeanne wird Leiterin des „Silber-Departments“. Dank innovativer Ideen, z.B. der „Tank-Uhr“ prosperieren die Geschäfte der Cartiers in Paris, London und New York. Die „Goldenen Zwanziger“ erweisen sich als lukrativ für Juweliere der Spitzenklasse. Jeanne ist glücklich über Louis’ Rückkehr. Sie hofft, dass er ihr endlich den ersehnten Heiratsantrag macht …

Der zweite Teil der Familiensaga der „berühmtesten Juwelierfamilie der Welt“ beginnt an einem markanten Punkt der Zeitgeschichte. Sophie Villard fängt die Aufbruchstimmung der damaligen Epoche sehr gut ein und kleidet sie in anschauliche Bilder. Anhand der Entwicklung der Firma Cartier und ihrer Eigentümer einerseits und durch das Leben und die Träume des Charakters Jeanne andrerseits gelingt es ihr, ein breites Spektrum jener Zeit einzufangen. Die akribische Recherche Sophie Villards ist jederzeit angenehm spürbar. Sie schreibt flüssig und schafft es mühelos, ihre Leser zu fesseln. Die Protagonisten ihrer Saga überzeugen. Speziell der Charakter der Jeanne weckt Sympathie und Anteilnahme. Die Freude und Begeisterung für ihren Beruf ist ebenso leicht nachvollziehbar wie die große Liebe ihres Lebens, die gelegentlich schon an Besessenheit grenzt. Durch Jeannes enge Freundschaft mit Coco Chanel, die schon vor deren großem Erfolg beginnt, lernen wir auch die Modeschöpferin näher kennen. Louis dagegen ist ein ambivalenter Charakter, dessen Entscheidungen nicht immer verständlich sind und mitunter Kummer, nicht nur bei Jeanne, verursachen.

Sophie Villard teilt ihre Erzählung in viele, kurze Kapitel auf. Dieser fortwährende Wechsel der Perspektive und der Handlungsorte hält die Spannung hoch und ermöglicht die Einführung vieler Personen, die in der Regel Berühmtheiten der Zeitgeschichte sind. Gelegentlich bedauerte ich es, dass bestimmte Situationen nur „angerissen“ wurden und ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht. Insgesamt hatte ich wiederholt das Gefühl, die Familiensaga der Cartiers wäre sehr geeigneter Stoff für eine Trilogie. So kam manches für meinen Geschmack etwas zu kurz bzw. blieben einige Fragen offen.

Das Buch endet mit einem Nachwort der Autorin, in dem sie Fakten und Fiktion trennt. Der Verbleib der Hauptcharaktere sowie die Beschreibung der berühmtesten Schmuckstücke, der wichtigsten Handlungsorte und Ereignisse komplettiert die Erzählung.

Ich vergebe 4,5 Sterne und eine Empfehlung für alle Fans historischer Familiensagas.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Die Rückkehr

Die Auferstehung
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Peter, Bob und Justus sind inzwischen lange erwachsen und in alle Winde verstreut. Während sich Justus der Nachhaltigkeit und dem Umweltaktivismus verschrieben hat, ist Peter nach seinem Geografiestudium ...

Peter, Bob und Justus sind inzwischen lange erwachsen und in alle Winde verstreut. Während sich Justus der Nachhaltigkeit und dem Umweltaktivismus verschrieben hat, ist Peter nach seinem Geografiestudium mittlerweile für Google Maps tätig, denn der Konzern hat die Firma seines früheren Arbeitgebers geschluckt. Und Bob? Er arbeitet als Literaturagent. Als einziger der Drei ist er verheiratet und Vater. Bob steht in lockerer Verbindung mit seinen beiden Freunden, während Justus und Peter nach einem schweren Schicksalsschlag unversöhnlich jeden Kontakt zueinander abgebrochen haben. Nach vielen Jahren Sendepause führt ein spektakuläres Ereignis, das sich nahtlos in die Reihe ihrer früheren mysteriösen Fälle einreiht, die drei Fragezeichen wieder zusammen. Die vor sieben Jahren im Regenwald infolge einer Naturkatastrophe verschollene Enkelin ihres verstorbenen Freundes Albert Hitfield, Tracy, taucht überraschend wieder auf. Ein Vergleich der Fingerabdrücke bestätigt ihre Identität ebenso wie der glückliche Vater. Eigentlich ein Grund zum Feiern. Ja, wenn nicht eine Zeugin Tracys Leiche vor sieben Jahren gesehen hätte ...
Rückkehr von den Toten, abgefeimter Betrug, falsche Zeugenaussage oder was sonst steckt hinter diesem spektakulären Wiederauftauchen? Einmal mehr sind die drei Fragezeichen herausgefordert.

Andreas Eschbach lässt die einstigen drei Freunde, nunmehr als Erwachsene, weiterleben. Längst haben sie sich aus den Augen verloren, sind gereift und gealtert. Gerade die Weiterentwicklung der Charaktere erweist sich als spannend. Unverändert verfügen sie über bestimmte Eigenschaften, die sie schon früher auszeichneten: Mut, Intelligenz, Neugier und Kombinationsgeschick. Auch die Abenteuerlust ist noch vorhanden, wenn auch in gebremster Form. Insgesamt sind sie jedoch reflektierter und ruhiger geworden. Das Rätsel, mit dessen Lösung Justus beauftragt wird, zieht im Fortlauf der Erzählung auch Bob und Peter in seinen Bann. Sie erkennen, wie sehr ihnen das gemeinsame Ermitteln gefehlt hat und dass sie nur als Team den neuen Fall lösen können.

Die Detektiv-Freunde sind zurück und ermitteln als Erwachsene wieder! Diese Nachricht hat mich als treuen Fan der drei Fragezeichen sofort getriggert. Obwohl zunächst skeptisch, habe ich mich auf das neue Abenteuer eingelassen und musste es nicht bereuen. Neben Nostalgie und Emotionen wurden mir Spannung und gute Unterhaltung geboten, anders als früher und doch so vertraut.

Das Revival bzw. die Idee, die drei Fragezeichen um Jahrzehnte gealtert, wieder gemeinsam ermitteln zu lassen, finde ich originell und sehr gelungen. Herausgekommen ist eine spannende Lektüre für Fans und Neueinsteiger, die ich rundum empfehlen kann. Hoffentlich legen die drei Freunde keine lange Pause ein. Bei ihrem nächsten Fall bin ich mit Sicherheit wieder dabei.

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