Abwege
Richtig gutes EssenDer japanische Roman aus der Feder von Junko Takase beschäftigt sich vor allem mit der modernen Arbeitswelt eines Büros und dem Thema Essen.
Es geht um Nitani, der in einem Büro arbeitet und am liebsten ...
Der japanische Roman aus der Feder von Junko Takase beschäftigt sich vor allem mit der modernen Arbeitswelt eines Büros und dem Thema Essen.
Es geht um Nitani, der in einem Büro arbeitet und am liebsten Instantramen ist. In seinem Büro arbeitet Ashikawa, von der er der Meinung ist, dass es die Frau wäre, die er mal heiraten würde. Allerdings hat Nitani Schwierigkeiten damit, seine Kollegin zu respektieren, da sie mit ihrer weichen und verletzlichen Art und ihrem Faible fürs Backen die Gunst der Mitarbeiter gewinnt - und nicht wie er durch gute Arbeit. Doch neben Ashikawa hat Nitani auch noch die Kollegin Oshio, der er näher kommt und mit der er sich eigentlich besser zu verstehen scheint.
Im Roman geht es immer wieder um verschiedenes Essen: herzhaftes Essen, einfaches Essen, Restaurantessen, Fertiggerichte, süßes Essen, gebackenes Essen, selbstgemachtes Essen und so weiter. Man erfährt vom Mittagessen, von Snacks, vom Abendessen, von gemeinsamen Arbeitsessen und vielen Gelegenheiten mehr. Außerdem lesen wir noch davon, welches Essen gut schmeckt, wann es gut schmeckt und wie Menschen essen und mit dem Thema umgehen. Neben diesem großen Thema geht es auch um Beziehungen, vor allem um jene am Arbeitsplatz. Das Thema der Sexualität innerhalb und außerhalb dieser Beziehungen ist etwas merkwürdig eingebunden und stieß mir auf, da es nicht um respektvolle Beziehungen auf Augenhöhe geht. Mir ist klar, dass der Roman genau das zeigen will, dass man sich verlaufen kann in den Wirren des modernen Arbeitslebens und der vielen Möglichkeiten, aber dennoch hat mich der Roman stellenweise doch etwas abgeschreckt. Die 157 Seiten in dem kleinen Format sind recht schnell gelesen. Zusätzlich brauchte ich zu Beginn eine Weile, um einzuordnen, wer wer ist und was genau passiert. Das Ende lässt auch einige Fragen offen. Ich denke, ich verstehe die Idee des Romans, der auch zum Nachdenken anregt, aber dennoch haben mich einige Textstellen sehr irritiert.