Das Buch handelt sehr eindringlich von der Frage der Bedeutung im Leben/dem Sinn des Lebens. Lohnt sich das Leben gar nicht, weil am Ende Nichts eine Bedeutung hat?
Der genaue Inhalt wurde ja schon hunderte ...
Das Buch handelt sehr eindringlich von der Frage der Bedeutung im Leben/dem Sinn des Lebens. Lohnt sich das Leben gar nicht, weil am Ende Nichts eine Bedeutung hat?
Der genaue Inhalt wurde ja schon hunderte Male besprochen. Ich persönlich fand die Entwicklung der Kinder zu extrem. Natürlich kann man sich fragen, ob der Inhalt so krass im Gedächtnis bleiben würde, wenn sich die "bedeutungsvollen" Dinge nicht immer weiter gesteigert hätten. Nur Sandalen oder Fahrräder wären wohl auch zu profan. Aber dass Siebtklässler (!) auch vor Vergewaltigung, Verstümmelung und sogar zweifachem Mord nicht zurückschrecken - und auch zwischendurch gerne mal gewalttätig sind - kommt mir doch sehr drastisch vor.
Vielleicht liest man das Buch (ähnlich wie bspw. "Herr der Fliegen") eher wie eine Art Parabel. Wie weit würden Menschen gehen, um dem vermeintlich sinnlosen Leben Bedeutung beizumessen?
Ich liebe Krimis, habe bei diesem Buch aber wieder gemerkt, dass "Cozy Krimis" nicht so meins sind. Ein alter reicher Mann wird umgebracht, ein anderer wohlhabender Mann (unser Protagonist, wie der Autor ...
Ich liebe Krimis, habe bei diesem Buch aber wieder gemerkt, dass "Cozy Krimis" nicht so meins sind. Ein alter reicher Mann wird umgebracht, ein anderer wohlhabender Mann (unser Protagonist, wie der Autor selbst zufällig Makler auf Sylt) soll sein Anwesen verkaufen. Mehrere Personen wollen entweder das Haus oder Geld, Frauen intrigieren (natürlich) und werden generell sehr auf ihr Äußeres reduziert, manche sind wenigstens witzig (dann aber lesbisch). Es gibt ein paar Verstrickungen und am Ende wird der Fall aufgelöst - plötzlich geht es dann noch um Medikamentenbetrug und Familiengeheimnisse. Einiges bleibt aber unklar (wer hat Mia eingemauert? Sowas macht man ja nicht mal kurz über Nacht). Das alles vor der Kulisse Sylts (ich mag die Insel, hätte ich sie aber nur durch diesen Buch kennengelernt, würde es mich nicht reizen, hinzufahren).
Der Schreibstil ist okay, genervt hat mich allerdings immer wieder, dass der Autor offenbar zeigen wollte, wie viele tolle Fremdwörter er kennt (wirkt oft unauthentisch) und sämtliche Figuren sprechen ständig in Redensarten (könnte witzig sein, wenn es aber alle Charaktere machen, hat es nichts individuelles mehr und es kommt auch zu häufig vor). Vor allem das Wort "verklausuliert" hat es ihm angetan und ständig "grient" irgendwer.
Alles in allem lässt sich das Buch leicht lesen und man kann ein bisschen miträtseln, so wirkliche Spannung kommt aber nicht auf.
Ich habe das Buch gerne gelesen - es war nie wirklich langweilig, hat mich aber auch nie richtig vom Hocker gerissen.
Rachel als Hauptprotagonistin bietet an vielen Stellen Identifikationspotenzial und ...
Ich habe das Buch gerne gelesen - es war nie wirklich langweilig, hat mich aber auch nie richtig vom Hocker gerissen.
Rachel als Hauptprotagonistin bietet an vielen Stellen Identifikationspotenzial und es werden einige Themen angesprochen, die zum einen den Zeitgeist widerspiegeln und zum anderen gesellschaftlich einfach wichtig sind (vor allem die Abtreibungsdebatte und Queerness in den frühen 2000/2010ern).
Im Grunde geht es um eine junge Frau Anfang 20 und ihren schwulen besten Freund, die mitten in der Rezession 2010/11 zusammenziehen und sich zwischen verschiedenen Männergeschichten, billigem Alkohol und schlechtbezahlten Jobs irgendwie durchschlagen und erwachsen werden. Ich habe nie ganz verstanden, warum Rachel und James beste Freunde geworden sind - zunächst wirkt es eher wie eine Zweckgemeinschaft, aus der eine Co-Abhängigkeit entsteht, in der beide die jeweils andere Person idealisieren.
(James Geschichte bzw. Perspektive hätte ich eigentlich auch oft interessanter gefunden. Er scheint die Dynamik derganzen Beziehung zu bestimmen und ich hätte gernegewusst, was er sich die ganze Zeit so denkt.)
Was genau "die Sache mit Rachel" ist, kann hier natürlich nicht vorweggenommen werden, "die Sache" zieht sich aber durch das ganze Buch und beeinflusst den Verlauf von Rachels und James Leben.
Am Ende ist es eine nette Art Coming-of-Age-Geschichte, die sich gut lesen lässt, aber nicht unbedingt ein Highlight ist (vielleicht muss man dafür Ire:in oder wenigstens Engländer:in sein).
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, und so habe ich das Buch - trotz der nur mäßig spannenden Geschichte - schnell durchgelesen.
Die Idee klang vielversprechend: Rachel, eine 26-Jährige Frau, gibt ...
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, und so habe ich das Buch - trotz der nur mäßig spannenden Geschichte - schnell durchgelesen.
Die Idee klang vielversprechend: Rachel, eine 26-Jährige Frau, gibt sich die Schuld am Tod ihrer Mutter, da sie denkt, diese erschossen zu haben als sie 11 war. Seitdem lebt sie in einer psychiatrischen Klinik, quasi als selbstauferlegte Strafe. Erzählt hat sie aber in der ganzen Zeit niemandem, dass sie sich die Schuld gibt, so richtig erinnern kann sie sich nämlich nicht (und will es irgendwie auch gar nicht)-
Als sie einem jungen Journalisten (der Bruder ihres besten Freundes in der Klinik) ein Interview zu den Vorfällen gibt und dieser ihr den Ermittlungsbericht von damals zeigt, liest sie einen kurzen Satz, der ihre gesamten Erinnerungen ins Wanken bringt - denn eine 11-Jährige hätte die Mordwaffe niemals bedienen können.
Also kehrt sie zurück in ihr Elternhaus, natürlich ein riesiges, dunkles, von der Zivilisation abgeschnittenes Jagdhaus voller ausgestopfter Tiere und Waffen, das nun von ihrer 9 jahre älteren Schwester und Tante bewohnt wird, um die Wahrheit herauszufinden. Die ganze Story entwickelt sich ab da sehr abstrus. Man fragt sich vor allem, warum sie in 15 (!) Jahren nie auf die Idee gekommen ist, die Geschichte, die sie sich selbst zurechtgelegt hat, zu hinterfragen. So fest davon überzeugt gewesen kann sie ja nicht sein, wenn ein kleiner Satz plötzlich alles ändert.
In Rückblenden werden auch aus Sicht der (toten) Mutter die Ereignisse erzählt seit die Schwester 5 Jahre alt war (also 4 Jahre vor Rachels Geburt). Diese Perspektive fand ich viel spannender als die eigentliche "Gegenwartshandlung", auch wenn man sich echt oft an den Kopf packt, wie naiv die Mutter war. Diese Storyline hätte alleine stehend ein guter Psychothriller sein können.
Ihre als Psychopathin diagnostizierte ältere Tochter Diana tötet völlig gewissenlos Tiere und auch Menschen, einfach um zu gucken, was passiert. Sie bringt es aber nicht übers Herz, etwas dagegen zu unternehmen und redet sich permanent ein, dass sie sie ja so sehr liebt - gefährdet dadurch aber Rachel (seit Geburt an, da Diana ihr als Baby gerne mal ein Kissen aufs Gesicht gedrückt hat, bis sie aufgehört hat zu atmen) und ist indirekt auch Schuld am Tod ihres ungeborenen Sohnes (wer wandert denn mit einem psychopathischen Kind an den Rand einer Klippe?). Als sie dann etwas unternehmen will, ist es zu spät, weil die Tochter volljährig ist. Irgendwie hat sie auch ihren eigenen Tod (und den ihres Mannes) nahezu herausgefordert, weil sie 20 Jahre lang zugesehen hat, wie ihre Tochter skrupel- und empathielos durch die Welt rennt.
Nach dem etwa 300 Seiten langen Versteckspiel der Schwestern und einigen interessanten Enthüllungen der toten Mutter kommt es dann zum Showdown, bei dem plötzlich auf sehr wenig Seiten sehr viel passiert.
Das Buch ließ sich gut lesen, langweilig fand ich es nicht, man darf aber keinen zu ausgeklügelten Plot erwarten. Es war früh vorhersehbar, wie sich die Ereignisse zugetragen haben, ein überraschender Twist kam leider nicht. Ich finde es aber immer schwierig, wenn die gesamte Handlung auf einem kleinen Aspekt basiert, der irgendwie missverstanden, nicht richtig gelesen oder fehlinterpretiert wurde.
Rachel als Hauptprotagonistin bietet an vielen Stellen Identifikationspotenzial und es werden einige Themen angesprochen, die zum einen den Zeitgeist widerspiegeln und zum anderen gesellschaftlich einfach ...
Rachel als Hauptprotagonistin bietet an vielen Stellen Identifikationspotenzial und es werden einige Themen angesprochen, die zum einen den Zeitgeist widerspiegeln und zum anderen gesellschaftlich einfach wichtig sind (vor allem die Abtreibungsdebatte und Queerness in den frühen 2000/2010ern).
Im Grunde geht es um eine junge Frau Anfang 20 und ihren schwulen besten Freund, die mitten in der Rezession 2010/11 zusammenziehen und sich zwischen verschiedenen Männergeschichten, billigem Alkohol und schlechtbezahlten Jobs irgendwie durchschlagen und erwachsen werden. Ich habe nie ganz verstanden, warum Rachel und James beste Freunde geworden sind - zunächst wirkt es eher wie eine Zweckgemeinschaft, aus der eine Co-Abhängigkeit entsteht, in der beide die jeweils andere Person idealisieren.
(James Geschichte bzw. Perspektive hätte ich eigentlich auch oft interessanter gefunden. Er scheint die Dynamik derganzen Beziehung zu bestimmen und ich hätte gernegewusst, was er sich die ganze Zeit so denkt.)
Was genau "die Sache mit Rachel" ist, kann hier natürlich nicht vorweggenommen werden, "die Sache" zieht sich aber durch das ganze Buch und beeinflusst den Verlauf von Rachels und James Leben.
Am Ende ist es eine nette Art Coming-of-Age-Geschichte, die sich gut lesen lässt, aber nicht unbedingt ein Highlight ist (vielleicht muss man dafür Ire:in oder wenigstens Engländer:in sein).