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Veröffentlicht am 16.11.2025

Glaube und Hoffnung

Das Schiff der verlorenen Kinder
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Nach einem besonders heftigen Streit mit den Eltern, finden sich die beiden Brüder Leo und Felix plötzlich auf einem Schiff wieder. Ihr Zimmer wurde aus der Wirklichkeit gerissen und befindet sich jetzt ...

Nach einem besonders heftigen Streit mit den Eltern, finden sich die beiden Brüder Leo und Felix plötzlich auf einem Schiff wieder. Ihr Zimmer wurde aus der Wirklichkeit gerissen und befindet sich jetzt auf der Seelenfänger; einem unheimlichen Schiff, dass mit Monstern bestückt, durch die immer währende Nacht fährt. Die einzigen Menschen an Bord sind Kinder, die sich selbst die Verschollenen nennen. Gequält in der Wirklichkeit finden sie sich in einem wahr gewordenen Alptraum wieder.
Doch so sollte es nicht sein, denn ursprünglich war das Schiff für gequälte Seelen konzipiert, um ihnen Frieden zu schenken...

Das Cover ist sehr dunkel gehalten. Es zeigt die Seelenfänger in ihrem gewaltigen Ausmaß. Sie glitzert förmlich in der Dunkelheit und droht Licht, Hoffnung und Leben zu verschlingen. Im Vordergrund, der Nachtturm, beschienen von silbrigem Mondlicht. Auch er wirkt nicht hoffnungsvoll, sondern bedrohlich und einsam.
Ich finde das Coverbild sehr stark gewählt. Es spricht von der Mutlosigkeit, die dem Buch innewohnt und lässt kaum gute Gedanken zu.

Boris Koch schreibt sehr stark und bildgewaltig. Es fiel mir erschreckend leicht, mich auf der Seelenfänger zu verlieren. Gemeinsam mit den Protagonisten schlich ich durch das geheime Labyrinth der Luftschächte, fürchtete mich in den schier endlosen Gängen des Schiffes und erschrak, wenn ein Monster meinen Weg kreuzte. Die Hoffnungslosigkeit, die Resignation und die Angst der Kinder und Jugendlichen schmeckte ich förmlich auf der Zunge und ließ mich in einen Strudel der Mutlosigkeit mitreißen.
Im Gegensatz zu den Passagieren konnte ich mich jedoch auch an der schillernden Phantasie des Autors erfreuen und die Umgebung bestaunen und bewundern! Denn bei all der vorherrschenden Dunkelheit, fand ich es auch faszinierend und ich staunte immer wieder über die Wendungen, die das Buch nahm!
Ursprünglich war das Schiff gebaut, um die Kinder und Jugendlichen aus ihren grausamen Zuhause zu retten. Der Wirklichkeit zu entreißen und ihnen ein Leben fernab der Quälereien zu ermöglichen. Doch mit den Kindern kamen auch die von ihnen erschaffenen Monster mit an Bord. Unbezwungen, ignoriert und zur Seite geschoben, rotteten sie sich zusammen und übernahmen das Kommando. Statt Glück herrschte plötzlich Terror und das Leben jenseits der Wirklichkeit gestaltete sich als noch viel grausamer. Und es gibt kein Entkommen. Außer, die Kinder stellen sich ihren Ängsten.

Doch der wirkliche Atem wurde von Boris Koch dem Buch durch seine Protagonisten eingehaucht. Ich liebe jeden von ihnen von konnte sofort eine Beziehung aufbauen. In der Atmosphäre der Angst und Unsicherheit glimmt ein kleiner Funke der Hoffnung. Der Hoffnung und der Zusammengehörigkeit. Denn in den tiefsten Tiefen des Schiffes, im Labyrinth, versteckt sich Asra. Sie beobachtet, analysiert und bleibt am Leben. Als die Brücher Leo und Felix plötzlich auftauchen, gibt sie ihnen Tipps. Das Wunder geschieht: Sie überleben einen Werwolfangriff, als sie Chrissy retten. Denn es ihr Werwolf, den es zu bezwingen gibt. Durch diese Tat schwappt die Hoffnung in einer kleinen Welle über das Schiff, die sich zu einer bahnbrechende Woge auftürmt.
Die Interaktion der Jugendlichen zeugt von viel Verstehen, Vertrauen und Glaube, die in meinen Augen nur Kindern gegeben ist, die noch an die eigene Unsterblichkeit glauben. Der Autor schenkt mir ein kleines Stückchen dieses Glauben; plötzlich ist alles möglich, was ich sehr spannend fand und mehr als gerne gelesen habe.

Das Schiff der verlorenen Kinder ist mehr als eine Reise ins Ungewisse. Es ist auch eine Reise ins Ich und regt zum Nachdenken, aber auch zum Träumen ein. Vieles ist möglich! Wenn man den richtigen Zauberspruch kennt und den Glauben an sich selber nicht verliert!

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Veröffentlicht am 27.07.2025

vergangene Zukunft

Origin – Die Entdeckung
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Eine Entdeckung auf dem Mars.
Eine Entdeckung auf dem Meteoriten NN21-X.
Eine Entdeckung auf dem Planeten Neptun.

Und alle haben eins gemeinsam: Es handelt sich um Artefakte, die über zehn Millionenjahre ...

Eine Entdeckung auf dem Mars.
Eine Entdeckung auf dem Meteoriten NN21-X.
Eine Entdeckung auf dem Planeten Neptun.

Und alle haben eins gemeinsam: Es handelt sich um Artefakte, die über zehn Millionenjahre alt sind. Und sie scheinen von Menschen geschaffen. Kann das wirklich sein? Wer hat die Nase vorn bei der Ergründung eines Geheimnisses, dass die gesamte Menschheitsgeschichte in Frage stellen könnte?

Das Cover ist dunkel gehalten. Es zeigt die Unendlichkeit des Weltalls und ein Raumschiff, dass sich durch die blau schimmernden Weiten bewegt. Ich finde es gut zu Titel und Inhalt des Buches gewählt, da es für mich durch das Blau den Bezug zur Erde - den blauen Planeten - symbolisiert und durch das Raumschiff einen Aufbruch ins Unbekannte. Das Bild weckte meine Neugierde!

Bisher haben mich die Bücher von Andreas Brandhorst nicht nur in weite Ferne entführt, in die Unendlichkeit des Weltalls, sondern auch oft in die Abgründe des menschlichen Seins. Dementsprechend gespannt, war ich auf sein neues Werk! Wohin wird der Autor mich diesmal entführen? Wohin geht die Reise?
Überraschenderweise gar nicht so weit weg, wie ich dachte. Denn ein Teil der Handlung, spielt auf der Erde, wenn auch in einer hoffentlich fernen, fernen Zukunft, die so nicht eintreten wird. Ein Großteil der Erde ist von Wasser geflutet und die Menschheit hat sich in die Nassen und die Trockenen unterteilt. Während die Nassen auf riesigen schwimmenden Städten ihr Leben bestreiten, das oft in Armut und Elend gipfelt, scheinen die Trockenen weiter zu machen, wie bisher. Luxus, Dekadenz und das Streben nach Macht ist ungebrochen. Ich fand die Schilderungen von Andreas Brandhorst sehr spannend und konnte mich ohne Probleme in die ferne Zukunft versetzen.
Für mich ebenso spannend, wie von dem veränderten Leben auf der Erde zu lesen, war es, von den Möglichkeiten im All zu erfahren. Auch hierhin entführte mich der Autor gekonnt und spannend! Ich sah Raumstationen vor meinem inneren Auge wachsen, ließ mich von der Unendlichkeit verführen und bestaunte das Glitzern der Sterne. Kurz, Andreas Brandhorst zog mich mal wieder in seinen Bann!

Nicht nur die Umgebung glänzt mal wieder mit bildlichen und interessanten Beschreibungen, auch die Handlung war durchdacht und spannend! Die Auffinden der Artefakte und die langsam in den Vordergrund drängende Erkenntnis, ließen mich ebenso verblüfft und staunend zurück, wie die Protagonisten. Ich konnte ihren Entdeckergeist nachvollziehen, aber auch den drängenden Willen, der erste zu sein, der das Rätsel entschlüsselt; Ruhm und Ehre einzuheimsen, um jeden Preis!
Die Protagonisten sind schillernd, nervig, interessant und lebensnah. Genauso, wie ich es von Andreas Brandhorst gewohnt bin. Er schafft es mit einer Leichtigkeit, mir die Personen nicht nur nah zu bringen, sondern sie mir auch ins Gedächtnis zu schreiben. Ich möchte ihren Weg begleiten und an ihrer Seite stehen.

Mit Origin - die Entdeckung, ist dem Autor ein wunderbarer Serienauftakt gelungen, der mich neugierig zurück lässt. Ich möchte nicht nur den Schleier lüften, sondern mich noch besser mit den Charakteren verbinden, sie noch besser kennenlernen und ihre Wege begleiten!

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Veröffentlicht am 01.07.2025

Episch

Blauer Mars
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Nach der Revolution ist vor der Revolution.
Denn endlich hat sich der Mars und der Großteil seiner Bewohner von der Erde los gesagt. Frei, ungebunden und ohne die Zwänge der Erde, freuen sich die Marsianer ...

Nach der Revolution ist vor der Revolution.
Denn endlich hat sich der Mars und der Großteil seiner Bewohner von der Erde los gesagt. Frei, ungebunden und ohne die Zwänge der Erde, freuen sich die Marsianer auf ein Leben auf ihrem geliebten Planeten. Doch die Erde droht endgültig unterzugehen und immer mehr von dort suchen Hilfe auf dem Mars. Ein neuer Krisenherd bahnt sich an, den es zu lösen gilt. Ist der Mars groß genug für alle?

Das Cover ist wieder schwarz gehalten. Die Silhouette des Mars erstrahlt diesmal in blau und gliedert sich somit hervorragend zu den vorhergehenden Bänden ein.

Kim Stanley Robinson liebt den Mars. Er liebt den Mars und die Vorstellung, dass ein Leben dort möglich ist, sehr. So sehr, dass diese Trilogie eine wahre Hommage an diesen Planeten ist. Über drei dicke Bände durfte ich das Wachsen und Gedeihen beobachten und mir vorstellen, dass so eine Veränderung möglich ist! Mit Terraforming, Wissenschaft, Bakterien, Kulturen und vielem mehr, ist die Veränderung von einem roten, lebensfeindlichen Planeten, hin zu einer Möglichkeit auf Leben und Wachstum zum Greifen nah. Den ganzen oft technischen Beschreibung konnte ich oft nicht folgen und fand sie hin und wieder in ihren Ausführungen ermüdend und trotzdem haftet den Werken etwas erhabenes an. Gerne verlor ich mich gedanklich in den Möglichkeiten einer Besiedlung.
Eigentlich hatte ich mit mehr Aufschwung, mehr Innovation, mehr Lebensbejahung in der Beschreibung der Bewohner gerechnt. Ja, es gab sie! Natürlich allen voran in den Rebellen, die sich von der Erde abkapseln wollten, eine Revolution anzettelten und schließlich fast den Absprung geschafft hätten. Aber der Großteil war leider wenig von Abenteuer geprägt und mehr politisches Ränkespiel, was ich schade fand. Denn auch hier blieb mein Interesse nicht zu hundert Prozent geweckt. Oft blätterte ich weiter, da mich die Besiedelung und Urbarmachung des Mars interessierte, aber nicht die politische Seite.
Abgeholt hat mich der Autor wieder mit den Schilderungen und Beschreibungen der Erde. Sie steht nicht nur am Abgrund, sondern ist bereits untergegangen. Gier, Ausbeute und Maßlosigkeit zerstörten den Planeten und das Samenkorn ist leider mit auf den Mars gewandert. Und trotzdem kann ich es ein wenig verstehen: Jeder möchte ein schönes Zuhause für sich und seine Liebsten. Ein Sorgenfreies Leben, Glück. Während der eine dies im Einklang mit der Natur versucht, ist dem anderen die Abkürzung lieber.

Kim Stanley Robinson schildert Mensch, Natur und Weltraum in seinem gewohnt dichten Erzählstil. Mal fühle ich mich davon umhüllt und geborgen, mal eher erdrückt und erschlagen. Seine Mars-Trilogie ist ein Epos, der seines Gleichen sucht. Mir hat es gut gefallen, auch wenn einige Passagen langatmig und ausschweifend waren. Allerdings zeichnet das den Autor und seine Liebe zum Mars aus und ich bin dankbar, dass er dies mit mir geteilt hat!

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Veröffentlicht am 30.06.2025

düster und beklemmend

Cold Eternity
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Katerina ist auf der Flucht. Vor ihren Eltern, vor dem Gesetz, vor ihrer Vergangenheit und eigentlich auch vor sich selber. Geboren als Tochter reicher und skrupelloser Eltern, die ihr die Welt zu Füßen ...

Katerina ist auf der Flucht. Vor ihren Eltern, vor dem Gesetz, vor ihrer Vergangenheit und eigentlich auch vor sich selber. Geboren als Tochter reicher und skrupelloser Eltern, die ihr die Welt zu Füßen legen wollen, ist Halley bestrebt, die Welt für alle ein Stückchen besser zu machen. Für alle und jeden, nicht nur für die Reichen und Schönen. Sie merkt nicht, wie sie zum Spielball wird und muss schließlich fliehen. Als Halley Zwick heuert sie auf dem Raumschiff Elysium Fields an. Ihr Job: Sie soll die Passagiere, die sich im Cryo-Schlaf befinden, bewachen. Doch schnell merkt Halley, dass sie nicht alleine auf dem Schiff ist...

Das Cover zeigt das Raumschiff Elysium Fields. Es fliegt zielstrebig durch das Weltall, flankiert von blitzenden Sternen und grenzenloser Dunkelheit. Ich finde es sehr gut zu Titel und Inhalt des Buches gewählt, da es die Unendlichkeit des Alls zeigt, die die Passagiere zu erreichen streben. Aber eben auch die Dunkelheit und somit die Ungewissheit. Ich hätte mir kein intensiveres Bild wünschen können!

Mit ihrem neusten Werk entführt mich S.A. Barnes wieder in die unendlichen Weiten des Weltraums. Und doch gelingt es ihr sofort, in mir Platzangst und ein Gefühl der Enge hervorzurufen. Die Autorin schreibt so eindringlich, so anschaulich und düster, dass ich mich ohne Probleme an jeden Ort versetzen konnte, an dem sich meine Katerina aufhielt. Ob das die Raumstation EnExx17 ist, oder das Raumschiff Elysium Fields.
Die Raumstation ist düster, voller Gewalt, geplatzter Träume und Hoffnungslosigkeit, die förmlich zwischen den Zeilen hervorkroch. Ich fühlte mich deprimiert und blickte über die Schulter, ob nicht zwischen den Schatten irgendein Gesindel lauert, dass mir an den Kragen will. Auch wenn ich so eine dichte Atmosphäre eigentlich mag, verströmte EnExx17 mir zu viel Hoffnungslosigkeit. So war ich froh, als die Reise weiter ging!
Sie ging zu dem Raumschiff Elysium Fields. Ein Ort der Träume, der Hoffnung und der Unsterblichkeit! Hier wird Leben für die Zukunft bewahrt. Voller Staunen blickte ich durch Katerinas Augen und sah mir diesen Ort an, den sie bereits als Kind besuchen durfte. Ein Schiff voller sterbenskranker Menschen, eingefroren vor Jahrhunderten mit dem Ziel, sie aufzutauen, wenn die Medizin so weit ist, sie heilen zu können. Dass ein sicheres Auftauen zum Zeitpunkt des Einfrierens nicht möglich war, schreckte keinen ab! Promis, Politiker, Reiche und Arme, alles tummelt sich hier und Katerinas Aufgabe ist es, sie zu bewachen.
Ich wüsste nicht, welcher der beiden Orte schlimmer ist: Der voller Hoffnung und Zuversicht, was wie eine Seifenblase platzt; oder doch der dunkle Ort, denn nur ein Lichtblitz reicht, um Hoffnung keimen zu lassen.

Doch nicht nur dieses leere, nur von eingefrorenen bewohnte Raumschiff jagte mir einen Schauer über den Rücken. Auch die Geschichte von Katerina bewegte mich. Als privilegiertes Kind groß geworden, suchte sie sich ihren eigenen Weg, um jedem Menschen ein wenig Glück bescheren zu können. Und scheiterte. An vielen Stellen driftete mir die Erzählung zu sehr ins politische ab. Der spannende und packende Schreibstil zog sich plötzlich in die Länge, was mich wunderte. Ich folgte Katerinas Gedankengängen und Überlegungen und merkte dabei selber fast zu spät, die Veränderungen. Ich grübelte lange, ob Katerina sich die Geräusche und Geschehnisse nur einbildet oder ob da wirklich etwas ist, das mit ihr an Bord ist. Selbst die Existenz des Mechanikers Karls stellte ich in Frage, da sie ausschließlich über Bildschirme mit ihm kommuniziert. Die Überlegungen fand ich sehr unheimlich und ließ mich nur allzu gerne davon gefangen nehmen.

S.A. Barnes ist mit Katerina ein interessanter Charakter gelungen. Eine junge Frau, die sich gegen ihre Eltern auflehnt, ist eigentlich nichts ungewöhnliches uns auch nichts spannendes. Und doch berührte sie mich und ich beobachtete die Veränderungen, die die vergangenen Geschehnisse in ihr auslösten. Aber auch das, was gerade passiert und wie Katerina darauf reagiert. Ich kann nicht behaupten, dass sie schwach und unsicher wirkt, eher orientierungslos. Sie muss erst ihren Weg finden, eh sie in Aktion tritt. Doch als der Weg gefunden war, ging sie nicht, sondern rannte zielstrebig los! Ein ganz toller Charakter, der mich beeindruckt hat!

Mein Fazit
Ein unheimlicher, beklemmender und spannender Roman!

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Veröffentlicht am 17.05.2025

das Leben bahnt sich seinen Weg

Grüner Mars
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Während die Erde langsam aber sicher zugrunde geht, ist die Zeit des Mars gekommen! Dank innovativer Ideen, Terraforming und eines unbeugsamen Willens der Menschen, entwickelt sich der Mars weiter und ...

Während die Erde langsam aber sicher zugrunde geht, ist die Zeit des Mars gekommen! Dank innovativer Ideen, Terraforming und eines unbeugsamen Willens der Menschen, entwickelt sich der Mars weiter und weiter. Von einem unwirtlichen Planeten, hin zu einer Heimat.
Doch nicht jeder ist mit der Idee einverstanden, den Mars in Erde zwei umzuwandeln. Eine kleine Gruppe versucht weiterhin verzweifelt, der Ausbeutung ein Ende zu setzen.

Das Cover zeigt den Mars. Diesmal schimmert er grün, ganz im Sinne der Umformung. Erstes Leben sprießt. Ich finde es gut gewählt, da es nicht nur hervorragend zu der Reihe passt, sondern auch den Fortschritt zeigt. Subtil zwar, aber erkennbar.

Kim Stanley Robinson nimmt mich wieder mit auf eine interessante Reise. Der Autor lädt mich ein, der Veränderung des Mars zuzusehen und die Fortschritte zu bestaunen. In schier epischer breite schildert er, wie es möglich ist, auf dem Planeten eine Änderung hervorzurufen, die Leben an der Oberfläche möglich macht. Oft finde ich die Beschreibungen interessant. Vor allem die, in denen es um das Pflanzenwachstum und die Mutationen geht. Doch lange Strecken finde ich es auch ermüdend. Vieles verstehe ich nicht und kann es trotz detaillierter Erklärungen auch nicht begreifen. Hier hätte ich mir mehr Kürze gewünscht, die meine Aufmerksamkeit an das Buch bestimmt mehr gefesselt hätte.

Im Mittelpunkt der Geschehnisse steht neben der Veränderung des Planeten natürlich auch seine Bewohner. Spannend fand ich, dass es zwei Lager gibt. Die, die das Leben dort lieben und die Entwicklung vorantreiben wollen und die, denen der ursprüngliche Mars fast heilig ist. Während die Erde zu sterben scheint, aufgrund Ausbeutung, Überbevölkerung und Ressourcenverschwendung, scheint es auf dem Mars die selbe Entwicklung zu geben. Im Vordergrund neben der Neugestaltung des Klima, die gnadenlose Ausbeutung der Bodenschätze. Mich wacht es wütend, davon zu lesen. Und ich glaube, dass Kim Stanley Robinson genau das erreichen wollte. Erst vom Ende lesen, wissen, was man falsch gemacht hat, um dann noch gnadenloser zuzuschlagen. Menschheit eben.
Um so schöner fand ich, fand dem Gegenpart zu lesen. Menschen, die im Einklang mit den natürlichen Gegebenheiten leben wollen; nur kleine Dinge verändern und in Harmonie mit der Natur leben. Denn selbst hier findet Evolution statt. Die Kinder werden größer, die Knochen und der körperliche Aufbau passen sich der Marsatmosphäre an. Ob das alles stimmt, weiß ich nicht. Die Erklärungen des Autors sind für mich zumindest schlüssig. Und ja, ich würde mir wünschen, dass wir eines Tages andere Planeten besiedeln können. Auch auf die Gefahr hin, die selben Fehler erneut zu machen.
Spannenderweise taucht plötzlich eine dritte Fraktion auf, mit der ich so nicht gerechnet hätte. Eigentlich ist es nicht nur eine dritte, sondern eine dritte und vierte. Einer der ehemaligen Hundert, wagt einen Neuanfang. Er lässt sich um operieren, ein völlig neues Gesicht und eine neue Vita geben und fängt ganz neu an. Doch statt der Ausbeute, erlebt Sax plötzlich, was Veränderung positives mit sich bringt. Sehr gerne war ich mit ihm auf Reisen und erforschte die Evolution und das beginnende Leben auf dem Mars.
Ebenfalls verliebt in den Planeten, ist Art. Eigentlich als Spion einer mächtigen Organisation auf dem Mars gelandet, erliegt auch der Schönheit. Leben hat hier eine ganz andere Bedeutung. Man muss nur die Augen aufmachen. Es gelingt nicht jeden; solange es der Richtige ist, ist schon viel gewonnen!

Mein Fazit
Ein intelligenter, durchdachter und strukturierter Roman über die Besiedlung des Mars.

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