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Veröffentlicht am 17.05.2025

das Leben bahnt sich seinen Weg

Grüner Mars
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Während die Erde langsam aber sicher zugrunde geht, ist die Zeit des Mars gekommen! Dank innovativer Ideen, Terraforming und eines unbeugsamen Willens der Menschen, entwickelt sich der Mars weiter und ...

Während die Erde langsam aber sicher zugrunde geht, ist die Zeit des Mars gekommen! Dank innovativer Ideen, Terraforming und eines unbeugsamen Willens der Menschen, entwickelt sich der Mars weiter und weiter. Von einem unwirtlichen Planeten, hin zu einer Heimat.
Doch nicht jeder ist mit der Idee einverstanden, den Mars in Erde zwei umzuwandeln. Eine kleine Gruppe versucht weiterhin verzweifelt, der Ausbeutung ein Ende zu setzen.

Das Cover zeigt den Mars. Diesmal schimmert er grün, ganz im Sinne der Umformung. Erstes Leben sprießt. Ich finde es gut gewählt, da es nicht nur hervorragend zu der Reihe passt, sondern auch den Fortschritt zeigt. Subtil zwar, aber erkennbar.

Kim Stanley Robinson nimmt mich wieder mit auf eine interessante Reise. Der Autor lädt mich ein, der Veränderung des Mars zuzusehen und die Fortschritte zu bestaunen. In schier epischer breite schildert er, wie es möglich ist, auf dem Planeten eine Änderung hervorzurufen, die Leben an der Oberfläche möglich macht. Oft finde ich die Beschreibungen interessant. Vor allem die, in denen es um das Pflanzenwachstum und die Mutationen geht. Doch lange Strecken finde ich es auch ermüdend. Vieles verstehe ich nicht und kann es trotz detaillierter Erklärungen auch nicht begreifen. Hier hätte ich mir mehr Kürze gewünscht, die meine Aufmerksamkeit an das Buch bestimmt mehr gefesselt hätte.

Im Mittelpunkt der Geschehnisse steht neben der Veränderung des Planeten natürlich auch seine Bewohner. Spannend fand ich, dass es zwei Lager gibt. Die, die das Leben dort lieben und die Entwicklung vorantreiben wollen und die, denen der ursprüngliche Mars fast heilig ist. Während die Erde zu sterben scheint, aufgrund Ausbeutung, Überbevölkerung und Ressourcenverschwendung, scheint es auf dem Mars die selbe Entwicklung zu geben. Im Vordergrund neben der Neugestaltung des Klima, die gnadenlose Ausbeutung der Bodenschätze. Mich wacht es wütend, davon zu lesen. Und ich glaube, dass Kim Stanley Robinson genau das erreichen wollte. Erst vom Ende lesen, wissen, was man falsch gemacht hat, um dann noch gnadenloser zuzuschlagen. Menschheit eben.
Um so schöner fand ich, fand dem Gegenpart zu lesen. Menschen, die im Einklang mit den natürlichen Gegebenheiten leben wollen; nur kleine Dinge verändern und in Harmonie mit der Natur leben. Denn selbst hier findet Evolution statt. Die Kinder werden größer, die Knochen und der körperliche Aufbau passen sich der Marsatmosphäre an. Ob das alles stimmt, weiß ich nicht. Die Erklärungen des Autors sind für mich zumindest schlüssig. Und ja, ich würde mir wünschen, dass wir eines Tages andere Planeten besiedeln können. Auch auf die Gefahr hin, die selben Fehler erneut zu machen.
Spannenderweise taucht plötzlich eine dritte Fraktion auf, mit der ich so nicht gerechnet hätte. Eigentlich ist es nicht nur eine dritte, sondern eine dritte und vierte. Einer der ehemaligen Hundert, wagt einen Neuanfang. Er lässt sich um operieren, ein völlig neues Gesicht und eine neue Vita geben und fängt ganz neu an. Doch statt der Ausbeute, erlebt Sax plötzlich, was Veränderung positives mit sich bringt. Sehr gerne war ich mit ihm auf Reisen und erforschte die Evolution und das beginnende Leben auf dem Mars.
Ebenfalls verliebt in den Planeten, ist Art. Eigentlich als Spion einer mächtigen Organisation auf dem Mars gelandet, erliegt auch der Schönheit. Leben hat hier eine ganz andere Bedeutung. Man muss nur die Augen aufmachen. Es gelingt nicht jeden; solange es der Richtige ist, ist schon viel gewonnen!

Mein Fazit
Ein intelligenter, durchdachter und strukturierter Roman über die Besiedlung des Mars.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Liebe liegt in der Luft

Lieber solo als allein
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Eine Traumhochzeit in Italien! Das ist der Wunsch von Leonie und Luca. Endlich reist Leonies Familie an, um einige Tage vor dem besonderen Ereignis miteinander zu verbringen. Doch der Charme Italiens schlägt ...

Eine Traumhochzeit in Italien! Das ist der Wunsch von Leonie und Luca. Endlich reist Leonies Familie an, um einige Tage vor dem besonderen Ereignis miteinander zu verbringen. Doch der Charme Italiens schlägt unbarmherzig zu: Liebe liegt in der Luft.

Das Cover zeigt die Leonie mit ihrer Mutter Katrin und ihrer Oma Gabriele. Sie stehen mit dem Rücken zum Leser und blicken auf das Familien Hotel in Perugia. Aufbruchstimmung liegt in der Luft und Vorfreude auf das Kommende.

Tessa Hennig hat eine lockeren, flapsigen und frechen Schreibstil. Mir war es fast eine Idee zu locker und zu modern, doch nachdem ich mich reingefunden habe, fand ich die Abwechslung mal ganz nett.
Die Autorin schildert drei Frauen einer Familie. Ganz normale Frauen, die sich gerade im Aufbruch befinden. Ich mag generationenübergreifende Romane und so gefiel mir die Idee von Tessa Hennig gut. Tochter, Mutter und Enkelin treffen zusammen und begleiten sich ein Stück des Weges. Jede auf ihrem eigenen Lebensweg und doch gemeinsam für kurze Zeit.
Im Mittelpunkt der Geschehnisse steht eigentlich Leonie und ihre Hochzeit mit Luca. Der schönste Tag im Leben und die Vorbereitung auf diesen sollten geprägt sein von Glück. Doch natürlich spielt das Leben in diesem Fall nicht ganz so mit. Immer mehr Verstrickungen warten auf das Paar und alle Menschen ihrer Familie. Wahrheiten kommen ans Licht. Einst verbissen versteckt, spüle Umstände sie ans Tageslicht. Und einmal angesprochen, sind sie - vielleicht - gar nicht so schlimm.

Ein Buch über die Liebe und ihre Verstrickungen. Ein Buch, dass zeigt, dass wahre Liebe keine Grenzen kennt und Hindernisse nur dafür da sind, die Bindung zu stärken. Eine leichte Sommerlektüre, die mich gut unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 02.04.2025

neues Zuhause der Menschheit

Roter Mars
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100 Menschen wurden durch ein langjähriges Verfahren auserwählt, den Mars bewohnbar zu machen. 100 Menschen besteigen mit ihren Träumen, Wünschen und einer konkreten Aufgabe ein Raumschiff und reisen zum ...

100 Menschen wurden durch ein langjähriges Verfahren auserwählt, den Mars bewohnbar zu machen. 100 Menschen besteigen mit ihren Träumen, Wünschen und einer konkreten Aufgabe ein Raumschiff und reisen zum Mars. Die Reise dauert lange, sehr lange und doch ist die Stimmung unter der Besatzung beseelt von dem Wunsch, diesen Planeten bewohnbar zu machen. Für sich selber, für nachfolgende Generationen, für die Menschheit.

Das Cover ist sehr schlicht gehalten und hat mich genau dadurch verzaubert und neugierig gemacht. Es zeigt den Mars. Rötlich beschienen von einer Sonne, die um eine Ecke des Planeten hervorlugt. Bereit, mit ihrem Licht die Welt zu erobern. Für mich symbolisiert das Bild zum einen Aufbruch, zum anderen allerdings auch einen dunklen Schatten mit tiefen, sehr tiefen Geheimnissen. Keiner weiß, was in der Dunkelheit lauert.

Kim Stanley Robinson hat einen schier epischen Roman über die Besiedlung des Mars geschaffen! Seine detaillierten Beschreibung versetzten mich in Erstaunen! Denn erst verlor er sich und dann leider auch mich in immer wieder kehrenden und ausführlichsten Schilderungen der Marsoberfläche. Und des Marsinneren und der vorherrschenden Wetterbedingungen. Nicht am Stück, sondern immer mal wieder, ließ er sich förmlich gehen. Diese Selbstvergessenheit und das aus jeder Zeile sprechende Herzblut von Kim Stanley Robinson und seiner Liebe zu diesem Planeten rührten mich, auch wenn ich es nicht immer nachvollziehen kann und konnte. An dieser Stelle ist Ausdauer gefordert, die ich leider nicht immer aufbrachte, um ehrlich zu sein.

Besonders interessant fand ich, mit welchen Wünschen und Hoffnungen die ersten 100 Marsbewohner gestartet sind. Und dann zu sehen, was davon übrig geblieben ist. Traurig, realistisch, zu erwartend oder eine Mischung aus beidem. Ich persönlich fand es erschreckend zu lesen, wie schnell wir auf einem neuen Planeten mit neuen Chancen, wieder in alte Muster verfallen. Wie schnell Träume platzen können, die uns zuvor angetrieben und dem Leben einen Sinn gegeben haben.
Ebenfalls sehr realistisch und für mich absolut nachvollziehbar hat Kim Stanley Robinson die Gefühle der Siedler geschildert. Ihre Beweggründe, die Erde zu verlassen und später den Schmerz der Erkenntnis, dass die Erde Heimat ist. Und der Mars eben nicht. Getrieben von einem Willen zur Neuerschaffung eines Traums, fehlt einigen plötzlich der Halt. Zuhause ist eben nicht zu unterschätzen.

Mir hat die Mischung des Buches gefallen! Mal schildert Kim Stanley Robinson die Besiedlung im Großen, mal im Kleinen. Heißt, an einigen Stellen finde ich das Buch ziemlich technisch, wenn der Aufbau der Habitate beschrieben wird und der Abbau der Bodenschätze, um diesen Aufbau zu ermöglichen. Was alles logistisch zu bewerkstelligen ist, um einen Wohnort zu errichten, versetzt mich immer noch in pures Staunen!
Neben dieser logistischen Meisterleistung kommen die Erbauer dieser neuen Welt zum Glück nicht zu kurz! Ich fand es mehr als spannend zu beobachten, wie erst die Reise, dann der Aufbau und schließlich das Leben auf dem Mars jeden einzlnen verändert und wie alles auf ihn wirkt. Größenwahn, Ergebenheit, Liebe, Resignation und purer Lebenswille, um nur ein paar Dinge aufzuzählen, die dieses Buch so lesenswert machen.
Einzig mit den Protagonisten wurde ich nicht recht warm. Die meisten waren mir fremd und sind es auch geblieben. Rückblickend muss ich sagen, dass keiner mir recht in Erinnerung geblieben ist, sondern eher das große Ganze. Mich stört es nicht und ich bin mehr als gespannt, ob ich diese fehlende Beziehung im zweiten Band aufbauen kann.

Ein vielschichtiger, ein großer Roman über einen Menschheitstraum: Die Besiedlung eines fremden Planeten. Mal aus der Perspektive des Einzelnen, mal aus der der Gesellschaft. Abenteuer pur!

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Veröffentlicht am 11.11.2024

spannend

Der Riss
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Auf der ganzen Welt mehren sich die Katastrophenmeldungen: Naturkatastrophen und Kriege nehmen schier biblische Ausmaße an. Das Ende der Menschheit scheint vorherbestimmt.
Und doch gibt es Forscher, die ...

Auf der ganzen Welt mehren sich die Katastrophenmeldungen: Naturkatastrophen und Kriege nehmen schier biblische Ausmaße an. Das Ende der Menschheit scheint vorherbestimmt.
Und doch gibt es Forscher, die weiterhin an ihren Projekten festhalten. Eins davon: Der Riss. Und die Frage dahinter: Sind wir wirklich in der Realität, oder gibt es hinter diesem Riss eine andere Wirklichkeit und wir sind nur eine Simulation?

Das Cover ist sehr einfach gehallten. Schwarze Wellen, weißer Hintergrund, rote Schrift. Und doch löste dieses Bild zusammen mit dem Klapptext Neugierde in mir aus, die mich zu diesem Buch greifen ließ.

Andreas Brandhorst hat einen packenden und gut recherchierten Endzeit-Tech-Thriller kreiert, der mich von der ersten Seite an fesselte! Denn ich fand mich sehr schnell wieder. Ob das die geschilderten Naturkatastrophen waren, oder die Krisenherde der Welt. Alles passte zu der jetzigen, heutigen Welt, was das Buch für mich real machte und die Geschehnisse zumindest in den Reich des Möglichen schoben.
Ich mag solche Bücher sehr, denn ich kann mich richtig zwischen den Seiten verlieren und kämpfe beim Zuklappen des Buches damit, in die Wirklichkeit zurück zu finden. Und wenn dann noch die Protagonisten authentisch sind und zur packenden Handlung passen, wird das Lesen einfach zu einem Genuss!
Mal rissen mich die Geschehnisse hier hin, mal dorthin! Stets atemlos folgte ich und war gefesselt von dem Handlungsstrang, aber auch von den technischen Finessen, die der Autor schilderte. Alles habe ich nicht verstanden, da mein Computer Wissen nicht so weitreichend ist, trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass Andreas Brandhorst mich anhängte.
Und doch verlor die Handlung zum Schluss hin hier Reiz. Plötzlich, wie aus dem Nichts war es für mich nicht mehr spannend zu lesen, sondern ermüdend. Folgen konnte ich, aber es war zu weit von der Realität entfernt.

Die Protagonisten empfand ich als schillernde und spannende Persönlichkeiten, die mich durch das Buch begleiteten. Von Computer-Nerd über Doppelagenten bis hin zu Forschern, Kriminellen und Normalos war einfach alles vertreten. Ich genoss die Vielfältigkeit sehr und besonders, dass Andreas Brandhorst seine Charaktere stets so einzigartig schilderte, dass ich sie gedanklich nicht vertauschte oder groß überlegen musste, wer wer ist.
Trotzdem gelang es mir nicht, zu einer Person eine tiefere Bindung aufzubauen. Ich las gerne von ihren Schicksalen, eine Verbundenheit und somit Tiefe zu dem Buch konnte ich nicht herstellen.

Mein Fazit
Ein spannender und durchdachter Thriller, der mitreißend wie eine Achterbahnfahrt war! Leider verlor der Autor mich zum Ende hin.

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Veröffentlicht am 07.07.2024

Neuanfang

Süße Küsse in salziger Nordseeluft
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Eigentlich ist Ella auf dem Weg nach Monaco, um dort ihren Journalistenträumen nachzujagen. Eigentlich ist Ella in einer Beziehung. Eigentlich ist das Leben ein nie enden wollendes Abenteuer.
Doch dann ...

Eigentlich ist Ella auf dem Weg nach Monaco, um dort ihren Journalistenträumen nachzujagen. Eigentlich ist Ella in einer Beziehung. Eigentlich ist das Leben ein nie enden wollendes Abenteuer.
Doch dann kommt der unerwartete Aufprall. Ella verliert ihren Job und gleichzeitig geht ihre Beziehung in die Brüche. Um ihre Wunden zu lecken, reist die junge Frau zu ihrer Tante Meta nach Baltrum. Dort hilft sie ihr, deren Pension zu führen und gleichzeitig ihr Leben und auch die Liebe neu zu sortieren.

Allein das Cover fand ich sehr ansprechend! Zusammen mit dem Klapptext musste ich einfach nach dem Hörbuch greifen, um mich an die Nordseeküste entführen zu lassen! Das Cover zeigt Terry, den frechen kleinen Streuner, den Ella adoptierte. Er hält einen Wanderstock mit Care-Paket in der Schnauze, Möwen umkreisen den kleinen Kerl und im Hintergrund ist der typische Nordseesand mit einem Strandkorb zu sehen; Liebe schwebt in der Luft. Ich finde es sehr gelungen zu Titel und Inhalt des Buches!

Mareile Raphael schreibt mit einem frechen Charme, den Corinna Dorenkamp mit ihrer kräftigen Stimme wunderbar zum Leben erweckt. Ich habe fast das Gefühl, dass die Autorin das Buch allein für die Sprecherin geschrieben hat! Beide harmonieren einfach wunderbar und es machte mir ein riesen Vergnügen, den Irrungen und Wirrungen von Ella zu lauschen!

Natürlich ist der Beginn der Geschichte Drama pur, das sich im Folgenden nur schwer beruhigt. Ella ist eine Person, die Chaos liebt und schnell zu begeistern ist. Oft eine Spur drüber, macht genau das ihren liebenswerten Charakter aus. Sie ist in meinen Augen zwar keine Dramaqueen, weit entfernt davon ist sie allerdings auch nicht. Nach außen hin wirkt sie zwar etwas kühler, im Inneren tobt jedoch ein Kampf, den ich als Lauscherin in vollen Zügen genießen durfte. Mareile Raphael nahm mich mit; nicht nur auf die wunderschöne Insel Baltrum, sondern auch zu ihren Bewohnern und zu dem Lebensgefühl der Insulaner. Allzu gerne ließ ich mich von der Atmosphäre einfangen und beobachtete Ella dabei, wie sie ihr Leben in die Hand und in den Griff bekommt.

Mit Witz, Charme und Power entführten mich Autorin und Sprecherin an die Nordsee und ich ging sehr gerne mit! Ein schönes, lebendiges und kurzweiliges Hörbuch, das wie nichts verflog!

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