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Veröffentlicht am 31.07.2025

Großmutters Freundinnen

Wir sehen uns wieder am Meer
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Mit dem dritten Teil „Wir sehen uns wieder am Meer“ beendet die Autorin Trude Teige ihre Trilogie über Großmutter, ihren Ehemann und ihre Freundinnen, die fiktiv aber von wahren Begebenheiten und Fakten ...

Mit dem dritten Teil „Wir sehen uns wieder am Meer“ beendet die Autorin Trude Teige ihre Trilogie über Großmutter, ihren Ehemann und ihre Freundinnen, die fiktiv aber von wahren Begebenheiten und Fakten während und nach dem Zweiten Weltkrieg inspiriert wurden. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.

In Kragero, einem Dorf in Norwegen treffen sich Birgit, Tekla und Anneliese jeden Sommer am Meer. Sie sind eingeschworene Freundinnen, die das Leben lieben und voller Hoffnung in die Zukunft blicken. Birgit sehnt sich danach, etwas Neues, anderes zu erleben, zu reisen und das Kleinstadtleben hinter sich zu lassen. Als Anneliese erzählt, dass sie eine Ausbildung zur Krankenschwester machen will, denkt sich Birgit, dass dies für sie ein Ticket hinaus in die Welt sein kann. In Oslo lernt sie durch Zufall den älteren Ilja kennen, bei dem sie Russisch lernen will und bald hat sie sogar ihr Herz an ihn verloren. Nach seinem plötzlichen Tod, erbt Birgit seine Wohnung, doch diese vermietet sie und geht nach Bodo um dort als Krankenschwester ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben.

Im Jahr 1944 ist Norwegen von den Deutschen besetzt und Birgit ist tief erschüttert als sie der 16-jährigen Nadia begegnet, die aus der Ukraine zur Zwangsarbeit in die Fischfabrik nach Bodo verschleppt wurde. Die Zustände im Lager sind geprägt von Hunger, Elend und Leid. Birgit gelingt es, Nadia aus dem Lager zu holen. Dann schließt sie sich im Krankenhaus einer geheimen Widerstandsgruppe an und kann mit ihren Russischkenntnissen, im Hintergrund, gute Dienste leisten. So lernt sie auch den schwerverletzten Russen Sascha kennen und lieben. Nach seiner vollständigen Genessung hilft sie sogar mit, seine Flucht nach Moskau, vorzubereiten.

Kurz vor Ende des Krieges wird Birgit enttarnt, von der Gestabo gefangen genommen und aufs schwerste gefoltert. Nur das Ende des Krieges rettet ihr im letzten Moment das Leben, während ihre Narben und Traumata ihr ständiger Begleiter bleiben. Auf der Suche nach Sascha nimmt sie einen gefährlichen Job als Spionin an und wird Sekretärin in der norwegischen Botschaft in Moskau. Aber auch hier muss sie erleben, dass die politische Lage alles andere als demokratisch ist. Als ihr klar wird, in welcher Gefahr sie sich befindet, muss sie sich entscheiden und kehrt nach Oslo zurück.

Der Kreis schließt sich zum Ende mit den im Regen tanzenden Freundinnen und bildet einen versöhnlichen Abschluss.

Fazit:
Der Autorin ist es im letzten Teil ihrer Trilogie gut gelungen, über Großmutters Freundinnen eine Geschichte, zu erzählen. Die drei fiktiven Frauen, deren Schicksale jedoch weit auseinanderliegen, sind hervorragend mit historischen Fakten verknüpft. Eine wunderbare Fortsetzung und Abschluss der Trilogie, der ich gerne gefolgt bin.
Von mir 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Moses und die Wellenkinder

Das Geschenk des Meeres
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Im ihrem Debütroman „Das Geschenk des Meeres", erzählt die Autorin Julia R. Kelly eine atmosphärische und berührende Geschichte über Liebe, Verlust und Vergebung.

Schottland, Winter 1900. An dem Strand ...

Im ihrem Debütroman „Das Geschenk des Meeres", erzählt die Autorin Julia R. Kelly eine atmosphärische und berührende Geschichte über Liebe, Verlust und Vergebung.

Schottland, Winter 1900. An dem Strand des kleinen Fischerdorfes Skerry findet der Fischer Joseph einen leblosen Jungen, der dem Sohn der Lehrerin Dorothy, der vor vielen Jahren in einer stürmischen Nacht ans Meer ging und nie mehr gesehen wurde, sehr ähnlich sieht. Die Dorfbewohner sind geschockt über diese Ähnlichkeit und Verdrängtes aus der Vergangenheit, kommt langsam an die Oberfläche.

Auf zwei Zeitebenen und aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven, die in „Jetzt“ und „Damals“ bezeichnet sind, erzählen die Protagonisten und Dorfbewohner, aus ihrem Leben und ihren Erinnerungen.

Als Dorfschulleherin wagt Dorothy nach dem Tod ihrer lieblosen Mutter einen Neuanfang in dem kleinen Fischerdorf Skerry, doch ihre Unsicherheit und Schüchternheit wird ihr schnell bei der eingeschworenen Dorfgemeinschaft, als Arroganz vorgeworfen. Ihr einziger Lichtblick scheint der Fischer Joseph zu sein. Doch ihre Gefühle für Joseph bleiben von den Dorfbewohnern nicht unbemerkt und schnell verbreiten sich Eifersucht zu Missverständnisse, die zu einer Reihe falscher Entscheidungen, führen.

Weshalb war Joseph sowohl an dem Tag am Strand, als der fremde Junge angespült wurde, als auch in der Nacht, als Dorothys Kind verschwand? Worüber haben Dorothy und Joseph damals so erbittert gestritten? Und warum wurden sie nie ein Paar, obwohl sie sich für jedermann offensichtlich liebten?

Dorothy wird vom Pfarrer gebeten sich um den Jungen aus dem Meer zu kümmern, doch sie fühlt sich verunsichert. Dann überwindet sie sich und öffnet ihr Herz für diesen fremden Jungen, der doch ihr Sohn Moses sein könnte.

Im „Damals“ und „Jetzt“, ist Moses immer gegenwärtig aber nur in Andeutungen ohne den genauen Hintergrund zu kennen und dies hat eine wunderbare Sogwirkung, diese Geschichte, schnell weiter lesen zu wollen.

In einem eigenen Kapitel und einer faszinierenden Mischung aus Geschichte und Mythologie wird von Moses letzten schicksalhaften Stunden erzählt, die mich tief berührt und Emotional, abgeholt haben.

Zum Ende der Geschichte sind alle offenen Fragen gelungen miteinander verwoben. Selbst Joseph hat endlich begriffen, was in all den Jahren in Dorothy, vor sich ging! Ein schöner Abschluss mit dem ruhigen und gleichmäßigen Klopfen an Dorothys Tür ...

Fazit:
Das Cover zeigt einen gelungen Holzschnitt, der Künstlerin Franziska Neubert, passend zum Titel und Inhalt des Debütromans. Die Geschichte ist sowohl dramatisch wie spannend aufgebaut und die Atmosphäre Ende/Anfang des 19./20. Jahrhunderts, gelungen eingefangen. Die Gegenwart und die Vergangenheit werfen viele Fragen auf, die berührend und gefühlvoll, bis zum Ende erzählt werden. Die Autorin ist eine wunderbare Erzählerin, von der ich gerne mehr lesen möchte.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Auftakt einer gelungenen Trilogie zur Zeit Dschingis Khans

Die Truhe der Schamanin
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Die Autorin Yasemin Schreiber Pekin, erzählt in ihrem ersten Teil „Die Truhe der Schamanin“ der Trilogie – Die Hexe, der Mönch und der Spion - eine abenteuerliche Geschichte, eingebettet in die Welt Zentralasiens ...

Die Autorin Yasemin Schreiber Pekin, erzählt in ihrem ersten Teil „Die Truhe der Schamanin“ der Trilogie – Die Hexe, der Mönch und der Spion - eine abenteuerliche Geschichte, eingebettet in die Welt Zentralasiens zur Zeit Dschingis Khans.

Im Jahr der Schlange 1209 wächst das Reich Dschingis Khans unaufhaltsam. Zur Hochzeit seiner Tochter mit dem Fürsten der Uiguren strömen Stämme, Händler, Pilger, Krieger und Gesandte aus allen Richtungen entlang der Seidenstraße nach Karakorum.

Am Rande der Wüste Gobi ist der Mongole Khünbish auf der Suche nach dem Mädchen, dass ihm das Gesicht zerschnitten hat und nicht weit entfernt lehnt Asena an der Wand einer Höhle, die von außen kaum erkennbar ist. Der Mongole reitet weg und Asena will gerade die Höhle erkunden als sie gedämpfte Stimmen hört …

Rana, die temperamentvolle Heilerin, Schamanin – und bei Bedarf auch Hexe – ist mit ihrer schwangeren Tochter Ak-Su auf der Flucht vor einer rachsüchtigen Fürstin. Rana kennt die abgelegene Höhle und bringt sich und ihre Tochter erstmal in Sicherheit. Die Anwesenheit von Asena bleibt Rana nicht verborgen und so helfen beide der Schwangeren ihr Kind zur Welt zu bringen und das verbindet die Frauen.

Währenddessen entdeckt der Mongole Khünbish Ranas Wagen und raubt ihre Truhe – ein wertvolles Erbstück voller ritueller Gegenstände und geheimer Manuskripte. Als Rana den Diebstahl bemerkt, nimmt sie mit ihrer Tochter AK-Su, deren Tochter Su und Asena, die Verfolgung quer durch die Steppe auf. Aber sie sind nicht alleine unterwegs …

Den der irische Spion Lewellyn, als Derwisch verkleidet und mit dem sprechenden Schädel seines verstorbenen Druiden-Großvaters im Gepäck, ist ebenfalls unterwegs. Lewellyns Gespräche mit dem sprechenden Schädel seines Großvaters, konnten mich herrlich unterhalten und haben mich oft zum Schmunzeln gebracht.
Dann ist da noch aus dem fernen Tibet der gelehrte Mönch und Kämpfer Dawa Rinpoche auf dem Weg – konfrontiert mit alten Gefühlen und Rivalitäten.
Die Wege der Männer kreuzen sich, beide kennen Rana und fühlen sich unweigerlich zu ihr hingezogen. Ihre Erinnerungen an Rana kommen nur bruchstückartig zum Vorschein und lassen noch viel Raum für weitere tiefe Einblicke in diese lebhafte Geschichte.

Fazit:
Der Autorin ist mit ihrem leichten und lockeren Schreibstil ein schöner Auftakt über Macht, Herkunft und das Ringen zwischen Spiritualität und Weltlichkeit – mit feinem Humor, mystischen Elementen und einem tiefen Einblick in eine faszinierende Epoche, hervorragend gelungen. Hilfreich und besonders gut gefallen hat mir auch der ausführliche Anhang, in dem ich unbekanntes, leicht nachschlagen konnte. Gespannt warte ich auf die Fortsetzung, denn es gibt noch viel zu erzählen …

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Veröffentlicht am 26.06.2025

Familiengeschichte über drei Generationen

Stromlinien
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Der Roman „Stromlinien“ von Rebekka Frank erzählt eine Familiengeschichte über Lebensentscheidungen, die uns auseinandertreiben oder für immer miteinander verbinden können.

Die Zwillinge Enna und Jale ...

Der Roman „Stromlinien“ von Rebekka Frank erzählt eine Familiengeschichte über Lebensentscheidungen, die uns auseinandertreiben oder für immer miteinander verbinden können.

Die Zwillinge Enna und Jale sind in den Elbmarschen zu Hause und leben bei ihrer schweigsamen Großmutter Ehmi, denn ihre Mutter Alea ist in Haft auf der Gefängnisinsel Hahnöfersand. Seit ihrem fünften Lebensjahr dürfen die Zwillinge ihre Mutter regelmäßig besuchen. Seit dem sind nun zwölf Jahre vergangen und ihre Mutter Alea wird aus der Haft entlassen. Enna und Jale zählen bis dahin, die Tage, die Stunden und auch die Minuten. Dann kommt der Tag um Alea abzuholen und Jale ist nicht da, sie ist schon in der Nacht aus dem Haus gegangen. Ennas Suche nach Jale bleiben erfolglos und so macht sie sich alleine auf den Weg um ihre Mutter abzuholen, doch auch hier wartet sie vergebens. Enna versteht die Welt nicht mehr und entschlossen durchkämmt sie auf der Suche nach ihnen das Alte Land, ohne zu ahnen, dass dieser Weg sie für immer verändern wird.

Die 17jährige Enna ist fest entschlossen das beharrliche Schweigen ihrer Großmutter Ehmi, zu brechen, denn sie möchte endlich wissen, weshalb ihre Mutter 38 Jahre im Gefängnis war. Erst als Enna bei ihren Nachforschungen auf Geheimnisse stößt und ihre Großmutter damit konfrontiert, beginnt Ehmi von der dramatischen Geschichte, die in der Vergangenheit liegt und an deren Folgen von einem schweren Unglück, zu erzählen.

Auf drei Zeitebenen zwischen 1923 und 2023 spannt die Autorin geschickt einen Bogen der Familiengeschichte und verwebt Fakten mit Fiktion, gekonnt miteinander.
In der Gegenwart ist Enna, die Entschlossene, die endlich die Wahrheit wissen möchte und schließlich kommen die Details über das Leben ihrer Großmutter und ihrer Mutter aus der Vergangenheit ans Licht.

Das Nachwort der Autorin zu Fakten und Fiktion runden den Roman hervorragend ab.

Fazit:
Von Anfang an konnte ich schnell in die Geschichte eintauchen, nicht nur wegen des sehr flüssigen Schreibstils, sondern weil es der Autorin gelingt, ihren fiktiven Charakteren Leben einzuhauchen und durch die bildhaften Naturbeschreibungen, die für eine schöne Atmosphäre sorgen. Durch den Spannungsbogen der geschickt Fakten und Fiktion aufbaut und miteinander verwebt, fühlte ich mich regelrecht auf einer Achterbahn der Gefühle und wollte das Buch kaum aus der Hand legen.
Von mir 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Eine Geschichte der sanften Töne

Unsere Suche nach Zärtlichkeit
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"Unsere Suche nach Zärtlichkeit" von Martin Ehrenhauser ist ein wunderschöner Liebesroman, ohne jeglichen Kitsch, der sich leise entwickelt und eine tiefe Liebe zwischen zwei Menschen, deren Leben unterschiedlicher ...

"Unsere Suche nach Zärtlichkeit" von Martin Ehrenhauser ist ein wunderschöner Liebesroman, ohne jeglichen Kitsch, der sich leise entwickelt und eine tiefe Liebe zwischen zwei Menschen, deren Leben unterschiedlicher nicht hätte sein können, zueinander finden.

Inhalt:
Nachts lauscht Dumont den Stimmen einsamer Menschen. Er ist ehrenamtlicher Telefonseelsorger, bis der Anruf einer Frau ihn tief berührt, und er um eine Auszeit bittet. Von Brüssel aus macht er sich auf den Weg in das südfranzösische Antibes, um der Spur der Unbekannten zu folgen. Dumont ahnt nicht, dass die Reise an die Côte d’Azur seinen Maßstab für Richtig und Falsch bald schmerzhaft in Frage stellt. Eine Geschichte über das Unmaß der Liebe.

Sébastien Dumont, lebt seit seiner Scheidung sehr zurückgezogen alleine in seinem Elternhaus, in dem es ein Uhrengeschäft gibt, welches er still und leise weiterführt. Nicht ausgelastet von dieser Tätigkeit kann er nachts nicht schlafen und um diese Zeit sinnlos zu verbringen, ist er ehrenamtlicher Telefonseelsorger. Nur scheint es, dass er sich die Anrufe zu sehr zu Herzen nimmt und besonders den Anruf einer Frau, die ihn tief berührt.

Dumont macht sich auf die Reise nach Antibes, nur was hofft er zu finden?

Im südfranzösischen Antibes begegnet Sébastien, der einsamen Florence, die alleine unterwegs ist und einem Gespräch nicht abgeneigt zu sein scheint. Gefühlvoll und sehr authentisch versucht Florence, Sébastien für sich zu gewinnen, denn sie ist auf der Suche nach Zärtlichkeit. Sébastien geht es genauso und bald genießen sie innige liebevolle Stunden, bis zu der Nacht, als er ihr Geheimnis entdeckt …

Sébastien reist tief verletzt und verstört ab, aber die Sehnsucht bleibt, bis Florence die Fäden in die Hand nimmt.

Fazit:
Der Autor versteht es geschickt, sein Herz und seine Seele direkt und ungefiltert aufs Papier fließen zu lassen, denen ich mich nur schwer entziehen konnte. Manchmal erschien es mir fast etwas kontrovers, denn der Autor macht die einfachsten Dinge zu etwas Besonderem und schreibt mit einer gefühlten Leichtigkeit, feinfühlig und berührend. Mich konnte diese Liebesgeschichte berühren.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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