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Veröffentlicht am 29.07.2025

Ein mysteriöser Unfall

Gefährliche Aussicht
9

Patricia Batteau und ihr Mann Christian haben in Saint-André-du-Perigord ein altes Haus erworben und lassen es gerade wiederherstellen, bis Patricia einen Unfall erleidet und aus dem Dachgeschoss stürzt ...

Patricia Batteau und ihr Mann Christian haben in Saint-André-du-Perigord ein altes Haus erworben und lassen es gerade wiederherstellen, bis Patricia einen Unfall erleidet und aus dem Dachgeschoss stürzt und sich schwer verletzt. Da sie auch noch schwanger war, gilt die Sorge der Frau und ihrem Ungeborenen. Natürlich ist es Ortsgespräch und so erfährt auch Marie Mercier von diesem Unfall. Sie und Michel freuen sich auf ein entspanntes Wochenende bei ihrer Großtante Leonie. Am Abend soll es ein Festmenü geben, denn der ehemalige Knecht des Hauses möchte eine Ansage machen und so bereiten sich alle auf ein großes Essen vor. Marie soll auch Leonie helfen, doch dann erfährt sie vom Tod der jungen Frau und so dreht sich alles um einen eventuellen Mord. Die Ruhe in Saint-André ist dahin.
„Gefährliche Aussicht“ von Julie Dubois ist ein weiterer Perigord-Krimi mit der Kommissarin Marie Mercier im schönen Saint-André-du-Perigord. Das Cover zeigt ein wunderschönes Landhaus, wie es aussehen kann, wenn die Batteaus erst mal ihres fertiggestellt haben. Die Autorin zeichnet mal wieder ein Bild des kleinen Ortes im Perigord, das eigentlich eine Idylle darstellt und diese dann durch den Unfall gestört wird. Ein ganz einfacher Start in diesen Krimi, mit allen Beteiligten, die auch schon in den vorherigen Romanen beteiligt waren, Marie und ihr Lebensgefährte Michel, ihre Großtante Leonie, Georges mit seinen Trüffelschweinen und die Nachbarin Rose und natürlich ihr Kollege Richard und Familie. Alles da für einen entspannten Mordfall und den beschreibt die Autorin, wie kein Zweite. Die Ermittlungen werden ganz entspannt angegangen, da es auch weder Motiv noch Verdächtigen gibt. Natürlich zeichnet die Autorin ein ganz normales Bild von Fremdenfeindlichkeit, auch in diesem kleinen Dorf, gegen den sie aber ihren Hauptcharakter angehen lässt. Julie Dubois beschreibt sehr akribisch die Ermittlungen und die Gefühle ihrer handelnden Personen und das ist in meinem Augen auch eine Stärke dieses Romans. Es geht immer auch um Emotionen um Liebe, aber auch um Mitgefühl und Einfühlungsvermögen. Die Story, die die Autorin erzählt ist auch gut nachvollziehbar und die Sprache sehr bildhaft. Der Spannungsbogen ist gut bis zum Ende aufgebaut und es gibt immer mal wieder nette Überraschungen im Buch.
Ich mag diese Krimireihe, da sie immer wieder neben der spannenden Story auch die Region und ihre Besonderheiten in den Fokus nimmt. Dadurch fühle ich mich immer wieder gut unterhalten. Klare Leseempfehlung.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 27.07.2025

Geheime Operation in Wien

Gesetz des Midas – Wiener Abgründe
0

Der Sonderermittler Leonard Kern wird nach einem Attentat auf den Zar zur Verhinderung eines Attentats auf die Hochzeit des Erzherzog Rudolf eingesetzt. Der Hofrat Marx braucht seinen besten Mann, um die ...

Der Sonderermittler Leonard Kern wird nach einem Attentat auf den Zar zur Verhinderung eines Attentats auf die Hochzeit des Erzherzog Rudolf eingesetzt. Der Hofrat Marx braucht seinen besten Mann, um die Umsturzversuche der Sozialisten zu unterbinden. Leonard Kern hat ein Disziplinarverfahren am Hals, so dass der Hofrat ihn leichter zu solchen eher delikaten Einsätzen benutzen kann. Der Sonderermittler will sich in die Ziegelwerke am Wienerberg einschleusen, um zu Arbeitern Kontakt aufzunehmen. In den Ziegelwerken arbeiten hauptsächlich Ziegelböhmer unter erschwerten Bedingungen und es sieht so aus, dass hier eine Unruhe leicht einzurichten ist. Kern bekommt unerwartet Hilfe von Johan Artner, einem ehemaligen Diener, der ihm helfen möchte. Doch die Ermittlungen werden immer schwerer und auch gefährlicher.
Der Krimi „Gesetz des Midas – Wiener Abgründe“ von Peter Lorath spielt im Wien des Jahres 1881 und zeigt die großen Abgründe zwischen den Arbeitern und den Unternehmern und Adeligen der Zeit. Das Cover zeigt ganz in schwarz-weiß den Sonderermittler Kern auf dem Weg zu den Ziegelfabriken von Wien. Dort arbeiten hauptsächlich Ziegelböhmer, die das untere Ende der arbeiterkette bilden. Sie sind fast Leibeigene, da sie auch in einer eigenen Währung entlohnt werden, die sie nur auf dem Wienerberg einlösen können. Da sie sehr arm sind können Aufwiegler diese Menschen leicht erreichen. Als ein Mord geschieht, ist lange nicht klar, wer das Opfer ist und dann wird langsam deutlich, was das Motiv hinter diesem Mord ist. Der Autor lässt seinen Sonderermittler an den Abgründen der Gesellschaft ermitteln, wo Polizeigewalt und Willkür der Sicherheitsleute der Unternehmer an der Tagesordnung sind. Der Krimi ist sehr gut aufgebaut und die Spannung nimmt langsam zu und endet in einem sehr guten Spannungsbogen, der auf den Punkt getimt ist. Die Sprache ist ganz der Zeit angepasst und hat natürlich auch eine Menge Wiener Begriffe inkludiert. Das macht dieses Buch sehr authentisch und einige Ausdrücke sind echt aus der Zeit gefallen.
Ich finde diesen historischen Krimi, der auch die soziale Situation der Menschen in der Zeit beleuchtet sehr informativ, auch wenn es sehr gewalttätig zugeht, ist es trotz alledem passend, da Menschenleben keine große Rolle spielten in der Zeit. Da der Krimi spannend, informativ und unterhaltsam ist, kann ich ihn sehr gut empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
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  • Handlung
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Veröffentlicht am 26.07.2025

Morde ohne Motiv

Mörderfinder – Die Macht des Täters
0

Eine junge Frau wird mit mehreren Messerstichen ermordet aufgefunden. Die Polizei hat auch sofort einen Täter, Leon Kehler, der am Tatort gesehen wurde und auch Spuren an der Leiche wurden von ihm gefunden. ...

Eine junge Frau wird mit mehreren Messerstichen ermordet aufgefunden. Die Polizei hat auch sofort einen Täter, Leon Kehler, der am Tatort gesehen wurde und auch Spuren an der Leiche wurden von ihm gefunden. Dieser hatte sich aber im Gefängnis aufgehängt, da ihm keiner glaubte, dass er es nicht war. Doch seine Tante, die Kripobeamtin Katharina Baumann glaubte an seine Unschuld und hat sich an Max Bischoff gewandt, der ihr von ihrem Kollegen Horst Böhmer empfohlen wurde. Bevor sich Max mit dem Fall auseinandersetzen möchte, bat er Horst um seine Meinung, doch die war klar. Der Täter wurde eindeutig überführt. Doch für Max waren noch Fragen offen, vor allem nach dem Motiv. Zu allem Überfluss gab es auch schon sehr bald eine neue Leiche. Waren die Zweifel von Max gerechtfertigt, diese Frage galt es nun zu beantworten.
Der Thriller "Mörderfinder - Die Macht Des Täters" von Arno Strobel ist der zweite Band in der Serie der Mörderfinder. Es handelt sich in diesem Band wieder um die Ermittlungen des ehemaligen Polizisten Max Bischoff, der mit seiner Expertise, der Polizei bei der Aufklärung von Morden hilft, was nicht jedem gefällt. Der Autor hat diese Figur am Rande der Behörden angesiedelt, allerdings mit gut internen Kontakten ausgestattet. Doch diesmal gibt es eine interne Gegenspielerin, die Polizeidirektorin, die es zu überzeugen gilt. Das gelingt Max, auch mir Hilfe seines Ex-Kollegen Horst Böhmer, sehr gut. Die Figuren sind sehr gut dargestellt und entwickelt, ebenso wie die Person des Täters und auch die Plausibilität passt. Es ist fast ein Katz und Maus Spiel mit einer Reihe von Unbekannten, das sich hier entwickelt. Gerade die Morde ohne Motiv sind gut ausgearbeitet. Die Sprache, die der Autor benutzt ist gut nachvollziehbar und das Geschehen ist spannend geschrieben. Die Spannung wird immer wieder durch die kursiv gedruckten Botschaften des Täters erhöht. Der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut und hält die Spannung bis zum Ende hoch.
Es war für mich bisher der erste Band dieses Autors, aber gewiss nicht der Letzte. Ich mag es wie er seine Figuren entwickelt und sie dadurch sehr lebendig erscheinen lässt. Das Geschehen ist sehr gut aufgebaut und konsequent bis zum Ende durchgehalten worden. Der Thriller hat alles, was zu einer guten Unterhaltung gehört, Daher auch eine ganz klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Auf einer langen Reise

Sunbirds
0

Anne und Robert leben ein gutes Leben in Schottland gemeinsam mit ihrem Sohn Torran und ihrer Nichte Esther. Doch auf einer Indienreise verschwindet Torran spurlos aus einem Hotel. Annes und Robert fahren ...

Anne und Robert leben ein gutes Leben in Schottland gemeinsam mit ihrem Sohn Torran und ihrer Nichte Esther. Doch auf einer Indienreise verschwindet Torran spurlos aus einem Hotel. Annes und Robert fahren wieder zurück nach Hause, doch allen voran Anne gibt keine Ruhe, um endlich ihren Sohn wieder zu finden. Nach 7 Jahren gibt es einen Hinweis über ihn, den ihre Nichte Esther, eine Journalistin gefunden hat und darüber auch einen Artikel geschrieben hat. Also macht sie sich mit Esther auf den Weg zurück nach Indien und nimmt die Spur ihres Sohnes auf. Aber das ist noch etwas, das sie finden will.
„Sunbirds“ von Penelope Slocomb ist ein Roman einer sehr interessanten Reise auf der Suche nach einer Person, aber nicht nur, da steckt auch mehr dahinter. Das Ehepaar Anne und Robert sind auf der Suche nach ihrem verschwundenen Sohn Torran und Anne macht sich dann am Ende auf den Weg zurück nach Indien. Gemeinsam mit ihrer Nichte Esther, die Anne zu Beginn nicht mag. Doch sie nähern sich auf der Suche stark an und klären ihr Verhältnis zueinander. Begleitet werden sie von Menschen, die ihnen Wege aufzeigen. Da ist auf der einen Seite Liam, den Anne auf ihrer Reise trifft und mit dem sie eine interessante Zeit verbringt auf der Suche nach sich selbst. Nachdem sie weitere Spuren finden, machen sich Esther und Anne auf den Weg in die Berge zu einem geheimen Ort, wo sich Sunbirds aufhalten sollen und Torran gesichtet wurde. Begleitet werden sie Von Dawa Tsering einem Berg- und spirituellen Führer. Dieser bringt Anne näher zu sich selbst. Diese spirituellen Reisen in Indien sind es, die dieses Buch interessant machen und lesenswert. Die Autorin begleitet dieses Erlebnis durch eine sehr einfühlsame Sprache, die hier sehr angemessen erscheint. Die Such nach einer Person und die Entwicklung der Person Anne machen die Story interessant und die erzählten Bilder aus Indien tun ihr Übriges.
Für mich war dieser Roman schon deshalb sehr interessant, da ich über die Spiritualität in Indien viel gehört habe, aber mehr auch nicht. Hier wird in einer sehr nachvollziehbaren Art und Weise mein Horizont erweitert und eine sehr gute Unterhaltung war es obendrein noch.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Spurlos verschwunden

Todesrache
0

Hatty, Jasmin und ihre Familie machen Urlaub im Caper an einem See. Es is Die neue Familie des ehemaligen Richters Gerlach. Die beiden Mädchen sind sehr neugierig, da Hattys Bruder überhaupt nicht mehr ...

Hatty, Jasmin und ihre Familie machen Urlaub im Caper an einem See. Es is Die neue Familie des ehemaligen Richters Gerlach. Die beiden Mädchen sind sehr neugierig, da Hattys Bruder überhaupt nicht mehr spricht und sich verändert hat. Als sie den Camper untersuchen, machen sie eine überraschende Entdeckung, die ihnen Angst macht. Kurz darauf wird die Familie entführt. Zur gleichen Zeit bekommt Marten S. Snijder einen sehr kurzen Anruf von der verschwundenen Sabine Nemetz. In Windeseile stellt er ein neues kleines Team zusammen und macht sich auf die Suche.
"Todesrache" von Andreas Gruber ist sozusagen der Anschluss an seinen Vorgänger "Tosesschmerz", kann aber auch ganz alleine für sich gelesen werden. Wieder steht Marten S. Snijder im Mittelpunkt. Beim letzten Mal hat er sein ganzes Team verloren und jetzt taucht auf einmal eine Botschaft von Sabine auf. Er stellt ein neues Team auf und hier gehört auch der Leipziger Kommissar Pulaski dazu, der einen eigenen persönlichen Fall aufklären möchte. In guter alter Grubermanier sind alle Fälle, die hier beschrieben werden miteinander verwoben und laufen nebeneinander her. Sie sind alleine für sich schon sehr spannend, doch in ihrer geballten Kraft stehen sie für absolute Höchstspannung. Diese Figur Snijder gibt sich keinen Konventionen hin und ermittelt in konsequenter Direktheit und bekommt durch seine Erfolge auch immer wieder Rückendeckung seine Vorgesetzten. Aber auch sein Team sind Spitzenkräfte, wie Marc, ein ehemaliger whitehat und Miyu eine Autistin mit einer exklusiven Begabung. Diesmal ist noch Kommissar Pulaski beteiligt, der auch gerne Grenzen überschreitet. Bei dem Gegener, der ihnen gegenübersteht ist dies aber auch notwendig.
Ich liebe Thriller vonAndreas Gruber, da sie immer Höchstspannung bieten und durch die Sprache, die der Autor benutzt, auch immer gut zu verstehen und zu lesen sind. Diese Thriller kann ich von ganzem Herzen empfehlen.

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