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Veröffentlicht am 14.08.2025

Atemlose Spannung bis zum Schluss

Der Trailer
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"Der Trailer" oder Donkerbloem 1, so heißt nicht nur der neueste Thriller von Linus Geschke. Es handelt sich um einen einsamen Campingplatz, der nicht nur Camper beherbergt. Was sich hier regelmäßig abspielt, ...

"Der Trailer" oder Donkerbloem 1, so heißt nicht nur der neueste Thriller von Linus Geschke. Es handelt sich um einen einsamen Campingplatz, der nicht nur Camper beherbergt. Was sich hier regelmäßig abspielt, lässt das Blut in den Adern gefrieren. Die Hamburger Kommissarin Frieda Stahnke wurde aus fadenscheinigen Gründen von ihrem Chef suspendiert. Allerdings nimmt sie an einem Podcast teil, der ungeklärte Kriminalfälle zum Thema hat. Aktuell geht es um den Fall der Studentin Lisa Martin. Die verschwand vor 15 Jahren von einem Campingplatz und das spurlos.

Nachdem nun der Fall nach Jahren erneut an die Öffentlichkeit gelangte, gibt es Spuren, die bisher keine Beachtung fanden. Allerdings häufen sich auch Tötungsdelikte. Zwar ist zunächst nicht erkennbar, dass sie mit Donkerbloem im Zusammenhang stehen, das ändert sich aber rasch. Nachdem Frieda endlich wieder voll arbeiten darf, kniet sie sich in den alten Fall. Zumal es mittlerweile einen Zeugen gibt, der einiges zur Lösung beitragen kann.

Die Bücher von Linus Geschke mag ich sehr. Auch dieses Buch überzeugte durch die abwechslungsreiche Erzählweise. Immer wieder gibt es Momente, dass ich dachte, die Lösung sei zum Greifen nah. Und dann kommt wieder eine unvorhersehbare Wendung. Getoppt wird die Story hier auch durch den Erzähler Richard Barenberg. Seine Art die Stimme den jeweiligen Personen anzupassen, ist gekonnt. Das Hörbuch garantiert spannende und kurzweilige Unterhaltung bis zum Schluss.

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Wahrlich ein Highlight im Literaturkosmos

Girls
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Bei der Beisetzung der Mutter war Matilda eine der Trauerrednerinnen und wurde für ihre Worte von den Gästen gelobt. Schwester Nora glänzte mit Abwesenheit. Warum das so war, konnte Matilda nur ahnen. ...

Bei der Beisetzung der Mutter war Matilda eine der Trauerrednerinnen und wurde für ihre Worte von den Gästen gelobt. Schwester Nora glänzte mit Abwesenheit. Warum das so war, konnte Matilda nur ahnen. Beide Mädchen hatten es mit ihrer Mutter nicht leicht. Zudem gab es viele Spekulationen über deren ausschweifenden Lebensstil. Was ist bei solchen Eskapaden schlimmer als die Paparazzi? Nichts.

Girls hat mit ausgesprochen gut gefallen. Der Wechsel zwischen aufgezeichneten Interviews, Blicke in die Vergangenheit und Geschehnisse in der Gegenwart waren nicht ohne aufmerksame Konzentration zu lesen. Das fiel mir aber leicht. Der Schreibstil sowie diese stets anschauliche Sprache ließen mich teilnehmen am Schicksal der Schwestern. Zumal der Roman tiefsinnig ist. Fragen wie, „Warum wollte Nora sich umbringen?“ oder „Warum fällt es beiden so schwer, sich auf einen Partner dauerhaft einzulassen?“ sind nur zwei, die sehr gut beantwortet werden.

Es stellt sich die Frage, in welcher Weise Kinder unter dem Leben ihrer Mütter leiden. Und wie lange dieses Leiden auch noch nach dem Tod der Mutter anhält. Das Schicksal Noras und Matildas berührten mich sehr. Leider gibt es diese Schicksale häufig und nicht alle Kinder finden ihren eigenen Weg in die Zukunft.

Nicht nur der Inhalt des Buches gefiel mir. Das Cover fand ich außergewöhnlich und den Farbschnitt in Grün gehalten, ebenfalls. Der Sternenregen und die Leseempfehlung kommt von Herzen.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Sehr spannend mit etlichen Wendungen

Aschetod
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Milan Swanz ist auf dem Heimweg. Betrunken torkelt er über die Landstraße als plötzlich ein Auto anhält. Er freut sich, dass der Fahrer ihn auffordert einzusteigen. So kommt er schneller in sein Bett, ...

Milan Swanz ist auf dem Heimweg. Betrunken torkelt er über die Landstraße als plötzlich ein Auto anhält. Er freut sich, dass der Fahrer ihn auffordert einzusteigen. So kommt er schneller in sein Bett, so denkt er. Wenige Stunden später wird er tot aufgefunden. Auf grausame Art ermordet. Wer steckt dahinter?

Die amische Gemeinde ist erschüttert. Eines ihrer Mitglieder wurde getötet. Auch wenn er vor einiger Zeit exkommuniziert wurde, so achten seine Glaubensbrüder und -schwestern doch auf sein Schicksal. Für Kate Burkholder ist es ein brisanter und persönlicher Fall. Sie gehörte selbst zur Gemeinde der Amischen. War mit deren Werten aufgewachsen und auf eigenen Wunsch verließ sie die Gemeinde.

"Aschetod" ist nicht ausschließlich ein spannender Thriller. Wer sich für die Hintergründe der verschiedenen Religionsgemeinschaften interessiert, wird hier bestens aufgeklärt. Des Weiteren wird der Leser gekonnt auf Spuren hingeführt, die ins Leere laufen. Aber gerade das macht für mich ein Buch erst spannend.

Zum Schluss gibt es noch den unverzichtbaren Höhepunkt mit atemloser Spannung. Und nein, das Ende ist keineswegs vorhersehbar. Auch wenn es mein erstes Buch der Reihe war, ich konnte ohne Einschränkung folgen. Es handelt sich um einen abgeschlossenen Band der Reihe, die ohne Vorkenntnisse klar und verständlich gelesen werden konnte. Das lag nicht ausschließlich an der Autorin. Viel mehr wurde das Buch von Tanja Geke sehr gut gelesen. Ja, ich habe ihren Vortrag genossen.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Sehen so Sieger aus?

Schwestern des brennenden Himmels
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Nachdem der Krieg beendet war und Nazideutschland kapitulierte, eilten die Siegermächte nach Potsdam. Hier wollten sie über das Schicksal des Landes beraten. Während die Bevölkerung unter Hunger und Misshandlung ...

Nachdem der Krieg beendet war und Nazideutschland kapitulierte, eilten die Siegermächte nach Potsdam. Hier wollten sie über das Schicksal des Landes beraten. Während die Bevölkerung unter Hunger und Misshandlung durch die Soldaten litt, ließen es sich die Herren Churchill, Truman und Stalin gut gehen. Sie wurden bestens von den Damen des britischen ATS, der Frauenabteilung des britischen Heeres betreut. Zu ihnen gehörte Ann Miller, die sich von ihrem Aufenthalt in Potsdam viel mehr versprach, als die Erledigung ihres Jobs.

Mit dem Buch „Schwestern des brennenden Himmels“ ist der Autorin Hanna Caspian wieder etwas ganz Besonderes gelungen. Sie recherchierte genauestens über das Treffen der Sieger in Potsdam und formte daraus einen Roman, der spannend und zugleich lehrreicher als jeder Geschichtsunterricht ist. Sie beschreibt das Leben der Menschen, die in Kellern und Ruinen hausten so authentisch, dass ich mich in sie hineinversetzten konnte. Diese Angst vor Übergriffen durch Soldaten, das ging mir besonders nahe.

Neben den Fakten rund um das Potsdamer Treffen darf auch das Zwischenmenschliche nicht fehlen. Das wiederum ist so gut dosiert, dass es zu keinem Zeitpunkt den Ernst der Historie störte. Viele Fakten kannte ich noch nicht und bin immer wieder erstaunt, wie detailliert die Autorin nachforscht. Meinen Sternenregen gebe ich sehr gerne.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Das Buch hat mich sehr berührt

ë
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Gemeinsam mit ihren Eltern floh sie vor vielen Jahren nach Deutschland. Das Ankommen gestaltete sich schwierig und schon in Kindergarten begann für sie die Erfahrung des „Andersseins“. Stets war sie darauf ...

Gemeinsam mit ihren Eltern floh sie vor vielen Jahren nach Deutschland. Das Ankommen gestaltete sich schwierig und schon in Kindergarten begann für sie die Erfahrung des „Andersseins“. Stets war sie darauf bedacht, niemals aufzufallen und möglichst angepasst zu sein. Oft schweifen ihre Gedanken ab in die Vergangenheit. Denn ihre Heimat kann sie nicht vergessen.

Welch grausames Schicksal mussten die Menschen erleben, die im schrecklichen Krieg gegen Serbien angegriffen wurden. Realistisch und sehr emotional schildert die Autorin Jehona Kicaj in "ë" die Erlebnisse ihrer Verwandten, die in Albanien geblieben sind. Neben den Ereignissen der Gegenwart berichtet die Ich-Erzählerin immer wieder auch Erfahrungen aus der Vergangenheit. Während des „Kosovo-Krieges“.

Ein Buch, das mich berührte und beschämte. Zu wenig interessierte mich damals das Schicksal der Betroffenen des Krieges. Aus dem Grund bin ich der Autorin sehr dankbar, dass sie mir auf diese Weise die Augen öffnete. Ich nehme das Buch als Anlass für das Lesen weitergehender Literatur. Für dieses Werk gebe ich sehr gerne eine Sternenregen.

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