Mach, was du willst!
Wir müssen gar nichts!Hannah Maylou behandelt in ihrem Buch „Wir müssen gar nichts!“ viele Themen, die mit Sicherheit jede Frau so oder so ähnlich schon einmal genervt haben. So viele gesellschaftliche Normen und Erwartungen, ...
Hannah Maylou behandelt in ihrem Buch „Wir müssen gar nichts!“ viele Themen, die mit Sicherheit jede Frau so oder so ähnlich schon einmal genervt haben. So viele gesellschaftliche Normen und Erwartungen, die man überhaupt nicht erfüllen kann – und will! Geschweige denn – muss.
Das Buch hat mir noch einmal die Bestätigung gegeben, dass ich nicht alleine bin, sondern das weibliche Geschlecht es im Patriarchat, in dem wir ja leider immer noch leben, kollektiv eigentlich gar nichts „richtig“ machen kann. Wieso sollte man auch, wenn man stattdessen einfach glücklich sein kann? Bei mir hat es auch einige Jahre gedauert, bis ich realisiert habe, dass diese ganzen Normen und Vorstellungen, wie man zu sein hat, was man zu wollen hat oder wie das Leben aussehen sollte totaler Quatsch sind und man stattdessen einfach so leben sollte, wie man möchte (so lange man niemanden damit verletzt) – völlig egal, wie andere das finden.
Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen, durch die vielen persönlichen Beispiele der Autorin (in denen ich mich oft wiedergefunden habe) schafft sie auch einen leichten Zugang zu den Themen. Aufgelockert wird das ganze noch durch diverse Bilder und Grafiken, die die Inhalte veranschaulichen.
Das Buch beginnt mit einem kurzen historischen Abriss des weiblichen Schönheitsideals über den allgegenwärtigen Sexismus in den Medien bin hin zu Social Media, Beautyfiltern und dem ständigen Vergleich mit anderen. Ob Gewicht, Körperbehaarung, das Aussehen der Vulva, das Tabu der Periode, die Menge an Sexualpartnern oder andere vermeintliche „Problemzonen“ – so viele Themen, zu denen es irgendwelche Ideale gibt, die Menschen sich aus verschiedenen Gründen ausgedacht haben und die deshalb auch totaler Quatsch sind.
Durch die Verbindung von Umfragen auf ihrem Instagram-Kanal und wissenschaftliche Studien bzw. biologischen Erklärungen schafft die Autorin eine spannende Verbindung von unterschiedlichen Sichtweisen zu den behandelten Themen. Auch die verschiedenen Tipps fand ich interessant (viele kannte ich schon, aber gerade für jüngere Leserinnen sind sie bestimmt hilfreich, wie bspw. der Periodentracker).
Zusammenfassend hat mir das Buch zwar keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse gebracht, aber ich finde es schön, viele Themen nochmal „gesammelt“ und griffbereit zu haben und zu wissen, dass diese alle Frauen beschäftigen und es heutzutage weder Tabus noch Regeln geben sollte, wie wir zu leben oder zu lieben haben – denn du musst gar nichts!