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Veröffentlicht am 05.08.2025

Soulfood vegetarisch

Lieblingsrezepte aus deinem Airfryer – vegetarisch
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Dass Tanja Dusy im Einführungsteil davon spricht, dass Airfryer neu seien, verblüfft mich jetzt wirklich. Ich selbst nutze diese Geräte seit mehr als 15 Jahren. Das nenne ich dann nicht wirklich neu. Dafür ...

Dass Tanja Dusy im Einführungsteil davon spricht, dass Airfryer neu seien, verblüfft mich jetzt wirklich. Ich selbst nutze diese Geräte seit mehr als 15 Jahren. Das nenne ich dann nicht wirklich neu. Dafür feiere ich sie dafür, dass sie sagt, auch für zwei Personen ist ein XXL-Gerät erforderlich, wenn man eine ganze Mahlzeit damit kochen möchte, nicht nur Beilagen. Ich liebe meinen extragroßen Airfryer, frage mich aber wirklich, wie andere damit eine ganze Familie satt bekommen. Die Informationen rund um Zubehör und Gartabellen sind sehr hilfreich, besonders für alle, die noch nicht viel Erfahrung mit ihrem kleinen Heißluftwunder haben.

Die Kapitel lauten Kleinigkeiten & Snacks; Veggie-Fastfood deluxe; Hauptsache Gemüse; Was Süßes – bitte!. Mir gefällt der kleine zusätzliche Gag, dass alle Kapitel ein Unterkapitel haben, das ein Produkt oder Rezept auf vier verschiedene Weisen verarbeitet, also variiert. Der Rezeptaufbau ist klassisch, Titel, kleiner Untertitel, Personenanzahl, Zubereitungszeiten, Kalorien, Zutatenliste, Arbeitsschritte, gelegentlich noch ein Tipp. Die Zutaten sind nicht übermäßig exotisch und in guten Supermärkten leicht zu beziehen.

Die Rezepte sind bunt und vielfältig, auch international gemischt. Hier sollte tatsächlich jeder etwas für sich finden. Wenn man es nicht extra erwähnt, dass die Gerichte vegetarisch sind, vermisst hier keiner die Fleischbeilage. So lecker ist alles! Klassiker wie neue Interpretationen und Ideen sind gleichermaßen vertreten und obwohl ich ein mäkeliger Esser bin, finde ich hier ganz viele Anregungen und neue Lieblingsrezepte. Da die Anweisungen sehr verständlich und klar gehalten sind, möchte ich fast schon von einer Gelinggarantie sprechen. Und die vier Tassenkuchen-Rezepte machen mich besonders happy, da meinen Mann und mich gern mal der süße Zahn erwischt und ich Tassenkuchen aus dem Mikrowellenherd einfach nur eklig finde, die aus dem Airfryer aber schlicht köstlich sind.

Merkt man es? Ja, ich bin begeistert! Tanja Dusy hat mich mit ihren Rezepten komplett begeistert. Manches muss in die traditionelle Fett-Fritteuse, aber ganz vieles schmeckt eben auch aus dem Airfryer, mit wenig Fett, aber großem Genuss. Ganz klare fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Kinderkrimi-Serienauftakt

Mika Mysteries 1: Der Ruf des Nachtraben
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Mika lebt im Waisenhaus und arbeitet in der Kapelle, einem Wirtshaus. Sie kämpft um ihr eigenes Überleben und das der anderen Kinder. Es ist ein besonders harter Winter und 1880 hat niemand Mitleid mit ...

Mika lebt im Waisenhaus und arbeitet in der Kapelle, einem Wirtshaus. Sie kämpft um ihr eigenes Überleben und das der anderen Kinder. Es ist ein besonders harter Winter und 1880 hat niemand Mitleid mit den Waisen. Eines Nachts wird ein Baby abgegeben und kurz darauf geschieht ein Mord. Mika und der ermittelnde Kommissar Valdemar Hoff ahnen, dass es einen Zusammenhang geben muss und alles deutet darauf hin, dass es das Werk des Nachtraben war. Doch der ist doch hingerichtet worden! Oder etwa doch nicht? Mikas besondere Beobachtungsgabe ist für Hoff sehr wichtig und hilfreich und so suchen sie gemeinsam nach der Wahrheit.

Dieses Kinderbuch ist fast schon eine Art Kinderthriller. Die eine oder andere Szene ist doch etwas gruselig, fast schon brutal. Da muss man als Elternteil schon genau wissen, was man seinem Kind zumuten kann und mag, zumal das Buch ab 10 Jahre empfohlen ist. Ich persönlich finde die Story super spannend. Zudem zeigt sie den Kids von heute, wie schwer es die Kinder Ende des 19. Jahrhunderts hatten, besonders dann, wenn sie Waisen waren. Die Atmosphäre wurde gelungen eingefangen. Julia Nachtmann liest das Hörbuch wie immer gekonnt und passend zu Figuren und Situationen.

Mir gefallen die Ermittlungen des ungleichen Teams und die Entwicklungen sehr gut. Vorhersehbar ist hier wenig bis gar nichts. Das Ende hat es hübsch in sich, es gibt kleine Cliffhanger und sehr gelungene Anschlüsse für weitere Bände dieses Auftakts der Kinderkrimi-Serie. Das finde ich sehr schön gemacht und bestens gelungen, zumal die Figuren, ob nun nett oder garstig, herrlich gelungen sind und Raum für weitere Geschichten lassen. Besonders Mika selbst wuchs mir ans Herz und ich bin mir sicher, sie hat das Zeug dazu, die neue Heldin der Kids zu werden. Wichtig finde ich dennoch, dass die Eltern mit den Kindern über das Gelesene sprechen können. Alles in allem für mich eine runde Sache, die fünf Sterne verdient!

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Jeder ist besonders!

Ein Einhorn namens Oktober
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Das kleine Einhorn Oktober hat bald seinen ersten Geburtstag. Und um diesen Tag herum bekommen die Einhörner ihre magische Kraft! Oktober kann es kaum erwarten und als der Tag kommt und vorüber geht, geschieht ...

Das kleine Einhorn Oktober hat bald seinen ersten Geburtstag. Und um diesen Tag herum bekommen die Einhörner ihre magische Kraft! Oktober kann es kaum erwarten und als der Tag kommt und vorüber geht, geschieht nichts! Sein bester Freund, das Einhörnchen, geht mit Oktober auf die Suche nach der magischen Kraft, denn vielleicht muss er sie ja selbst finden!

Diese Geschichte ist so liebevoll und zauberhaft und zeigt schon den ganz kleinen Kindern, wie besonders jeder einzelne ist. Die Zeichnungen von Juliana Kralik sind kindgerecht und verspielt, aber dennoch enorm aussagekräftig, sodass die Kids der vorgelesenen Geschichte mit den Bildern perfekt folgen können.

Die Message ist wunderbar und mutmachend und zeigt, dass Magie nicht zwingend etwas Großes sein muss, sondern gerade in den kleinen Dingen die größte Kraft entwickelt. Der Glaube an sich selbst und anderen zu helfen wird mit diesem Buch sehr schön vermittelt. Große Klasse, fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Wunderschöne Melancholie

Das Geschenk des Meeres
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In einer Winternacht im Jahr 1900 wird ein Kind am Strand vom schottischen Skerry gefunden. Der Fischer Joseph trägt ihn zum Pfarrer, dessen Frau jedoch hochschwanger ist. Und so kommt der kleine Junge, ...

In einer Winternacht im Jahr 1900 wird ein Kind am Strand vom schottischen Skerry gefunden. Der Fischer Joseph trägt ihn zum Pfarrer, dessen Frau jedoch hochschwanger ist. Und so kommt der kleine Junge, der nicht spricht, zu der Dorflehrerin Dorothy, die vor so vielen Jahren ihren Sohn an das Meer verloren hat. Nicht nur sie staunt über die Ähnlichkeit der beiden Kinder und nicht nur sie fragt sich, was von den alten Sagen und Mythen wohl wahr ist. Und während der Pfarrer versucht, die Herkunft des Kindes zu klären, kommen bei so einigen Dorfbewohnern Dinge an die Oberfläche, die verborgen bleiben sollten.

Dieses Hörbuch wurde von Astrid Kohrs mit so viel Gefühl eingesprochen, dass man fast meinen könnte, sie erzählt ihre eigene Geschichte. Sie übertreibt an keiner Stelle, legt aber immer perfekt das passende Gefühl in ihre Stimme.

Die Figuren sind klar umrissen und gezeichnet. Man kann sie sofort bestens unterscheiden. Die komplette Zeit spürt man nahezu körperlich, dass es in Skerry nicht nur ein Geheimnis gibt. Bei William hatte ich sehr früh eine Ahnung und die wurde dann auch bestätigt. Hier brach mir dennoch fast das Herz, denn Dorothy und er hätten einfach nur miteinander sprechen müssen, um eins der Dramen vermeiden zu können.

Die Darstellung der geduldeten Gewalt, die so einige Männer ihren Frauen gegenüber für von Gott gegeben anbringen, ist schockierend. Auch die Selbstherrlichkeit, die Männer für fehlerfrei darstellt. Der Boden ist unfruchtbar, nicht die Saat? Wow! Welch Arroganz!

Der kleine Junge ist in vielerlei Hinsicht etwas ganz Besonderes. Natürlich schon deshalb, weil er all die Dinge im Dorf ins Rollen bringt und durch ihn das eine oder andere doch anders wird und einige Frauen geradezu aufwachen. Auch weil er auf seine Weise versucht, mit den Geschehnissen klarzukommen. Ein verletzter Vogel ist ihm so wichtig, wie er für Dorothy. Er kann sich nicht verständlich machen. Der Vogel verbindet ihn aber mit Joseph und Dorothy.

So viele besondere Momente hat mir diese Geschichte geschenkt! Sie lässt mich nachdenklich werden, sensibler für das was unter anderen Dächern passiert, hat mich darin bestärkt, lieber dreimal nachzufragen, als mir etwas zusammenzureimen.

Die Geschichte spielt im Winter 1900 und das vergisst man sehr schnell, denn ganz viele Aspekte dabei haben sich bis heute nicht verändert. Frauen haben mehr Rechte, lassen sich weniger gefallen, sind selbstbewusster, doch haben sich die Menschen insgesamt nur wenig geändert, wie mir scheint. Ich bin unsagbar beeindruckt von diesem Hörbuch, von der Story, von Julia R. Kellys feinfühliger Erzählung. Ganz klar ein Highlight! Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Wie zu Hause

Come a casa
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Serena Loddo lebt in Deutschland und hat hier auch eine kleine Manufaktur. Doch ihre Wurzeln sind in Italien, genauer gesagt in Sardinien. Kochen ist ihre Leidenschaft und das merkt man auch in jedem ihrer ...

Serena Loddo lebt in Deutschland und hat hier auch eine kleine Manufaktur. Doch ihre Wurzeln sind in Italien, genauer gesagt in Sardinien. Kochen ist ihre Leidenschaft und das merkt man auch in jedem ihrer Worte und Rezepte. Es lohnt sich, ihre Texte zu lesen und damit zu verstehen, wie sie tickt und was sie mit diesem Kochbuch verbindet. Für manche mag das ein wenig selbstdarstellerisch wirken. Mich stört es hier wenig, da sie sympathisch ist und der Schwerpunkt auf den wirklich schönen Rezepten liegt.

Bevor es mit den Kapiteln Antipasti und Eingelegtes; Suppen und Eintöpfe; Pasta, Ravioli und Gnocci; Soßen und Pesto; Gerichte für den Hauptgang; Snacks und Beilagen; Brot; Desserts losgeht, gibt es noch einen ansprechenden Theorieteil mit kleinen Tipps und Tricks rund um Küche und Vorrat. Auch gibt es für das eine oder andere Kapitel noch zusätzliche Informationen, die sehr nützlich sind. Die Rezepte haben einen sardischen Titel, darunter den deutschen Namen, einen kleinen erklärenden Text dazu, Angaben zu Personenzahl und Zubereitungszeit, die Zutatenliste, fortlaufend die Arbeitsschritte gut verständlich beschrieben und gelegentlich noch Tipps, Varianten und Informationen. Es wird viel mit Fettschrift und roter Schrift gearbeitet, um die Gestaltung gut übersichtlich zu halten.

Angaben zu Nährwerten finden sich keine, dafür aber immer am unteren Rand Hinweise wie beispielsweise vegetarisch, vegan, laktosefrei, glutenfrei, frei von raffiniertem Zucker u.ä. Die Fotos zu den Gerichten machen Appetit und Lust aufs Nachkochen. Die Zutaten sind im Allgemeinen gut zu bekommen und nicht wirklich exotisch. Der Schwierigkeitsgrad der Rezepte hält sich meist in Grenzen, der Arbeitsaufwand ebenfalls. Doch auch die Culurgiones, wunderschön und kompliziert geformte Teigtaschen, finden sich im Buch. Diese machen schon etwas mehr Arbeit. Geschmacklich lohnt sich das aber sehr!

Das Buch macht gute Laune, Freude und Lust aufs Kochen und natürlich auch Essen. Traditionelle Rezepte, die kein bisschen altbacken daherkommen, sondern frisch, lecker und gesund. Die Gerichte schmecken nach Urlaub. Und so schmeckt es jetzt bei mir zu Hause! Ganz klare fünf Sterne, trotz viel Text!

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