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Veröffentlicht am 13.08.2025

Erinnerungen

6 aus 49
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Haus Amalie ist immer voller Menschen, denn Pensionswirtin Lina lebt für ihre Gäste. Das Hotelgewerbe war schon immer ihr Traum und zusammen mit Freundin Maria schafft sie es von der Küchenhilfe zur eigenen ...

Haus Amalie ist immer voller Menschen, denn Pensionswirtin Lina lebt für ihre Gäste. Das Hotelgewerbe war schon immer ihr Traum und zusammen mit Freundin Maria schafft sie es von der Küchenhilfe zur eigenen Zimmervermietung, nebenbei gilt es noch die Wirren des zweiten Weltkriegs ohne die Ehemänner zu überstehen und die Familie durch die Not der Nachkriegszeit zu bringen. Lina hatte nie viel, aber sie glaubt an das Glück, das Glück in Form eines Lottoscheins.

6 aus 49 ist ein recht ungewöhnlicher Titel für einen Roman, aber letztlich beschreibt er Lina, die Großmutter der Autorin so treffend, wie nichts sonst, den Lina ist besessen vom Lottospielen. Sie hat dabei ihr ganz eigenes System, ihre ganz eigene Philosophie zum Spiel und immer die Hoffnung auf einen Gewinn, die sich sogar ab und an erfüllt.

"Meine Großmutter war eine leidenschaftliche Lottospielerin, das ist begründet in der Tatsache, dass sie als Kind eine Art von Armut erlebte, die so bitter war, dass sie noch am Ende ihres Lebens zu mir sagte: So eine Armut, wie ich sie als Kind erlebt habe, gehört verboten."

Autorin Jacqueline Kornmüller erzählt nun hier vom Leben dieser Frau, nicht alles davon tatsächlich autobiographisch, aber sicher recht viel. Sie erzählt so herzlich und so liebevoll von ihrer Oma und damit eigentlich auch von sich, von ihrer Mutter, von der zeitlebens besten Freundin ihrer Oma, Tante Marie und zeichnet für den Leser das Bild einer ganzen Generation, im Schönen, aber eben auch im Dunklen. Sollte ich jemals nach Bindestrich kommen, werde ich mich beim Gang zum Bahnhof an Hedy und ihren Mann erinnern.

Mich hat das Buch natürlich mit jeder Seite, mit jedem Wort an meine Oma erinnert, die ich über alles geliebt habe. Auch sie hat diese Zeit miterlebt, aber sie hat sich für das Schweigen entschieden, die Gründe hierfür kenne ich nicht und ich habe leider nicht mehr die Möglichkeit sie danach zu fragen. Wie auch die Autorin habe ich viele Jahre bei meiner Oma gelebt und so verstehe ich das innige Verhältnis der Beiden nur all zu gut. Wärend es im Buch das französiche Bett war, war es bei uns immer das gemeinsame Bad, Momente in denen ich mich als Kind geliebt und beschützt gefühlt habe.

Die Autorin erzählt ihre Geschichte mit leichten und klaren Worten, meist chronologisch, aber ab und zu springt sie auch in die Gegenwart und zu sich selbst zurück. Die Liebe zu ihrer Großmutter Lina ist in jedem Wort, jedem Satz zu spüren, sie ist die warme weiche Decke in die man sich beim Lesen gern einkuscheln möchte. Das Buch ist eine Hommage an diese Frau, es ist fast eine Liebesgeschichte, aber eben auch eine Familiengeschichte, eine Biographie, ein Zeitzeugnis, ein bisschen eine coming of age Story der Autorin, wobei der Fokus immer auf Lina liegt und Linas Tochter, die Mutter der Autorin (die auch immer nur "Linas Tochter" genannt wird), eher eine Nebenrolle einnimmt.

Für mich ist das Buch definitiv eines meiner Jahreshighlights, durch die Lektüre habe ich mich an so viele Momente mit meiner Oma erinnert und allein dafür bin ich der Autorin unendlich dankbar, den auch für mich war meine Oma ein ganz besonderer Mensch (Lotto gespielt hat sie allerdings nie). Einen ganz, ganz winzigen Kritikpunkt hätte ich dann, augenzwinkernd, allerdings doch noch. Das Cover, beziehungsweise der Titel. Natürlich könnte der Titel nicht treffender sein, "6 aus 49" steht quasi für Lina und ihr Leben, aber sorry, optisch ist es echt gewöhnungsbedürftig. Diese Zahlen, auf diesem wunderschönen, ein bisschen an ein Wimmelbild mit Szenen aus Linas Leben erinnernden Schutzumschlag, ich glaube ich hätte das Buch entweder direkt liegengelassen und mich über das Cover nur gewundert, oder ich hätte erst recht danach gegriffen, einfach um zu sehen was das soll.

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Krimi trifft Mystery

Der Outsider
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Mitten in einem gutbesuchten Baseballspiel wird der Trainer der Manschaft verhaftet, alle sind entsetzt, jeder glaubt an ein Missverständnis, doch schon bald ändert sich die Stimmung der Leute, denn Coach ...

Mitten in einem gutbesuchten Baseballspiel wird der Trainer der Manschaft verhaftet, alle sind entsetzt, jeder glaubt an ein Missverständnis, doch schon bald ändert sich die Stimmung der Leute, denn Coach Terry wird des brutalen Mordes an dem elfjährigen Frank Peterson beschuldigt. Für den Ermittler Ralph Anderson eigentlich ein recht eindeutiger Fall, aber je länger die Ermittlungen dauern, um so mehr Ungereimtheiten kommen zum Vorschein.

Ich habe mir das Buch direkt nachdem ich die gleichnamige Serie gesehen hatte gekauft und dann irgendwie auf meinem SUB vergessen. Erst nachdem ich eine andere Geschichte, in der Holly Gibney einen Auftritt hatte, gelesen habe, habe ich mich wieder daran erinnert, denn auch in diesem Buch spielt Holly eine wichtige Rolle. Für den aufmerksamen King-Leser ist Holly keine Unbekannte, hatte sie doch bereits einige Abenteuer an der Seite von Bill Hodges in "Mr. Mercedes", "Finderlohn" und "Mind Control" zu bestehen. Hier nun trifft ihre Figur, die bereits das Übernatürliche und Böse kennengelernt hat auf den bodenständigen und unbestechlichen Ermittler, für den nur Beweise zählen.

King vermischt in diesem Buch gekonnt die klassischen Element eines Krimis/Thrillers, mit erst unterschwelligem und später ganz offensichtlichem Grusel/Horror und zeigt so wiedereinmal seine Bandbreite als Autor. Über weite Strecken ist die Geschichte auch eher Kriminalfall und entwickelt sich zugegebenermaßen etwas behäbig, klar, es müssen immerhin über 700 Seiten gefüllt werden und jeder King-Leser weiß, dass der Autor gut kurz kann, aber auch ebenso gut episch erzählen und das tut er hier definitiv. Es dauert etwas, bis er zu Potte kommt, um es salopp auszudrücken, aber mich hat das nicht wirklich gestört. Was ich ihm da schon eher übel nehme, ist das dann fast etwas eilig hingeworfenen Ende. Hier hätte ich mir gerne noch ein paar Seiten mehr gewünscht und ein bisschen bin ich vom Showdown einfach auch enttäuscht, er war mir fast zu plump und für mich hat King hier ein unumstößliches Gesetz im Horrorroman vernachlässigt, aber da würde ich spoilern, wenn ich das näher erläutern würde. Vielleicht tue ich dem Autor auch Unrecht und das Ganze ist Absicht und somit ein Schlupfloch für eine eventuelle Fortsetzung.

Mir hat die Geschichte gut gefallen, ich mag die Mischung der Genre, ich mag die Figuren, ich kann mir aber auch vorstellen, dass Leser hier enttäuscht sind und das Buch als langatmig empfinden. Man muss für das Gesamtkonzept einfach auch offen sein. Lesern, die King noch nicht kennen würde ich das Buch einfach auf Grund seiner Länge eher nicht empfehlen. Für Fans, die akzeptieren, dass King hier etwas gemäßigtere Wege beschreitet ist es ein Muss.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Hoch emotional

Manchmal ist es sogar lustig
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Die Beziehung zu den eigenen Eltern ist ja nicht immer einfach, erst kümmern sie sich um einen, später kümmert man sich um sie, Konflikte sind da vorprogrammiert. Autor Norbert Kron kann ein Lied davon ...

Die Beziehung zu den eigenen Eltern ist ja nicht immer einfach, erst kümmern sie sich um einen, später kümmert man sich um sie, Konflikte sind da vorprogrammiert. Autor Norbert Kron kann ein Lied davon singen, Mutter Ida mag zwar alt geworden sein, ihre Bissigkeit hat sie allerdings noch lange nicht verloren.

Sehr einfühlsam und ehrlich erzählt der Autor, wie das Älterwerden seiner Mutter immer mehr Bereiche der Mutter-Sohn Beziehung beeinflusst und belastet, wie sie immer hilfebedürftiger wird, diese aber vehement ablehnt, wie sie immer mehr Aufmerksamkeit einfordert, andererseits aber auf ihrer Eigenständigkeit besteht, wie sie die jüngere Schwester drängt vorzusorgen, selbst aber die Zügel nicht aus der Hand geben will, aus Angst, ihr Heim zu verlieren. Er erzählt wie schwer das Zusammenleben mit der Mutter wird, wie kräftezehrend die immer häufiger werdenden Besuche und wie das "sich um sie kümmern" einen immer größeren Teil des eigenen Lebens einnimmt. Und schließlich ist da ja auch nicht nur die Mutter, sondern auch deren Schwester, obwohl jünger bereits schwer dement und ein guter Freund der Familie.

Demenz ist ein großes Thema im Buch und im Leben des Autors, denn nach der, liebevoll Annerl genannten jüngeren Schwester, erkrankt auch seine Mutter an dieser heimtückischen Krankheit. Mit einem Augenzwinkern und trozdem angemessenem Ernst erzählt er vom alltäglichen Wahnsinn im Dschungel der Pflegekassen, von der mühsamen Suche nach einem Heimplatz, oder einem empathischen Pflegedienst und all das auch oft genug im Alleingang und gegen den Willen des Pfleglings, der dafür keine Veranlassung sieht. Er nimmt den Leser mit bei Besuchen im Heim und beschreibt dabei den geistigen und körperlichen Verfall der geliebten Angehörigen, das es einem in der Seele wehtut. Und zwischen all dem setzt er die Vergangenheit der Eltern in Szene, die Flucht der Mutter als junges Mädchen aus der böhmischen Heimat, später die schwere Erkrankung des Vaters und auch das ein, oder andere Familiengeheimnis. Er zeichnet ein Bild seiner Mutter, das Bild einer Familie, einer ganzen Generation und das Bild einer heimtückischen Krankheit, die sich anschleicht, langsam aber mit einer Zerstörungskraft, wie sie ihres gleichen sucht in der Medizin, eine Krankheit, die einem die Erinnerungen nimmt und einen am Ende wieder zum Kind macht, eine Krankheit, die wie nur wenige die Diskussionen darüber anstößt, wann ein Leben noch lebenswert ist.

Ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem ich so herzlich gelacht, aber auch schon nach wenigen Seiten so schlimm geweint habe. Die Geschichte ist so persönlich, aber passt in vielen Einzelheiten auch auf ganz viele andere Betroffene. Jeder, der mit dem Thema Demenz in Familie, oder bei Freunden schon zu tun hatte wird sich hier wiederfinden, entweder in einer der vielen, fast absurd komischen Situationen, in einer der traurigen, in einer der hilflosen, oder aber auch in einer der beängstigenden, gefährlichen, in denen man eigentlich nicht mehr will und kann, aber eben muss. Dieses Buch hat mich berührt, wie schon länger keines mehr und ich möchte mich herzlichst beim Autor dafür bedanken, dass er diese intimen Momente mit dem Leser teilt.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Weltraumabenteuer

Don't
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Im 22. Jahrhundert tobt der Kampf der Supermächte um die Ressourcen im All, als man ein rätselhaftes Artefakt entdeck, hat es für die Pan American States oberste Priorität, dieses als erste zu erreichen ...

Im 22. Jahrhundert tobt der Kampf der Supermächte um die Ressourcen im All, als man ein rätselhaftes Artefakt entdeck, hat es für die Pan American States oberste Priorität, dieses als erste zu erreichen und zu bergen. Die junge Offizierin Joan wird mit dieser gefährlichen Aufgabe betraut und muss sich mit einem neuen Schiff, einer neuen Crew und einer alten Bekanntschaft auseinandersetzen.

Autor Lothar Mischke liefert eine relativ klassische Science-Fiction Story. Eine nicht allzuferne Zukunft, die Menschheit ist ins All aufgebrochen und hat ihre Differenzen auch hierhin ausgeweitet, das Auftauchen eines fremden Objekts, das von den Überresten einer untergegangenen Zivilisation, bis hin zu einer Massenvernichtungswaffe alles sein kann und natürlich muss dieses Objekt unbedingt vor allen Anderen in Besitz genommen werden. Ist nicht unbedingt neu vom Setting, aber man muss ja nicht unbedingt das sprichwörtliche Rad neu erfinden, um eine spannende Story zu erzählen. Und spannend wird es hier sogar ziemlich schnell, legt doch der Autor seinen Protagonisten mehr als einmal, Steine, so groß wie Asteroiden, in den Weg. Da gibt es zum einen die feindliche Supermacht, die ebenfalls auf dem Weg zum Artefakt ist und es verwundert wahrscheinlich kaum, das hier die Chinesen die Bösen sind, einen geheimnisvollen Saboteur und den ein, oder anderen persönlichen Konflikt, dem sich Captain und Crew stellen müssen und das ist noch lange nicht alles.

Mit Joan Landor als Kommandantin und Dr. Lana Hayward, einer Wissenschaftlerin, liefert der Autor direkt zu Beginn ein recht spannungsgeladenes und unfreiwilliges Hauptfigurenduo, das im Verlauf des Buches eine unglaubliche Entwicklung durchmacht und den Leser mehr als einmal überrascht. Als Gegenpol zu den weiblichen Besatzungsmitgliedern gibt es einen Trupp Marines, die mit der Absicherung der Mission betraut sind und deren Kommandant ausgerechnet ein alter Freund von Joan ist. Hier hatte ich ein wenig Angst, dass die Story zu sehr romantisiert werden könnte und somit eine Richtung einschlägt, die ich persönlich nicht unbedingt mag. Dieses Sorge war unberechtigt, der Autor hat es hier gut verstanden die richtige Balance zu halten, der Geschichte zwar ein paar mehr Fassetten zu geben, ohne aber zu viel Spannung rauszunehmen und somit die Grundaussage der Story zu verändern.

Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen, was keinerlei Einfluss auf meine Rezension hat und fand es im Vorfeld sehr spannend, dass der Autor hier bewusst auf weibliche Hauptfiguren gesetzt hat. Er wollte eben mal keinen Captain Kirk, oder Picard im Kommandosessel, sondern eine Frau. Die Frage war nun, würde dies etwas ändern, würde eine Frau in Extremsituationen anders reagieren, würde sie andere Entscheidungen treffen, vielleicht emotionaler sein, weicher, oder weniger konsequent. Leider und das ist auch mein einziger Kritikpunkt an diesem Buch und ich spreche ihn eben auch nur an, weil der Autor das Augenmerk seiner Testleser*innen eben genau darauf gelenkt hat, ist es ihm nicht ganz gelungen hier ohne Klischees und Stereotype auszukommen. Da wird eben jeder der beiden Frauen ein überaus starker männlicher Gegenpart zur Seite gestellt, der mehr als einmal den Retter in glänzender Rüstung gibt. Da verfällt vor allem Joan in Verhaltensmuster, die nach langjähriger militärischer Ausbildung eher nicht zu erwarten wären und die man eine männlichen Figur, in der selben Situation wahrscheinlich nicht hätte tun lassen. Etwas hat mich in dieser Beziehung, besonders zu Anfang des Buches, ziemlich gestört. Es war bei den beiden Protagonistinnen öfter von - Ziehen im Magen, Kribbeln in der Magengegend etc, als Reaktion auf verschiedene Situationen - die Rede. Ich kann gar nicht richtig in Worte fassen, was genau mich an dieser Wortwahl gestört hat und ich bin mir sicher es ist wahrscheinlich völlig unbewusst vom Autor verwendet worden um die Gefühlslage seiner Figur in der jeweiligen Situation zu verdeutlichen, aber irgendwie ist es für mich so "typisch" Frau und öffnet damit direkt eine Schublade, in die die beiden Hauptfiguren definitiv nicht gehören.

Das Buch ist rasant und spannend erzählt, inklusive Raumschlachten ala Raumschiff Enterprise, es hält für die Protagonisten und den Leser gleichermaßen einige Überraschungen bereit und ist zwar erstmal in sich abgeschlossen, lässt aber genügend Fragen offen für die geplante Fortsetzung. Hier werde ich auf jeden Fall wieder mit am Start sein und bin schon sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Staffelfinale

Fluchtpunkt Kerberos - Wettlauf gegen die Zeit
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Während die verbliebene Crew der Gutabara auf der Alireza ein neues Zuhause gefunden hat und sich langsam, aber sicher mit deren KI-Mensch-Symbiose von Sylvie und Rez arrangiert, ist die Morrigan unterwegs, ...

Während die verbliebene Crew der Gutabara auf der Alireza ein neues Zuhause gefunden hat und sich langsam, aber sicher mit deren KI-Mensch-Symbiose von Sylvie und Rez arrangiert, ist die Morrigan unterwegs, um der Schwester KI der Alireza, zu Hilfe zu kommen. Deren menschlicher Teil, Thea, hat es bereits geschafft ihren Bruder auf Skryvat einzuschleusen und ist nun gemeinsam mit ihm unterwegs, um sich mit ihrem Schiff zu vereinen. Die Zeit drängt. Nicht nur, dass weitere Kampfschiffe der KMS auf Abfangkurs sind, um die Abtrünnigen zu stoppen, auch die Besatzung der ehemaligen Forschungsstation will sich nicht kampflos ihrem Schicksal ergeben.

Im dritten Sammelband der Vorteks Reihe konzentriert sich die Handlung rund um die geheime Forschungsstation Skryvat. Das Buch beinhaltet die Einzelbände 9 und 10 mit den Titeln "Skryvat" und "Kein Weg zurück" und schließt damit direkt an die Ereignisse aus den Vorgängerbänden an. Wer diese noch nicht gelesen hat, sollte dies unbedingt vorher tun. Während der Leser im zweiten Sammelband einiges über die Vergangenheit von Sylvie erfahren hat, steht hier nun Thea im Fokus. Während Sylvie zusammen mit ihrer KI bereits zu Testzwecken in ein Schiff integriert wurde, ist Thea in den Labors der stillgelegten Forschungsstation zurückgeblieben, zusammen mit einigen anderen, sehr gefährlichen Forschungsobjekten.

Auch in den letzten beiden Büchern geht es spannend weiter. Die verschiedenen Handlungsstränge laufen hier zusammen und es kommt zum finalen Showdown, bei dem der Autor nochmal einiges aufbietet. Es gibt epische Raumschlachten, verzweifelte Kämpfe innerhalb der Raumstation und dabei Einblicke in die unmenschliche Forschungsarbeit, die hier betrieben wurde. Gerade in den Kampfszenen wird es sehr rasant und durchaus auch etwas heftig. Auch diesesmal schafft es der Autor wieder gekonnt kleine Easter Eggs für SiFi Fans einzubauen, durch die man Rückschlüsse auf seine Inspirationsquellen ziehen kann. Ich sage nur Corporal Hicks, aber dem aufmerksamen Leser werden sicher noch andere Kleinigkeiten auffallen.

Mir hat der vorläufige Abschluss der Vorteks Reihe sehr gefallen, als Leser bekommt man Antworten auf Fragen, die einem schon seit den ersten Büchern im Kopf umherschwirren. Geschickt lässt der Autor aber noch ein paar lose Fäden überstehen, die auf weitere Abenteuer der liebgewonnenen Figuren hoffen lassen. Allerdings habe ich, bei all dem Lob einen klitzekleinen Kritikpunkt, der meinem inneren Monk keine Ruhe lassen will. Es gibt da einen kleinen Logikfehler, oder aber einfach nur einen Druckfehler (von denen es in diesem Buch leider ein paar gab) mit einem getöteten Marine, der nur wenige Seiten später plötzlich eine tragende Rolle bekommt. Hut ab an dieser Stelle vor der Arbeit die hinter einem solchen Projekt steckt und die man ganz ohne die Rückendeckung eines großen Verlags erledigen muss.

Eine Fortsetzung ist für Anfang 2026 angekündigt, ich bin auf jeden Fall dabei und zum Glück gibt es noch andere Bücher von Michael Hirtzy, mit denen ich die Wartezeit überbrücken kann.

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