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Veröffentlicht am 30.07.2025

Der Funke wollte leider nicht überspringen

Lonely Hearts Club. Healing
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Ich liebe die Romance-Bücher des GU Verlags, da sie Mental Health-Themen aufgreifen und diese sensibel und authentisch behandeln. Auf "Lonely Hearts Club" von Nasanin Kamani hatte ich mich sehr gefreut, ...

Ich liebe die Romance-Bücher des GU Verlags, da sie Mental Health-Themen aufgreifen und diese sensibel und authentisch behandeln. Auf "Lonely Hearts Club" von Nasanin Kamani hatte ich mich sehr gefreut, da mich der Klappentext und die Idee rund um den Club aus Gleichgesinnten mit mentalen Problemen sehr angesprochen hat. Leider wollte der Funke dieses Mal aber nicht auf mich überspringen.

Dabei hat mir der Einstieg echt gut gefallen. Direkt zu Beginn der Story werden wir Leser Zeuge davon, wie Clara ihren Klinikaufenthalt abbricht und wieder zurück nach Paris flüchtet, um sich nicht ihren Problemen stellen zu müssen. Der Weg zur mentalen Gesundheit ist nicht geradlinig, sondern oftmals steinig und mit Umwegen. Das fand ich sehr gut und realistisch dargestellt.

Weniger authentisch haben sich hingegen einige der Dialoge für mich angefühlt. Ich mochte den Schreibstil eigentlich, da er flüssig und angenehm zu lesen war – allerdings waren mir die Dialoge zu gewollt poetisch angehaucht, was nicht wirklich zum jungen Alter der Protagonisten gepasst hat und auf mich oftmals etwas "geschwollen" gewirkt hat.

Generell muss ich auch leider sagen, dass ich weder mit Clara noch mit Milly wirklich warm geworden bin. Ich fand es gut, dass die Story abwechselnd aus Sicht beider Protagonisten erzählt wird, um so Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelt zu bekommen. Dennoch sind für mich beide recht blass geblieben. Zudem war die Kommunikation zwischen den beiden recht oberflächlich und ich habe die Gefühle zwischen ihnen einfach nicht gespürt. Sehr schade.

"Lonely Hearts Club" liegt eine tolle Idee zugrunde und ich mochte den Mental Health-Aspekt sehr gerne. Leider wurde das Potenzial für mich aber nicht wirklich ausgeschöpft und die Story ist zu oberflächlich geblieben.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Leider nicht meins

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
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Ein altes Hotel, in dem seltsame Dinge geschehen und Menschen verschwinden, ein True-Crime-Podcast und "Only Murders in the Building"-Vibes: Ich konnte es kaum erwarten, "Hotel Ambrosia" von Katie Kento ...

Ein altes Hotel, in dem seltsame Dinge geschehen und Menschen verschwinden, ein True-Crime-Podcast und "Only Murders in the Building"-Vibes: Ich konnte es kaum erwarten, "Hotel Ambrosia" von Katie Kento zu lesen – vor allem auch nach den vielen positiven Rezensionen. Die Idee klang einfach soooo gut. Leider konnte mich die Umsetzung aber nicht wirklich überzeugen.

Dabei bin ich dank des flüssigen Schreibstils gut in die Geschichte reingekommen und fand es interessant, mehr über die 17-jährige Robyn sowie das Ambrosia und die sonderbaren Vorkommnisse dort zu erfahren. Besonders gut haben mir auch die E-Mails, Chats und Gedächtnisprotokolle gefallen, die das Ganze etwas aufgelockert haben.

Storytechnisch hat sich der Anfang aber doch recht gezogen, da auf den ersten 100 Seiten nicht viel passiert ist. Erst als A.J. auftauchte, hatte ich das Gefühl, dass die Story an Fahrt aufnimmt. Leider hielt dies nicht lange, und mit A.J.s Verschwinden bekam die Geschichte wieder einige Längen, bevor sich die Ereignisse am Ende überschlugen und eine abstruse Wendung die nächste jagte. Dadurch wirkte alles sehr konstruiert.

Hinzu kommt, dass Robyn für mich nicht wirklich greifbar war. Ich fand es super, dass Kento eine Protagonistin erschaffen hat, die aufgrund einer chronischen Krankheit im Rollstuhl sitzt – denn Repräsentation so wichtig. Und auch wenn mir Robyn zu Beginn sympathisch war, ist sie mir mit ihrer doch sehr kontrollierenden und anstrengenden Art etwas auf die Nerven gegangen. Mir hat auch nicht gefallen, wie sie mit ihrer Tante und A.J. umgesprungen ist. A.J. mochte ich hingegen sehr; er war für mich das Highlight und ich hätte mir gewünscht, dass er noch präsenter gewesen wäre.

Auch wenn ich "Hotel Ambrosia" noch so sehr mögen wollte, hat mich die Story leider nicht gepackt. Vielleicht bin ich inzwischen auch einfach zu alt für Jugendbücher. 🫣

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Tolle Idee, aber die Umsetzung hat mir nicht so gefallen

Lake of Lies – Hidden
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Wie schön ist dieses Buch bitte? 😍 Ich muss sagen, dass ich mich in das Cover und den Farbschnitt von Leonie Lastellas "Lake of Lies – Hidden" schockverliebt habe. Und auch die Story mit ihren Romance- ...

Wie schön ist dieses Buch bitte? 😍 Ich muss sagen, dass ich mich in das Cover und den Farbschnitt von Leonie Lastellas "Lake of Lies – Hidden" schockverliebt habe. Und auch die Story mit ihren Romance- und Suspense-Elementen klang vielversprechend.

Als Leser wird man bereits im Prolog direkt in die Handlung geworfen, was mir gut gefallen hat. Via wurde von ihrem inzwischen Ex-Freund River übel mitgespielt und deshalb Opfer von Cybermobbing und Anfeindungen. Darum flieht sie an den Lake Tahoe, wo sie Miles kennenlernt.

Das Setting am Lake Tahoe und die Hidden Woods Lounge haben mir richtig gut gefallen, genau wie der flüssige und bildliche Schreibstil. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Via und Miles, wodurch man mehr über ihre Gefühle und ihr Päckchen, das sie mit sich herumtragen, erfährt. Hin und wieder gibt es auch kurze Kapitel aus Sicht einer unbekannten dritten Person, die Via zu stalken scheint.

Auch wenn Miles die ganze Zeit recht blass geblieben ist, mochte ich ihn sehr gerne. Mit Via bin ich hingegen nicht warmgeworden. Gerade zu Beginn war sie sehr von sich eingenommen und paranoid und hat Miles beschuldigt, über sie Bescheid zu wissen. Dennoch kommen die beiden sich kurz darauf schon näher, was sich zu schnell und nicht authentisch angefühlt hat. Und dann ist da auch die ständige Miscommunication zwischen den beiden...

Zudem ist für mich nicht nachvollziehbar, dass Via River verzeiht und ihn wieder in ihr Leben lässt, ohne dass seine Aktion überhaupt nochmal thematisiert wird oder er sich entschuldigt. Und: Ich mag einfach keine Love Triangles, das hat sich beim Lesen erneut bestätigt. 🙈

Dem Suspense-Teil lag ein wichtiges Thema zugrunde, dessen Potenzial meiner Meinung nach jedoch nicht ausgeschöpft wurde. Leider fand ich die Storyline nicht wirklich spannend.

Insgesamt konnte mich "Lake of Lies – Hidden" deshalb leider nicht so richtig überzeugen, auch wenn mir die Idee, das Setting und der Schreibstil gefallen haben.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Für mich leider der schwächste Fitzek

Das Kalendermädchen
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Lange Zeit war Sebastian Fitzek mein Go-To-Autor, wenn es um Psychothriller geht. Ich habe seine früheren Werke wie "Der Augensammler" oder "Passagier 23" geliebt, weil sie so spannend und atmosphärisch ...

Lange Zeit war Sebastian Fitzek mein Go-To-Autor, wenn es um Psychothriller geht. Ich habe seine früheren Werke wie "Der Augensammler" oder "Passagier 23" geliebt, weil sie so spannend und atmosphärisch sind, doch die letzten Jahre haben mich seine Bücher immer mehr enttäuscht. Auf "Das Kalendermädchen" habe ich mich aber sehr gefreut, da ich vorab das Notrufprotokoll aus dem ersten Kapitel auf Fitzeks Instagram-Profil gelesen und direkt Gänsehaut hatte.

Der Schreibstil hat mit wie gewohnt sehr gut gefallen, da er sehr flüssig und atmosphärisch ist und ich sofort im Geschehen war. Außerdem waren mir mit Olivia und Valentina die Protagonstinnen der beiden Erzählstränge sehr sympathisch und ich mochte es, mehr über sie zu erfahren.

Bereits nach den ersten Kapiteln hatte ich unzählige Fragezeichen im Kopf und war komplett verwirrt – was per se etwas Gutes ist. Durch die verschiedenen Erzählstränge und auch -zeiten ist die Spannungskurve für mich aber sehr flach geblieben. Zwar gibt es die für Fitzek typischen Cliffhanger am Ende vieler Kapitel, allerdings wurde dann meist die Perspektive gewechselt, wodurch sich keine wirkliche Spannung aufgebaut hat.

Hinzu kommt, dass es für meinen Geschmack zu viele Logikfehler und unrealistische Momente gibt. Ob die Pille danach, die es so in dieser Form vor 21 Jahren noch gar nicht gab, die Szene im Krankenhaus oder auch das Verhalten Julians in der kompletten Story – es gab einfach so viel, was vorne und hinten nicht gepasst hat und mir das Gefühl gegeben hat, dass die Geschichte an den Haaren herbeigezogen ist, wodurch ich die Geschichte nicht wirklich genießen konnte.

Sebastian Fitzek ist ein Meister der Cliffhanger und Plot Twists, aber in den letzten Jahren konnte mich keines seiner Werke so wirklich überzeugen. "Das Kalendermädchen" ist für mich leider sein bisher schwächstes Werk.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Verschenktes Potenzial und keinerlei Spannung

Shadow
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Ich hatte mich sehr auf "Shadow" von Sophia Como gefreut. Romance trifft auf Suspense und das in wunderschöner sizilianischer Kulisse – das klingt einfach so gut. Leider konnte die Story meinen Erwartungen ...

Ich hatte mich sehr auf "Shadow" von Sophia Como gefreut. Romance trifft auf Suspense und das in wunderschöner sizilianischer Kulisse – das klingt einfach so gut. Leider konnte die Story meinen Erwartungen aber nicht gerecht werden.

Dabei hat mir der Einstieg echt gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Hinzu kommt das tolle Setting, das so bildhaft und wunderschön beschrieben wird, dass ich das Gefühl hatte, selbst auf dem Weingut von Sofias Familie in Castellammare del Golfo zu sein.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der beiden Protagonisten Sofia und Valentin. Dadurch lernt man die beiden besser kennen und man taucht als Leser in ihre Gedanken und Gefühlswelt ein. Dennoch bin ich mit beiden nicht wirklich warm geworden. In meinen Augen sind sie die ganze Zeit recht blass geblieben und ich habe die Chemie zwischen ihnen nicht wirklich gespürt.

Darüber hinaus hatte ich auch mit der Story selbst so meine Probleme. Zum einen ist der Suspense-Teil quasi nonexistent. Der Stalker, vor dem Sofia nach Sizilien zieht, ist überhaupt nicht präsent, wodurch für mich leider überhaupt keine Spannung aufkam. Vielmehr dümpelt die Story nur so vor sich hin, ohne dass wirklich etwas passiert.

Zum anderen empfand ich die Story als viel zu konstruiert – vor allem in Bezug auf das Ende. Sowohl die Stalker-Thematik als auch Valentins Familiengeheimnis werden für meinen Geschmack plötzlich viel zu schnell aufgelöst und fühlen sich einfach sehr an den Haaren herbeigezogen an, sodass ich bei den letzten Kapiteln gar nicht mehr aus dem Kopfschütteln herausgekommen bin. 🙈

Insgesamt konnte mich "Shadow" leider nicht überzeugen, auch wenn der Einstieg vielversprechend war. Durch das krasse Marketing (samt Bloggerreise nach Sizilien) im Vorfeld des Releases hatte ich extrem hohe Erwartungen an die Story, die aber leider nicht erfüllt werden konnten.

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