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Veröffentlicht am 21.08.2025

Der Junos-Zauber

Happy – Wo du mich findest
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Nachdem Anouks Eltern sich getrennt haben, besteht die Möglichkeit, dass das wunderschöne Beachhouse an der kalifornischen Küste im magisch-verträumten Junos veräußert werden soll. Das will Anouk um jeden ...

Nachdem Anouks Eltern sich getrennt haben, besteht die Möglichkeit, dass das wunderschöne Beachhouse an der kalifornischen Küste im magisch-verträumten Junos veräußert werden soll. Das will Anouk um jeden Preis verhindern und reist heimlich nach Junos, um das Haus zu retten. Vor Ort trifft sie nicht nur auf die lieb gewonnenen Dorfbewohner, sondern erhält zudem merkwürdige Postkarten, in denen ihr geraten wird, sie solle nach der großen Liebe Ausschau halten. Gut, dass ihr langjähriger Freund Noah ebenfalls vor Ort ist - mit ihm gemeinsam wird sie doch herausfinden können, wer hinter den Karten steckt - oder?

Da ich Dagmar Bach schon von ihrer "Zimt"- sowie ihrer "Glück"-Reihe kenne, war meine Neugier auf ihr neues Buch natürlich sofort geweckt. Diesmal richtet sie sich an eine etwas ältere Zielgruppe, und ich war gespannt, ob mich die Geschichte genauso verzaubern würde wie ihre bisherigen Werke.

Was mir direkt gefallen hat: Die Figuren waren mir durchweg sympathisch und waren süß, sodass ich sie gern auf ihrer Reise begleitete. Das Setting an der Westküste – mit Meer, Küstenluft und Fernwehgarantie – machte die Lektüre leicht und entspannend. Besonders schön fand ich auch, dass man nicht nur die weibliche, sondern später auch die männliche Perspektive erhielt. Dadurch wirkte die Liebesgeschichte vollständiger, und am Ende fügte sich alles zwischen den beiden Hauptfiguren stimmig zusammen.

Trotzdem muss ich sagen: Ganz so rund war das Ganze für mich nicht. Die Handlung wirkte oft etwas wirr und baute stark auf Zufällen auf – teilweise so, dass es mich beim Lesen etwas genervt hat. Auch einige unrealistische Momente konnte ich nicht immer mit dem sonst so charmanten Magie-Aspekt der Autorin erklären. Besonders am Schluss habe ich die Reaktion der Eltern auf Anouks Aktion vermisst, da blieb für mich eine spürbare Lücke zurück. Zudem wurde für mich zu wenig hinterfragt, dass die Figuren finanziell alle Möglichkeiten haben und dadurch etwas weniger Bodenhaftung spürbar ist.

Unterm Strich ist "Happy, wo du mich findest" eine süße, leichte Geschichte mit Wohlfühlatmosphäre, die mich aber nicht so mitgerissen hat wie die Zimt-Reihe.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Durchwachsener Auftakt

Irida 1. Irida und die Stadt der Geheimnisse
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Die 14-jährige Irida lebt in Hohenburg – eine Stadt, die von vielen Mythen und Sagen umgeben ist. Gemeinsam mit ihren 3 Freunden bildet sie die Gruppe der „Furchtlosen“ und sammelt diese alten Geschichten. ...

Die 14-jährige Irida lebt in Hohenburg – eine Stadt, die von vielen Mythen und Sagen umgeben ist. Gemeinsam mit ihren 3 Freunden bildet sie die Gruppe der „Furchtlosen“ und sammelt diese alten Geschichten. Als sich eines Tages ein merkwürdiger Vorfall mit 2 verschwundenen Schatzsuchern ereignet, nehmen die 4 Kids direkt die Ermittlungen auf und entdecken, dass alte Magie ihr Unwesen treibt.

Mit Irida wagt sich Markus Heitz ins Kinder- und Jugendbuch-Genre. Inhaltlich wird man sofort in mehrere Handlungsstränge hineingezogen, sodass die Neugier direkt geweckt wird und man kontinuierlich weiterlesen möchte. Einziger Wermutstropfen waren dabei die relativ große Schrift des Buchdrucks und die teils sperrigen Satzkonstruktionen, die meinen Lesefluss störten. Die Fülle an Strängen sorgte dennoch für Spannung und Unvorhersehbarkeit, machte es aber auch nötig, genau aufzupassen, um den Überblick nicht zu verlieren. Gelungen fand ich, dass die Zusammenhänge erst nach und nach sichtbar wurden und das Buch nicht in vorhersehbare Muster verfiel.

Die Freundesgruppe der „Furchtlosen“ ist bunt gemischt, jede Figur bringt eigene Besonderheiten mit, zu denen sie alle offen stehen, was in dem Alter erfrischend wirkt. Besonders Irida sticht dabei heraus: geheimnisvoll, kraftvoll, möglicherweise magisch und mit einer Vergangenheit, die noch Rätsel aufgibt. Trotzdem blieben die Figuren insgesamt lange unnahbar, da man wenig Einblick in ihre Gefühle bekommt. Alle 4 wurden mir nicht recht sympathisch und auch ihr souveränes, fast schon überlegenes Handeln wirkte auf mich manchmal etwas unrealistisch für 14-Jährige.

Der Sprachstil ist klar auf eine jüngere Leserschaft (ab ca. 11 Jahren) zugeschnitten – als Erwachsener liest man flüssig mit, merkt aber die vereinfachte Sprache und die sehr detailreichen, teils gestelzten Beschreibungen. Kleidung, Frisuren oder Essensgewohnheiten wurden oft so präzise geschildert, dass der Fantasie wenig Raum blieb. Das wirkte auf mich manchmal sperrig und bremste meinen Lesefluss, auch wenn die fantasievollen Ideen und die magischen Elemente überzeugten.

Fazit: Irida bietet viele spannende, bunte Ideen, eine abwechslungsreiche Handlung und eine Grundgeschichte, die neugierig auf mehr macht. Allerdings wirken die Hauptfiguren auf mich oft zu perfekt und emotional distanziert, und der Stil schwankt zwischen kindgerecht und etwas zu einfach für die dargestellten Teenager. Bei mir ist der Funke leider nicht recht übergesprungen. Wer aber Lust auf eine magische Abenteuergeschichte mit vielen Wendungen hat und nicht von detailverliebten Beschreibungen abgeschreckt wird, wird hier fündig. Ob man für die vielen offenen Fragen zu Band zwei greift, hängt wohl davon ab, wie sehr einen die Figuren für sich einnehmen konnten.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Ein Dorf in Cornwall

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe
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Inhalt: Sophie Wilde ist eine der erfolgreichsten Restaurantkritikerinnen Londons. Doch als sie in eine private Krise gerät, macht sie einen entscheidenden Fehler: bei der lang erwarteten Eröffnung des ...

Inhalt: Sophie Wilde ist eine der erfolgreichsten Restaurantkritikerinnen Londons. Doch als sie in eine private Krise gerät, macht sie einen entscheidenden Fehler: bei der lang erwarteten Eröffnung des Restaurants von Model Annabelle Scott. Sophies vernichtende Kritik am Restaurant – und an Annabelle – lösen einen unerwarteten Shitstorm aus. Ihr Chef verordnet Sophie eine Auszeit und nagelt sie außerdem auf ihre öffentliche Behauptung fest, sie könne überall auf der Welt ein Sterne-Restaurant eröffnen: Er schickt sie nach Port Haven an der Küste von Cornwall. Kurzerhand zieht Sophie mit ihrer Mutter und ihrer Teenager-Tochter in den kleinen Hafenort und übernimmt das heruntergekommene «Smugglers’ Inn», mitsamt seiner schrulligen Angestellten, die ihrem Vorhaben, Spitzenküche etablieren zu wollen, allesamt ablehnend gegenüberstehen. Der einzige Lichtblick ist Koch Lennox, der so gut aussieht, wie er kocht. Doch kann Sophie unter diesen Umständen eine Gourmet-Adresse schaffen? Oder ist es ihr eigenes Leben, das ein ganz neues Rezept braucht?

A Taste of Cornwall ist ein Roman, der mich nicht so vereinnahmt hat, wie erhofft. Da es mir beim Lesen aber etwas an Tiefe fehlte, bin ich nach kurzer Zeit auf das Hörbuch gewechselt. Das hat mich sehr viel mehr angesprochen und eignet sich hervorragend zum Nebenher-Hören. Die Geschichte spielt im wunderschönen Cornwall, was für eine atmosphärische Kulisse sorgte und definitiv zu den Stärken des Buches gehört.

Als besonders gelungen empfand ich die vielen liebevoll gezeichneten Nebenfiguren, die mit Humor und Eigenheiten überzeugten und sich klar voneinander abhebten. Leider wirkte der Roman insgesamt doch eher seicht und konnte mich nicht wirklich fesseln.

Die Hauptfigur Sophie selbst blieb für mich leider eher unsympathisch, auch wenn sie im Verlauf der Handlung eine Wandlung durchmachte. So richtig zünden wollte ihre Entwicklung bei mir nicht. Im Vergleich zu anderen Büchern von Katharina Herzog konnte mich dieser Roman deshalb nicht ganz so mitreißen; beim Lesen fehlte mir etwas von dem Wohlfühl-Charme, den ich sonst an ihren Geschichten so schätze.

Sehr berührend fand ich jedoch das Nachwort der Autorin, das dem Buch einen persönlichen Abschluss gab. Trotz meiner Kritik könnte ich mir vorstellen, auch den zweiten Band zu lesen bzw. zu hören — allein schon wegen der tollen Nebenfiguren und der stimmungsvollen Cornwall-Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Schnell wegzulesen

Als ich dich traf
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Inhalt: Daphne Bell glaubt, dass das Universum einen Plan für sie hat. Jedes Mal, wenn sie einen neuen Mann kennenlernt, erhält sie einen Zettel mit seinem Namen und einer Zahl darauf – die Zeit, die sie ...

Inhalt: Daphne Bell glaubt, dass das Universum einen Plan für sie hat. Jedes Mal, wenn sie einen neuen Mann kennenlernt, erhält sie einen Zettel mit seinem Namen und einer Zahl darauf – die Zeit, die sie zusammen sein werden. Die Zettel sagen ihr, dass sie drei Tage mit Martin in Paris verbringen wird, fünf Wochen mit Noah in San Francisco und drei Monate mit Hugo, ihrem Ex-Freund, der jetzt ihr bester Freund ist. Daphne erhält die Zettel seit ihrer Abschlusszeit in der High School und fragt sich immer wieder, wann sie wohl einen ohne Verfallsdatum finden wird. Am Abend eines Blind Dates in ihrem Lieblingsrestaurant in Los Angeles steht schließlich nur ein Name auf dem Papier: Jake. Ist er der Richtige?

Während Jake und Daphne sich immer näherkommen, ringt sie mit der Frage, wie viel Wahrheit die Liebe verträgt. Denn Daphne hat ein Geheimnis, das Jake ganz sicher das Herz brechen würde, wenn er es herausfindet.

„Als ich dich traf“ hat ein paar wirklich berührende Momente, insgesamt blieb es für mich aber etwas weniger emotional, als ich es mir erhofft hatte. Besonders in der ersten Hälfte fiel es mir schwer, eine Verbindung zur Protagonistin aufzubauen – ihre Entscheidungen waren für mich oft nicht nachvollziehbar, was sie mir leider unsympathisch machte.

Den männlichen Love Interest dagegen fand sehr liebenswert und er brachte eine gewisse Wärme in die Geschichte. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, sodass man das Buch leicht an einem Nachmittag weglesen kann.

Alles in allem eine nette, leicht zu lesende Liebesgeschichte, die mich emotional aber nicht ganz so tief berührt hat, wie ich es mir gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Diffuser Magienebel

Glory of Broken Dreams (Devil's Dance 1)
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Inhalt: Die junge Charlotte erhält die Chance ihres Lebens, als sie als Varietétänzerin im sagenumwobenen Luxushotel Lichtenstein anfangen kann, einem berauschenden Ort voller Spektakel und Magie, zu dem ...

Inhalt: Die junge Charlotte erhält die Chance ihres Lebens, als sie als Varietétänzerin im sagenumwobenen Luxushotel Lichtenstein anfangen kann, einem berauschenden Ort voller Spektakel und Magie, zu dem nur die Reichen und Mächtigen Zutritt haben – und nun auch Charlie. Sie will auf den verzückenden Bällen tanzen, auf denen Wünsche wahr werden, denn für ihren geheimen Herzenswunsch ist sie bereit, jeden Preis zu zahlen. Doch für den Besuch der magischen Bälle braucht sie eine Begleitung – wie (un)glücklich, dass sie auf den schweigsamen Showboxer Willem trifft. Willem ergreift seine Chance, sich auf die lasterhaften Tanzbälle einzuschleusen. Denn er weiß, dass die Magie des Hotels diabolisch ist. Menschen verschwinden, wie einst sein Bruder, den er finden will. Auf den Bällen wird die große Liebe exzessiv gefeiert, doch endet stets in einer Tragödie. Willem muss alles riskieren, doch unter keinen Umständen sein Herz …


Ein Hotel wie aus den goldenen Zwanzigern, geheimnisvolle Flure, flüsternde Türen – und mittendrin zwei Figuren, die mich fasziniert, aber nie ganz eingefangen haben.

„Glory of Broken Dreams“ ist Teil 1 einer neuen Dilogie von Ruby Braun und hat mich anfangs sofort gepackt. Dieses schillernd-verblasste Hotel-Setting, die wechselnden Perspektiven zwischen William und Charlotte, das alles hatte etwas Unwirkliches, fast Magisches. Sogar der Buchschnitt ist ulkig – zerfasert, wie die Geschichte selbst. Und genau das wurde für mich leider zum Problem: Was zuerst wie ein spannender Nebel wirkte, wurde mit der Zeit einfach nur diffus.

Ich habe mich bemüht, William näherzukommen, weil er noch am greifbarsten war, aber er blieb so verschlossen, dass ich ihn kaum fassen konnte. Charlotte wiederum hätte mich vielleicht berühren können, doch ihr rücksichtsloser Drang nach Ruhm hat mich eher abgestoßen als mitgerissen. Ihre Liebesbeziehung mit William kam zudem für meinen Geschmack zu plötzlich, auch wenn die Anziehung vorher dargestellt wurde.

Am meisten mochte ich Wanda, Charlottes Schwester: stark, klug, loyal. Bei ihr hatte ich endlich das Gefühl, jemanden zu verstehen, allerdings blieb sie als Nebenfigur eher untergeordnet. Umso mehr freue ich mich, dass sie im zweiten Band eine größere Rolle spielen soll.

Was mich am meisten enttäuscht hat, war, dass das Geheimnisvolle nicht zu einem befriedigenden Ziel führte. Statt Antworten zu bekommen, fehlte mir der rote Faden, es wurde alles nur verworrener, bis ganz am Ende endlich etwas Aufklärung über die Magie ins Spiel kam – und dann kam der böse Cliffhanger.

Trotzdem: Irgendwas lässt mich nicht los. Vielleicht ist es genau dieses Unvollständige, das mich doch weiterlesen lässt. Ich hoffe sehr, dass Band 2 den roten Faden aufnimmt, mich endlich das große Ganze sehen und verstehen lässt.

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