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Veröffentlicht am 05.09.2025

Heilung durch Gebäck

Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei
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Lee Onhwas Roman „Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei“ entführt in eine magische Konditorei, die nachts ihre Türen für Menschen und Geister öffnet. Im Zentrum steht Yeonhwa, die nach dem Tod ihrer ...

Lee Onhwas Roman „Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei“ entführt in eine magische Konditorei, die nachts ihre Türen für Menschen und Geister öffnet. Im Zentrum steht Yeonhwa, die nach dem Tod ihrer Großmutter deren Konditorei erbt und sich plötzlich mit einer ungewohnten Verantwortung und einer geheimnisvollen Vergangenheit konfrontiert sieht.


Der Roman las sich flüssig und ich flog schnell durch die Seiten. Zu Beginn wirkte der Stil auf mich etwas gestelzt und betulich, was sich aber nach Yeonhwas Arbeitsbeginn in der Konditorei legte. Dennoch empfand ich eine gewisse Distanziertheit in der Erzählweise – ich konnte mit der Hauptfigur nicht wirklich warm werden und hätte mir mehr Einblicke in ihre Gefühlswelt gewünscht. Emotionale Wendungen, wie ihre Reaktion auf eine große Enthüllung, wurden zu schnell abgehandelt, sodass mich die Dramatik nicht voll erreichte.


Besonders berührt haben mich hingegen die Geschichten der Kunden wie etwa das Schicksal einer Mutter oder die stille Liebe eines Basketballspielers. Diese Episoden spiegelten eine wiederkehrende Thematik: das Schweigen. Immer wieder scheitern Beziehungen an unausgesprochenen Gefühlen oder Rücksichtnahmen, die das Leben tragisch beeinflussen. Das stimmte mich nachdenklich und wirkte wie ein sanfter Appell, offener miteinander zu kommunizieren. Gleichzeitig hat es mich aber in manchen Geschichten auch frustriert, weil das Gefühl blieb, ein Tod wäre durch offene Kommunikation verhinderbar gewesen.

Spannend waren auch die Einblicke in die koreanische Kultur, sei es durch Essgewohnheiten, Moralvorstellungen oder den Umgang mit Schicksal und Verlust. Gleichzeitig machte es mir der ungewohnte Wortschatz (viele Gebäcke, kulturelle Begriffe) nicht immer leicht. Ein Glossar hätte das Lesen erleichtert.

Während die Episoden der Gäste berührend waren, blieb die Rahmenhandlung um Yeonhwa für mich blass. Die magischen Elemente hätten für meinen Geschmack mehr Raum und Tiefe vertragen. Stattdessen wurden große Enthüllungen oft in wenigen Sätzen abgehandelt. Das „cosy“ Gefühl, das ich erwartet hatte, stellte sich nicht richtig ein.

Fazit: Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei ist ein leiser, poetischer Roman voller sanfter Lebensweisheiten. Er macht nachdenklich darüber, wie wichtig Kommunikation ist und wie flüchtig das Leben sein kann. Wer ruhige Geschichten mit einem Hauch Magie und Einblick in die koreanische Kultur schätzt, findet hier eine bereichernde Lektüre für Zwischendurch. Wer jedoch auf eine dichte Rahmenhandlung, tiefere Charakterzeichnung und konsequent ausgearbeitete Magie hofft, könnte enttäuscht werden.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Niedlich

Idefix und die Unbeugsamen 08
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Inhalt: Teutates sei Dank ist Idefix gewiefter, Turbine schneller und Dertutnix stärker als Zerberus und jeder aus seiner Wachmeute. Das hindert die Besatzer allerdings nicht am Versuch, eine römische ...

Inhalt: Teutates sei Dank ist Idefix gewiefter, Turbine schneller und Dertutnix stärker als Zerberus und jeder aus seiner Wachmeute. Das hindert die Besatzer allerdings nicht am Versuch, eine römische Ordnung in Lutetia herzustellen. Aber nicht, solange Idefix und seine Freunde noch ein Wörtchen mitzureden haben! Denn Hunde, die bellen, beißen auch – aber nur die Römer!

Ich lese die Asterix und Obelix Comics sehr gerne - Idefix im Zentrum des Geschehens der Comics kannte ich bisher nicht. Der Band besteht aus 3 Kurzgeschichten, die unterhaltsam und niedlich sind. Vom Gehalt her kommen sie an das Original jedoch nicht heran.

Ich habe viel Schmunzeln müssen - abgerundet wird das ganze mit den gewohnt guten Zeichnungen, die schon Asterix&Obelix weltbekannt gemacht haben.

Insgesamt ein vergnügliches Lesen für Zwischendurch!

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Der Junos-Zauber

Happy – Wo du mich findest
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Nachdem Anouks Eltern sich getrennt haben, besteht die Möglichkeit, dass das wunderschöne Beachhouse an der kalifornischen Küste im magisch-verträumten Junos veräußert werden soll. Das will Anouk um jeden ...

Nachdem Anouks Eltern sich getrennt haben, besteht die Möglichkeit, dass das wunderschöne Beachhouse an der kalifornischen Küste im magisch-verträumten Junos veräußert werden soll. Das will Anouk um jeden Preis verhindern und reist heimlich nach Junos, um das Haus zu retten. Vor Ort trifft sie nicht nur auf die lieb gewonnenen Dorfbewohner, sondern erhält zudem merkwürdige Postkarten, in denen ihr geraten wird, sie solle nach der großen Liebe Ausschau halten. Gut, dass ihr langjähriger Freund Noah ebenfalls vor Ort ist - mit ihm gemeinsam wird sie doch herausfinden können, wer hinter den Karten steckt - oder?

Da ich Dagmar Bach schon von ihrer "Zimt"- sowie ihrer "Glück"-Reihe kenne, war meine Neugier auf ihr neues Buch natürlich sofort geweckt. Diesmal richtet sie sich an eine etwas ältere Zielgruppe, und ich war gespannt, ob mich die Geschichte genauso verzaubern würde wie ihre bisherigen Werke.

Was mir direkt gefallen hat: Die Figuren waren mir durchweg sympathisch und waren süß, sodass ich sie gern auf ihrer Reise begleitete. Das Setting an der Westküste – mit Meer, Küstenluft und Fernwehgarantie – machte die Lektüre leicht und entspannend. Besonders schön fand ich auch, dass man nicht nur die weibliche, sondern später auch die männliche Perspektive erhielt. Dadurch wirkte die Liebesgeschichte vollständiger, und am Ende fügte sich alles zwischen den beiden Hauptfiguren stimmig zusammen.

Trotzdem muss ich sagen: Ganz so rund war das Ganze für mich nicht. Die Handlung wirkte oft etwas wirr und baute stark auf Zufällen auf – teilweise so, dass es mich beim Lesen etwas genervt hat. Auch einige unrealistische Momente konnte ich nicht immer mit dem sonst so charmanten Magie-Aspekt der Autorin erklären. Besonders am Schluss habe ich die Reaktion der Eltern auf Anouks Aktion vermisst, da blieb für mich eine spürbare Lücke zurück. Zudem wurde für mich zu wenig hinterfragt, dass die Figuren finanziell alle Möglichkeiten haben und dadurch etwas weniger Bodenhaftung spürbar ist.

Unterm Strich ist "Happy, wo du mich findest" eine süße, leichte Geschichte mit Wohlfühlatmosphäre, die mich aber nicht so mitgerissen hat wie die Zimt-Reihe.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Durchwachsener Auftakt

Irida 1. Irida und die Stadt der Geheimnisse
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Die 14-jährige Irida lebt in Hohenburg – eine Stadt, die von vielen Mythen und Sagen umgeben ist. Gemeinsam mit ihren 3 Freunden bildet sie die Gruppe der „Furchtlosen“ und sammelt diese alten Geschichten. ...

Die 14-jährige Irida lebt in Hohenburg – eine Stadt, die von vielen Mythen und Sagen umgeben ist. Gemeinsam mit ihren 3 Freunden bildet sie die Gruppe der „Furchtlosen“ und sammelt diese alten Geschichten. Als sich eines Tages ein merkwürdiger Vorfall mit 2 verschwundenen Schatzsuchern ereignet, nehmen die 4 Kids direkt die Ermittlungen auf und entdecken, dass alte Magie ihr Unwesen treibt.

Mit Irida wagt sich Markus Heitz ins Kinder- und Jugendbuch-Genre. Inhaltlich wird man sofort in mehrere Handlungsstränge hineingezogen, sodass die Neugier direkt geweckt wird und man kontinuierlich weiterlesen möchte. Einziger Wermutstropfen waren dabei die relativ große Schrift des Buchdrucks und die teils sperrigen Satzkonstruktionen, die meinen Lesefluss störten. Die Fülle an Strängen sorgte dennoch für Spannung und Unvorhersehbarkeit, machte es aber auch nötig, genau aufzupassen, um den Überblick nicht zu verlieren. Gelungen fand ich, dass die Zusammenhänge erst nach und nach sichtbar wurden und das Buch nicht in vorhersehbare Muster verfiel.

Die Freundesgruppe der „Furchtlosen“ ist bunt gemischt, jede Figur bringt eigene Besonderheiten mit, zu denen sie alle offen stehen, was in dem Alter erfrischend wirkt. Besonders Irida sticht dabei heraus: geheimnisvoll, kraftvoll, möglicherweise magisch und mit einer Vergangenheit, die noch Rätsel aufgibt. Trotzdem blieben die Figuren insgesamt lange unnahbar, da man wenig Einblick in ihre Gefühle bekommt. Alle 4 wurden mir nicht recht sympathisch und auch ihr souveränes, fast schon überlegenes Handeln wirkte auf mich manchmal etwas unrealistisch für 14-Jährige.

Der Sprachstil ist klar auf eine jüngere Leserschaft (ab ca. 11 Jahren) zugeschnitten – als Erwachsener liest man flüssig mit, merkt aber die vereinfachte Sprache und die sehr detailreichen, teils gestelzten Beschreibungen. Kleidung, Frisuren oder Essensgewohnheiten wurden oft so präzise geschildert, dass der Fantasie wenig Raum blieb. Das wirkte auf mich manchmal sperrig und bremste meinen Lesefluss, auch wenn die fantasievollen Ideen und die magischen Elemente überzeugten.

Fazit: Irida bietet viele spannende, bunte Ideen, eine abwechslungsreiche Handlung und eine Grundgeschichte, die neugierig auf mehr macht. Allerdings wirken die Hauptfiguren auf mich oft zu perfekt und emotional distanziert, und der Stil schwankt zwischen kindgerecht und etwas zu einfach für die dargestellten Teenager. Bei mir ist der Funke leider nicht recht übergesprungen. Wer aber Lust auf eine magische Abenteuergeschichte mit vielen Wendungen hat und nicht von detailverliebten Beschreibungen abgeschreckt wird, wird hier fündig. Ob man für die vielen offenen Fragen zu Band zwei greift, hängt wohl davon ab, wie sehr einen die Figuren für sich einnehmen konnten.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Ein Dorf in Cornwall

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe
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Inhalt: Sophie Wilde ist eine der erfolgreichsten Restaurantkritikerinnen Londons. Doch als sie in eine private Krise gerät, macht sie einen entscheidenden Fehler: bei der lang erwarteten Eröffnung des ...

Inhalt: Sophie Wilde ist eine der erfolgreichsten Restaurantkritikerinnen Londons. Doch als sie in eine private Krise gerät, macht sie einen entscheidenden Fehler: bei der lang erwarteten Eröffnung des Restaurants von Model Annabelle Scott. Sophies vernichtende Kritik am Restaurant – und an Annabelle – lösen einen unerwarteten Shitstorm aus. Ihr Chef verordnet Sophie eine Auszeit und nagelt sie außerdem auf ihre öffentliche Behauptung fest, sie könne überall auf der Welt ein Sterne-Restaurant eröffnen: Er schickt sie nach Port Haven an der Küste von Cornwall. Kurzerhand zieht Sophie mit ihrer Mutter und ihrer Teenager-Tochter in den kleinen Hafenort und übernimmt das heruntergekommene «Smugglers’ Inn», mitsamt seiner schrulligen Angestellten, die ihrem Vorhaben, Spitzenküche etablieren zu wollen, allesamt ablehnend gegenüberstehen. Der einzige Lichtblick ist Koch Lennox, der so gut aussieht, wie er kocht. Doch kann Sophie unter diesen Umständen eine Gourmet-Adresse schaffen? Oder ist es ihr eigenes Leben, das ein ganz neues Rezept braucht?

A Taste of Cornwall ist ein Roman, der mich nicht so vereinnahmt hat, wie erhofft. Da es mir beim Lesen aber etwas an Tiefe fehlte, bin ich nach kurzer Zeit auf das Hörbuch gewechselt. Das hat mich sehr viel mehr angesprochen und eignet sich hervorragend zum Nebenher-Hören. Die Geschichte spielt im wunderschönen Cornwall, was für eine atmosphärische Kulisse sorgte und definitiv zu den Stärken des Buches gehört.

Als besonders gelungen empfand ich die vielen liebevoll gezeichneten Nebenfiguren, die mit Humor und Eigenheiten überzeugten und sich klar voneinander abhebten. Leider wirkte der Roman insgesamt doch eher seicht und konnte mich nicht wirklich fesseln.

Die Hauptfigur Sophie selbst blieb für mich leider eher unsympathisch, auch wenn sie im Verlauf der Handlung eine Wandlung durchmachte. So richtig zünden wollte ihre Entwicklung bei mir nicht. Im Vergleich zu anderen Büchern von Katharina Herzog konnte mich dieser Roman deshalb nicht ganz so mitreißen; beim Lesen fehlte mir etwas von dem Wohlfühl-Charme, den ich sonst an ihren Geschichten so schätze.

Sehr berührend fand ich jedoch das Nachwort der Autorin, das dem Buch einen persönlichen Abschluss gab. Trotz meiner Kritik könnte ich mir vorstellen, auch den zweiten Band zu lesen bzw. zu hören — allein schon wegen der tollen Nebenfiguren und der stimmungsvollen Cornwall-Atmosphäre.

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