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Veröffentlicht am 01.08.2025

Keine Bange vorm Schlafen

Müde und geborgen
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Oftmals ist es ein Hoffen und Bangen. Schläft das Kind ein? Schläft es gut? Wird es durchschlafen oder eher unruhig schlafen? Was kann ich tun, um ihm den Schlaf zu erleichtern.

„Müde und geborgen - So ...

Oftmals ist es ein Hoffen und Bangen. Schläft das Kind ein? Schläft es gut? Wird es durchschlafen oder eher unruhig schlafen? Was kann ich tun, um ihm den Schlaf zu erleichtern.

„Müde und geborgen - So schlafen Babys ein“ enthält Reime von Bernd Penners, Illustrationen von Marina Halak und hilfreiche Tipps und Tricks in Textform von Dr. Herbert Renz-Polster.
Dieses Buch ist mit liebevollen Texten über das Einschlafen gespickt. Dabei wechseln sich Beschreibungen in Reimform über die Schlafgewohnheiten von Babys mit selbigen für Tierbabys ab. Gerade diese Abwechslung finde ich wunderschön, weil es ein schöner Vergleich ist und Kleinkindern dabei spielerisch Tiere und ihre Schlafweisen näherbringen.
Was mir dabei besonders gefällt ist, dass es in einer Art Reihenfolge, wie sich das Einschlafen gestaltet, beschrieben wird.
Die liebevollen Illustrationen von Marina Halak laden das Kind ein, sich alles in Ruhe anzugucken und zu staunen.

Eine Besonderheit dieses Buchs sind die Tipps von Dr. Renz-Polster. Er gibt Hinweise für eine Einschlafbegleitung und versucht Eltern dabei Mut zu machen und sich Zeit zu nehmen, um dem Kind das Einschlafen zu erleichtern. Vieles ist davon sicher auch schon bekannt, aber einiges habe ich durch seine Tipps einmal von einer anderen Seite betrachtet und mir zu Herzen genommen.

Wichtig ist mir auch die Belastbarkeit des Buches. Denn unser Kleiner ist erst ein erst ein Jahr alt, aber spielt gerne mit seinen Büchern und geht dabei nicht immer sensibel damit um. Aber auch da bietet das Buch Robustheit.

Alles in allem ein schönes Buch zur Einschlafbegleitung und mit wertvollen Tipps und Hinweisen für Eltern.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Ein floraler Sommerroman

Duftwickensommer
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2024: Marieke lebt, frisch geschieden, auf Borkum und versucht mehr oder minder gut ein neues Leben zu beginnen. Als sie den Biologen Tibo kennenlernt, scheint ihr das Auftrieb zu geben. Gemeinsam mit ...

2024: Marieke lebt, frisch geschieden, auf Borkum und versucht mehr oder minder gut ein neues Leben zu beginnen. Als sie den Biologen Tibo kennenlernt, scheint ihr das Auftrieb zu geben. Gemeinsam mit Nachbarin Alwine unternehmen die beiden eine Reise in die Vergangenheit.
Im Jahr 1911 ist die Deutsche Anni die Vorleserin einer reichen Dame in England. Als sie dort von einem floralen Wettbewerb erfährt, nutzen sie und ihre Freundin Meg diese Chance. Doch der Wettbewerb verändert nicht nur das Verhältnis der beiden Freundinnen.

„Duftwickensommer“ von Sylvia Lott ist ein toller Roman auf zwei Zeitebenen. 
Sylvia Lott ist bereits geläufig als Autorin im Bereich der historischen Romane. Mit der Trilogie „Der Inselsalon“ ist sie bereits bekannt geworden.

Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt. So lebt Marieke im Sommer 2024 auf Borkum. 
Marieke versucht sich nach ihrer Scheidung ein neues Leben aufzubauen. Es sind die Gedanken, die sie nach einer toxischen Beziehung weiterhin nach unten ziehen. Die Gedanken über vergeudete Zeit, Schuldigkeit gegenüber den bereits erwachsenen Kindern, aber auch der „Abschied“ von einem gewohnten Leben in gesicherten Verhältnissen.
Ich denke, das die Autorin mit dieser Thematik sehr realitätsnah an die Gedanken und Gefühle vieler Frauen nach einer Trennung herankommt.
Anni wiederum steht für Aufschwung, Lebensfreude und vielleicht auch den Hauch einer Revolutionärin. Sie dient als Vorbild der damaligen Zeit, befindet sich aber in der Schere zwischen bürgerlicher und gehobener Gesellschaft. Auch das eine reale Situation der damaligen Zeit.
Sehr interessant an der gesamten Geschichte ist der rote Faden, der sich hier durchzieht - die Flora, insbesondere das Wissen über Wicken. Dieser Aufhänger ist mal etwas anders.
Auch das Wissen, dass über die Natur Borkums vermittelt wird, ist sehr aktuell gewählt und soll vermutlich auch wachrütteln.

Die Nebenfiguren geben dem Roman etwas Buntes. So sind es im Jahr 2024 die quirlige Seniorin Alwine, die mit ihrer Neugierde manchmal auch etwas über die Strenge schlägt und der ruhige, in sich gekehrte Tibo, der sich erst in Mariekes Gegenwart öffnet.
Im Jahr 1911 sind es Meg und ihr Großvater, wobei gerade letzterer mit seiner Flucherei für Schmunzeln sorgt, als auch der bodenständige John, dem Werte über alles gehen. Für mich sorgte hier Suffragette Ethel für frischen Wind.
Alles in allem ein gelungener Sommerroman, der zum Verweilen und abschalten einlädt!
Von mir gibt es daher 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Reden ist Silber, doch manchmal ist Schweigen Gold

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe
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Normalerweise ist Sophie eine knallharte und beherrschte Restaurantkritikerin, doch bei Annabelle Scotts Restauranteröffnung trifft sie Sophie auf dem falschen Fuß. Als Sophie daraufhin zu viel Alkohol ...

Normalerweise ist Sophie eine knallharte und beherrschte Restaurantkritikerin, doch bei Annabelle Scotts Restauranteröffnung trifft sie Sophie auf dem falschen Fuß. Als Sophie daraufhin zu viel Alkohol trinkt, erwähnt sie in einem Streitgespräch, dass sie überall binnen eines Jahres ein Sternerestaurant eröffnen könnte. Als sie dann auch noch eine vernichtende Kritik über Annabelle veröffentlicht, wird ihr diese Aussage zum Verhängnis.

„A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe“ von Katharina Herzog ist der Auftakt der neuen „Cornwall-Reihe“ der Autorin, die bereits durch die Geschichten um „Das kleine Bücherdorf“ bekannt ist.
Für mich war es das erste Buch der Autorin. Aufmerksam wurde ich durch den Titel, denn Jane Linfoot und Jenny Colgan gehören zu meinen Lieblingsautorinnen, deren Geschichte auch zum Großteil in Cornwall spielen.
Das es sich um einen heimeligen Roman handelt, erkennt man schon am niedlichen Cover.
Während der Leser im Prolog der kleinen Sophie begegnet, startet die eigentliche Geschichte sehr lebhaft. Die Autorin hat mit der Mutter-Tochter-Beziehung Sophies und Rileys eine typische Teenager-Mutter-Beziehung geschaffen, die noch dazu das Thema getrennte Eltern aufgreift.
Die Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Sophie und ihrer Mum Tanya wiederum ist gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie lustig. Unterschätzt man Tanya vielleicht am Anfang als Mutter kommt ihre Position im Laufe des Buches auf eine sehr innige Art und Weise rüber und gerade die beiden Frauen, die in irgendeiner Art immer gegen Sophie gestichelt haben, sorgen dafür, dass sie an sich arbeiten muss.
Ich finde Sophie eine bewundernswerte Frau. Wirkt sie am Anfang unnahbar, lernt man sie doch schnell anders kennen, geprägt wird sie dabei von ihrer überaus skurrilen Küchencrew. Irgendwie hatte ich bei denen eine Mischung von Figuren aus Peter Pan, Fluch der Karibik bzw. der Zauberer von Oz vor meinem inneren Auge.
Auch wenn vorhersehbar war, wie die Geschichte ausgehen wird und vor allem, wie sie sich entwickeln wird, war ich an mancher Ecke doch etwas überrascht.

Mein Fazit: Ein wunderschöner Wohlfühlroman, der gerade in der Urlaubszeit zum Verweilen einlädt. Skurrile Figuren sind das gewisse Etwas, die den Kern der Wohlfühlatmosphäre bilden.
Alle Fans von Jenny Colgan, Jane Linfoot und Co. sind hier gut aufgehoben und sollten auf jeden Fall einen Ausflug nach Cornwall wagen!

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Veröffentlicht am 18.06.2025

Der Liebe entgegengeschwemmt

Rosebay Hope - Ein Neuanfang in Irland
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Gwyn ist Erfolgsautorin, allerdings unter einem Pseudonym. Als sie mal wieder ein Manuskript beendet hat, leistet sie sich spontan einen Urlaub. Diese Reise durch Irland bringt jedoch Wirbel in ihr Leben ...

Gwyn ist Erfolgsautorin, allerdings unter einem Pseudonym. Als sie mal wieder ein Manuskript beendet hat, leistet sie sich spontan einen Urlaub. Diese Reise durch Irland bringt jedoch Wirbel in ihr Leben und sorgt dafür, dass sie ihr bisheriges Leben hinterfragt.

Jennifer Wellens „Rosebay Hope - Ein Neuanfang in Irland“ wird in der Hörbuch-Variante von Hannah Baus (Gwyneth) und Sebastian Seidel (Callan) gesprochen.
Bei dieser Geschichte handelt es sich um einen liebevoll gestaltete Wohlfühlroman, der an der irischen Küste spielt. Es geht um Kleinstadtidylle, Lebensentwürfe, Zusammenhalt, Klischees, aber vor allem um die beginnende Liebe zwischen Gwyneth und Callan.
Gwyneth ist eine Frau mit Vorgeschichte, denn ihre Kindheit und Jugend waren äußerst bewegt. Auch hat sie die ein oder andere Angst, die es ihr manchmal im realen Leben nicht einfach macht.
Mir hat die Stimme Hannah Baus’ für den Charakter der Gwyneth wirklich sehr gut gefallen. Sie ist überaus freundlich und sympathisch und wirkt, trotz so mancher Probleme, lebenslustig.
Callan ist ebenso ein Mann mit einer bewegten Vergangenheit, dem man aber sofort die Liebe zu seinem Job einfällt. Dafür bezeichnend fand ich gerade sein erstes Kapitel mit Mister Walken.
Was mir allerdings nicht gefallen hat, war die Stimme Sebastian Seidels für seinen Charakter. Damit bin ich bis zum Schluss nicht warm geworden. Diese Stimme klingt für mich deutlich älter als die Person, die im Buch beschrieben wird, ist. Er klang mir damit ein bisschen zu abgeklärt.
Die Kapitel waren aufgeteilt in die Erzählperspektiven Gwyneths und Callans, sodass immer nachvollziehbar war, wer jetzt gerade erzählt.
An Callan hat mir dabei auch seine äußerst sensible Art, Dinge zu hinterfragen und durchzuführen, gefallen. Ich finde, da kann man etwas von lernen.
Auch dieser kleine Spannungsbogen um die Aufklärung des Pseudonyms und der Liebesgeschichte der beiden, aber auch der Diebstahlsache, hat der Geschichte das gewisse Etwas gegeben.
Doch der für mich absolute Wohlfühlpunkt war die Beschreibung der Bewohner Marble Hills, des familiären Krankenhauses Rosebay Hope und der Landschaft. Das hat dem ganzen die liebevolle Krone aufgesetzt.

Alles in allem ein wunderschönes Wohlfühlhörbuch über den Beginn einer neuen Liebe, dem Hinterfragen bisheriger Lebensentwürfe und traumhafter Landschaften, einzig die Stimme des Callan sorgt bei mir für einen Punktabzug, daher gebe ich dem Ganzen 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Ein Leben ohne Ping

Neuanfang in Notting Hill
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Jess weiß nicht mehr weiter. Nachdem sie ihre schwerkranke Mutter bis zu ihrem Tod gepflegt hat und dafür die Weiterführung ihres Studiums geschmissen hat, ist auch noch ihr Freund mit all ihrem Geld abgehauen. ...

Jess weiß nicht mehr weiter. Nachdem sie ihre schwerkranke Mutter bis zu ihrem Tod gepflegt hat und dafür die Weiterführung ihres Studiums geschmissen hat, ist auch noch ihr Freund mit all ihrem Geld abgehauen. Nun lebt sie seit einem Jahr bei ihrer besten Freundin Debs und deren Familie, was aber von ihnen schon sehr großzügig geduldet wird. Als sie auf eine Zeitungsannonce aufmerksam wird, bei der eine Mitbewohnerin in Notting Hill gesucht wird, versucht Jess ihr Glück. Eine aufregende Reise in die Welt ohne Handy und Social Media sind die Folge.

Digital Detox für eine junge Frau, aber auch das Gegenteil für eine Seniorin sind das Thema und all das verändert Leben und Lebenseinstellungen, aber versöhnt auch mit der Vergangenheit. „Neuanfang in Notting Hill“ von Norie Clarke fällt schon durch sein auffallendes blaues Cover auf. Aber auch so ist das Buch etwas besonderes. Es beschäftigt sich mit einem Thema, dass wir alle schon längst verdrängt haben - Eine Welt ohne Social Media und ständige Erreichbarkeit. Es ist die Frage danach, wie wir unsere Welt wahrnehmen, wenn wir nicht mehr stundenlang durch Facebook, Insta, TikTok und Co. scrollen. Auch geht es darum, sich nicht mehr dahinter zu verstecken und die Welt anders wahrzunehmen, wenn wir nicht mehr abgelenkt sind. Parallel zeigt das Buch aber auch auf, wie bunt und weit die Welt des Internets für jemanden sein können, der in seinem Leben noch nie damit zu tun hatte. Aber vielmehr zeigt es auf, wie Verbindungen nach Jahren und über Ozeane entfernt, wieder auferstehen können.
Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Jess und Joan erzählt. Beide erzählen in der Ich-Perspektive, was mich manchmal dazu brachte, noch einmal am Kapitelanfang nachzuschauen, wer denn nun eigentlich erzählt.
Beide Frauen kämpfen mit ihrer Vergangenheit, was sie mehr als verbindet. Norie Clarke zeigt auf, dass Freundschaften auch zwischen Menschen verschiedener Generationen entstehen können. Hier ist es eine mehr als tiefe Freundschaft, die beiden Frauen ermöglicht, mit der Hilfe der jeweils anderen mit etwas abzuschließen.
Beide Frauen sind sehr angenehme Charaktere. Jess ist bunt, im Selbstbewusstsein angeschlagen, aber doch eine Kämpferin. Doch ihre Vergangenheit lässt sie an sich zweifeln. Mr. PO Box, Debs und Joan zeigen ihr die Richtung für ein neues Leben, jeder auf seine eigene besondere Weise, gleiches gilt für die Kinocrew, die diesem bunten Buch noch einen besonderen Touch geben.
Joan ist stark, hat sich eingeigelt und verleugnet mehr oder minder ihre Vergangenheit.
Diese Charaktereigenschaften ergeben eine gute Kombination, die diese Geschichte zu einer sehr emotionalen und einfühlsamen machen.

Fazit: Ein ergreifendes Buch über Fehler, die Menschen im Leben machen und dem Mut sich ihnen zu stellen. Es geht um eine wunderbare Freundschaft, die Generationen verbindet und Menschen zusammenführt.
Wer eine romantische hat und auch mal hinter die Kulissen eines Lebens ohne Social Media blicken will, ist hier richtig.

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