Eine warmherzige Geschichte über eine Trennung aus männlicher Sicht erzählt
Am Ende ist es ein Anfang„Das Fehlen der Gesellschaft einer Person zu spüren und das Fehlen ihrer Liebe sind zwei unterschiedliche Dinge.“
Wie geht ihr mit einer Trennung um?
Andy, der Hauptprotagonist in diesem Buch, wurde ...
„Das Fehlen der Gesellschaft einer Person zu spüren und das Fehlen ihrer Liebe sind zwei unterschiedliche Dinge.“
Wie geht ihr mit einer Trennung um?
Andy, der Hauptprotagonist in diesem Buch, wurde von seiner Freundin Jen verlassen. Für ihn kam diese Trennung ziemlich plötzlich und er versucht nun mit der Situation umzugehen und diese zu verarbeiten.
Und genau davon handelt der Roman „Am Ende ist es ein Anfang“.
Dolly Alderton beschreibt den Umgang mit dieser doch recht ernsten Thematik auf eine warmherzige und auch lustige Art. Dabei wird die nun beendete Liebesgeschichte von Andy und Jen aus zwei Seiten betrachtet, wobei Andy hierbei den größeren Part im Plot einnimmt.
Wir begleiten Andy bei der Verarbeitung der Trennung vom Verleumden vor seinen Freunden bis hin zu Wut und Trauer. Dabei wird deutlich dass dieser Prozess durchaus nicht linear ist und es immer wieder zu Rückschlägen kommt.
Denn dieser versteht die Gründe der Trennung überhaupt nicht oder mag diese auch nicht glauben.
Mit Andy lernen wir einen Protagonisten kennen, der sich durch eine Beziehung definiert und von Selbstzweifeln zerfressen ist. Er glaubt nicht an sein Talent als Comedian, hadert mit seinem Erfolg und verzweifelt nun auch noch an seinem Freundeskreis. Denn diese befinden sich zum Großteil selbst in festen Partnerschaften oder sind Familienväter und haben nicht so ein offenes Ohr, wie Andy das gerne hätte.
Dabei wird deutlich, dass die Probleme des Protagonisten nicht erst mit der Trennung begonnen haben, sondern schon früher.
Als Leser habe ich mitgelitten und konnte dieses Gefühl sehr gut verstehen, wie es ist, wieder zu den Eltern ziehen zu müssen. Fast jeder von uns hat doch schon eine Trennung hinter sich und diese völlige Machtlosigkeit erleben müssen.
Auch konnte ich die Zerrissenheit der Protagonisten Andy und Jen sehr gut nachempfinden, da diese schwankten zwischen Wut, Vermissen und auch dem Gefühl der Vertrautheit, dass ja nach einer Trennung nicht automatisch erlischt.
Sehr gut gefallen hat mir auch, das Aufzeigen der Unterschiede zwischen Frauen und Männern mit dem Umgang einer Trennung. Die Autorin hat zumindest den Anschein erweckt, dass Frauen emotionaler und tiefgründiger Beziehungsprobleme besprechen, als Männer es tun.
Und auch, wenn ihr jetzt das Gefühl bekommt, es handelt sich um eine schwere Kost bei diesem Roman, so kann ich euch diese Angst nehmen.
Mit viel Witz und Charme nimmt sich die Autorin dieser doch so schweren Thematik an.
Besonders gut hat mir am Ende auch eine Kurzfassung der Geschichte aus Jens Sicht gefallen. Dies hat doch nochmal einiges zum Verständnis beigetragen.
Leider kann ich jetzt nicht tiefer in die Thematik einsteigen, ohne euch zu Spoilern.
Es ist kein Buch, dass man in einem Rutsch durchlesen kann, allerdings doch auch eine Herzensempfehlung für jeden, der dieser Thematik offen gegenüber steht oder Interesse an den Prozessen einer Trennung hat. Ich vergebe 3,5 gebrochene Herzen für diesen Roman.