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Veröffentlicht am 11.07.2024

Eine warmherzige Geschichte über eine Trennung aus männlicher Sicht erzählt

Am Ende ist es ein Anfang
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„Das Fehlen der Gesellschaft einer Person zu spüren und das Fehlen ihrer Liebe sind zwei unterschiedliche Dinge.“

Wie geht ihr mit einer Trennung um?

Andy, der Hauptprotagonist in diesem Buch, wurde ...

„Das Fehlen der Gesellschaft einer Person zu spüren und das Fehlen ihrer Liebe sind zwei unterschiedliche Dinge.“

Wie geht ihr mit einer Trennung um?

Andy, der Hauptprotagonist in diesem Buch, wurde von seiner Freundin Jen verlassen. Für ihn kam diese Trennung ziemlich plötzlich und er versucht nun mit der Situation umzugehen und diese zu verarbeiten.
Und genau davon handelt der Roman „Am Ende ist es ein Anfang“.
Dolly Alderton beschreibt den Umgang mit dieser doch recht ernsten Thematik auf eine warmherzige und auch lustige Art. Dabei wird die nun beendete Liebesgeschichte von Andy und Jen aus zwei Seiten betrachtet, wobei Andy hierbei den größeren Part im Plot einnimmt.

Wir begleiten Andy bei der Verarbeitung der Trennung vom Verleumden vor seinen Freunden bis hin zu Wut und Trauer. Dabei wird deutlich dass dieser Prozess durchaus nicht linear ist und es immer wieder zu Rückschlägen kommt.
Denn dieser versteht die Gründe der Trennung überhaupt nicht oder mag diese auch nicht glauben.
Mit Andy lernen wir einen Protagonisten kennen, der sich durch eine Beziehung definiert und von Selbstzweifeln zerfressen ist. Er glaubt nicht an sein Talent als Comedian, hadert mit seinem Erfolg und verzweifelt nun auch noch an seinem Freundeskreis. Denn diese befinden sich zum Großteil selbst in festen Partnerschaften oder sind Familienväter und haben nicht so ein offenes Ohr, wie Andy das gerne hätte.
Dabei wird deutlich, dass die Probleme des Protagonisten nicht erst mit der Trennung begonnen haben, sondern schon früher.

Als Leser habe ich mitgelitten und konnte dieses Gefühl sehr gut verstehen, wie es ist, wieder zu den Eltern ziehen zu müssen. Fast jeder von uns hat doch schon eine Trennung hinter sich und diese völlige Machtlosigkeit erleben müssen.
Auch konnte ich die Zerrissenheit der Protagonisten Andy und Jen sehr gut nachempfinden, da diese schwankten zwischen Wut, Vermissen und auch dem Gefühl der Vertrautheit, dass ja nach einer Trennung nicht automatisch erlischt.

Sehr gut gefallen hat mir auch, das Aufzeigen der Unterschiede zwischen Frauen und Männern mit dem Umgang einer Trennung. Die Autorin hat zumindest den Anschein erweckt, dass Frauen emotionaler und tiefgründiger Beziehungsprobleme besprechen, als Männer es tun.
Und auch, wenn ihr jetzt das Gefühl bekommt, es handelt sich um eine schwere Kost bei diesem Roman, so kann ich euch diese Angst nehmen.
Mit viel Witz und Charme nimmt sich die Autorin dieser doch so schweren Thematik an.
Besonders gut hat mir am Ende auch eine Kurzfassung der Geschichte aus Jens Sicht gefallen. Dies hat doch nochmal einiges zum Verständnis beigetragen.
Leider kann ich jetzt nicht tiefer in die Thematik einsteigen, ohne euch zu Spoilern.

Es ist kein Buch, dass man in einem Rutsch durchlesen kann, allerdings doch auch eine Herzensempfehlung für jeden, der dieser Thematik offen gegenüber steht oder Interesse an den Prozessen einer Trennung hat. Ich vergebe 3,5 gebrochene Herzen für diesen Roman.

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Veröffentlicht am 19.03.2024

Ein gutes Familiendrama, aber kein Thriller

Die Fremde in meinem Haus
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„Doch das war eben eine weitere komplexe Wahrheit über Menschen (…)- dass gute Menschen böse Taten verüben können, vor allem dann, wenn sie selbst Böses erlebt haben.“


Habt ihr euch schon einmal mit ...

„Doch das war eben eine weitere komplexe Wahrheit über Menschen (…)- dass gute Menschen böse Taten verüben können, vor allem dann, wenn sie selbst Böses erlebt haben.“


Habt ihr euch schon einmal mit dem Thema Adoption oder Pflegekind beschäftigt?

Susie, die Hauptprotagonistin dieses Romans, musste vor 15 Jahren ihre Tochter Skye zur Adoption freigeben aus unterschiedlichen Gründen.
Und auf einmal meldet sich diese bei ihr und teilt ihr sogar mit, dass es ihr in der aktuellen Familie nicht besonders gut gehen würde.

So beginnt der Thriller, der für mich leider mehr ein Familiendrama als denn ein Thriller war.
Aber dazu später mehr.
Die Story an sich wird zum Großteil abwechselnd aus Sicht von Susie und ihrem Ehemann Gabe erzählt.
Dabei baut sich der Plot auch langsam auf. Der Autor nimmt sich Zeit die familiäre Stimmung zu vermitteln und zwischendurch erfährt der Leser auch immer ein paar Hintergründe zum britischen Familienfürsorge System.
Einiges vom Storyverlauf war für mich zumindest auch vorhersehbar, weshalb die Spannung für mich tatsächlich erst zum Ende des Romans aufgekommen ist.
Und da habe ich leider auch erst die Thriller Elemente bemerkt.
Die meiste Zeit hatte der Roman für mich eher einen Touch eines Familiendramas. Dazu spielte auch immer eine gewisse Kritik des britischen Systems mit.

Versteht mich nicht falsch. Ich habe das Buch dennoch verschlungen, weil ich die Thematik mega interessant finde. Immerhin habe ich ja selbst genügend berufliche Überschneidungen mit dem Thema.
Dennoch habe ich eigentlich einen Thriller erwartet.

Alles in allem hat JP Delaney trotzdem eine spannende und interessante Thematik aufgearbeitet und mit einem guten Schreibstil dafür gesorgt, dass ich am Ball geblieben bin und weiterlesen wollte.

Daher vergebe ich noch 3,5 von 5 Gitarren für die dramatische Story.

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Veröffentlicht am 16.02.2023

Ein arktischer Thriller mit politischen Hintergründen und einigen Schwächen

Schmelzpunkt
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"Siku Kisimi - allein das Eis entscheidet."

Mögt ihr Schnee und Eis oder zieht ihr die Wärme lieber vor?

Ich bin ja ein bekennender Sommer Fan, dennoch möchte ich euch heut den Thriller "Schmelzpunkt" ...

"Siku Kisimi - allein das Eis entscheidet."

Mögt ihr Schnee und Eis oder zieht ihr die Wärme lieber vor?

Ich bin ja ein bekennender Sommer Fan, dennoch möchte ich euch heut den Thriller "Schmelzpunkt" von Wolf Harlander vorstellen.
Wir begleiten in diesem arktischen Thriller nicht nur den jungen Inuk Nanoq Egede, der in Grönland lebt und sich durch Touristentouren versucht über Wasser zu halten, sondern auch die deutsche Wissenschaftlerin Dr.Hanna Jordan sowie die beiden BND Agenten Nelson Carius und Diana Winkels.
Der Thriller wird dabei abwechselnd aus Sicht der vier Protagonisten erzählt, wobei ein Großteil auf Nanoq und Hanna entfällt.

Wolf Harlander nimmt euch mit in eine eiskalte Welt von Grönland, die stellenweise gar nicht mehr so kalt ist, da gerade dort der Klimawandel am Besten zu beobachten ist.
Dabei nimmt der Autor sich Zeit die richtige Atmosphäre zu schaffen und immer wieder neue Spannungsbögen im Plot aufzubauen.
Der Leser bekommt hierdurch nicht nur Einblicke in die politischen Spannungen, die sich rund um die Ressourcen der Arktis aufbauen, sondern auch in das Leben der dort einheimischen Inuit und deren Lebensweise.
Auch der Schreibstil des Thrillers hat mir sehr gut gefallen und wissenschaftliche oder politische Themen wurden sehr verständlich dargestellt, so dass ich mich keinesfalls im Lesefluss gestört gefühlt habe.

Minuspunkte muss ich jedoch für einige Dialoge zwischen den einzelnen Protagonisten vergeben. Diese wirkten teilweise sehr starr und wenig emotional, obwohl die Situation da einiges hergegeben hätte. Auch das Handeln einiger Protagonisten untereinander war für mich nicht immer nachvollziehbar, so dass gerade einige Charakterentwicklungen doch etwas unrealistisch wirkten.

Alles in allem handelt es sich jedoch um einen guten Thriller, der zum Nachdenken anregt, wie wir mit unserer Umwelt umgehen und die Folgen, die daraus resultieren.
Daher vergebe ich noch 3,5 von 5 Eisbergen für diesen eiskalten Thriller.

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Veröffentlicht am 16.02.2023

Ein gelungener Reihenauftakt mit einem schier unglaublichen Szenario

Vortex – Der Tag, an dem die Welt zerriss
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"Jede Bewegung verläuft in der Zeit und hat ein Ziel."

Stellt euch vor eine alles verändernde Kraft würde über die Erde hinwegfegen und alle Elemente miteinander vermischen. Eine ziemlich bizarre Vorstellung, ...

"Jede Bewegung verläuft in der Zeit und hat ein Ziel."

Stellt euch vor eine alles verändernde Kraft würde über die Erde hinwegfegen und alle Elemente miteinander vermischen. Eine ziemlich bizarre Vorstellung, die die Autorin Anna Benning in ihrem ersten Teil der Vortex Reihe geschaffen hat.
In ihrem Fantasy Auftakt hat ein riesiger Vortex die Elemente der Welt durcheinander gebracht und die Erde war danach nicht mehr so, wie wir sie kennen.
Die Vortexe sind geblieben und mit Ihnen nur einige wenige, die auserwählt sind in Ihnen zu laufen und somit schnell von A nach B zu springen.
Die Protagonistin Ellie ist eine Anwärterin der so genannten Vortexläufer und genau diese begleiten wir im ersten Band dieser Reihe.

Ich muss zugeben, es benötigt etwas Fantasie, sich auf dieses Szenario einzustellen. Hat man es jedoch getan, wird man mit einer interessanten Story belohnt, die es schafft einen in seinen Bann zu ziehen.
Mit einem lockeren und schönen Schreibstil ist Anna Benning nicht nur ein interessantes Szenario gelungen, sondern auch noch ein schönes Charaktersetting.
Selbst die Nebencharaktere und auch Antagonisten wurden so gut dargestellt, dass ich mir diese bildlich vorstellen konnte und keinesfalls als überflüssig empfunden habe.
Allerdings hatte der Plot auch zwischenzeitig seine Längen, vor allem im letzten Drittel. Da ist es der Autorin leider nicht immer gelungen die Spannung für mich aufrecht erhalten zu können und mich vollständig mitzunehmen.
Das Ende wiederum hat mich jedoch wieder versöhnlich gestimmt und ich habe für mich beschlossen auch dem zweiten Band der Reihe eine Chance geben zu wollen.

Ich vergebe daher insgesamt 3,5 Wirbel für diesen Reihenauftakt.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Ein Buch von Lia Louis, dass mich leider nicht gänzlich abholen konnte

Tausend ungesagte Worte
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„Wir alle denken jeden Tag Dinge, bei denen wir lieber sterben würden, als sie tatsächlich zu sagen. Und ich habe sie… einfach gesagt. Alle. Auf einmal.“


Habt ihr schon einmal aus Versehen eine E-Mail ...

„Wir alle denken jeden Tag Dinge, bei denen wir lieber sterben würden, als sie tatsächlich zu sagen. Und ich habe sie… einfach gesagt. Alle. Auf einmal.“


Habt ihr schon einmal aus Versehen eine E-Mail oder Textnachricht versendet und es im Anschluss bereut?

Millie jedenfalls nutzt E-Mail Entwürfe wie eine Art Tagebuch. Sie notiert darin ihre Gedanken und alles, was sie eigentlich am liebsten gesagt hätte, sich aber nicht getraut hat oder aber, weil es nicht passend gewesen wäre.
Sie würde diese E-Mails niemals freiwillig abschicken. Bis eines Tages alle ihre E-Mail Entwürfe verschickt wurden. Alle. Einfach so.
Während Millie nun so lange versucht hat alle Gedanken für sich zu behalten, um niemanden zu verletzen, muss sie sich nun damit auseinandersetzen und allen gegenübertreten.

Ich habe bisher alle Bücher von Lia Louis geliebt, deshalb war es klar, dass ich auch dieses unbedingt lesen wollte.
Und die Idee dahinter klang auch sehr spannend.
Allerdings hatte ich bei diesem Buch Schwierigkeiten mich auf die Geschichte und den Plot einzulassen.
Der Schreibstil ist durchaus als zäh zu bezeichnen und viel geprägt durch wörtliche Reden und Gedanken der Protagonistin.
Somit konnte ich nicht so leicht durch das Buch fliegen, wie bei den anderen Büchern der Autorin.

Und leider gestaltete sich auch der Plot als etwas zäh und langatmig.
Natürlich gab es immer wieder spannende und humorvolle Momente und oftmals habe ich mit Millie auch mitgefiebert.
Die Gefühlswelt der Protagonistin wurde tatsächlich auch sehr eindrucksvoll durch Lia Louis beschrieben, so dass es möglich war sich gut in ihre Lage hineinzuversetzen.
Die Liebesgeschichte konnte ich jedoch nicht wirklich spüren und hat bei mir leider nicht die erwünschte Spannung erzeugt.

Insgesamt war ich zwischendurch immer wieder versucht das Buch abzubrechen, da es mich einfach nicht erreichen konnte und das, trotz der guten Idee und Message, die dahintersteckt.
Denn es ist wichtig, seine Gefühle mitzuteilen und nicht immer zu schweigen, nur um es allen anderen recht zu machen.

Alles in allem bisher für mich das schwächste Buch der Autorin.
Ich vergebe dennoch 3 E-Mails für diesen Roman, weil die Message an sich und die Idee des Plots mir sehr gefallen haben.

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