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Veröffentlicht am 25.02.2026

Ein gelungener Thriller, jedoch weniger stark als Band 1

Sie kann dich hören
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Millie ist zurück! Seit ihrem ersten Auftritt sind mehrere Jahre vergangen, Millie hat Fuß in der Gesellschaft gefasst und strebt gerade ihren College-Abschluss an. Noch immer finanziert sie sich ihren ...

Millie ist zurück! Seit ihrem ersten Auftritt sind mehrere Jahre vergangen, Millie hat Fuß in der Gesellschaft gefasst und strebt gerade ihren College-Abschluss an. Noch immer finanziert sie sich ihren Lebensunterhalt mit „Putzjobs“. Ihr neuer Auftraggeber Douglas Garrick scheint nett zu sein, zudem ist er überbordend reich. Bald erkennt Millie aber auch hier, dass Vieles nicht so ist, wie es scheint…

Der zweite Band der „Housemaid“-Serie beginnt mit einem mysteriösen und sehr vielversprechenden Prolog (mit grandioser Auflösung und Twist am Ende des Buchs), zieht sich jedoch hiernach unangenehm in die Länge. Erst nach rund 200 Seiten wurde es meinem Empfinden nach richtig spannend, temporeich und Millies bis dato oft unglaubwürdiges und in Teilen auch sehr naives Handeln und Denken kommen zu einem Ende. – Ab Teil 2 geht es dann jedoch Schlag auf Schlag.

Millie kommt in diesem Band nicht gut weg; kein Vergleich zu der toughen, starken und klugen Frau aus Band 1. Über etliche Passagen habe ich mich geärgert, wie naiv Millie in „Sie kann dich hören“ gezeichnet wird. Vor diesem Hintergrund fiel es mir schwer, eine Stringenz in ihrer Persönlichkeit zu erkennen.

Die letzten rund 160 Seiten haben den schwachen ersten Eindruck jedoch in großem Umfang wettmachen können: Irre und unvorhersehbare Twists, üble Charaktere und zum Ende doch noch eine Millie, wie ich sie mir gewünscht und auch erwartet hätte.

Kurzum: Für mich schwächer als der erste Band, jedoch durchaus lesenswert!

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Wenn sich Vergangenheit und Gegenwart die Hand reichen…

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Hannah Borowski ist zurück und ihr Leben noch immer turbulent. Nach einer etwas ruhigeren Phase wird Hannah unvermittelt mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, ihr Vater steht plötzlich vor der Tür, obwohl ...

Hannah Borowski ist zurück und ihr Leben noch immer turbulent. Nach einer etwas ruhigeren Phase wird Hannah unvermittelt mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, ihr Vater steht plötzlich vor der Tür, obwohl er sich seit ihrer Geburt nicht um sie scherte. Und auch in der Gegenwart hält Veränderung Einzug bzw. Auszug und Hannah stellt sich einmal mehr die Frage, wer sie eigentlich ist und zu wem sie gehört.

Auf einer zweiten und dritten Zeitachse lernen wir Marlen kennen. Es stellt sich die spannende Frage, wie genau die Leben der beiden Frauen miteinander verbunden sind.

Alena Schröder hat abermals einen tollen Roman aufgelegt, der durch leichte und zugängliche Sprache besticht. Die Charaktere sind gut gezeichnet, konnten mich jedoch nicht ganz überzeugen oder so berühren wie es die Geschichte in manchen Szenen grundsätzlich zugelassen hätte. Jemand wie die kernige Evelyn Borowski fehlt, der Charakter der Wilma kommt ihr nahe, kann aber nicht gleichziehen.

Die verschiedenen Zeitebenen sind klar gestaltet und ersichtlich. Die dritte Zeitebene (1989/90) spielt auch nur ganz am Rande eine Rolle, was eine gute Orientierung konstant möglich macht.

Neben bereits bekannten Charakteren lernt die Leserin / der Leser neue Personen kennen, die mit Hannahs Leben verbunden sind. „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ lässt sich auch unabhängig von den beiden Vorgängerbänden lesen. Es erschließen sich jedoch einige Details und Kontext unter Kenntnis der beiden ersten Bände „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ und „Bei euch ist es immer so unheimlich still“. Eine Mehrgenerationen-Frauen-Saga, wenn man so möchte.

Ich empfand die Handlung des aktuellen Bandes in Teilen als etwas gedehnt, auch aufgrund des mäßig ausgeprägten Spannungsbogens. Die Auflösung am Ende konnte mich auch nicht ganz überzeugen, aber Enden sind und bleiben Geschmackssache!

Für Fans von Alena Schröder mit Sicherheit wieder ein toller Roman; für Erst-Leser:innen der Autorin empfehle ich allerdings „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Wenn Todessehnsucht auf das Leben trifft - ein gelungener Spagat und tolle Unterhaltung!

Wedding People (deutsche Ausgabe)
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Phoebe ist lebensmüde. Lebensmüde, als sie mitten in eine pompöse Hochzeitsfeier platzt und der Braut ihren endgültigen Plan offenbart. Doch so leicht lässt Lila, die Braut, Phoebe nicht abtreten und auch ...

Phoebe ist lebensmüde. Lebensmüde, als sie mitten in eine pompöse Hochzeitsfeier platzt und der Braut ihren endgültigen Plan offenbart. Doch so leicht lässt Lila, die Braut, Phoebe nicht abtreten und auch Phoebe erkennt in einer verrückten Hochzeitswoche, dass das Leben mehr für sie bereithält, als sie noch vor wenigen Tagen dachte.

Alison Espachs Roman wurde im Sommer 2025 auf zahlreichen Kanälen beworben, immer wieder rezensiert und schlussendlich konnte ich nicht anders und wollte mir selbst einen Eindruck verschaffen über dieses sagenumwobene Buch. "Wedding People" hat für mich gute 80 Seiten gebraucht, um in Schwung zu kommen. Bis dahin ist das Buch für meinen Geschmack zäh, Phoebe versinkt immer wieder in ihrer Depression und das war für mich kein angenehmes Lesen. War dieser Punkt jedoch überwunden, nahm die Geschichte Schwung auf, der Humor wurde direkter, bissiger, teilweise sogar derb.

Phoebe auf ihrer Reise zu begleiten, und mir dabei selbst die Frage zu stellen, wie ich in manchen Situationen antworten würde, gäbe es keinen Grund, mich oder andere vor der Wahrheit schützen zu wollen und hätte ich keine Angst vor der Reaktion oder den Konsequenzen meines Tun und Handelns, war eine wunderbare Gelegenheit, ein sehr ernstes Thema in einem außergewöhnlichen Setting wirken zu lassen. Die Entwicklung der verschiedenen Charaktere, ihrer Geheimnisse und der Seiten, die sie lieber nicht offebar werden lassen wollten, war einfach herrlich und eine außergewöhnliche, tolle Unterhaltung.

Ein wenig Abzug gibt es meinerseits für den schleppenden Einstieg und einen, für meinen Geschmack, in die Länge gezogenen Abschluss sowie leider einige Lektoratsfehler in der deutschen Übersetzung.

Alles in allem nichtsdestotrotz ein definitiv empfehlenswertes Buch mit außergewöhnlicher Story!

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Spannende Idee, jedoch kein Thriller im klassischen Sinne

Die Abschaffung des Todes
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Stellen Sie sich vor, es wäre möglich, der Sterblichkeit ein Schnippchen zu schlagen. Was wäre Ihnen das wert? Wie weit würden Sie für das ewige Leben gehen? – In knappen Worten ist das die Grundidee hinter ...

Stellen Sie sich vor, es wäre möglich, der Sterblichkeit ein Schnippchen zu schlagen. Was wäre Ihnen das wert? Wie weit würden Sie für das ewige Leben gehen? – In knappen Worten ist das die Grundidee hinter „Die Abschaffung des Todes“ von Andreas Eschbach.

Ich habe einige Zeit gehadert, ob ich das Buch überhaupt lesen soll – auch wegen der anfangs kritischen und enttäuschten Rezensionen. Mit dem Hinweis „Lies es einfach wie einen Roman, nicht wie einen Thriller“ gab ich dem Schmöker dann doch eine Chance und wurde positiv überrascht.

Eschbach zeichnet eine gewagte, wenn auch nicht neue Idee, die gesellschaftlich, politisch und medizinisch großes Potenzial für Polarisation und eigene Auseinandersetzung mit dem Stoff bietet: Der Upload des menschlichen Gehirns in eine digitale Umgebung.

Die Idee der „Windover View“, einer nachrichtendienst-ähnlichen Zeitung für Superreiche mit höchst elitärem und selektivem Zugang zu den exklusiv erhobenen Informationen, hat mich sehr angesprochen. Ein solches Medium fände wohl auch im echten Leben viel Anklang und die breite Masse der Weltbevölkerung hätte keine Ahnung, was da eigentlich vor sich geht. – Bei genauerem Nachdenken könnte eine solche Publikation auch heute schon existieren, sicher verborgen vor den Augen der breiten Öffentlichkeit.

Dem allgemeinen Lesevergnügen standen mir zeitweise die zahlreichen Charaktere im Wege, die gut auch hätten reduziert werden können, um der Leserin / dem Leser den Überblick etwas zu erleichtern. Auch waren mir persönlich zuweilen die medizinischen Ausführungen für eine belletristische Lektüre zu ausführlich, auch wenn es auf die Glaubwürdigkeit des Unterfangens und der grundsätzlichen Machbarkeit der Idee einzahlt.

Unter dem Strich eine gelungene Lektüre, wenn auch sicherlich kein Thriller, wie die Angabe auf dem Titel verspricht. Mit der Erwartungshaltung an einen in Teilen durchaus spannenden Roman decken sich, meiner Einschätzung, Inhalt des Buches und die Erwartungshaltung der Leser:innen deutlich besser.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Gangsta-Spaß im königlichen Großbritannien

Gangsta-Oma schlägt wieder zu!
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Ben hat sich nach dem Tod seiner Großmutter wieder gut in sein wenig aufregendes Leben eingefunden. Edna, die Cousine seiner Großmutter, ist zu einer echten Freundin avanciert. Als plötzlich wieder Diebstähle ...

Ben hat sich nach dem Tod seiner Großmutter wieder gut in sein wenig aufregendes Leben eingefunden. Edna, die Cousine seiner Großmutter, ist zu einer echten Freundin avanciert. Als plötzlich wieder Diebstähle stattfinden, die ganz unter dem Zeichen der "schwarzen Katze" - also Bens verstorbener Oma - stehen, ist die Verwirrung groß. Doch Ben wäre nicht Ben, wenn er sich nicht in haarsträubenden Begebenheiten auf die Suche nach der neuen "schwarzen Katze" begeben würde.

Auch Teil zwei der Serie dürfte für abenteuerlustige Kinder ein echter Spaß sein. Ben landet so oft in komplett absurden, übertriebenen Situationen (oder hat glorreiche Ideen, wie er sich in solche manövieren kann), dass absolut keine Zeit für Langeweile ist. Als erwachsene Vorleserin war mir das Buch an einigen Stellen doch etwas zu überzogen, waren die Beispiele etwas zu ausufernd und hat sich jemand bei der Gestaltungs der zig verschiedenen Fonts auf den Seiten etwas zu sehr ausgetobt. Auch waren mir die zum Teil komplett unvermittelten Gefühlsumstürze von Ben nicht nachvollziehbar - ich bin hier aber auch sicher nicht die Zielgruppe


Alles in allem eine schöne (Vor-)Lesegeschichte mit sehr kreativem Kontext.

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