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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2025

Emotionale Tiefe und kluge, glaubwürdige Frauenfiguren

Wo die Moltebeeren leuchten (Die Norrland-Saga, Bd. 1)
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In "Wo die Moltebeeren leuchten" erzählt Ulrika Lagerlöf auf zwei Zeitebenen: 1938 wagt die junge Siv einen mutigen Schritt und geht allein in die Wildnis Nordschwedens, um im Waldarbeiterlager zu arbeiten. ...


In "Wo die Moltebeeren leuchten" erzählt Ulrika Lagerlöf auf zwei Zeitebenen: 1938 wagt die junge Siv einen mutigen Schritt und geht allein in die Wildnis Nordschwedens, um im Waldarbeiterlager zu arbeiten. Dort begegnet sie nicht nur der harten Realität, sondern auch Nila, einem jungen Samen, mit dem sie eine tiefe, aber gesellschaftlich unerwünschte Verbindung eingeht. In der Gegenwart kehrt Eva, erfolgreiche PR-Beraterin, zurück in ihr Heimatdorf – beruflich, aber bald auch sehr persönlich, denn sie stößt auf ein Familiengeheimnis, das bis zu jenem Sommer 1938 zurückreicht.

Was mich besonders berührt hat: Siv und Eva könnten kaum unterschiedlicher sein – und doch sind beide starke, eigenständige Frauen, die sich gegen Erwartungen behaupten und ihren Platz suchen. Die Natur spielt eine große Rolle – mal rau, mal tröstlich – und Lagerlöf beschreibt sie mit viel Gefühl und Tiefe.

Der Autorin gelingt es, die beide Zeitebenen stimmig zu verknüpfen. Die Figuren wirken glaubwürdig und nahbar, die Naturbeschreibungen sind eindrucksvoll und geben der Geschichte fast etwas Magisches. Trotz des eher leisen Tons gibt es viele emotionale Momente – ohne Pathos, aber mit viel Gefühl.

"Wo die Moltebeeren leuchten" ist ein wunderbar erzählter, berührender Roman über weibliche Stärke, Selbstbestimmung und die Spuren, die Vergangenheit und Entscheidungen hinterlassen. Für alle, die viel Atmosphäre, emotionale Tiefe und kluge, glaubwürdige Frauenfiguren schätzen – ein echtes Lesehighlight!

Veröffentlicht am 10.07.2025

Großartig!

Kramer oder das Ziel aller Wünsche
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In "Kramer oder das Ziel aller Wünsche" erzählt Gerhard Köpf vom pensionierten Ministerialrat Dr. Theo Kramer. Er hatte sein gesamtes Berufsleben mit mächtigen Männern zu tun und versuchte damit zu beeindrucken. ...

In "Kramer oder das Ziel aller Wünsche" erzählt Gerhard Köpf vom pensionierten Ministerialrat Dr. Theo Kramer. Er hatte sein gesamtes Berufsleben mit mächtigen Männern zu tun und versuchte damit zu beeindrucken. Leider war es ihm aber nie gelungen, eine Frau zu finden, so lebt er nun einsam und alleine bis er eines Tages völlig unerwartet ein Vermögen erbt, das ihm nun die Möglichkeit zu geben scheint, aus seinem Schattendasein herauszutreten. Als ihm auffällt, dass sein Name ein Palindrom von Remark ist, sieht er das als Wink des Schicksals und beginnt damit, sich näher mit Erich Maria Remarque zu beschäftigen, kauft dessen altes Auto und gibt sich sogar als Verwandter aus. Er ist von nun an davon besessen, das Leben des von ihm verehrten Schriftsteller zu leben - so erschafft er sich eine Ersatzwelt, in der er jemand von Bedeutung ist.

Dem Autor ist auf etwas über hundert Seiten ein großartiges Buch gelungen. Wenn nicht kleine Hinweise wie eine DVD oder ein Notebook darauf hindeuten würden, dass die Geschichte in der Jetztzeit oder der nahen Vergangenheit handelt, würde man wie selbstverständlich denken, Kramer würde in einer früheren Zeit leben, so atmosphärisch dicht, so authentisch beschreibt Köpf die Protagonisten und Begebenheiten und versetzt die Leserinnen und Leser sehr gekonnt in ein vermeintlich anderes Zeitalter.

"Kamer oder das Ziel aller Wünsche" ist ein Psychogramm und ein klug komponierter, literarisch überzeugender Roman über die Sehnsucht, mehr zu sein – und darüber, wie leicht es ist, sich selbst dabei aus den Augen zu verlieren.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt und wird mich noch eine Weile beschäftigen - absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 10.07.2025

Ein Buch, das nicht laut sein muss, um zu wirken

Der Garten der kleinen Wunder
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In "Der Garten der kleinen Wunder" erzählt Patricia Koelle-Wolken von Toja, die gemeinsam mit ihrem Mitbewohner Bär in einem alten Haus lebt, das von einem geheimnisvollen, ungewöhnlichen Garten umgeben ...

In "Der Garten der kleinen Wunder" erzählt Patricia Koelle-Wolken von Toja, die gemeinsam mit ihrem Mitbewohner Bär in einem alten Haus lebt, das von einem geheimnisvollen, ungewöhnlichen Garten umgeben ist. Eines Tages kommt die 14-jährige Vica zu Besuch – ein sensibles, feinfühliges Mädchen, das sich auf leise Weise von ihrer Umwelt abhebt. Sie lebt bei ihrem Vater Florian, einem Augenarzt, doch ihre Beziehung ist nicht einfach.

Die Erzählung besticht durch ihre ruhige, einfühlsame Sprache und die liebevolle Darstellung der Figuren. Sie wirken authentisch, ihre Entwicklungen glaubwürdig und berührend. Der Garten ist ein lebendiger, ungewöhnlicher Ort und spiegelt auf wunderbare Weise das Wesen der Protagonisten wider. Gleichzeitig ist er ein Symbol für Wandel, Heilung und Hoffnung.

Die Sprache der Autorin ist voller Wärme, Bilder und leiser Kraft, ohne je kitschig zu werden. Es ist ein Buch, das nicht laut sein muss, um zu wirken. Ein wunderschöner, tiefgehender Roman, der lange nachhallt!

Veröffentlicht am 09.07.2025

Für alle, die asiatische Küche lieben

Deftig Vegan Asien
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„Deftig Vegan Asien“ ist ein inspirierendes Kochbuch für alle, die asiatische Küche lieben – ganz gleich, ob sie sich vegan ernähren oder nicht. Die Rezepte zeigen, wie vielfältig und sättigend pflanzliche ...

„Deftig Vegan Asien“ ist ein inspirierendes Kochbuch für alle, die asiatische Küche lieben – ganz gleich, ob sie sich vegan ernähren oder nicht. Die Rezepte zeigen, wie vielfältig und sättigend pflanzliche Gerichte sein können, ohne auf Geschmack oder Umami zu verzichten. Besonders für Nicht-Veganer ist der Einstieg leicht, da viele asiatische Klassiker ohnehin traditionell ohne Milchprodukte auskommen.

Das Buch bietet eine breite Auswahl: von Currys, Suppen und Nudelgerichten bis hin zu Streetfood und deftigen Klassikern. Statt Ersatzprodukten setzt Anne-Katrin Weber auf natürliche Zutaten wie Miso, Pilze oder fermentierte Saucen, die echte Tiefe und Würze bringen.

Die Gestaltung ist hochwertig, die Rezepte gut erklärt und mit etwas Kocherfahrung problemlos umsetzbar. Viele Gerichte eignen sich auch zum Vorbereiten und sind absolut alltagstauglich.

Veröffentlicht am 26.06.2025

Für große oder kleine Runden

Alles in die Mitte!
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„Alles in die Mitte!“ ist genau die Art Kochbuch, die ich liebe: unkomplizierte, aromatische Rezepte, die zum gemeinsamen Essen und Genießen einladen.

Das Konzept, viele kleine Gerichte „in die Mitte“ ...

„Alles in die Mitte!“ ist genau die Art Kochbuch, die ich liebe: unkomplizierte, aromatische Rezepte, die zum gemeinsamen Essen und Genießen einladen.

Das Konzept, viele kleine Gerichte „in die Mitte“ zu stellen, ist nicht neu, doch hier besonders liebevoll und alltagsnah umgesetzt. Die Rezepte nehmen mit auf eine Reise durchs Mittelmeer – von der Levante über die Türkei, Griechenland und Italien bis nach Spanien und Portugal. Sie lassen sich wunderbar kombinieren, um im großen Kreis mit Freunden oder Familie zu genießen. Gleichzeitig funktionieren viele Gerichte auch für kleinere Runden oder solo, wenn es mal schnell und lecker sein soll.

Besonders gefallen hat mir, dass die Rezepte meist mit einfachen Zutaten auskommen, verständliche Anleitungen geben und das gewisse Etwas haben. Auch an kleine Details wie Gewürzmischungen, eingelegte Zwiebeln oder aromatisierte Öle wurde gedacht.

Was das Buch für mich besonders macht, sind die persönlichen Texte von Onur Elci. Er erzählt nicht nur von Rezepten, sondern auch von Erinnerungen, Orten und Menschen und lässt so an seiner Leidenschaft fürs Kochen und fürs Miteinander teilhaben.

Für mich ist „Alles in die Mitte!“ ein rundum gelungenes Kochbuch, das Lust macht, zu kochen und zu genießen – egal ob zu mehreren oder auch mal ganz für sich allein.