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blumenkind_93

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.01.2022

Schwer aber schön

Zum Paradies
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Wer „Ein bisschen Leben“ gelesen hat, weiß: Hanya Yanagihara schreibt keine leichte Kost. Der Roman „Zum Paradies“ fühlte sich zwar leichter an als ihr letztes Werk, regt aber durchaus zum Nachdenken an.
In ...

Wer „Ein bisschen Leben“ gelesen hat, weiß: Hanya Yanagihara schreibt keine leichte Kost. Der Roman „Zum Paradies“ fühlte sich zwar leichter an als ihr letztes Werk, regt aber durchaus zum Nachdenken an.
In drei Teilen führt uns die Autorin durch drei Jahrhunderte in den USA, in die Jahre 1893, 1993 und 2093. Verbunden sind die sonst autonomen Teile von einem Haus am Washington Square, den Themen Reichtum vs. Armut, Gesundheit vs. Krankheit, Stärke vs. Schwäche. Auch andere Elemente ziehen sich durch: ein dominanter, aber liebevoller Großvater, Hawai’i als Herkunfts- und Sehnsuchtsort, Vor- und Nachnamen, Homosexualität, die Charakterzüge der Figuren.
Mein Fazit: Man muss sich durch die 912 Seiten zwar ein bisschen durchkämpfen, der Roman aber regt auf jeden Fall zum Nachdenken an – vor allem der dritte Teil, in dem Pandemien und Klimawandel zum Verhängnis der Menschheit werden.

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Veröffentlicht am 19.10.2021

Tolles Buch!

Die Enkelin
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Die Zerrissenheit Deutschlands von Wirtschaftswunder und Wende, politischen Wirren und stabilen Familien spiegelt sich in dem Roman „Die Enkelin“ von Bernhard Schlink in drei Generationen wider. Dennoch ...

Die Zerrissenheit Deutschlands von Wirtschaftswunder und Wende, politischen Wirren und stabilen Familien spiegelt sich in dem Roman „Die Enkelin“ von Bernhard Schlink in drei Generationen wider. Dennoch ist es kein normaler Generationenroman, der auf plumpe Weise vom Leben erzählt – man bemerkt auf eine subtile Art, wie sich die Charaktere gegenseitig beeinflussen, gegeneinander aufbegehren und dennoch einen ähnlichen Kern haben. In leichter, aber kunstvoller Sprache führt Bernhard Schlink in drei Teilen durch drei Geschichten von drei Frauen. Die Welten, in die man eintaucht, sind auffällig gut recherchiert.
Der Protagonist, der Buchhändler Kaspar, ist wahnsinnig gut gezeichnet. Seine Unsicherheit ist so nachvollziehbar – er ist zerrissen zwischen seinem Denken und Handeln, zwischen politischen Fronten, Gegenwart und Vergangenheit. Auch die anderen Charaktere zeichnet Bernhard Schlink nachvollziehbar. Man kann sich in alle hineinfühlen. Bei so mancher Entscheidung zerreißt es einem das Herz.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Über Freund*innenschaft

Grüne Welle
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Der Roman "Grüne Welle" von Esther Schüttpelz hat mir insgesamt gut gefallen. Besonders stark fand ich die Beschäftigung mit Freundschaft und Identität. Diese Themen stehen klar im Mittelpunkt und werden ...

Der Roman "Grüne Welle" von Esther Schüttpelz hat mir insgesamt gut gefallen. Besonders stark fand ich die Beschäftigung mit Freundschaft und Identität. Diese Themen stehen klar im Mittelpunkt und werden auf eine sehr schöne, ehrliche und starke Weise behandelt.
Ein großer Pluspunkt ist der Schreibstil. Das Buch liest sich sehr flüssig, man kommt schnell durch die Handlung - die in den Geschwindigkeiten stark wechselt und sich eigentlich nur über 24 Stunden zieht. Trotzdem wirkt die Geschichte nicht oberflächlich. Gerade der Umgang mit schwierigen Themen wird sensibel, aber auch klar dargestellt.
Die weitestgehend namenlosen Figuren sind nur so vielschichtig angelegt, wie es sein muss - ich glaube, dadurch können Leser*innen die Geschichte unterschiedlich wahrnehmen.
Insgesamt würde ich "Grüne Welle" weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Große Themen

Wohin du auch gehst
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"Wohin du auch gehst" von Christina Fonthes war ein Genuss. Vor allem tut es sehr gut, eine queere Geschichte mit kongoleischer Perspektive zu lesen.
Im Zentrum des Romans stehen zwei Frauen: Bijoux, eine ...

"Wohin du auch gehst" von Christina Fonthes war ein Genuss. Vor allem tut es sehr gut, eine queere Geschichte mit kongoleischer Perspektive zu lesen.
Im Zentrum des Romans stehen zwei Frauen: Bijoux, eine junge lesbische Frau, die zu ihrer Tante nach London geschickt wird. Und Mira, die ein Leben voller Verlust lebt. Was anfangs wie ein Konflikt zwischen Generationen wirkt, wird schnell komplexer. Es geht um Selbstbestimmung, Trauma und um Liebe - queere Liebe, Liebe in der Familie, Mutterliebe. Auch einen Hauch Geschichte und politischen Aktivismus bekommt man mit. Die Geschichte spielt in Kinshasa, Brüssel, Paris und London.
Den Schreibstil der Autorin fand ich sehr ansprechend. Sie schreibt elegant, aber schnörkellos. Vor allem das Foreshadowing, bei dem man einige Plot Twists schon erahnen kann, hat mich abgeholt.

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Veröffentlicht am 26.01.2023

Roh und wild

Der Inselmann
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Der Roman erinnert mich daran, dass der Druck einer Gesellschaft so groß werden kann, dass manche darunter zerbrechen.
Hans muss sich schon in jungen Jahren an vieles anpassen. Seine Eltern entscheiden, ...

Der Roman erinnert mich daran, dass der Druck einer Gesellschaft so groß werden kann, dass manche darunter zerbrechen.
Hans muss sich schon in jungen Jahren an vieles anpassen. Seine Eltern entscheiden, auf eine unbewohnte Insel mitten in einem großen See zu flüchten. Das Leben dort ist hart – nur Moos, Gestein, Bäume, Schafe. Mit der Zeit lernt Hans aber, sich dort zurecht zu finden und sein Leben zu leben. Bis zu dem Tag, an dem er in die Schule soll. Die Realität bricht ein und trennt ihn von der Insel und von seinen Eltern. In der Schule kommt er nicht zurecht, flüchtet wieder auf die Insel. Deshalb kommt er in eine Art Erziehungsanstalt, wo mit physischer und psychischer Gewalt gearbeitet wird. Als Hans 18 wird, wird er in die Welt entlassen – und steht vor dem Nichts. Sein größter Wunsch ist, auf die Insel zurückzukehren. Aber gibt es die Insel noch? Leben seine Eltern noch darauf? Wie werden sie ihn empfangen?
Der Roman ist sehr leicht zu lesen und fließt dahin, der Stil ist angenehm und interessant.

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