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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.08.2025

Wenn Zusammenhalt über Leben entscheidet

Schwestern der Freiheit
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Heather Morris entführt den Leser in „Schwestern der Freiheit“ mitten in das Jahr 1942, als Singapur unter japanische Kontrolle fällt. Die australische Krankenschwester Nesta James und die englische Musikerin ...

Heather Morris entführt den Leser in „Schwestern der Freiheit“ mitten in das Jahr 1942, als Singapur unter japanische Kontrolle fällt. Die australische Krankenschwester Nesta James und die englische Musikerin Norah Chambers – beides reale Frauen – versuchen, dem Chaos zu entkommen, erleiden jedoch Schiffbruch und werden schließlich in ein japanisches Kriegsgefangenenlager in Indonesien gebracht.
Die Autorin hat akribisch recherchiert und verarbeitet hier wahre Begebenheiten mit großem Respekt. Sie schildert eindrucksvoll, wie die Frauen Hunger, Krankheit und Gewalt ertragen mussten und wie sie trotz allem menschliche Wärme bewahrten. Und wie sie dennoch Kraft aus Freundschaft, Zusammenhalt und kleinen Momenten der Menschlichkeit schöpften. Besonders bewegend ist Norahs Idee, ein „Stimmorchester“ zu gründen: Musik als Rettungsanker in einer Welt, die alles Menschliche auszulöschen drohte.
Beim Lesen hat mich die Geschichte tief berührt. Es war schmerzhaft, das Leid dieser Frauen mitzuerleben, und gleichzeitig tröstlich, wie sie sich gegenseitig Hoffnung und Würde gaben. Die kleinen Gesten – ein geteiltes Stück Brot, ein Lächeln, ein gemeinsames Lied – leuchteten wie Funken im Dunkeln.
Manche Passagen hätte ich mir noch ausführlicher gewünscht, um einzelne Figuren noch näher kennenzulernen. Doch vielleicht spiegelt diese Zurückhaltung gerade die innere Distanz wider, die sie zum Überleben brauchten.
„Schwestern der Freiheit“ ist keine leichte Lektüre, aber eine, die im Gedächtnis bleibt. Ein aufwühlendes, authentisches und respektvolles Porträt außergewöhnlicher Frauen, das zeigt, wie viel Kraft in Freundschaft, Mitgefühl und dem Willen zum Überleben steckt. Und das uns daran erinnert, dass dies keine Fiktion, sondern erlebte Geschichte ist. 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Ein Funken Hoffnung in tiefster Dunkelheit

Als uns die Hoffnung am Leben hielt
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Henriette Küppers Roman „Als uns die Hoffnung am Leben hielt“ beruht auf einem wahren Ereignis – dem Grubenunglück von Lengede im Jahr 1963, das als das „Wunder von Lengede“ in die Geschichte einging. ...

Henriette Küppers Roman „Als uns die Hoffnung am Leben hielt“ beruht auf einem wahren Ereignis – dem Grubenunglück von Lengede im Jahr 1963, das als das „Wunder von Lengede“ in die Geschichte einging. Schon der Gedanke, dass dieses Unglück wirklich passiert ist, verleiht dem Buch eine ganz besondere Intensität.
Drei Menschen stehen im Mittelpunkt: der junge Bergmann Harald, der gerade erst anfängt, unter Tage zu arbeiten, die ehrgeizige Journalistin Simone, die sich beweisen will, und Antonio, der frisch Vater geworden ist. Sie alle verbindet das Schicksal – und eine Katastrophe, die ihr Leben auf einen Schlag verändert.
Was mich beim Lesen tief berührt hat, war die stille Kraft, mit der Henriette Küpper erzählt. Ihre Sprache ist klar und unaufgeregt, aber voller Gefühl. Es sind nicht die großen Worte, sondern die kleinen Gesten, Gedanken und Ängste, die unter die Haut gehen. Man spürt die Dunkelheit, das Bangen, die Hilflosigkeit – und trotzdem auch den unerschütterlichen Glauben, dass es noch Hoffnung gibt.
Mich hat besonders bewegt, wie sich in der Krise etwas sehr Menschliches zeigt: Mitgefühl, Zusammenhalt, kleine Zeichen von Mut. Die Figuren handeln nicht heroisch, sondern einfach menschlich. Und gerade das macht sie so glaubwürdig und nah.
Einige Rückblenden hätten für meinen Geschmack etwas kürzer sein dürfen, doch sie stören den Erzählfluss kaum. Vielmehr geben sie den Figuren Tiefe und lassen erahnen, wie viel auf dem Spiel steht.
Fazit:
Ein bewegender Roman über ein wahres Ereignis, das unter die Haut geht – leise, eindringlich und aufrichtig. Er erzählt nicht nur von einem Unglück, sondern vor allem von Hoffnung, Menschlichkeit und innerer Stärke. Dieses Buch hallt nach. Nicht laut, aber dafür umso tiefer. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Drei Wünsche, ein Neuanfang – und der Mut zur Nähe

Three Things To Be Done | Mit wunderschönem Farbschnitt
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"Three Things To Be Done" ist der zweite Band der Lanningtons-Reihe und erzählt die Geschichte von Emma, die nach einem schweren Jahr mit ihrer kleinen Tochter nach London zurückkehrt. Ihr Leben steht ...

"Three Things To Be Done" ist der zweite Band der Lanningtons-Reihe und erzählt die Geschichte von Emma, die nach einem schweren Jahr mit ihrer kleinen Tochter nach London zurückkehrt. Ihr Leben steht an einem Wendepunkt, drei unerfüllte Träume begleiten sie – und der Wunsch nach einem Neuanfang ist deutlich spürbar. Ian, dem sie dort begegnet, ist zunächst verschlossen und wirkt unnahbar. Doch ihre Wege kreuzen sich immer wieder, und langsam beginnt sich zwischen den beiden etwas aufzubauen, das zunächst zart und unausgesprochen bleibt.
Die Figuren stehen im Zentrum dieses Romans. Emma ist feinfühlig gezeichnet, ihre Verletzlichkeit und gleichzeitige Entschlossenheit machen sie zu einer nahbaren, glaubhaften Protagonistin. Ihre Entwicklung ist leise, aber spürbar – sie gewinnt an Stärke, ohne laut zu werden. Ian wiederum ist ein eher ruhiger Gegenpart, dessen Verhalten und Wandel ebenfalls sehr authentisch wirken. Gemeinsam entfalten die beiden eine Dynamik, die ohne große Worte auskommt, aber dennoch viel Tiefe hat.
Der Erzählton bleibt durchweg ruhig und atmosphärisch. Es geht weniger um große Wendungen als vielmehr um innere Bewegung. Themen wie Verlust, Selbstfindung und Vertrauen stehen im Vordergrund – und sie werden mit einer Zurückhaltung behandelt, die der Geschichte guttut. Kleine, fast alltägliche Szenen bringen Leichtigkeit hinein, etwa wenn der Strom ausfällt oder ein Spaziergang unerwartete Wendungen nimmt. Diese Momente geben dem Roman Charme und Wärme.
Jane Aiven gelingt es, Emotionen greifbar zu machen, ohne sie auszustellen. Die Geschichte wirkt durchdacht, aber nicht konstruiert – und trotz der Zurückhaltung bleibt eine feine Spannung zwischen den Zeilen.
Wer ruhige, tiefgründige Liebesromane mit glaubwürdigen Figuren und viel Gefühl sucht, findet in diesem Buch eine bewegende und unaufdringliche Geschichte über das, was möglich ist, wenn man sich selbst wieder erlaubt, zu hoffen. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Bewegend, erschütternd, kraftvoll

Martha, Mon Amour. Eine verlorene Liebe
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Dieses Buch hat mich tief berührt. Schon nach den ersten Seiten war ich ganz in Marthas Welt eingetaucht – ihre Trauer, ihre Sehnsucht, ihre Stärke haben mich sehr bewegt. Martha ist eine Frau, die nach ...

Dieses Buch hat mich tief berührt. Schon nach den ersten Seiten war ich ganz in Marthas Welt eingetaucht – ihre Trauer, ihre Sehnsucht, ihre Stärke haben mich sehr bewegt. Martha ist eine Frau, die nach dem Ersten Weltkrieg eigentlich schon mit ihrem Schicksal abgeschlossen hat. Doch dann begegnet sie Amir, einem tunesischen Kolonialsoldaten – und plötzlich öffnet sich ein ganz neues Kapitel in ihrem Leben.
Ihre Entscheidung, mit ihm nach Paris zu gehen, fand ich unglaublich mutig. Sie lässt alles Vertraute hinter sich, nur aus Liebe. Das hat mir großen Respekt abgenötigt. Gleichzeitig war ich oft auch entsetzt und traurig, weil die beiden so viel ertragen mussten: Ausgrenzung, Vorurteile und dann der Schrecken des Zweiten Weltkriegs, der alles überschattet. Besonders die Angst um ihre gemeinsame Tochter hat mich sehr mitgenommen.
Die Geschichte hat viele Stellen, die zum Nachdenken anregen. Auch wenn die Handlung erfunden ist, spürt man, wie viel Wahres und Aktuelles darin steckt. Themen wie Rassismus, Ausgrenzung und politischer Hass sind leider auch heute noch erschreckend präsent. Gerade deshalb fühlt sich das Buch so wichtig und zeitnah an.
Was mich besonders gefesselt hat, war der Stil: klar, einfühlsam und voller Emotionen. Ich konnte Martha richtig spüren – ihre Liebe, ihre Zweifel, ihre Hoffnung. Es war nicht immer leicht zu lesen, weil manche Szenen wirklich unter die Haut gehen. Aber genau das macht das Buch so besonders.
Mein Fazit:
„Martha, Mon Amour“ ist eine bewegende Liebesgeschichte – aber auch viel mehr als das. Es ist ein Roman über Mut, Anderssein, Verlust und die Kraft der Liebe in dunklen Zeiten. Ich habe es mit einem Kloß im Hals, aber auch mit Hoffnung im Herzen gelesen. Ein Buch, das nachhallt. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Eine berührende Reise zu den Wurzeln

Die Nelkentochter (Die Blumentöchter 3)
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Auch dieser dritte Teil der Blumentöchter-Saga von Tessa Collins ist eine bewegende Geschichte, die mich von der ersten Seite an emotional gepackt hat. Nach dem Tod ihrer Großmutter fühlt sich Lali verloren ...

Auch dieser dritte Teil der Blumentöchter-Saga von Tessa Collins ist eine bewegende Geschichte, die mich von der ersten Seite an emotional gepackt hat. Nach dem Tod ihrer Großmutter fühlt sich Lali verloren und orientierungslos. In der Gärtnerei entdeckt sie Gedichte ihrer Mutter, die sie früh verlassen hat – diese Zeilen berühren sie tief und wecken in ihr eine sehnsuchtsvolle Suche nach Antworten. Mutig verlässt sie ihr vertrautes Leben in Cornwall und reist nach Sri Lanka, um den Spuren eines alten Familiengeheimnisses zu folgen.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht verständlich, was mir das Eintauchen in die Geschichte sehr angenehm gemacht hat. Besonders eindrucksvoll fand ich die Beschreibungen von Sri Lanka. Ich konnte die Wärme auf der Haut spüren, den Duft der Teesträucher riechen und die Farben der Landschaft förmlich sehen. Diese lebendige Kulisse hat mich tief in die Handlung hineingezogen.
Während des Lesens war ich von vielen Gefühlen begleitet. Ich spürte Lalis Unsicherheit und Traurigkeit, ihre Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Liebe, aber auch die leise Hoffnung, dass sie ihren Platz in der Welt doch noch finden würde. Die Gedichte ihrer Mutter haben mich emotional berührt, und ich konnte ihren inneren Schmerz sehr gut nachempfinden. Als sie schließlich in Sri Lanka Antworten findet und sich ihrer Vergangenheit stellt, war ich tief bewegt.
Lalis Entwicklung im Laufe der Geschichte hat mich besonders berührt. Aus der stillen, zurückhaltenden Frau wird jemand, der zunehmend Klarheit, Stärke und Selbstvertrauen gewinnt. Das passiert nicht plötzlich, sondern in kleinen, glaubwürdigen Schritten, die ich sehr authentisch fand. Auch die Einblicke in die Vergangenheit ihrer Mutter haben die Geschichte für mich noch emotionaler und greifbarer gemacht.
„Die Nelkentochter“ ist für mich eine wunderbare Mischung aus Familiengeheimnis, Selbstfindung und der besonderen Atmosphäre eines fremden Landes. Es ist ein leises, gefühlvolles Buch, das lange nachhallt – voller Wärme, Hoffnung und innerer Kraft. Ich habe es mit viel Herz gelesen und kann es jedem empfehlen, der gerne tief in emotionale Geschichten eintaucht. 5 Sterne.

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