Es kann keine zwei Sonnen am Firnament geben
Sieben JahreTanja Kinkel gelingt (zum zweiten Mal in diesem Jahr) ein faszinierender historischer Roman.
Jeder kennt Friedrich den Großen, seine langjährigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit der österreichischen ...
Tanja Kinkel gelingt (zum zweiten Mal in diesem Jahr) ein faszinierender historischer Roman.
Jeder kennt Friedrich den Großen, seine langjährigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit der österreichischen Kaiserin Maria Theresia. Mir war allerdings neu, dass er solch interessanten Beziehungen zu seinen Brüdern und Schwestern hatte.
Sein jüngerer Bruder Heinrich von Preußen, Unterstützer und Kritiker Friedrichs, ist der Protagonist dieser Geschichte. Beide waren starke, stolze Charaktere die eine traumatische Kindheit erlebten. Mit verschiedenstenTalenten ausgestattet waren sie trotzdem einsame und zerrissene Persönlichkeiten. Ihre Homosexualität konnte vermutlich nur Heinrich trotz einer erzwungenen Ehe ausleben, zum Glück wurde auf schlüpfrige Liebesszenen verzichtet.
Alles findet in den ersten Jahren des siebenjährigen Krieges statt und mir hat gefallen wie gut und detailliert dieses historische Familienportrait in diese Rahmenhandlung eingebettet wurde.
Besonders möchte ich noch den Schreibstil hervorheben - Frau Kinkel schafft es hervorragend das in der Realität überwiegend gesprochene höfische Französisch ins Deutsche zu transkribieren und dennoch vom normalen gesprochenen Deutsch abzugrenzen.
Mir gefällt es grundsätzlich wenn wie hier so viele reale Personen in einer solide recherchierten Geschichte vorkommen, es macht einfach Spaß parallel nach weiteren Informationen und Bildern zu schauen. Landkarten wären eine schöne Ergänzung gewesen, dank Google Maps habe ich mir jedoch Entfernungen und Gegebenheiten verdeutlichen können. Vielleicht befinden sie sich in der gebundenen Ausgabe, ich durfte ein ebook über Netgalley vorab lesen.