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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.08.2025

Es kann keine zwei Sonnen am Firnament geben

Sieben Jahre
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Tanja Kinkel gelingt (zum zweiten Mal in diesem Jahr) ein faszinierender historischer Roman.
Jeder kennt Friedrich den Großen, seine langjährigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit der österreichischen ...

Tanja Kinkel gelingt (zum zweiten Mal in diesem Jahr) ein faszinierender historischer Roman.
Jeder kennt Friedrich den Großen, seine langjährigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit der österreichischen Kaiserin Maria Theresia. Mir war allerdings neu, dass er solch interessanten Beziehungen zu seinen Brüdern und Schwestern hatte.
Sein jüngerer Bruder Heinrich von Preußen, Unterstützer und Kritiker Friedrichs, ist der Protagonist dieser Geschichte. Beide waren starke, stolze Charaktere die eine traumatische Kindheit erlebten. Mit verschiedenstenTalenten ausgestattet waren sie trotzdem einsame und zerrissene Persönlichkeiten. Ihre Homosexualität konnte vermutlich nur Heinrich trotz einer erzwungenen Ehe ausleben, zum Glück wurde auf schlüpfrige Liebesszenen verzichtet.
Alles findet in den ersten Jahren des siebenjährigen Krieges statt und mir hat gefallen wie gut und detailliert dieses historische Familienportrait in diese Rahmenhandlung eingebettet wurde.
Besonders möchte ich noch den Schreibstil hervorheben - Frau Kinkel schafft es hervorragend das in der Realität überwiegend gesprochene höfische Französisch ins Deutsche zu transkribieren und dennoch vom normalen gesprochenen Deutsch abzugrenzen.
Mir gefällt es grundsätzlich wenn wie hier so viele reale Personen in einer solide recherchierten Geschichte vorkommen, es macht einfach Spaß parallel nach weiteren Informationen und Bildern zu schauen. Landkarten wären eine schöne Ergänzung gewesen, dank Google Maps habe ich mir jedoch Entfernungen und Gegebenheiten verdeutlichen können. Vielleicht befinden sie sich in der gebundenen Ausgabe, ich durfte ein ebook über Netgalley vorab lesen.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Du hast nur eine Chance

Erebos 3
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Zum dritten Mal läßt Ursula Poznanski den Kosmos um das mysteriöse Spiel Erebos entstehen und was soll ich sagen, man hat das Gefühl die vorherigen Bände erst vor kurzem gelesen zu haben. Bei mir sind ...

Zum dritten Mal läßt Ursula Poznanski den Kosmos um das mysteriöse Spiel Erebos entstehen und was soll ich sagen, man hat das Gefühl die vorherigen Bände erst vor kurzem gelesen zu haben. Bei mir sind rund sechs Jahre vergangen (ET sogar 2010 bzw 2019). Der Schreibstil und die Ausgestaltung der Protagonisten bzw ihrer Avatare und des Games sind meiner Meinung nach gleich gut geblieben, Respekt.
Es sind wenige Jahre vergangen und Nick ist vollkommen überrascht als Erebos auf seinem Computer erneut erwacht und ihn wieder dank dezenter Erpressung zur Teilnahme überredet. Die Regeln sind ein wenig verändert, es gibt wenige bekannte und viele neue Spieler. Alle begeben sich auf die Suche doch wonach? Ein Spiel auf Leben und Tod beginnt.
Es mag vielleicht daran liegen dass mir die Welt und Vorgehensweise von Erebos so vertraut war, jedenfalls hatte dieser Dritte Band für mich ein paar Längen. Das spannende Actionlevel (das Umsetzen der wenigen Aufgaben, weniger Kämpfe und weniger Dramatik) ist hier längere Zeit niedriger als bei den Vorgängern. Ich hätte an einigen Stellen eine etwas andere Vorgehensweise von Nick und Victor aufgrund ihrer Erfahrungen erwartet.
Trotzdem hat mich das Buch gefesselt und es war leider viel zu schnell beendet.

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Skurril, eigenwillig und unterhaltsam

Dr. Siri sieht Gespenster
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Auf diese Reihe muss man sich einlassen können, dann ist Dr. Siri äußerst unterhaltsam und extrem witzig.

Laos in den 70iger Jahren. Dr. Siri ist eigentlich im Rentenalter, arbeitet jedoch als einziger ...

Auf diese Reihe muss man sich einlassen können, dann ist Dr. Siri äußerst unterhaltsam und extrem witzig.

Laos in den 70iger Jahren. Dr. Siri ist eigentlich im Rentenalter, arbeitet jedoch als einziger Leichenbeschauer des Landes und darf sich täglich mit den Widrigkeiten seines Berufes und Landes herumschlagen. So findet man z.B. Mitarbeiter eines Ministeriums als Fischverkäufer auf dem Markt und der Polizist fährt mit einem pinken Motorrad (wenigstens hat er eins). Zur Hand gehen ihm Krankenschwester Dtui und Herr Geung, der einzige Mitarbeiter mit Down Syndrom. Dass Siri dank eines vor Jahrhunderten verstorbenen Schamanen Zugang zur Geisterwelt hat macht die Sache oft nicht einfacher.

Die Darstellung von Laos zu jener Zeit finde ich äußerst gelungen. Die Menschen sind so pragmatisch und arrangieren sich mit der Situation auf witzige Art und Weise - dabei ist vieles (gerade aus heutiger Sicht) ja überhaupt nicht lustig.

Wo steckt der verschwundene Bär? Wer ist für die bestialischen Morde zuständig? Was befindet sich in der mysteriösen Truhe? Wer ist der Gärtner? Dr. Siri findet die Antworten auf diese und viele weitere Fragen.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Spannender und hochwertiger Mix aus Roman und Comic

Aristide Ledoux – Meisterdieb wider Willen
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Wenn der erste Kommentar nach dem Lesen lautet "und wann erscheint die Fortsetzung?" handelt es sich definitiv um tolles Leseerlebnis.
Waisenjunge Aristide lebt in Paris Anfang des 20. Jahrhunderts und ...

Wenn der erste Kommentar nach dem Lesen lautet "und wann erscheint die Fortsetzung?" handelt es sich definitiv um tolles Leseerlebnis.
Waisenjunge Aristide lebt in Paris Anfang des 20. Jahrhunderts und verwandelt sich nachts in den gesuchten Meisterdieb "die Katze". Nach einem Sturz mit seiner Kutsche in die Seine wird er vom Taschendieb Julien gerettet, leidet allerdings unter Amnesie. Gut das Julien mit Leontine befreundet ist - die unternehmungslustige Tochter aus reichem Hause hat viele Ideen. Zusammen kommen sie der Auflösung näher.
So ganz nebenbei werden ein paar historische Dinge im Text untergebracht, was mir sehr gut gefallen hat.
Das Buch (Hardcover) ist sehr hochwertig gestaltet, das Cover absolut ansprechend. Gefallen hat uns die gelungene Mischung aus Roman und Comic - die manchmal über mehrere Seiten gehenden Illustrationen von Maleek sind ein Highlight und ergänzen den Text hervorragend. Die Story ist kurzweilig und spannend geschrieben.
Was mir persönlich nicht so passend erschien war das Ende. Im Gegensatz zum restlichen Teil des Buches war die Story auf einmal sehr dicht (viele Personen, ganz neue Entwicklungen und Informationen), fast schon gehetzt zum quasi offenen Ende. Leider gibt es keinen Hinweis auf einen Folgeband, dies drängt sich aber auf.

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Der American Dream für eine Föhrer Bauerntochter

Das Licht in den Wellen
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Eine Hundertjähige die (gemeinsam mit ihrer Urenkelin) von Föhr nach New York abhaut. Klingt schon mal gut und ist auch interessant geschrieben.
Als junge Frau hat die Bauerntochter Inge Föhr zum ersten ...

Eine Hundertjähige die (gemeinsam mit ihrer Urenkelin) von Föhr nach New York abhaut. Klingt schon mal gut und ist auch interessant geschrieben.
Als junge Frau hat die Bauerntochter Inge Föhr zum ersten Mal verlassen, sucht und findet ihr Glück in New York. Mir war gar nicht bewusst dass es dort eine so große Gemeinschaft von Föhrern gab (die Gesellschaft existiert übrigens noch heute). Ebenso der Dialekt Fehring, mehr als eine Gemeinsamkeit und Verbindung in die Heimat.
Ja, bei Inge lief vieles rund und ja, die Zeitebene mit Swantje (insbesondere ihr Charakter) kommen für meinen Geschmack etwas zu kurz. Das große Geheimnis am Ende war für mich keine wirkliche Überraschung dennoch mochte ich den Schreibstil und die vermittelten Informationen über Inges Zeit in New York sehr. Schade, dass es kein Rezept ihres Salates gab...

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