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Veröffentlicht am 08.09.2025

Ein magischer Mörder und 5 Racheengel

Jack the Ripper`s Sammlung der Herzen
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Allein optisch ist dieser Roman ein Traum und die Autorin hat im Nachwort absolut Recht mit der Vermutung, dass allein die Gestaltung viele Leser anziehen wird.
Aber wie immer nützt das schönste Cover ...

Allein optisch ist dieser Roman ein Traum und die Autorin hat im Nachwort absolut Recht mit der Vermutung, dass allein die Gestaltung viele Leser anziehen wird.
Aber wie immer nützt das schönste Cover wenig, wenn die Geschichte nichts hergibt. Heißt es auch hier mehr Schein als Sein?

Unsere Protagonistin ist Mary Kelly, Jack‘s letztes Opfer. Diese wacht nach ihrem Tod umringt von ihren vier Mit-Ermordeten auf. Die erklären ihr, Jack hätte sie zwar getötet, durch ein Ritual aber wieder zum Leben erweckt. Im Besitz ihrer Körper sind sie sogar in der Lage von anderen gesehen zu werden und mit ihnen zu interagieren. Und das nicht ohne Grund. Die Frauen sollen ihre Kräfte nutzen und für Gerechtigkeit sorgen. Gerechtigkeit auch für das ganze Volk und dafür muss Jack die Kontrolle über die Königin erlangen. Das Jack‘s Absichten nicht gut sein können, erkennt vor allem Mary. Doch nur in Besitz ihrer Herzen, können sie sich Jack‘s Bann wieder entziehen.

Okaaaay…
Zunächst einmal zum Positiven. Ich fand es wirklich schön, diesen fünf Frauen eine Stimme zu geben. Und es ist ein netter Gedanke, so viel sei verraten, dass Jack the Ripper doch seine gerechte Strafe bekommen hat, wenn auch nicht offiziell. Auf literarischer Ebene ist es auch keine schlechte Idee, dass dabei die Geister seiner Opfer ihre Hände mit im Spiel hatten.

Aber diese Umsetzung!
Jack the Ripper mit magischen Kräften? Woher er die hatte, wird nicht erklärt.
Will Macht über die Königin erlangen, um was genau zu tun? Was sind seine Pläne für England? Wird nicht geklärt.
Und mal ganz ehrlich, hätte er wirklich fünf Prostituierte umbringen müssen, um dieses Ziel zu erreichen? Eigentlich nicht.
So viele Plot Holes. Das Meiste hat für mich einfach keinen Sinn ergeben.

Die Beziehung zwischen Mary und Inspektor Abberline ist stark angelehnt an den Film „From Hell“. Da hat mich die Chemie schon nicht überzeugt und auch hier habe ich mich stets gefragt, warum Abberline immer wieder so bereitwillig hinter Mary aufräumt.

Immerhin ist das Buch einfach zu lesen und perfekt für Zwischendurch. Aber ich war mit vielen Dingen einfach nicht wirklich zufrieden, deswegen gibt es von mir nur 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Hochzeit, Mord und andere Katastrophen

Capturing the Devil
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Auf geht’s zum letzten Abenteuer von Audrey Rose und Thomas! Würde mich dieser Teil doch noch vom Hocker hauen? Trotz durchweg spannender Thematik war das bisher nicht der Fall. Aber die Geschichte des ...

Auf geht’s zum letzten Abenteuer von Audrey Rose und Thomas! Würde mich dieser Teil doch noch vom Hocker hauen? Trotz durchweg spannender Thematik war das bisher nicht der Fall. Aber die Geschichte des Hoteliers H.H. Holmes klang mal wieder vielversprechend.

Die mörderische Kreuzfahrt gerade erst hinter sich gebracht, lauert in New York auch schon der nächste Mörder. Oder ist der vielleicht sogar ein Altbekannter? In jedem Fall hinterlässt dieser eine blutige Spur, die geradewegs zur Weltausstellung nach Chicago führt. Die Reise dorthin ist eine willkommene Abwechslung für Audrey Rose und Thomas, die ihre gerade geplatzte Hochzeit verdauen müssen. Und rasche Detektivarbeit ist gefragt, denn in der „weißen Stadt“ verschwindet eine Frau nach der anderen.

Vielen True Crime Fans dürfte H.H. Holmes ein Begriff sein. Ein wahrlich teuflischer Mörder, auch wenn eine kurze Recherche ergibt, dass sein Horror-Hotel weithin ein Produkt reißerischer Journalisten war. Aber die Autorin bedient sich natürlich dieser Gerüchte, sodass wir gegen Ende ein paar wahrlich schaurige Szenen beschrieben bekommen.

Auch gibt es einen Callback zu Teil eins, der für eine richtige Überraschung sorgt. Diese Theorie gab es wirklich und ist nicht ausgedacht. Sie schließt sozusagen den Kreis dieser Reihe, was eine super Idee war.

Trotzdem muss ich leider sagen, dass mich das finale Buch nicht überzeugt hat.
Es geht einfach viel zu lange um die Liebesbeziehung zwischen Audrey Rose und Thomas. Ich fand es zwar sehr gut gemacht, denn es war die meiste Zeit nicht kitschig, sondern sehr sinnlich und dank Thomas’ spitzen Kommentaren wirkte das Miteinander, selbst in intimen Momenten, immer locker und ungezwungen. Aber es dauerte einfach zu lange, die Morde treten immer wieder in den Hintergrund und erst nach der Hälfte kommt wieder Bewegung rein. Schade!

Nach dem überstandenen Shodown triefte der Schnulz dann noch ein wenig von den Seiten und ich hatte endgültig genug von der ganzen Romantik. Und doch muss ich zugeben, dass die Beiden mir fehlen werden.

Für mich der Abschluss einer eher mittelmäßigen Reihe, die aber durch Konzept und Charakterzeichnung überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Regency, Jane Austen und viel Romantik...und auch ein bisschen Ägypten

A Spark of Time - Ein Date mit Mr Darcy
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𝐀 𝐒𝐩𝐚𝐫𝐤 𝐨𝐟 𝐓𝐢𝐦𝐞 - 𝐑𝐞𝐧𝐝𝐞𝐯𝐨𝐮𝐳 𝐚𝐮𝐟 𝐝𝐞𝐫 𝐓𝐢𝐭𝐚𝐧𝐢𝐜 gefiel mir trotz einiger Schwächen gut genug, dass ich mir auch den zweiten und eigentlich letzten Teil nicht entgehen lassen wollte. Überraschend wurde die ...

𝐀 𝐒𝐩𝐚𝐫𝐤 𝐨𝐟 𝐓𝐢𝐦𝐞 - 𝐑𝐞𝐧𝐝𝐞𝐯𝐨𝐮𝐳 𝐚𝐮𝐟 𝐝𝐞𝐫 𝐓𝐢𝐭𝐚𝐧𝐢𝐜 gefiel mir trotz einiger Schwächen gut genug, dass ich mir auch den zweiten und eigentlich letzten Teil nicht entgehen lassen wollte. Überraschend wurde die Reihe jetzt um zwei weitere Teile ergänzt und bevor die herauskommen, wollte ich mir schon mal den zweiten zu Gemüte führen, welche den Titel 𝐄𝐢𝐧 𝐃𝐚𝐭𝐞 𝐦𝐢𝐭 𝐌𝐫. 𝐃𝐚𝐫𝐜𝐲 trägt.

Dieses mal geht es also in die Regency Zeit, genauer gesagt direkt zu Jane Austen! Hier sollen Lily und Damien ein weiteres Zahnrad finden, mit welchem Damien’s Vater seine geheimnisvolle Taschenuhr vervollständigen will. Druckmittel ist Lily’s kranker Vater. Und so müssen die beiden gezwungenermaßen zusammenarbeiten, denn Lily hat Damien seinen Verrat noch immer nicht verziehen.
Als Verwandte von Jane Austen quartieren sie sich bei deren Familie ein und besonders Lily schließt ihre Lieblingsautorin schnell ins Herz. Doch nicht alle Austens sind leicht knacken und so wird das verschwundene Zahnrad zur Herausforderung.

Das Positive zuerst.
Jane Austen aus dieser Sicht kennenzulernen, war wirklich schön. Natürlich gibt es genug Aufzeichnungen zu ihrer Person, aber sie mal als Romanheldin zu erleben, hat sie einen viel näher gebracht.
Der Alltag der Austens, ein Ball und die Entstehung von „Stolz und Vorurteil“ haben sich auch sehr gut in die Handlung eingefügt.

Leider verlassen wir im letzten Drittel Regency England und es geht nach Ägypten. Mir hat dieser Szenenwechsel gar nicht gefallen, es passte nicht zum Rest der Geschichte und hätte besser in ein separates Buch gehört.
Für den damals noch letzten Teil war der Epilog ohne Cliffhanger aber gut gemacht.

Auch die Liebesgeschichte um Lily und Damien war mir viel zu...ja, romantisch. Bin ich ja nicht so der Fan von, aber ein bisschen Romantik kann ja nie schaden. Allerdings fand ich es hier schon arg kitschig. Und das ewige Hickhack davor hat irgendwann auch nur noch genervt.

Ich muss leider auch anmerken, dass sich zahlreiche Fehler eingeschlichen haben, die bei einem Roman, der bei einem Verlag veröffentlicht wird, nicht passieren sollten.

Für mich war dieser Teil schwächer als der Vorgänger, hatte aber dennoch schöne Momente.

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Was für ein Fiebertraum

Bunny
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Trotz des unheilvollen Tik Tok Stickers, gefiel mir das Cover von 𝓑𝓾𝓷𝓷𝔂 auf Anhieb. Pink, poppig, plakativ. Der Klappentext versprach...einen etwas anderen Roman. Doch wie viel „anders“ ist gut?

Samantha ...

Trotz des unheilvollen Tik Tok Stickers, gefiel mir das Cover von 𝓑𝓾𝓷𝓷𝔂 auf Anhieb. Pink, poppig, plakativ. Der Klappentext versprach...einen etwas anderen Roman. Doch wie viel „anders“ ist gut?

Samantha ist an ihrem College für Erzählende Künste die Außenseiterin. Zusammen mit ihrer besten Freundin Ava amüsiert sie sich regelmäßig über die Bunnys, eine vierköpfige Gruppe von Mitstudentinnen, die sich übertrieben lieb haben und an merkwürdigen Ritualen festhalten. Doch so abgestoßen Samantha davon auch ist, so sehr faszinieren sie die Bunnys auch und als sie dann eine Einladung in deren „Schundsalon“ bekommt, kann sie nicht widerstehen anzunehmen. Schnell wird sie in die illustre Runde aufgenommen, wird Teil einer sektenartigen Verbindung und kann schon bald nicht mehr von Traum und Realität unterscheiden.

Ich bin gut in die Geschichte reingekommen, auch wenn sich die Bunnys schnell als ganz anders entpuppt haben, als ich sie mir vorgestellt hatte. Zunächst hat es ein bisschen was von „Mean Girls“, aber dann stellen sich die Bunnys als sehr unterschiedliche Individuen heraus, die keineswegs alle blond und bonbonfarben sind.

Bis zur Mitte des Romans war ich auch wirklich beeindruckt. Der Bunny Club wirkt sehr kultiviert und gehoben. Es wird mit Wörtern um sich geschmissen, die man erst einmal nachschlagen muss und man fühlt sich hinterher definitiv schlauer. Ich hatte keine Ahnung wie das alles enden könnte.

Aber dann nahm das ganze eine herbe Wendung in Richtung Fantasy.
Ich denke es lässt sich am besten mit moderner Kunst vergleichen. Da steht man ja auch davor und denkt sich: Was soll das darstellen? Kunstwissenschaftler sehen einen tieferen Sinn, aber ich denke mir, der Künstler hat da einfach was Wirres hingeklatscht und nennt es Kunst, weil er es halt kann!

Ob der Roman einen tieferen Sinn hat, darüber kann man streiten. Ich denke schon...aber ich habe schlichtweg keine Lust darüber nachzudenken. Am Ende sieht es schon so aus, als sei all das wirklich geschehen und nicht nur Resultat eines Fiebertraums. Mir war es definitiv eine Spur zu abgedreht.

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Veröffentlicht am 19.04.2025

Wie wär's vielleicht mit Gemeinschaft?

Das Gegenteil von Einsamkeit
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Ich bin mir sicher, vor Jahren schon einmal über dieses Buch gestolpert zu sein, das vor allem aufgrund des tragischen Schicksals seiner Autorin Bekanntheit erlangte.

Marina Keegan war eine 22-jährige ...

Ich bin mir sicher, vor Jahren schon einmal über dieses Buch gestolpert zu sein, das vor allem aufgrund des tragischen Schicksals seiner Autorin Bekanntheit erlangte.

Marina Keegan war eine 22-jährige Yale Absolventin, die nur wenige Tage nach ihrem Abschluss bei einem Autounfall ums Leben kam. Ihr aufgewecktes Wesen ist ihren Lehrern, Kommilitonen, Freunden und Familie in guter Erinnerung geblieben, genau wie ihre Geschichten und Essays.
Eine Sammlung davon findet sich in diesem Buch. Laut Einleitung, damit man sich nicht an sie erinnert, weil sie tot ist, sondern weil sie gut war.

Nun, ich kam leider nicht umhin, immer wieder daran zu denken, dass Marina tot und wie furchtbar ungerecht das Leben doch ist. Es kann doch nicht sein, dass wir nur diese eine Chance haben und wenn was schief geht, war es das für uns.

Die Texte erzählen von einer jungen Frau, die Pläne und bestimmt eine tollen Zukunft vor sich hatte. Trotzdem muss man sich fragen, ob diese Sammlung auch so in den Himmel gehoben worden wäre, wenn Marina nicht gestorben wäre. Tatsächlich wird auch erwähnt, dass sie die Texte nie so ohne den letzten Schliff herausgebracht hätte.

Das Buch teilt sich in ihre Abschlussrede, 9 Kurzgeschichten und 9 Essays auf.
Gerade die Rede hinterlässt ein melancholisches Gefühl, spricht Marina doch davon, dass sie noch so jung sind und so viel Zeit haben...
Den Großteil der Geschichten aber, fand ich nicht sonderlich gut. Sicher hatten diese einen tieferen Sinn, aber bei mir haben sie nur ein Hä-Gefühl ausgelöst.
Ironischerweise handelt gleich die erste Geschichte einen plötzlich verstorbenen Studenten, der von seinen Kommilitonen betrauert wird. Einige Geschichten handeln von jungen, nicht besonders sympathischen Menschen. Andere haben einen sehr ernsten Charakter und spielen im Kriegsgebiet oder an Bord eines verlorenen U-Boots. Letztere hat mir am besten gefallen und gab es nicht vor ein paar Jahren genauso einen Fall?

Insgesamt fand ich die Essays besser, aber ebenfalls durchwachsen.
Es ist kurzweilig, man kann es lesen, aber sicher nicht so herausragend wie erwartet.

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