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Veröffentlicht am 10.11.2025

Ein Sonnenaufgang fürs Herz

Sonnenaufgang Nr. 5
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Vielen Dank an Vorablesen und den Piper Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin ein großer Fan der Bücher von Carsten Henn, ...

Vielen Dank an Vorablesen und den Piper Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin ein großer Fan der Bücher von Carsten Henn, aber an den Buchspazierer sind die später erschienenen Romane von ihm nie rangekommen. Mit Sonnenaufgang Nr. 5 kommt er in meinen Augen dieser einzigartigen Atmosphäre und herzerwärmenden Geschichte schon ziemlich nah.

Worum geht es? Jonas ist 19 und will als Ghostwriter die Biografien von anderen Menschen festhalten. Seine erste Kundin ist die exzentrische Stella, die früher eine berühmte Schauspielerin war, und mittlerweile abgeschieden in einem Küstenort lebt.

„Sammeln Sie viele schöne Erinnerungen, die wärmen im Alter.“

Genau dorthin begleiten wir Jonas und lernen den Ort und all seine Bewohner kennen. Bentje an der Bushaltestelle (deren Geschichte laut Nachwort als Inspiration für das gesamte Buch diente), Paul und sein Hund Guter Junge oder der Künstler Geraldo (der Sonnenaufgänge malt und die Bilder dann nummeriert, ergo ist Name und Cover des Buches an sein Kunstwerk angelehnt).

„Erinnern ist ein wenig, als würde man es noch mal erleben.“

Wir tauchen ein in die Lebensgeschichte von Stella, ihre Anfänge in der Schauspielbranche und ihre von Schmerz durch einen Todesfall geprägten Familienzeiten bis hin zu dem Punkt, an dem sie sich in der Gegenwart befindet. Und gleichzeitig erfährt Jonas auch durch andere Menschen in Stellas Leben, dass es auf die Perspektive ankommt, aus der eine Geschichte erzählt wird und man nicht immer den eigenen Erinnerungen trauen kann. Wie ein Puzzle setzt er Stellas Vergangenheit zusammen.
Parallel dazu geht es aber auch um Jonas Vergangenheit. Seine Mutter ist früh verstorben und die Erinnerungen an sie sind ein Thema, das einen Keil zwischen Jonas und seinen Vater treibt. So lernt Jonas in den Begegnungen mit Stella, auch seine eigene Familiengeschichte zu navigieren.

„Ein Feld voller Lavendelblüten ließ sich nicht einfach verewigen. Man musste das Glück haben, es zu erleben.“

Am meisten überzeugt an dem Buch haben mich die Atmosphäre und die vielen schönen Zitate. Es ist ein lebensbejahendes Buch, das zeigt, dass man sein Leben wirklich leben soll und sich im Alter auch an alles erinnern und sich nichts zurechtbiegen soll.

Wer vom Klappentext her wie ich eine ähnliche Geschichte wie Die sieben Ehemänner der Evelyn Hugo erwartet hat: so exzentrisch ist das Leben von Stella nicht, man sollte hier keine super großen Enthüllungen und Geheimnisse erwarten.

Auch spielen in dem Buch gleich zwei Liebesgeschichten eine Rolle, denn sowohl Stella als auch Jonas dürfen sich im Laufe der Story verlieben (natürlich nicht ineinander!). Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich das so gebraucht hätte… denn es gab ja mit der Biografie und dem Thema von Familie für Jonas UND Stella eigentlich schon genug Inhalte, um das Buch zu füllen… Das war für mich nicht so ganz rund.

Trotzdem komme ich am Ende auf eine Bewertung von 4 Sternen. Ich hatte eine gute Zeit mit dem Buch, und habe die Charaktere wirklich doll ins Herz geschlossen. Und ähnlich wie beim Buchspazierer sehe ich hier ganz viel Potential für eine Verfilmung – das wären sicherlich tolle Bilder mit der Küstenkulisse!

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Die Macht von Erinnerungen und Zensur - Fantasy mit aktuellem Thema

Das Buch der verlorenen Stunden
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Vielen Dank an Vorablesen und den dtv Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

An diesem Buch hat mich der Mix aus Roman und Fantasyelementen ...

Vielen Dank an Vorablesen und den dtv Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

An diesem Buch hat mich der Mix aus Roman und Fantasyelementen angesprochen – es hat mich etwas an die Mitternachtsbibliothek von Matt Haig erinnert, die ich sehr gerne mochte: eine Bibliothek abseits von Raum und Zeit mit Büchern, die Erinnerungen und Lebensgeschichten bewahren.

Dieses Konzept wird hier in ein historisches Setting gebettet. Die junge Jüdin Lisavet lebt 1938 in Nürnberg und wird von ihrem Vater während der Reichspogromnacht im sogenannten Zeitraum versteckt, in der sie den 2. Weltkrieg überlebt. Eine zweite Perspektive bringt uns zur Geschichte von Amelia, die 1965 bei ihrem Onkel Ernest in Boston aufwächst. Doch dann wird Ernest ermordet, angeblich von den Russen. Amelia erfährt durch Moira, eine Kollegin ihres Onkels, die Wahrheit: Ernest war Zeithüter und konnte mit einer Uhr in den Zeitraum reisen, die Zeit verändern. So begibt sich auch Amelia in diese Welt abseits von Raum und Zeit.

Die beiden Zeitebenen entwickeln sich langsam: während in der Gegenwart Amelia versucht, dem Erbe und Tod ihres Onkels auf die Spur zu kommen und gegen andere Zeitwächter zu verteidigen, begleiten wir Lisavet in den Jahren, die sie während des Krieges im Zeitraum verbracht hat – und in der sie Ernest kennen- und lieben gelernt hat. Die erste Verbindung der beiden Zeitebenen durch Ernest ist also relativ offensichtlich, aber es verstrickt sich immer mehr und spätere Plottwists konnten mich ehrlich überraschen. Das war bei ca. 50-60% des Buches, danach konnte ich es kaum aus den Händen legen. Davor… nun, ehrlich gesagt fand ich das Lesen davor etwas zäh, weil es wirklich sehr langsam erzählt wurde und die ersten Enthüllungen eher offensichtlich waren.

In der 2. Hälfte des Buches wird auch das zentrale Thema sehr eindeutig. Es geht besonders um Erinnerungen, und den Zeitraum als Ort, der Erinnerung bewahrt. Gleichzeitig geht es um Organisationen, die diese Fähigkeiten für eigene Zwecke nutzen wollen: Erinnerungen sollen gelöscht und zensiert werden. In diesem Komplex kommt die Rebellion gegen diese Organisationen auf, die sich mit der Blume Vergissmeinnicht schmückt – ein eindeutiges Symbol für ihre Mission.

Und unter diesem Aspekt begleiten wir Amelia, Lisavet, Moira und Ernest; wie sie sich von ihrer Moral leiten lassen und für das Kämpfen, was sie für richtig halten.

„Du würdest mich nicht verlieren. Man kann nichts verlieren, woran man sich nicht erinnert.“

Zusammen mit dem historischen Kontext des 2. Weltkriegs bzw. kalten Krieges ein unfassbar aktuelles Thema, das uns zeigt, wie wertvoll die Macht der Erinnerungen ist und wie gefährlich es ist, wenn Menschen in Machtpositionen das Narrativ verändern lassen (wollen).

Das Buch hat ein paar langatmige Stellen, besonders zu Beginn, und man darf nicht zu viel über die magischen Elemente nachdenken, da das System nicht komplett ausgefeilt und begrenzt wurde. Aber insgesamt hatte ich eine gute und anregende Lesezeit und möchte das Buch vor allem wegen der Thematik allen ans Herz legen. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 26.08.2025

unfassbar schön geschriebenes Debüt

Bestie
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Vielen Dank an Vorablesen und den pola Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Vorab: ich verfolge Joana schon sehr lange auf ihrer ...

Vielen Dank an Vorablesen und den pola Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Vorab: ich verfolge Joana schon sehr lange auf ihrer Reise zum Autorinnensein, und habe sie auch ein, zwei Mal auf Events persönlich getroffen. Ich schätze sie als Person wirklich sehr und habe mich einfach riesig gefreut, dass sie mit ihrem Debüt Bestie sich so einen großen Traum erfüllen kann. Ich versuche in meiner Rezension trotzdem, meine Meinung objektiv zu halten 😊.

„Manchmal wünschte ich, die Welt stünde Kopf, sodass ich aus ihr herausfallen könnte.“

Dieses Buch behandelt die ungleiche Beziehung zwischen Anouk und Delia/Lilly. Die beiden kommen in einer Wohngemeinschaft zusammen, und es wirkt, als könnten sie Freundinnen werden. Doch beide sind nicht ganz ehrlich und haben Hintergedanken. Delia gibt sich als erfolgreiche Autorin Lilly aus, die sich durch Anouks erfolgreiches Influencerdasein Kontakte erhofft. Und Anouk denkt, dass „Lilly“ einen berühmten Vater hat, der ihr helfen kann, ihren Traum von der Journalistenschule näher zu kommen. Die beiden Protagonistinnen sind sehr spannend, authentisch, vielschichtig und überzeugen mich in ihrer unperfekten Art mit Ecken und Kanten.

„Ich bin gern im Wasser, weil ich finde, dass man sich nirgends so gut vergisst.“

Ich habe selten ein Buch gelesen, was so toll geschrieben ist. Der Schreibstil von Joana ist gefühlvoll, poetisch, klug. Ich habe mir so viele Szenen markiert, die mir gefallen haben. Meine liebste Szene – und das klingt jetzt sicher absurd – ist die, in der Delia und Anouk in Kapitel 9 schwimmen sind. Diese Passage, als „Lilly“ durchs Becken schwimmt, fühle ich mich so verstanden, als würde Joana in meinen Kopf gucken können. Ich bin früher super viel geschwommen und habe es in diesem Sommer für mich wiederentdeckt, und da hat mich diese Szene einfach sehr berührt.
Generell gab es aber immer wieder Momente, wo so kluge Dinge standen; über das Frau-sein, über Träume, über Selbstbewusstsein.

„Als die Morgensonne ihre ersten Strahlen über das alte Parkett gießt, stehe ich an der Schwelle zum Traum und habe zum ersten Mal nicht das Bedürfnis, in ein anderes Leben einzutreten. Es reicht, von meinem eigenen zu Träumen.“

Zwischendrin geht es auch sehr viel ums Theater, und es ist sehr passend, dass das Buch in verschiedene Akte unterteilt ist sowie ein paar Interluden, die wie ein Theaterskript aufgebaut sind. Außerdem spielt das Stück „Die Möwe“ von Tschechow eine große Rolle in dem Buch, und man merkt, welche Bedeutung dieses Theaterstück für Joana hat. Ich bin ehrlich: ich kenne das Stück jetzt nicht, ich habe manche der Anspielungen und die Interludes nicht zu 100% verstanden – aber ich glaube es ging auch mehr um die Atmosphäre, und das war für mich stimmig. Weiterhin geht es natürlich viel um die Welt der Influencer und Selbstdarstellung, und dieses Themengebiet fand ich ebenfalls authentisch – erschreckend falsch – dargestellt. Manche Szenen gingen für mich schon fast in Richtung magischem Realismus, z.B. die mit dem Hund Grendel. Das wird nicht so richtig aufgeklärt, aber für mich passt dieses Zweideutige zum gesamten Ton des Buches. I mean, schon der Titel ist ein zweideutiges Wortspiel!

Ich glaube, der einzige Punkt, an dem ich mir noch etwas mehr gewünscht habe, war die Handlung. So hätte mich die Hintergrundgeschichte von Delia, die eher am Rand behandelt wird, sehr interessiert, während ich mir eher weniger von der Liebesgeschichte gelesen hätte.
Ich persönlich habe beim Lesen auch gedacht, dass es a) eine queere Liebesgeschichte wird oder b) Delia in eine leichte psychopathische Richtung geht und vollständig abdreht – hätte beides zur Atmosphäre der ersten Hälfte gepasst :D. Joana entscheidet sich für eine andere Richtung, die etwas in eine metaphorische Richtung geht, und mich am Ende mit ein paar Fragezeichen zurückgelassen hat, weil ich es etwas plötzlich und überraschend aufgelöst fand. Vielleicht muss ich das Buch auch nochmal lesen, und das Ende sacken lassen, um es besser zu verstehen.

Fazit: mit ihrem Debütroman zeigt Joana ihre Fähigkeiten als Schriftstellerin. Besonders ihr Schreibstil, als auch ihre Art, Charaktere und Orte zu erschaffen und zu beschreiben, sind mir sehr positiv aufgefallen. Sie nimmt Themen mit in ihre Bücher auf, die authentisch sind und zum Zahn der Zeit passen, ohne zu popkulturell aufgeladen zu sein. Handlungstechnisch hätte ich mir etwas mehr Wumms gewünscht. Aber: wenn ein Debüt schon so gut ist… dann ist die Welt nicht bereit für zukünftige Romane der Autorin, die können nur großartig werden.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Würdiger Abschluss der Reihe

Thrones and Curses - Zur Königin erwählt
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2025 steht bei mir unter dem Motto Reihen beenden📚

Hinter Caraval, Belladonna und Strange the Dreamer konnte ich bereits Haken setzen, und die Folgebände von Der verwunschene Fluss und What the River ...

2025 steht bei mir unter dem Motto Reihen beenden📚

Hinter Caraval, Belladonna und Strange the Dreamer konnte ich bereits Haken setzen, und die Folgebände von Der verwunschene Fluss und What the River Knows warten nur darauf, angefangen zu werden. Auch die Thrones & Curses Reihe (engl. Castles in Their Bones) habe ich endlich abschließen können. Danke an dieser Stelle an Penguin Random House und cbj Jugendbücher für das Rezensionsexemplar! 💫

Worum geht es? In der Reihe begleiten wir die Drillinge Sophronia, Daphne und Beatriz, deren Leben als Töchter der Kaiserin von Bessemia vom Tag ihrer Geburt vorherbestimmt sind. Kurz nach ihrem 16. Geburtstag sollen sie die Prinzen der Nachbarländer heiraten – mit einem geheimen Ziel: die dortigen Monarchien stürzen. Allerdings kommen immer mehr dunkle Geheimnisse ans Licht – wem können die Schwestern noch trauen?

Es ist eine düstere Fantasy-Geschichte, die sich eher langsam entwickelt. Es gibt vier sehr unterschiedliche Königreiche, deren Aufbau mich in Band 1 noch erschlagen hat – mittlerweile kann ich es wertschätzen. Sternenmagie kommt eher selten vor, dafür überraschen einen die Charaktere mit geschickt eingefädelten Intrigen.

Nun konkret zu Band 3 – Zur Königin erwählt. Ich hätte mir für das Finale mehr Action gewünscht. Erst ab der 2. Hälfte des Buches nimmt die Geschichte an Fahrt auf – dann kommen auch ein paar überraschende Plottwists. Insgesamt würde ich sagen, dass es ein würdiger, wenn auch etwas „sicherer“ und kitschiger Abschluss für die gesamte Reihe war. Man hätte sicher noch mehr Bang aus dem Showdown rausholen, oder mehr Schwestern-Versöhnung auf den letzten Seiten einbauen können. Nach dem Ende von Band 1 hätte ich mir wirklich alles vorstellen können – vielleicht war meine persönliche Messlatte etwas zu hoch. 😅

Der erste Band dieser Reihe war 2024 ein absolutes Highlight für mich. Nachdem mich der 2. Band dann enttäuscht hat, konnte mich das Finale aber wieder versöhnen. Ich gebe 4 von 5 Sternen und kann die Reihe allen empfehlen, die auf Fantasy mit ausführlichem Worldbuilding und politischen Intrigen stehen.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Der womöglich letzte Sommer in der Ritterburg

Nach dem Sommerregen
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Danke an NetGalley und den Fischer Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Dies war mein drittes Buch der Autorin, und auch wenn ...

Danke an NetGalley und den Fischer Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Dies war mein drittes Buch der Autorin, und auch wenn mir ihre anderen beiden Geschichten nochmal besser gefallen haben, so hatte ich auch mit diesem Buch eine gute Zeit.

„Man muss das Leben noch ein bisschen mit Leben füllen, solange es geht.“

In nach dem Sommerregen begleiten wir Familie Ritter – ja, alle Familienmitglieder – über einen Zeitraum von mehreren Monaten. Die Eltern und alle drei erwachsenen Kinder haben so ihre Päckchen zu tragen, das Buch ist sehr vielschichtig und abwechslungsreich. Erwachsensein und das Leben als erwachsene Person sind hier zentrale Themen. Neue Beziehungen, Trennung, es nochmal versuchen. Kinder kriegen, Kinder haben, plötzlich Stiefelternteil. All das begegnet einem hier in diesem Buch.

Zentraler Schauplatz ist dabei „die Ritterburg“, das alte Ferienhaus an der Mühle. Ein Ort voller Erinnerungen, und vielleicht ein Ort ohne Zukunft? Da die Eltern sich trennen und das Haus verkaufen wollen. Die Geschwister werden mit ihrer Vergangenheit konfrontiert – und der Klappentext beschreibt es eigentlich schon sehr gut: „Zwischen Loslassen und Festhalten, im Versuch, sich als Familie neu zu finden“.

Im Grunde hat mir das Buch gut gefallen. Ich mochte die Familie und wie sie ihre Konflikte ausgetragen haben. Das hat sich alles sehr real angefühlt. Allerdings fand ich, dass das Buch für den großen Zeitraum der Geschichte etwas zu kurz war. Knapp 320 Seiten sind nicht super wenig, aber bei so vielen Personen und Konflikten hätte ich mir mehr Zeit und an manchen Stellen mehr Tiefe gewünscht.
Zudem sind die Kapitel mit Telefonaten bzw. Anrufbeantworter-Aufnahmen voneinander getrennt, was irgendwie eine schöne stilistische Idee war, aber gleichzeitig an manchen Stellen den Flow bei mir unterbrochen hat, sodass es teilweise fragmentiert gewirkt hat.

Nichtsdestotrotz eine schöne Familiengeschichte, nicht ganz so sommerlich wie die anderen Bücher der Autorin, aber gut zu lesen.

An dieser Stelle kann ich auch nur das Hörbuch empfehlen. Es wird von Leonie Landa gesprochen und mit ihrer wandelbaren Stimme ist sie für mich die perfekte Sprecherin für dieses Buch, bei dem es so viele Perspektiven und unterschiedliche Personen gibt, denen sie alle eine unverkennbare Klangfarbe verleiht.

Abschließend komme ich bei dem Buch auf 4 Sterne und freue mich auf weitere (Sommer-)Bücher der Autorin.

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