Community-Leserunde mit @literarischernerd zu "Bestie" von Joana June

Klug, modern und emotional
Cover-Bild Bestie
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Joana June (Autor)

Bestie

Über eine Freundschaft zwischen Inszenierung und Selbstfindung – klug, modern und emotional

Als Influencerin Anouk eine neue Mitbewohnerin sucht, sieht die unscheinbare Delia darin die perfekte Gelegenheit für einen Neuanfang. Sie zieht als Lilly ein und will endlich die werden, die sie immer sein wollte: eine selbstbewusste Bühnenautorin. Anouk wiederum glaubt, Lilly für ihre eigenen Zwecke nutzen zu können, und lässt sie immer mehr in ihr Leben. Schnell entsteht zwischen den beiden eine Beziehung, die beide dazu bringt, ihre Vorstellungen von Erfolg und Selbstverwirklichung zu hinterfragen - und die vielleicht sogar zu einer echten Freundschaft werden kann.

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 01.07.2025 - 06.07.2025
  2. Lesen 14.07.2025 - 03.08.2025
  3. Rezensieren 04.08.2025 - 17.08.2025

Bereits beendet

Schlagworte

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Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 14.08.2025

Zerreißend sowie heilend - Ein unfassbar ergreifender Roman

3

Der Debut-Roman von Joana June handelt von zwei ambitionierten Frauen, die versuchen, ihren eigenen Weg und sich selbst zu finden. Doch Delia möchte sich dafür ganz neu erfinden, dafür erstellt sie sich ...

Der Debut-Roman von Joana June handelt von zwei ambitionierten Frauen, die versuchen, ihren eigenen Weg und sich selbst zu finden. Doch Delia möchte sich dafür ganz neu erfinden, dafür erstellt sie sich eine neue Persönlichkeit. Als sie zu der Influencerin Anouk zieht, muss sie allerdings schnell realisieren, dass die perfekte Instagram-Welt nur eine brüchige Fassade darstellt. Dennoch kann sie nicht zu sich selbst und der Wahrheit stehen, weshalb sie sich immer weiter in Lügen verstrickt. Ihre Mitbewohnerin Anouk hat ebenso wie Delia große Träume, beide versuchen ihren eigenen Weg zu finden. Obwohl sie sich der Illusion hingeben, befreundet zu sein, wird schnell deutlich, dass auch ihre Beziehung nur ein Ergebnis einer vorgespielten Realität ist.

Der Schreibstil von Joana June ist sehr ergreifend und lässt einen jedes Wort mitfühlen. In diesem Buch werden so viele wichtige Themen angesprochen, die man auf den ersten Blick gar nicht erwartet. Jedes einzelne wird mit viel Bedacht angegangen und durch die richtige Wortwahl deutlich formuliert.
Die zwei Hauptfiguren sind ebenfalls total nahbar. Beide werden im gleichen Maße beachtet und man lernt sie mit jedem Wort besser kennen, was auch damit zusammenhängt, dass aus beiden Perspektiven geschrieben wird. Delia ist unsicher und möchte sich von ihrer Mutter lösen, wofür sie so einiges aufgibt. Auf der anderen Seite ist Anouk, die sich nach ihrer Familie sehnt und sich diesen Leuten gerne wieder näher fühlen möchte. Der Kontrast dieser zwei Persönlichkeiten stellt bereits eine Grundspannung her, die nur derdie Leserin zunächst mitbekommen kann. Die Spannung wird auch aufrecht gehalten durch die weiteren Charaktere, die sich perfekt in die Story einfügen und einem genauso in der wahren Welt begegnen könnten.
Genau das ist auch absolut der Reiz des Buches, obwohl alles so nah an der Realität ist, kann man sich dennoch vor seiner eigenen in diesem Buch verstecken. Die Geschichte zeigt so viele Probleme auf, die man vielleicht auch von sich kennt, und trotzdem verliert man sich in dieser Welt.
Durch die Weise, wie das große Thema Social-Media und die Auswirkung davon auf unser Leben aufgegriffen wird, wird das Buch noch origineller. Als Influencerin schildert Anouk uns das Business aus erster Hand und Delia als Fan steht dem gegenüber. Der ständige innere Konflikt dessen baut über den Roman hinweg immer mehr Spannung auf. Besonders da man als Leser*in weiß, dass alles vielleicht doch nur eine große Lüge ist und man auch mal sich selbst fragt, wie viel man eigentlich direkt oder indirekt lügt. Das Kartenhaus der Lügen, auch wenn es noch so stabil gebaut ist, fällt eben doch irgendwann zusammen und man bleibt mit noch weniger zurück als man gekommen ist.

Abschließend kann ich nur sagen, dass mir selten ein Roman so gut gefallen hat. Alles daran war so greifbar und nichts hat sich auch nur eine Sekunde gestellt angefühlt. Stattdessen konnte ich kaum aufhören zu lesen und mich von den Ansichten der Protagonistinnen zum Hinterfragen lenken zu lassen. Die Story ist einfach nur so dahingeflossen und man konnte die Entwicklung der Charaktere miterleben, was ich unfassbar faszinierend fand, weil diese nicht überspitzt oder verschönt wurde. Dieser Roman hat mich wachgerüttelt und wird mich auch noch eine Weile in Gedanken begleiten.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Bestie - ein Debütroman der nachhallt und Lust auf mehr macht

2

Mit Joana Junes Debütroman Bestie ist ein neues Jahreshighlight bei mir ins Regal eingezogen. Ein Roman über Freundschaft, Neid, Inszenierung und Selbstfindung wie ich es vorher noch nie gelesen habe. ...

Mit Joana Junes Debütroman Bestie ist ein neues Jahreshighlight bei mir ins Regal eingezogen. Ein Roman über Freundschaft, Neid, Inszenierung und Selbstfindung wie ich es vorher noch nie gelesen habe.
Wir begleiten zwei junge Frauen, die Mitten im Leben und zugleich Abseits von sich selbst stehen. Auf der Suche nach dem Ich zwischen Ehrlichkeit und Inszenierung.

Delia und Anouk lernen sich über eine WG-Besichtigung kennen. Anouk sucht eine neue Mitbewohnerin. Als Delia die Wohnung auf den Fotos der Anzeige wiedererkennt, ist ihr klar: Ich muss diese neue Mitbewohnerin werden. Denn auch wenn kein Name angegeben ist, weiß Delia mit Sicherheit, dass diese Wohnung der Influencerin gehört, die sie seit langem auf Social Media folgt. Anouk, eine Frau, die perfekt ist. Die das perfekte Leben führt. Die so ist, wie Delia sein will - nur verschweigt sie das Anouk.
Als Lilly beginnt Delia ein neues Leben. Neue Stadt, neue Identität. Und während Delia bei Anouk das scheinbare Traumleben sieht, sucht Anouk ihren Traum ganz woanders. Und glaubt mit Lilly diese einen Schritt näher gekommen zu sein.

Auch wenn das Thema für den einen oder anderen im ersten Moment ausgelutscht klingt, trügt der Schein. Ich habe zuvor noch kein Roman gelesen, der Selbstfindung und Inszenierung zwischen Realität und Social Media so präsent und detailreich ausgearbeitet hat.
Anouk und Delia wachsen einen ans Herz. Nicht weil sie so unglaublich sympathische Charaktere sind. Nicht weil man am liebsten mit ihnen befreundet sein will. Die beiden Frauen sind echt. Sie sind lebendig. Mit ihren Gefühlen und Gedanken. Die Angst, nicht gesehen zu werden und zugleich zuviel zu sein. Die Angst, nicht zu wissen wer man ist und wer man sein will. Die Schwierigkeit und Schönheit eine Frau zu sein. Joana June zeigt eine starke Beobachtungsgabe für unsere Gesellschaft - in der Wirkllichkeit und auf Social Media - und ein besonderes Fingerspitzengefühl, wenn sie auf die Wunden drückt, die wir als Einheit und als Individuum tragen.
Das alles eingepackt in einen Schreibstil, der sich sanft und wild und zauberhaft zugleich anfühlt.


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Veröffentlicht am 13.08.2025

Berührend, rätselhaft und wunderschön!

2

„Bestie" von Joana June hat mich direkt angesprochen, weil ich Bücher über Freundinnenschaft liebe und den pola-Verlag für mich entdeckt habe. Der nicht ganz eindeutige Titel ist sehr faszinierend und ...

„Bestie" von Joana June hat mich direkt angesprochen, weil ich Bücher über Freundinnenschaft liebe und den pola-Verlag für mich entdeckt habe. Der nicht ganz eindeutige Titel ist sehr faszinierend und perfekt gewählt. Geht es in diesem Buch um Besties oder Bestien? Dieser Interpretationsspielraum zieht sich durch das ganze Buch, nicht nur im Titel, sondern durch viele detailverliebte und experimentelle Spielereien! Das war absolut nicht das, was ich erwartet hatte und es hat mich komplett begeistert!

Die Figur Delia zieht nach Hamburg und bei der Influencerin Anouk ein. Sie möchte einen Neuanfang, sich komplett neu erfinden und gibt sich selbst den Namen „Lilly". Im Fokus der Handlung steht weniger die Freundschaft zwischen den beiden Frauen, sondern vielmehr ihre individuelle Entwicklung und wie sie sich gegenseitig beeinflussen.

Diese Entwicklung fand ich großartig und sehr berührend!
Delia ist mir etwas unheimlich, da sie Anouk gegenüber sehr obsessiv ist. Solche Charaktere liebe ich!
Anouk mag ich auch sehr gerne, wie sie zwischen perfekter Außendarstellung um Selbstverwirklichung ringt.
Beide Figuren sind sehr vielschichtig und nuanciert, was sie authentisch macht. Sie fühlen sich wie echte Personen an!

Meine Highlights waren vor allem die „Spielereien" in der Erzählweise! Eine Art „Traum" von Bestien(?) und der theatralische Handlungsaufbau mit Interludes als Höhepunkt, die wie ein Drama geschrieben sind, sind unfassbar originell und passen perfekt zur Geschichte! Diese Parts zeichnet aus, dass sie sehr surreal und schwer zu greifen sind, da sie ebenso wie der Titel uneindeutig sind. Gleichzeitig fühlten sie sich beim Lesen bedrohlich und lebendig an!

„Bestie" ist defintiv ein Buch, das man mehr als nur ein Mal lesen kann! Ein großartiges Debüt von Joana June und eine sehr große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Ein neues Lieblingsbuch

2

✨ Rezension✨

Bestie | Joana June | Pola | 336 Seiten | ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Ein neues Buch hat es auf meine Lieblingsbuchliste geschafft! 🎉

Bestie von Joana June durfte ich vorab in einer Leserunde der Lesejury ...

✨ Rezension✨

Bestie | Joana June | Pola | 336 Seiten | ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Ein neues Buch hat es auf meine Lieblingsbuchliste geschafft! 🎉

Bestie von Joana June durfte ich vorab in einer Leserunde der Lesejury lesen und ich bin so glücklich, dass ich dabei sein durfte. Wir begleiten hier die Influencerin Anouk und die gescheiterte Delia, die als Lilly einen Neuanfang wagen will. Ihr Traum ist es, als Bühnenautorin Fuß zu fassen und endlich das Leben zu führen, das sie sich wünscht. Sie zieht also nach Hamburg zu Anouk in die WG und beide Frauen, die so unterschiedlich sind, freunden sich an. Wir merken aber schnell, das beide ihrer eigenen Struggle haben und natürlich mehr hinter ihrer Fassade steckt.

„Die offene See ist weiblich, so wie die Bestien, die aus ihr entspringen. Sirenen, Skylla, Charybdis. Und jede die von Männern, die sich Götter nennen, auf Inseln verbannt werden. Kalypso, Circe, Medusa. Ich halte und spüre die Wut. Sie ist nicht mehr nur meine eigene. Sie ist so viel mehr als das.“

Der Stil war unheimlich toll. Beide POV sind einfach zu lesen, mit Einschüben, die sich wie ein Theaterstück lesen und unfassbar toll zur Atmosphäre beigetragen haben. Wir haben hier nicht unbedingt immer sympathische Protagonisten, dafür aber welche mit Ecken und Kanten, mit Tiefe und Problemen. Ich denke, jeder kann irgendwo etwas von sich selbst in den beiden erkennen. Ich habe unglaublich viele Stellen markiert und möchte, wenn das Buch als Print bei mir ist, auf jeden Fall noch einmal in die Geschichte abtauchen und diese Stellen dann annotieren.
Gesellschaftskritisch und feministisch beleuchtet die Autorin hier die Selbstfindung und die mentalen Struggle zweier Frauen in den Zwanzigern. Social Media und Beziehungen, das Scheitern von Lebenswünschen, problematische Familienverhältnisse und der Druck, wenn man in der Öffentlichkeit steht werden hier beleuchtet. Ich könnte ewig weiter schwärmen und der Diskussionsumfang der Leserunde sprach da wirklich für sich. Ich kann es euch nur wärmstens empfehlen und ich hoffe, das Joana nie den Stift zur Seite legt und uns noch mehr Bücher wie dieses schenkt. Ein absolut eindrucksvolles und gelungenes Debüt!

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Großartiges Debüt

2

„Bestie“ von Joana June ist ein Debütroman der mich absolut begeistert hat. Er ist klug konstruiert, sprachlich präzise und emotional intensiv. Im Mittelpunkt stehen Delia, die sich als „Lilly“ neu erfindet, ...

„Bestie“ von Joana June ist ein Debütroman der mich absolut begeistert hat. Er ist klug konstruiert, sprachlich präzise und emotional intensiv. Im Mittelpunkt stehen Delia, die sich als „Lilly“ neu erfindet, und Anouk, eine charismatische Influencerin mit brüchiger Fassade die wiederum denkt Lilly für ihre Zwecke nutzen zu können. Es entsteht eine fragile Freundschaft bei der beide vorgeben jemand anderes zu sein und die schwankt zwischen Obsession und Solidarität.

Es gibt in dieser Geschichte keine Heldinnen, keine Gewinnerinnen. Nur zwei Frauen die sich wünschen wirklich gesehen zu werden – ohne Filter, im echten Leben.
Dabei treffen sie Entscheidunen, die weh tun, entweder sich selbst oder anderen.

Der Stil ist mal schmerzhaft direkt, mal poetisch und lässt jede Szene lebendig wirken. Vieles steht zwischen den Zeilen.
Besonders stark ist der sensible Umgang mit Themen wie weiblicher Selbstdarstellung, Macht, Einsamkeit und der Sehnsucht nach Echtheit – ohne Kitsch oder moralischen Zeigefinger.
Auch der Stil des Buches ist extrem clever aufgebaut und macht am Ende völlig Sinn (lasst euch überraschen).
Der Titel „Bestie“ hat mich ursprünglich neugierig auf das Buch gemacht und entfaltet im Verlauf eine ungeahnte Vielschichtigkeit und Doppeldeutigkeit.

„Bestie“ bleibt im Kopf – wie der Blick in fremde Leben und hinter die Fassade den man nicht abwenden kann.
Ein großartiges Debüt und absolutes Highlight!

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