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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.09.2025

Starkes Thema, schwache Umsetzung

Der Sommer am Ende der Welt
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Es war mein erstes Buch von Eva Völler und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich zu einem weiteren greifen werde. Die Idee, das Schicksal der Verschickungskinder in den Mittelpunkt zu stellen, hat mich ...

Es war mein erstes Buch von Eva Völler und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich zu einem weiteren greifen werde. Die Idee, das Schicksal der Verschickungskinder in den Mittelpunkt zu stellen, hat mich sofort interessiert. Millionen Kinder wurden damals in Kurheime geschickt, um zu gesunden, doch viele erfuhren stattdessen Gewalt, Demütigung und Isolation. Das Thema ist wichtig und erschütternd, leider bleibt die Umsetzung teilweise oberflächlich.

Die Geschichte folgt Hanna, einer Journalistin, die gemeinsam mit ihrer Tochter Katie nach Borkum reist. Ihre Mutter war selbst ein Verschickungskind und Hanna möchte recherchieren, was damals wirklich geschah. Unterstützt wird sie von Sabine, die ihre Erinnerungen teilt. Diese Passagen sind spannend und emotional, besonders die Tagebucheinträge geben Einblicke, die sehr berühren.

Leider verliert der Roman im weiteren Verlauf den Fokus. Nebenhandlungen wie Hannas Liebesgeschichte oder die Beziehung ihrer Tochter Katie wirken konstruiert und nehmen dem eigentlichen Thema viel Raum weg. Auch Themen wie NS-Vergangenheit, Mordfälle oder gesundheitliche Probleme von Hanna wirken überladen und lenken vom Kern ab. So bleibt das Hauptanliegen, also die Erfahrungen der Verschickungskinder, oft zu oberflächlich.

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, die Inselbeschreibungen stimmungsvoll, doch hätte die Geschichte (für meinen Geschmack) von den Kindern selbst noch stärker erzählt werden dürfen. Die zwei Zeitebenen mit Rückblenden und Tagebuchauszügen sind ein guter Ansatz, werden aber nicht konsequent genutzt. Insgesamt ist es ein interessantes Buch mit einem wichtigen Thema, das aber mehr Tiefe gebraucht hätte.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Starker Anfang, schwaches Ende

Not Quite Dead Yet
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Jet wird nach einem brutalen Angriff schwer verletzt und erfährt im Krankenhaus, dass sie nur noch sieben Tage zu leben hat (Jets Diagnose war mal etwas ganz Neues). Anstatt sich ihrem Schicksal hinzugeben, ...

Jet wird nach einem brutalen Angriff schwer verletzt und erfährt im Krankenhaus, dass sie nur noch sieben Tage zu leben hat (Jets Diagnose war mal etwas ganz Neues). Anstatt sich ihrem Schicksal hinzugeben, beschließt sie, ihre verbleibende Zeit zu nutzen, um ihren eigenen „Mord“ aufzuklären. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Kindheitsfreund Billy, der ihr in jeder Situation zur Seite steht. Gemeinsam stürzen sie sich in eine fieberhafte Suche nach der Wahrheit, die voller Geheimnisse, falscher Fährten und emotionaler Momente steckt.

"Und ich glaube ... Ich glaube, ich habe so lange darauf gewartet, dass das Leben richtig beginnt, dass ich vollkommen vergessen habe, worum es wirklich geht." - S. 297

Das war mein zweites Buch von Holly Jackson, nachdem mich A Good Girl’s Guide to Murder damals enttäuscht hatte. Not Quite Dead Yet hat mir zwar besser gefallen, konnte mich aber trotzdem nicht völlig überzeugen. Die Grundidee finde ich absolut genial: eine Protagonistin, die ihren eigenen Mordfall in nur sieben Tagen aufklären will, klingt nach purem Pageturner-Potenzial. Und tatsächlich hat mich der Einstieg sofort gepackt, die Spannung war greifbar und ich wollte unbedingt weiterlesen.

Allerdings verlor das Buch für mich im Mittelteil an Tempo. Manche Passagen wirkten zu langgezogen, doch Jet blieb als Hauptfigur interessant. Sie hatte ihre ganz eigene, manchmal bissige Art, die nicht immer leicht zu ertragen war, aber genau das machte sie irgendwie greifbar. Gerade ihr Sarkasmus im Angesicht des Todes hat die Geschichte an vielen Stellen aufgelockert. Billy dagegen war für mich das absolute Highlight. Er war loyal, warmherzig und hat Jet in jeder Situation unterstützt. Seine ruhige, bodenständige Art hat einen schönen Kontrast zu Jets Chaos geschaffen, und ihre gemeinsame Dynamik hat dem Buch für mich viel gegeben. Was mich aber stört ist, dass das Buch als Thriller für Erwachsene vermarktet wird. Es fühlte sich für mich aber oft eher wie ein Jugendthriller an. Gerade die Dialoge und Jets Verhalten wirkten nicht wirklich „erwachsen“.

"Na ja, es ist sowieso unrealistisch. Im leben geht es nicht darum, Zeit zu verschwenden. Es geht um etwas Größeres. Es muss. Order?" - S. 350

Das Finale hat mich leider nicht völlig abgeholt. Zwar sind die Wendungen solide aufgebaut, aber das Ende fühlte sich gehetzt und nicht ganz rund an. Gleichzeitig hat es mich aber dennoch emotional erreicht. Ich gebe zu, am Schluss sind mir ein paar Tränen gekommen.

Not Quite Dead Yet lebt von seiner spannenden Ausgangsidee und der Dynamik zwischen Jet und Billy. Trotz einiger starker Momente konnte mich das Buch nicht durchgehend packen. Es war für mich deutlich besser als mein erstes Jackson-Erlebnis, bleibt aber eher im Mittelfeld. Wer eine originelle Thrilleridee sucht und über Schwächen in Figurenzeichnung und Tempo hinwegsehen kann, wird dennoch gut unterhalten und vielleicht am Ende auch ein Taschentuch brauchen.

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Zwischen Freundschaft, Misstrauen und Täuschung

Eine von uns
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Nach einem Hausbrand zieht Gina mit ihrer Familie in das leerstehende Haus ihrer alten Freundin Annie, die gerade verreist ist. Schon kurz nach dem Einzug steht Mary vor der Tür, die sich als Annies Haushälterin ...

Nach einem Hausbrand zieht Gina mit ihrer Familie in das leerstehende Haus ihrer alten Freundin Annie, die gerade verreist ist. Schon kurz nach dem Einzug steht Mary vor der Tür, die sich als Annies Haushälterin ausgibt. Gina ist zunächst skeptisch, nimmt die Hilfe der Fremden aber trotzdem an. Während sich die neue Situation im Haus zuspitzt, wird schnell klar, dass Mary eigene Pläne verfolgt. In Rückblenden erfährt man außerdem mehr über Ginas Jugendclique, alte Geheimnisse und eine verhängnisvolle Nacht, die noch immer Schatten wirft.

Die Idee hat mir richtig gut gefallen und der Einstieg war vielversprechend. Es herrscht von Beginn an eine bedrückende Atmosphäre und ich wollte unbedingt wissen, was hinter Mary steckt. Leider hat sich die Handlung für meinen Geschmack zu vorhersehbar entwickelt. Viele Wendungen habe ich schon früh geahnt, und die Reaktionen der Figuren wirkten auf mich oft unlogisch oder zu naiv. Besonders Gina habe ich manchmal einfach nicht verstanden. Trotzdem ließ sich das Buch flüssig lesen und einige Szenen konnten mich auch fesseln. Der Showdown war zwar spannender, aber insgesamt nicht ganz überzeugend.

Ein Psychothriller mit guter Grundidee, der für mich aber zu durchschaubar war. Trotz der Schwächen möchte ich mehr von Samantha Hayes lesen, da mir der Stil grundsätzlich gefallen hat. Für Fans von Freida McFadden könnte die Geschichte interessant sein, wenn man über die Vorhersehbarkeit hinwegsehen kann. Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Besser als Band 1

Now You're Mine
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„» Menschen haben zwei Seiten. Eine, die sie der Welt präsentieren - und die andere, geheime. Das heißt aber nicht, dass man sie für die eine Seite nicht lieben dürfte.« »Ich wüsste nicht, wie man nur ...

„» Menschen haben zwei Seiten. Eine, die sie der Welt präsentieren - und die andere, geheime. Das heißt aber nicht, dass man sie für die eine Seite nicht lieben dürfte.« »Ich wüsste nicht, wie man nur teilweise lieben kann... Wenn ich jemandem mein Herz schenke, dann ganz.«“ -S. 180

Nachdem der erste Band der Dark Romance Dilogie namens Possessing Her mit einem fiesen Cliffhanger endete, wollte ich unbedingt wissen, wie die Geschichte weitergeht. Daher habe ich mich sehr auf den zweiten Band gefreut. Calista steht nach DER Enthüllung am Ende von Band eins völlig neben sich. Hayden ist nicht nur der Mann, in den sie sich verliebt hat, sondern auch ihr Stalker. Und als wäre das nicht genug, gibt es noch eine Wahrheit, die sie auf keinen Fall erfahren darf. Hayden setzt alles daran, Calista bei sich zu behalten, doch was bleibt von einer Beziehung, wenn sie auf Angst, Kontrolle und Manipulation basiert?

Band 2 war für mich viel unterhaltsamer als der erste. Die Geschichte hatte mehr Tempo, es wurde spannender und vor allem gab es weniger Momente, bei denen ich nur den Kopf schütteln konnte, was bei Calista im ersten Band nicht selten vorkam. Trotzdem hat mich auch dieser Teil nicht komplett überzeugt. Vieles wirkte wie eine Wiederholung, weil die ständige Dynamik zwischen Anziehung und Zurückweisung, die endlosen inneren Konflikte, sich irgendwann im Kreis drehten. Es ist zwar was passiert, aber wirklich weiterentwickelt hat sich die Beziehung zwischen den beiden kaum. Der Plottwist kam für mich jedoch überraschend und hat mir gut gefallen, weil die Geschichte dadurch nochmal eine andere Wendung genommen hat.

Hayden bleibt der Mittelpunkt des Ganzen. Er ist toxisch, kontrollierend und moralisch völlig daneben, aber genau diese überzeichnete Obsession ist irgendwo auch der Reiz. Man weiß, dass es falsch ist, aber genau deshalb liest man weiter. Calista dagegen hat sich zwar etwas weiterentwickelt, war für mich aber immer noch nicht nahbar. Ich konnte ihre Reaktionen bzw. Entscheidungen nicht nachvollziehen, was es schwierig gemacht hat, mit ihr mitzufühlen.

Was mich am meisten gestört hat, war die Länge. Für meinen Geschmack hätte die Geschichte auch locker in einem Band erzählt werden können. Es gab viel Wiederholung, wenig echte Entwicklung und der Mittelteil fühlte sich dadurch etwas zäh an. Wer Dark Romance nur für die Spannung und den Spice liest, kommt hier auf seine Kosten und wer mehr emotionale Tiefe sucht, eher weniger. Ich hätte mir nach dem nach dem zweiten Band noch eine Fortsetzung gewünscht, um zu sehen, wie es mit den beiden weitergeht und ob es überhaupt funktionieren kann. Gerade für Dark Romance-Einsteiger finde ich die Reihe ganz passend. Die Bücher sind nicht zu extrem, aber mit etwas Spannung und Drama, um neugierig auf mehr zu machen.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Ein gutes Buch für Dark Romance Einsteiger

Once You're Mine
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Once You’re Mine war mein erstes „richtiges“ Dark Romance Buch und ich würde sagen, dass es ein gutes Buch für Dark Romance Einsteiger ist, denn so „dark“ fand ich es gar nicht.

Die Geschichte beginnt ...

Once You’re Mine war mein erstes „richtiges“ Dark Romance Buch und ich würde sagen, dass es ein gutes Buch für Dark Romance Einsteiger ist, denn so „dark“ fand ich es gar nicht.

Die Geschichte beginnt damit, dass Hayden auf der Beerdigung von Calistas Vater erscheint, den er selbst getötet hat. Er war überzeugt, dass ihr Vater ein schlechter Mensch war und hat daher für Gerechtigkeit gesorgt. Hayden ist ein wohlhabender Anwalt, dessen Skrupellosigkeit ihn in seiner Branche bekannt gemacht hat. Calista hingegen arbeitet in einem Café und das Einzige, was sie daran liebt, ist ihre Arbeitskollegin, die zu ihrer besten Freundin wird (und wahrscheinlich auch die Cake Pops). Hayden und Calista sind sich bereits während des Prozesses gegen ihren Vater begegnet, der Prozess, nach dem ihr Vater getötet wurde. Calista kennt die Wahrheit und möchte herausfinden, wer hinter dem Mord steckt. Sie engagiert einen Detektiv, der ihr aber nicht weiterhelfen kann, sodass Hayden seine Chance ergreift und seinen Platz einnimmt. Er hat sie schon länger im Visier, zunächst mit dem Vorwand, sie beschützen zu wollen, doch in Wahrheit wächst seine Besessenheit mit jedem Tag, doch davon weiß Calista noch nichts...

"Obwohl die Beweislast erdrückend war, hat das Rechtswesen versagt. Deshalb habe ich das Gesetz in die eigenen Hände genommen" - S. 50

Und ja, Hayden ist eine offensichtliche Red Flag, während Calista die naive Protagonistin ist, aber ohne die beiden würde die Geschichte so auch gar nicht funktionieren. Wer davon also kein Fan ist, sollte die Finger von dem Buch lassen.

"Sie sieht alles. Sie sieht mich offen und verletztlich vor sich, sieht die Schwäche, die ich so sehr verabscheue, und trotzdem ist sie geblieben" - S. 176

Ich habe das Buch schnell beendet, denn der Schreibstil und die kurzen Kapitel haben dafür gesorgt, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte. Für mich war die Geschichte insgesamt jedoch wie eine lange Einleitung. Man hat die Charaktere kennengelernt und die Grundidee hat mir auch gut gefallen, aber als die Geschichte dann losgeht, war sie auch schon wieder vorbei. Das Buch endet daher auch mit einem fiesen Cliffhanger. Ich möchte folglich direkt Band 2 lesen und kann mir vorstellen (und hoffe), dass der Folgeband noch besser wird und mehr Spannung bereithält. Im ersten Band hat es mir leider auch an Tiefgang gefehlt, da die Handlung nur schleppend vorangeht. Zusätzlich gab es Kapitel (z. B. Kapitel 25), die aus beiden Sichtweisen geschrieben werden, sodass man zwar Einblick in die Gedankengänge und Perspektiven von Hayden und Calista erhält, dadurch doppeln sich aber die Chatverläufe der beiden und auch die Situationen sind demenstprechend bereits bekannt, was mir nicht so gut gefallen hat. Von mir bekommt Once You’re Mine dennoch 3 von 5 gut gemeinten Sternen, da das Buch eine nette Lektüre für zwischendurch ist, wenn man sich an das Dark Romance Genre wagen möchte.

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