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Veröffentlicht am 18.08.2025

Tödliche Spiele in Asiatischem Urban Fantasy Setting

Immortal Longings
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Chloe Gong entführt uns mit Immortal Longings, dem Auftakt ihrer neuen Fantasy-Trilogie, in eine Welt voller Intrigen und Machtspiele.

Inspiriert von Shakespeares Antony and Cleopatra erzählt sie die ...

Chloe Gong entführt uns mit Immortal Longings, dem Auftakt ihrer neuen Fantasy-Trilogie, in eine Welt voller Intrigen und Machtspiele.

Inspiriert von Shakespeares Antony and Cleopatra erzählt sie die Geschichte von Calla und Anton, zwei Figuren, deren Schicksale auf gefährliche Weise miteinander verwoben sind.

Die Zwillingsstadt San-Er ist düster und hatte für mich starke Matrix-Vibes: lange Ledermäntel, entsprechende Technik – nur eben keine Schusswaffen, sondern Schwerter und Dolche. Mit einem bestimmten Gen kann man in andere Körper springen – nur die Augenfarbe bleibt die gleiche.

Obwohl die Geschichte von Shakespeares Antony und Cleopatra inspiriert ist, muss ich zugeben, dass ich das Original nicht gelesen habe (Sorry, Bildungslücke) und deshalb keinen Vergleich ziehen kann. Das Worldbuilding fand ich etwas unausgeglichen. Die Stadt, die wie ein vierter Hauptcharakter wirkt, wurde extrem detailreich beschrieben, aber ich bin nicht gut im räumlichen Vorstellen – da hat mir das alles nichts genutzt. Die restliche Welt, z. B. die Kleidung, wurde dagegen fast gar nicht beschrieben.

Bei einer Handlung mit tödlichen Spielen kommt natürlich schnell der „Hunger Games“-Vergleich in den Sinn, aber ich würde eher einen Vergleich mit Squid Game ziehen.

Im letzten Drittel wurde es so richtig spannend – das merke ich immer, wenn ich in der Bahn fast den Ausstieg vor lauter Lesen verpasse. Der Schluss macht auf jeden Fall neugierig auf den zweiten Teil.

Eckdaten:
Genre Urban Fantasy
Alter Erwachsene (!)
Bände Geplante Trilogie
Setting Stadt inspiriert vom alten Hong Kong
Erzähler Allwissender Erzähler

Für Fans von:
Battle Royal Geschichten
Shakespeares Antony und Cleopatra
Actionreichen Urban Fantasy
Dystopischen Settings
Rache-Storys
moralisch ambivalenten Charakteren

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.12.2025

Guter Abschluss, leider unter den Erwartungen

Rebel Witch. Der rote Nachtfalter, Band 2
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Nachdem der erste Band für mich eines der größten Überraschungs-Highlights dieses Jahres war, waren meine Erwartungen an den abschließenden zweiten Teil entsprechend hoch. Der Abschluss ist solide geraten, ...

Nachdem der erste Band für mich eines der größten Überraschungs-Highlights dieses Jahres war, waren meine Erwartungen an den abschließenden zweiten Teil entsprechend hoch. Der Abschluss ist solide geraten, erreicht aber nicht ganz die – zugegeben sehr hohen – Erwartungen, die der Reihenauftakt geweckt hat.

Besonders gelungen finde ich weiterhin die moralische Grauzone, in der sich die Geschichte bewegt. Weder Hexen noch Rebellen nehmen eine eindeutig „gute“ Rolle ein, und das Buch zeigt überzeugend, dass ein gestürztes System nicht automatisch bedeutet, dass das Neue besser ist. Diese Ambivalenz ist für mich einer der stärksten Aspekte der Dilogie.

Auch das komplizierte Vertrauensverhältnis der beiden Hauptfiguren bleibt bestehen. Wie bereits in Band eins können sie sich nicht vollständig aufeinander verlassen und versuchen immer wieder, sich gegenseitig auszuspielen. Das sorgt dafür, dass das Erzähltempo gerade im ersten Drittel recht gemächlich ist. Viele Gedankenspiele, „Was wäre, wenn“-Szenarien und doppelt erklärte Pläne (auch zum Ende hin) bremsen die Handlung merklich aus.

In einer Situation gibt es eine "romantische" Szene, in der die beiden Figuren echt dringend andere Dinge zu tun hätten und das bringt mich ehrlich gesagt immer etwas auf die Palme. Immerhin kommentiert die Protagonistin selbst, wie unpassend der Moment ist.
Auch der magischer Anteil bleibt hinter seinem Potenzial zurück. Über beide Bände hinweg kommen nur wenige verschiedene konkrete Zauber vor. Hier hätte ich mir mehr Vielfalt und Präsenz der Magie gewünscht.

Was mir jedoch sehr gut gefallen hat – auch wenn es nicht allen Lesenden gefallen dürfte –, ist die Entwicklung der Protagonistin. Sie startet als jemand, der die Situation meist unter Kontrolle hat und viel Mut beweist. In diesem Band wächst ihr die Lage jedoch über den Kopf, sie verliert zeitweise ihren Halt und zeigt Schwäche. Ich finde das erst einmal passend, mit allem was ihr in der Zwischenzeit passiert ist und auch für mich einleuchtender, als eine dauernd mutig-starke-visionäre Protagonistin.

Insgesamt hat mich das Buch sehr gut unterhalten, auch wenn der finale Band für mich nicht das erhoffte fulminante Ende bietet. Den ersten Teil hätte ich bedenkenlos auch Lesenden empfohlen, die normalerweise keine Romantasy lesen; beim Abschlussband wäre ich damit vorsichtiger. Fans des Genres und der Reihe werden aber dennoch auf ihre Kosten kommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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Veröffentlicht am 18.08.2025

Ägypten-Flair

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Dieses Buch wird als Romantasy vermarktet, was gewisse Erwartungen weckt – doch wer auf eine mitreißende Liebesgeschichte mit starkem Fantasy-Fokus hofft, könnte enttäuscht werden. Stattdessen entfaltet ...

Dieses Buch wird als Romantasy vermarktet, was gewisse Erwartungen weckt – doch wer auf eine mitreißende Liebesgeschichte mit starkem Fantasy-Fokus hofft, könnte enttäuscht werden. Stattdessen entfaltet sich eher ein historisch angehauchter Krimi/Thriller mit einem leisen mystischen Unterton und einer zarten, zurückhaltenden Liebesgeschichte.

Der Einstieg ist recht gemächlich, das Tempo zieht erst im späteren Verlauf an und verlangt daher etwas Geduld. Einige Wendungen sind vorhersehbar, andere wiederum überraschen durchaus. Was man allerdings mögen muss, ist eine große Portion Geheimniskrämerei: Die Protagonistin tappt lange im Dunkeln, wird von ihrem Umfeld bewusst im Unklaren gelassen – das kann mitunter frustrierend sein, trägt jedoch wesentlich zur Atmosphäre der Geschichte bei.

Spürbar ist die Faszination für Ägypten, Geschichte und Archäologie, die dem Buch eine besondere Note verleiht.

Gegen Ende nimmt die Handlung dann überraschend brutale Züge an – ein starker Kontrast zum sanften Einstieg. Das offene Ende hat mich trotz einiger Kritikpunkte neugierig genug gemacht, um zum zweiten Band greifen zu wollen, denn längst nicht alle Geheimnisse sind gelüftet.

Insgesamt richtet sich das Buch eher an Lesende historischer Krimis mit einem Hauch Mystik – klassische Romantasy-Fans könnten hier fehl am Platz sein.


Eckdaten:
Genre Historische Fantasy
Alter Ab 14 Jahren
Bände Dilogie
Setting 19. Jahrhundert, Ägypten
Erzähler Ich-Perspektive, aus Sicht der Protagonistin

Für Fans von:
Historischer Fantasy
Zarter Lovestorys
Ägypten-Settings
Archäologischen Abenteuern
Slow Burn Romance
Geheimniskrämerei
Unreliable Allies

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.08.2025

Viking Vibes

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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„A Fate Inked in Blood“ von Danielle L. Jensen ist ein Romantasy-Roman mit starken Viking-Vibes, der mich gut unterhalten hat.
Die Geschichte bietet eine Mischung aus Romance, Magie und nordischer Mythologie.
Dennoch ...

„A Fate Inked in Blood“ von Danielle L. Jensen ist ein Romantasy-Roman mit starken Viking-Vibes, der mich gut unterhalten hat.
Die Geschichte bietet eine Mischung aus Romance, Magie und nordischer Mythologie.
Dennoch gab es für mich zwei Herausforderungen: Zum einen empfand ich die Handlung als recht vorhersehbar. Ich konnte jeden Plot-Twist erahnen, was den Spannungsbogen etwas abgeschwächt hat. Zum anderen fiel es mir schwer, eine Verbindung zur Protagonistin aufzubauen. Ihre impulsiven und naiven Entscheidungen waren für mich nicht immer nachvollziehbar, und ich hätte mir gewünscht, dass sie mehr Kontrolle über ihr eigenes Schicksal ergreift, anstatt oft hin und her zu schwanken.

Auch der männliche Love Interest hat mich nicht ganz überzeugt – insbesondere zum Ende hin fiel es mir schwer, Sympathie für ihn zu entwickeln.
Ein kleines Detail, das mich kurz aus der Geschichte herausgerissen hat, war die moderne Sprache in einem historischen Fantasy-Setting (was mich sonst nie stört). Besonders eine Passage, in der die Protagonistin sich vorstellt, wie ihr Kopf „wie eine Melone“ an den Felsen zerschellt, hat mich stutzen lassen – aber gut, es ist Fantasy, also gibt es wohl auch Melonen in einem sehr kleinen Wikinger Dorf.

Trotz dieser Punkte hat das Buch insgesamt Spaß gemacht, und ich hoffe sehr auf eine spannende Weiterentwicklung der Protagonistin im zweiten Band. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen, denn auch wenn es für mich kein absolutes Highlight war, ist es eine solide und unterhaltsame Romantasy-Geschichte mit viel Potenzial.


Eckdaten:
Genre Romantasy
Alter Ab 16 Jahre
Bände Dilogie
Setting Nordisch inspiriertes Fantasy-Reich mit Wikinger-Elementen
Erzähler Ich-Erzählerin
Tropes enemies to lovers, chosen one, Prophezeiung

Für Fans von:
Romantasy
nordischer Mythologie
Wikinger Vibes
Prophezeiungen
enemies-to-lovers
Slow burn spice

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.08.2025

Historische Fecht-Sports-Romance

Die Duellantin. Kein Herz ist unbesiegbar
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Fechten im Buch? Ja, bitte! Als jemand, der vor Ewigkeiten in einer Fecht-AG war (gefühlte 30 Jahre her – ich bin alt 😅), hat mich das richtig begeistert. Die Faszination für den Sport kam hier toll rüber! ...

Fechten im Buch? Ja, bitte! Als jemand, der vor Ewigkeiten in einer Fecht-AG war (gefühlte 30 Jahre her – ich bin alt 😅), hat mich das richtig begeistert. Die Faszination für den Sport kam hier toll rüber! Und: Eine „Sports Romance“, in der die Protagonistin dem Love Interest ebenbürtig ist? Lieben wir.

Eigenständige Protagonistinnen? Absolute Liebe! Ich mag es, wie Elena nicht auf einmal einen „Mutausbruch“ hat, sondern sich diesen Mut immer wieder zusammen suchen muss und so eine Charakterentwicklung hinlegt.

Was ich besonders schätze: Kein einfacher „Bösewicht“ bei der Liebesentscheidung. Manchmal reicht es, wenn Gefühle nicht erwidert werden – Herzschmerz gehört zum Leben dazu.

Was mich leider nicht ganz überzeugen konnte, war der emotionale Höhepunkt der Geschichte. Dieser hat mich nicht so stark berührt, wie es hätte sein können. Zudem hätte ich mir noch mehr Interaktionen und Dialoge zwischen Elena und ihrem Love Interest gewünscht, um die Chemie zwischen den beiden greifbarer zu machen

. Das Setting und die liebevoll gezeichneten Charaktere haben mich dennoch sehr angesprochen. Ich habe das Buch gerne und zügig gelesen, auch wenn der ganz große „Wow-Effekt“ für mich ausgeblieben ist.

PS: Wie schön ist bitte dieses Cover?! 😍


Eckdaten:
Genre Sports Romance
Alter Erwachsene
Bände Einzelband
Setting Mailand 1850
Erzähler Ich-Erzählerin

Für Fans von:
Historischen Liebesromanen
Sports Romance
Fechten
Mailand
Willensstarken Protagonisten
Mysteriösen Love Interests

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  • Erzählstil
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  • Charaktere