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Veröffentlicht am 03.11.2025

Nicht meine Party

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Schon das Cover hat mich sofort angesprochen. Es vermittelt dieses gemütliche Herbst- und Wintergefühl, dazu eine Tasse Tee, draußen weht der Wind, die Blätter fallen, ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Schon das Cover hat mich sofort angesprochen. Es vermittelt dieses gemütliche Herbst- und Wintergefühl, dazu eine Tasse Tee, draußen weht der Wind, die Blätter fallen, vielleicht regnet oder schneit es. Ein abgelegenes Herrenhaus, ein Mord und ein Kreis von Verdächtigen.  Das klang für mich nach genau der richtigen Lektüre für die kommende Jahreszeit. Ich hatte Lust auf eine klassische, atmosphärische "Whodunit-Geschichte".

🔎 Worum geht’s?

Die 76-jährige Rosemary MacLaine hat eigentlich mit Aufregung und Gesellschaft abgeschlossen. Kreuzworträtsel und Ruhe, das ist ihre Welt. Doch dann erhält sie eine Einladung zu einer Feier ihrer wohlhabenden Nachbarin Jane, zusammen mit einer unmissverständlichen Warnung:
Wenn sie nicht erscheint, wird ihr dunkelstes Geheimnis enthüllt. Gemeinsam mit ihrer Enkelin Addie nimmt sie widerwillig teil. Im eingeschneiten Herrenhaus treffen sie auf weitere Gäste, die alle etwas zu verbergen haben. Als Jane tot aufgefunden wird, ist klar, der Täter ist unter ihnen und Rosemary und Addie müssen herausfinden, weshalb sie wirklich dort sind, bevor ein weiterer Mord geschieht.

🧠 Meine Meinung:

So vielversprechend der Klappentext und das Setting auch klangen, der Funke wollte bei mir leider nicht so recht überspringen. Die Geschichte zog sich für mein Empfinden etwas, und ich merkte, dass ich immer wieder zu anderen Büchern griff. Das passiert bei mir meist dann, wenn ich mit der Story oder den Figuren nicht richtig warm werde und genau das war hier der Fall.
Zunächst dachte ich, vielleicht liegt es daran, dass die Protagonistin selbst ermittelt. Solche Amateur- oder Hobbydetektivgeschichten sind nicht immer meins. Doch während ich aktuell einen anderen Krimi lese, in dem ebenfalls Laien die Ermittlungen übernehmen, merke ich, daran liegt es gar nicht. Es war vielmehr der fehlende Zugang zu den Charakteren und zur Atmosphäre, die mich nicht richtig in die Geschichte eintauchen ließen.
Was mir dann doch noch gut gefallen hat, war die Auflösung. Ich hatte bis zum Schluss keine Ahnung, wer der Täter ist  und das zeigt, dass die Autorin gekonnt mit Verdacht und Täuschung spielt. Spannung ist also durchaus vorhanden, auch wenn sie mich emotional nicht erreicht hat.

✅️ Fazit:

Die Einladung von Kelly Mullen bietet ein klassisches Krimi-Setting mit winterlicher Stimmung und einer interessanten Grundidee. Wer Spaß daran hat, selbst mitzurätseln und Verdächtige zu entlarven, wird hier sicherlich gut unterhalten. Für mich persönlich blieb die Geschichte trotz guter Ansätze etwas blass und zog sich zudem zu sehr.
Ein Buch, das viele begeistern könnte, für mich war es diesmal einfach nicht die richtige Party.

2,5 ☆

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Langweilig und anders als erhofft

Eddie Winston sucht die Liebe
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Geschichten über ältere Menschen berühren mich meist auf besondere Weise, weshalb ich gerne zu solchen Büchern greife. Bei Eddie hatte ich das Gefühl, einem Charakter ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Geschichten über ältere Menschen berühren mich meist auf besondere Weise, weshalb ich gerne zu solchen Büchern greife. Bei Eddie hatte ich das Gefühl, einem Charakter zu begegnen, der das Potenzial zum neuen Lieblingsprotagonisten hat.

🔎 Worum geht’s?

Im Mittelpunkt steht Eddie, ein älterer Herr, der als Freiwilliger in einem Second-Hand-Laden arbeitet. Dort begegnet er Bella, einer jungen Frau, die gerade einen schweren Verlust verkraften muss. Zwischen den beiden entwickelt sich eine besondere Freundschaft. Während Bella versucht, ihre Trauer zu verarbeiten, erfährt sie, dass Eddie noch nie seinen ersten Kuss erlebt hat. Mit viel Einfühlungsvermögen setzt sie alles daran, ihn bei der Suche nach seiner längst verloren geglaubten Liebe zu unterstützen. Dabei wird nicht nur Eddies Vergangenheit lebendig, sondern auch Bellas Blick auf die Zukunft verändert.

🧠 Meine Meinung:

Ich war überzeugt, dass diese Geschichte um den alten Eddie, der noch nie geküsst hat, und die junge Bella, die einen schweren Verlust erlitten hat, etwas ganz Besonderes werden könnte. Vielleicht sogar ein Highlight, vielleicht ein neues Lieblingsbuch. Doch leider fehlte mir das Wichtigste, - die Emotionen.
Die Erzählweise wirkte sehr monoton, wodurch ich keinen echten Zugang zu den Figuren fand. Gerade in einem Roman dieser Art wünsche ich mir Gefühle und ich möchte mich in die Charaktere hineinversetzen können. Anfangs schien das noch möglich, doch schon bald geriet ich in eine zähe Erzählschleife, die mich eher ermüdete. Mein einziger Antrieb weiterzulesen, war die Frage, ob Eddie tatsächlich noch einmal die Frau (Bridie/Birdie, egal wie, habe ich sowieso drüber gelesen) wiedersehen würde, die er vor so vielen Jahren liebte.

Bella konnte mich dagegen etwas mehr berühren. Besonders ihre Briefe an Jake waren für mich der emotionalste Teil der Geschichte. Was ich allerdings merkwürdig fand, war die konsequent kleingeschriebene Form darin, obwohl bereits eine andere Schriftart genutzt wurde, um sie hervorzuheben. Das wirkte für mich irritierend und unnötig.
Insgesamt hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllt. Das Ende war zwar in gewisser Weise überraschend, dennoch konnte es mich auch nicht so bewegen, wie ich es erhofft hatte.

✅️ Fazit:

Eine Geschichte mit einer schönen Grundidee, die jedoch viel an Wirkung verliert. Die Figuren hätten großes Potenzial gehabt, doch die emotionsarme Erzählweise ließ mich zu oft unbeteiligt zurück. Schade, denn ich hatte mir deutlich mehr Tiefgang und Gefühl erhofft.

2,5☆

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Wieder etwas enttäuscht

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
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❓️ Warum wollte ich das Buch lesen?

Nach "Der Trip" war ich eigentlich sicher, dass ich erstmal keinen weiteren Strobel lesen würde. Für mich war da die Luft raus. Beim nächsten Buch konnte ich dieser ...

❓️ Warum wollte ich das Buch lesen?

Nach "Der Trip" war ich eigentlich sicher, dass ich erstmal keinen weiteren Strobel lesen würde. Für mich war da die Luft raus. Beim nächsten Buch konnte ich dieser Entscheidung auch treu bleiben, aber Welcome Home hat mich mit seinem Plot sofort wieder gepackt. Ich musste es einfach lesen.

🔎 Worum geht’s?

Ines und Marco ziehen mit ihrer Tochter in ihr Traumhaus, ein Neubeginn voller Hoffnung. Doch schon in der ersten Nacht fühlt sich Ines beobachtet. Ein Schatten im Nachbarhaus, ein schrecklicher Verdacht. Bald wird klar: In „Auf Mons“ lauert der Tod.

🧠 Meine Meinung:

Der Einstieg hat mich zunächst irritiert, der Prolog ließ mich etwas ratlos zurück, was bei Thrillern aber nicht ungewöhnlich ist. Danach kam ich schnell in die Geschichte hinein. Die Siedlung „Auf Mons“ konnte ich mir durch den Lageplan in der Innenklappe gut vorstellen. Dazu kamen atmosphärische Szenen, die mich richtig gepackt haben, wer möchte schon, dass ein Fremder nachts ins Haus eindringt und einen beim Schlafen beobachtet? Gänsehaut pur!

Gerade diese Atmosphäre war für mich ein klarer Pluspunkt. Ich dachte schon, endlich wieder ein richtig guter Strobel nach dem Reinfall mit "Der Trip". Allerdings fiel mir früh auf, dass Beschreibungen im Lageplan nicht immer mit dem Text übereinstimmten. Auch Kleinigkeiten, wie etwa der Wechsel von einem roten Filzpantoffel mit gelber Blume zu einem rosafarbenen Hausschuh, störten mich. Das sind zwar nur Details, aber in der Summe störend.

Der Plot war solide, spannend und stimmungsvoll, doch mir fehlten die „Wow“- oder „Aha“-Momente, die einen Thriller unvergesslich machen. Manche Handlungsabläufe wiederholten sich und wirkten auf mich wenig realistisch,  besonders, was die Reaktionen der Figuren oder die Arbeit von Polizei und Spurensicherung betrifft.

Unterm Strich bietet das Buch gute Ansätze und eine dichte Atmosphäre, doch es fehlte die Raffinesse. Am Ende wartete ich vergeblich auf eine überraschende Wendung.

✅️ Fazit:

Ein Roman, der stark beginnt, aber im Verlauf zu einfach gestrickt ist. Für Gelegenheitsleser*innen oder als Urlaubslektüre durchaus empfehlenswert. Wer aber auf der Suche nach einem packenden Psychothriller mit echtem Überraschungseffekt ist, wird hier vermutlich enttäuscht.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Langatmig

In tiefster Nacht
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❓ Warum wollte ich das Buch lesen?

Eigentlich gehöre ich nicht zu den großen Harlan-Coben-Fans, ein oder zwei Bücher habe ich bislang gelesen, die fand ich solide, aber nicht überragend. Dennoch hat mich ...

❓ Warum wollte ich das Buch lesen?

Eigentlich gehöre ich nicht zu den großen Harlan-Coben-Fans, ein oder zwei Bücher habe ich bislang gelesen, die fand ich solide, aber nicht überragend. Dennoch hat mich "In tiefster Nacht" neugierig gemacht. Eine Bücherfreundin schwärmte so sehr davon, dass es direkt auf meiner Wunschliste landete und schließlich als Geburtstagsgeschenk bei mir einzog.

🔎 Worum geht’s?

Málaga, 2003: Der junge Sami Kierce verliebt sich in die geheimnisvolle Anna. Nach einer wilden Nacht erwacht er blutüberströmt neben ihrer Leiche – mit einem Messer in der Hand und ohne Erinnerung an die Geschehnisse.

New York, 2025: Kierce, inzwischen suspendierter Detective, glaubt Anna unter seinen Schülern zu sehen – lebendig. Getrieben von dieser Vision beginnt er, die Vergangenheit aufzuwühlen, um endlich herauszufinden, was damals wirklich geschah.

🧠 Meine Meinung:

Der Plot klang für mich nach einem packenden Thriller, doch die Umsetzung konnte mich kaum fesseln. Die Handlung zog sich unnötig in die Länge. Besonders die Abschnitte mit den Hobby-Ermittlern oder seitenlange Dialoge über Nebensächlichkeiten wie ein Golfspiel empfand ich als störend. Sie nahmen dem eigentlichen Kern, nämlich Annas Schicksal, die Spannung.

Statt temporeichem Nervenkitzel bekam ich einen eher gemächlichen Krimi, geprägt von endlosen Gedankenschleifen des Protagonisten. Viele Szenen erschienen belanglos, wodurch der Spannungsbogen immer wieder abfiel. Oft war ich gedanklich schon ganz woanders und kurz davor, das Buch abzubrechen.

Im letzten Drittel nahm die Geschichte zwar Fahrt auf, doch für mich zu spät.
Ein Satz auf Seite 428 hat mich dennoch berührt:

> „Kennen Sie den Spruch, dass man ein paar Eier zerschlagen muss, um ein Omelett zu machen?“

Dieser Moment brachte mich tatsächlich zum Nachdenken, da ich die betroffene Person sogar verstehen konnte. Dennoch bleibt ein schaler Nachgeschmack. Zu viel Leerlauf, zu wenig Sog.

✅️ Fazit:

Anspielend auf das Zitat von Seite 428, ja, man muss Eier zerschlagen, um ein Omelett zu machen, aber man sollte es auch richtig würzen. Während es manchen vielleicht zu fade erscheint, war es für mich zu versalzen.

≈ 2,5☆

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Lange nicht so gut wie Sally Diamond

Kleine Grausamkeiten
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𝙒𝙖𝙧𝙪𝙢 𝙬𝙤𝙡𝙡𝙩𝙚 𝙞𝙘𝙝 𝙙𝙖𝙨 𝘽𝙪𝙘𝙝 𝙡𝙚𝙨𝙚𝙣? ⁣

Mit dem Buch Die seltsame Sally Diamond habe ich Liz Nugent als Autorin lieben gelernt. Es ist ein absolutes Highlight und zählt zu meinen Lieblingsbüchern – und sollte ...

𝙒𝙖𝙧𝙪𝙢 𝙬𝙤𝙡𝙡𝙩𝙚 𝙞𝙘𝙝 𝙙𝙖𝙨 𝘽𝙪𝙘𝙝 𝙡𝙚𝙨𝙚𝙣? ⁣

Mit dem Buch Die seltsame Sally Diamond habe ich Liz Nugent als Autorin lieben gelernt. Es ist ein absolutes Highlight und zählt zu meinen Lieblingsbüchern – und sollte unbedingt von allen gelesen werden, die spannungsgeladene Geschichten mögen. Genau deshalb habe ich nun zu Kleine Grausamkeiten gegriffen, in der Hoffnung, wieder so ein großartiges Buch zu entdecken. ⁣

𝙆𝙡𝙖𝙥𝙥𝙚𝙣𝙩𝙚𝙭𝙩:

Nur jeweils ein Jahr sind die Drumm-Brüder William, Brian und Luke auseinander und doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein. William hat als Filmproduzent Karriere gemacht und glaubt, ihm stehe einfach alles zu, Brian, der mittlere Bruder, Lehrer und Künstleragent betätigt sich als wenig selbstloser Friedensstifter, Luke, psychisch instabiles Nesthäkchen, ist ein international gefeierter, sehr einsamer Popstar. Aber keiner von ihnen ist der, der er zu sein scheint. Vom Tag ihrer Geburt an hat ihre narzisstische, ziemlich abgefeimte Mutter die Brüder darauf abgerichtet, um ihre Aufmerksamkeit zu buhlen. Sie spielen Spielchen, doch im Laufe der Jahre werden diese Spiele – die kleinen Grausamkeiten – immer unheimlicher, gnadenloser und gefährlicher. Toxisch geradezu, denn nur zwei der Brüder werden überleben.

𝙀𝙞𝙜𝙚𝙣𝙚 𝙈𝙚𝙞𝙣𝙪𝙣𝙜: ⁣

>>Drei Brüder auf einer Beerdigung. Einer von ihnen liegt im Sarg, betrauert von seinen Geschwistern. Aber welcher? Und warum? <<⁣

Zwei spannende Fragen, die es zu klären gilt. Damit ihr meine Meinung zum Buch besser versteht, möchte ich euch etwas zum Aufbau erzählen:⁣
Zu Beginn wird man direkt mit den oben genannten Fakten zur Beerdigung konfrontiert. Die Idee, die Geschichte so zu starten, fand ich einfach genial.⁣
Danach folgen drei Teile, die jeweils die Perspektive eines Bruders schildern. Den Anfang macht William. Man bekommt Einblicke in seine Kindheit, seine Jugend und sein Erwachsenenleben, wobei seine Eltern und Brüder eine zentrale Rolle spielen. Es folgen die Perspektiven von Luke und Brian. ⁣
Nach rund 330 Seiten kennt man den Toten immer noch nicht – und somit auch nicht das Motiv bzw. den Grund, hat aber eine Gespür dafür entwickelt, wie jeder einzelne tickt. Dabei möchte ich einfach mal diese schreckliche Mutter erwähnen. Auf den letzten 70 Seiten fügt sich dann alles langsam zusammen, bis man schließlich erfährt, wer gestorben ist und warum.⁣
Für mich war das ein langer und auch ermüdender Weg. Die Sichtweisen der drei Brüder empfand ich als viel zu ausführlich. Ich muss ehrlich sagen: Anfang, Schreibstil und Idee fand ich großartig – die Umsetzung jedoch enttäuschend.⁣
Auch die Einordnung als Kriminalroman finde ich unpassend – wenn Die seltsame Sally Diamond "nur" ein Roman sein soll. Die angekündigten Twists (u. a. in The Guardian) habe ich leider vergeblich gesucht.⁣
Schade – aber Sally Diamond bleibt damit erst mal unangefochten auf Platz eins.⁣

𝙁𝙖𝙯𝙞𝙩: ⁣

(K)ein Kriminalroman mit einer genialen Idee, einem großartigen Schreibstil, einem starken Beginn – aber einer ermüdenden Fort- und Umsetzung. Hatte viiiiiel mehr erhofft.⁣




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