Interessant zu lesen, jedoch für mich nicht hilfreich
Erziehung war gesternGerade weil es so schlicht ist, wurde ich von dem Cover mit dem knallig leuchtenden Text verführt und ich habe mir das Buch mit dem interessanten Titel näher angeschaut.
Ich möchte eigentlich nicht viel ...
Gerade weil es so schlicht ist, wurde ich von dem Cover mit dem knallig leuchtenden Text verführt und ich habe mir das Buch mit dem interessanten Titel näher angeschaut.
Ich möchte eigentlich nicht viel zum Inhalt spoilern, denn jeder der sich vom Thema angesprochen fühlt, sollte das Buch selbst lesen und seine Schlüsse daraus ziehen. Man liest ja meist Bücher zu solchen Themen, wenn man sich und seine Ideale vertreten fühlt und so konnte auch ich mich im Inhalt und der grundsätzlichen Meinung der Autorin wiederfinden.
Ich finde es interessant, wie Ruth Abraham ihr Buch in verschiedene Bereiche unterteilt hat und wie sie die Leser direkt und ohne belehrhaftem Tonfall anspricht. Besonders gefiel mir die Idee, dass Liebe nicht nur als Gefühl gesehen werden kann, sondern auch als eine Handlung gegenüber dem Kind oder als ein Bedürfnis, für ein glückliches Kind. Zudem, dass nicht die gebende Person entscheidet, was Liebe ist, sondern die empfangene. Ebenfalls gut finde ich den Denkanstoß, dass man mit dem eigenen Verhalten die Schablone für das zukünftige Leben vorgibt.
Im Verlauf der Kapitel wird dann der Drang nach Erziehung auf verschiedene Gründe zurückgeführt und erklärt, dass man sein Verhalten diesbezüglich hinterfragen muss. Jedoch fehlt mir am Ende ein praktischer Ansatz, wie man ohne Erziehung, die eigenen Werte an sein Kind vermitteln kann. Natürlich wird schon zu Beginn des Buchs mitgeteilt, dass es sich hier nicht um einen Ratgeber handelt und man seinen eigenen Weg finden muss, aber enthalten ist ein Kapitel "Lösungen" und diese konnte ich für meine Alltagssituation leider nicht finden.
Versöhnt bin ich zum Schluss zwar mit dem Ansatz "dass wir Elternschaft als eine Ansammlung von Prioritäten sehen. Was ist uns wichtig? Und warum?" Aber mir fehlt der Weg, wie ich meine wichtigen Prioritäten auf das Kind übertragen kann, ohne auf eine Form von Gewalt zurückgreifen zu müssen, denn diese beginnt ja schon beim lauten Wort.
Ich werde versuchen zukünftig öfter nachzudenken, warum ich mich über das Verhalten meiner Kinder aufrege und welche Alternativen zum "Nein" es geben könnte. Letztlich stimme ich jedoch nicht mit der Autorin überein, Erziehung war nicht gestern, sondern muss heute nur anders umgesetzt werden. Auf die Frage "wie?" fehlt mir weiterhin eine Antwort, damit wirklich alle Gewinnen.