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Veröffentlicht am 06.12.2025

Komplex und etwas langatmig

Schattenspiel
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In Schattenspiel kommt Wolfgang, ein ehemaliger Kommissar, nach Berlin zurück um bei der Aufklärung eines Mordfalls zu helfen. Das prekäre, ermordet wurde Francisco, der Wolfgangs Berliner Villa kaufen ...

In Schattenspiel kommt Wolfgang, ein ehemaliger Kommissar, nach Berlin zurück um bei der Aufklärung eines Mordfalls zu helfen. Das prekäre, ermordet wurde Francisco, der Wolfgangs Berliner Villa kaufen wollte. Wolfgang war ursprünglich nach Spanien geflohen, um sein Leben neu zu starten, da er nicht mit der Ermordung von Claudia, seiner großen Liebe, klar gekommen ist. Jetzt muss er sich nicht nur der Gegenwart, sondern auch seiner Vergangenheit und seiner Zukunft stellen, denn bald geschieht ein neuer Mord und es wird für Wolfgang persönlich.

Generell mag ich verschachtelte Thriller zum mitraten und das konnte man hier sehr viel. Allerdings wären mir persönlich ein paar Charaktere, die für Wolfgang ermitteln weniger, auch recht gewesen. Denn genau dies geschieht hier. Wolfgang tritt mehr oder weniger auf der Stelle und versinkt in Selbstmitleid und Alkohol, was ihn mir unsympathisch gemacht hat. Während seine Freunde für ihn auf die Suche gehen. Einer von Ihnen spielt jedoch ein falsches Spiel und jeder scheint etwas vor ihm zu verbergen.

Zwischenzeitlich habe ich den Thriller auch mal zur Seite gelegt, jedoch in den letzten ca. 100 Seiten geschieht dann so viel, dass ich bis zum Ende in einem Zug durchlesen musste. Vielleicht wäre ich schneller in die Geschichte eingestiegen, wenn ich den ersten Teil gekannt hätte und das Ende hat mir auch gut gefallen, aber im Gesamten hat mich dieser Thriller nicht gepackt.

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Schwer zu lesen, aber mit sympathischen Held

Mumpelmoff und das Wunder am Schloss
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Mumpelmoff ist ein kleines Rundherum, welches allein bzw. mit seinem Ballon Kleinmeins in einem alten und verlassenem Schloss lebt. Es sehnt sich nach einem Freund. Als eines Abends eine Eulenprinzessin ...

Mumpelmoff ist ein kleines Rundherum, welches allein bzw. mit seinem Ballon Kleinmeins in einem alten und verlassenem Schloss lebt. Es sehnt sich nach einem Freund. Als eines Abends eine Eulenprinzessin in der Nähe des Schlosses auftaucht, versucht es sich durch selbstgemachte Kostüme mit der Eule bekannt zu machen. Leider gelingt dies nicht, doch kommt ihm eine gute Fee zur Hilfe.

Schon mal vorab, ganz überzeugt hat mich dieses Buch nicht, was aber vor allem an den vielen selbst ausgedachten Wortneuschöpfungen liegt. Über diese bin ich beim Vorlesen regelmäßig gestolpert auch wenn ich mich eigentlich als eine gute Vorleserin fühle. Auch mein Kind, allerdings noch nicht 5 Jahre, hatte dazu eher Rückfragen, statt diese für lustig zu halten.
Die unterschwelligen Themen in der Geschichte gefallen mir jedoch sehr. Es geht um Einsamkeit, Freundschaft, Treue, positives Selbstbild, umarmt von einer leicht gruseligen Umgebung und ganz viel Magie.
Es ist etwas ganz besonderes, wie sich Bo Starker diese eigene Welt ausgedacht und zum Leben erweckt hat. Nicht nur textlich, auch über die Illustrationen hat sie uns Mumpelmoffs Geschichte erzählt. Die Bilder sich detailreich, aber auch etwas düster und zugleich wunderschön. Vor allem das  Cover mit seiner goldenen Prägung sind zauberhaft!
Wir haben mit Mumpelmoff gelitten, als er sich ganz hinten im Buch entdeckt hat und uns umso mehr gefreut, als die Eule ihm seine besondere Seite zeigte, ganz ohne Kostüm.
Eingeteilt ist das Buch in 3 Teile mit je 3-4 Kapiteln. Der erste Teil war erwas zäh zu lesen, der mittlere hat beim Kind Interesse geweckt und der letzte Teil hat uns am besten gefallen, wenn die gute Fee auftaucht und Mumpelmoff sich selbst lieben lernt.

Das Buch passt gut zur aktuellen, etwas düsteren Jahreszeit, in der sich jeder nach den Leuchtpilzen sehnt um etwas mehr Licht um sich zu haben. Vielleicht lesen wir das Buch erst nochmal, wenn mein Kind älter ist, mal sehen ob es uns dann vom Text besser gefällt.

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Interessant zu lesen, jedoch für mich nicht hilfreich

Erziehung war gestern
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Gerade weil es so schlicht ist, wurde ich von dem Cover mit dem knallig leuchtenden Text verführt und ich habe mir das Buch mit dem interessanten Titel näher angeschaut.

Ich möchte eigentlich nicht viel ...

Gerade weil es so schlicht ist, wurde ich von dem Cover mit dem knallig leuchtenden Text verführt und ich habe mir das Buch mit dem interessanten Titel näher angeschaut.

Ich möchte eigentlich nicht viel zum Inhalt spoilern, denn jeder der sich vom Thema angesprochen fühlt, sollte das Buch selbst lesen und seine Schlüsse daraus ziehen. Man liest ja meist Bücher zu solchen Themen, wenn man sich und seine Ideale vertreten fühlt und so konnte auch ich mich im Inhalt und der grundsätzlichen Meinung der Autorin wiederfinden.

Ich finde es interessant, wie Ruth Abraham ihr Buch in verschiedene Bereiche unterteilt hat und wie sie die Leser direkt und ohne belehrhaftem Tonfall anspricht.  Besonders gefiel mir die Idee, dass Liebe nicht nur als Gefühl gesehen werden kann, sondern auch als eine Handlung gegenüber dem Kind oder als ein Bedürfnis, für ein glückliches Kind. Zudem, dass nicht die gebende Person entscheidet, was Liebe ist, sondern die empfangene. Ebenfalls gut finde ich den Denkanstoß, dass man mit dem eigenen Verhalten die Schablone für das zukünftige Leben vorgibt.
Im Verlauf der Kapitel wird dann der Drang nach Erziehung auf verschiedene Gründe zurückgeführt und erklärt, dass man sein Verhalten diesbezüglich hinterfragen muss. Jedoch fehlt mir am Ende ein praktischer Ansatz, wie man ohne Erziehung, die eigenen Werte an sein Kind vermitteln kann. Natürlich wird schon zu Beginn des Buchs mitgeteilt, dass es sich hier nicht um einen Ratgeber handelt und man seinen eigenen Weg finden muss, aber enthalten ist ein Kapitel "Lösungen" und diese konnte ich für meine Alltagssituation leider nicht finden.

Versöhnt bin ich zum Schluss zwar mit dem Ansatz "dass wir Elternschaft als eine Ansammlung von Prioritäten sehen. Was ist uns wichtig? Und warum?" Aber mir fehlt der Weg, wie ich meine wichtigen Prioritäten auf das Kind übertragen kann, ohne auf eine Form von Gewalt zurückgreifen zu müssen, denn diese beginnt ja schon beim lauten Wort.

Ich werde versuchen zukünftig öfter nachzudenken, warum ich mich über das Verhalten meiner Kinder aufrege und welche Alternativen zum "Nein" es geben könnte. Letztlich stimme ich jedoch nicht mit der Autorin überein, Erziehung war nicht gestern, sondern muss heute nur anders umgesetzt werden. Auf die Frage "wie?" fehlt mir weiterhin eine Antwort, damit wirklich alle Gewinnen.

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Psychologisch gut aufgebaut, aber mit Längen

Brackwasser - Stille Wasser sind tief. Und manche sogar tödlich …
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Von Aussen ein schönes Buchcover, ich mag die Haptik und das der Bildausschnitt mit UV-Lack heraussticht. Das Bild ist stimmungsvoll und wirkt abgelegen bzw. einsam. Die altrosa Färbung ist jetzt allerdings ...

Von Aussen ein schönes Buchcover, ich mag die Haptik und das der Bildausschnitt mit UV-Lack heraussticht. Das Bild ist stimmungsvoll und wirkt abgelegen bzw. einsam. Die altrosa Färbung ist jetzt allerdings nicht so meins.

Für mich waren die ersten Kapitel ein schöner Einstieg ins Buch, man lernt die Charaktere und deren Verbindung zueinander kennen. Mir gefällt, dass aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und man so auch einen Einblick in die innere Gefühlslage der Charaktere erhält. Ich konnte mich recht schnell mit den Personen verbinden. Die Umgebung mit dem Wald und den abgelegenen Häusern haben bei mir gemischte bzw. beklemmende Gefühle ausgelöst.

Im Buch werden viele zerrüttete Familien dargestellt und aufgezeigt, wie besondera Kinder darunter leiden, welche sich erst noch selbst findrn müssen. Hier wurde stark mein Mitgefühl geweckt. Jedoch wurde durch die ganzen Familienprobleme auch immer wieder Spannung rausgenommen, was mich etwas gestört hat.
Dennoch haben mich die Sprache und die bildhafte Darstellung der Umgebung weitestgehend durch die Seiten fliegen lassen. Manche poetisch ausgedrückte Passagen waren mir etwas zu viel und bräuchte es für mich jetzt nicht in einem Thriller, denn es bläst den Seitenumfang unnötig auf.

Das Genre finde ich zuden schwierig einzuorden, für einen Thriller passiert mir zu viel aussen herum und ich hatte zu wenig Mord und Gänsehautmomente. Bin da eher bei einem spanneden Roman, der psychologisch sehr gut aufgebaut ist.

Fazit: Generell konnte mich das Buch gut fesseln, allerdings erst ab der zweiten Hälfte. Aber für ein erstes Werk der Autorin in einem neuen Genre, kann man über den langsamen Spannungsaufbau hinweg sehen und ich bin gespannt, was noch kommt und halte die Augen offen.

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Veröffentlicht am 03.04.2025

Konnte mich nicht recht überzeugen

Der Wolf im dunklen Wald
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Mir fiel hier gleich das Cover auf, ein kurzes Déjavu, der Wiedererkennungswert ist da, die Ermittlerin Carla Seidel ist zurück. Das gewählte Motiv erzeugt bei mir eine umheimliche Stimmung, düsterer Wald, ...

Mir fiel hier gleich das Cover auf, ein kurzes Déjavu, der Wiedererkennungswert ist da, die Ermittlerin Carla Seidel ist zurück. Das gewählte Motiv erzeugt bei mir eine umheimliche Stimmung, düsterer Wald, ein einsames Reh im Nebel und ein blutrot gefärbter Boden.

Gleich zu Beginn wird Carla zu einer Leiche im Wald gerufen, der Mord ist gerade erst passiert, denn kurz zuvor war Tommi noch mit einer groß angelegten Jagtgemeinschaft unterwegs. Ein Unfall lässt sich schnell ausschließen und die Suche nach dem Mörder beginnt. Die Ermittlungen laufen schnell in alle Richtungen.

Ich hatte mich ja sehr auf die Fortsetzung gefreut und auch darauf die Weiterentwicklung der Charaktere zu sehen oder Tiefer in deren Leben einzutauchen. Aber ich bin nun etwas enttäuscht... vielleicht habe ich nach dem ersten Band auch zu viel erwartet. Die Beziehung zwischen Carla und ihrer Tochter Lana empfand ich zunehmend als nervig, beide Verhalten sich sehr naiv, egal ob im privaten Umfeld als auch die Mutter bei den Ermittlungen. Generell finde ich es wirklich schlimm, wie unprofessionell Clara die Ermittlungsarbeit mit nach Hause trägt und in der Küche auf ihrem Whiteboard präsentiert, da sie doch mitbekommt, dass ihre Tochter (erneut) alles mitverfolgt. Ich hätte mir gewünscht, sie hätte aus dem vorigen Fall dazugelernt und würde Beruf und Familie trennen, auch zum Selbstschutz. Zudem wirkt mir der ganze Fall zu konstruiert und es gibt nach meinem Geschmack zu viele Zufälle und zu wenig fundierte Ermittlungsarbeit. Gefühlt dreht sich das ganze Buch mehr um die kaputte Tochter-Mutter-Beziehung und weniger um den Mordfall. Das Ermittlerteam von Clara kommt dabei eher selten zum Zug und findet auch keine großen eigenen Spuren, viel mehr bringt sich Clara mit ihren Alleingängen unnötig in Gefahr und kommt eher durch glückliche Fügung zum Ziel.

Einzig überzeugen konnte mich Sia Pionteks flüssiger und detailreicher Schreibstil, sowie der aufgebaute Spannungsbogen, der sich mit nur kleinen Längen in der Buchmitte, doch bis zum Schluss halten kann und auch mit kleinen Wendungen überzeugt. Ob ich einen dritten Teil lesen werde, kann ich noch nicht sagen, ich bin eine Wiederholungstäterin, aber mit Band eins kann dieses Buch definitiv nicht mithalten.

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