Wo bleibt notwendiger Raum für Selbstbestimmung neben traditionellen Hierarchien?
GlückscollageDie chinesisch-amerikanische Autorin scheint mit ihrem Migrationshintergrund schwer zu hadern. Weder in ihrer alten Heimat China, das in einer Entamerikanisierungs-Kampagne steckt, gelingt ihr eine Heimkehr ...
Die chinesisch-amerikanische Autorin scheint mit ihrem Migrationshintergrund schwer zu hadern. Weder in ihrer alten Heimat China, das in einer Entamerikanisierungs-Kampagne steckt, gelingt ihr eine Heimkehr noch in ihrer neuen, wo sie in den USA taktlose Verunglimpfungen, Ausgeschlossenheit, Antipathien erfährt aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes. Während ihre Mutter in „Pekingente“ die Kraft hat, Kränkungen und jedwedes Leid zu negieren, leidet die Autorin sehr unter Mobbing und Einsamkeit in ihrer Schulzeit. Ihre acht Erzählungen in surrealen, skurrilen, albtraumhaften Szenarien zeigen offene Enden, wirken teilweise autobiographisch hinsichtlich der sehr belastenden Erwartungshaltung der Familie. Eigentlich passt der Buchtitel "Glückscollage" nicht, strahlen die Beiträge doch wenig Glückseligkeit und Freude aus. Selbst die Geschichte betitelt „G“, die unsichtbar machende Droge, endet schließlich befremdlich in dieser überspannten Freundschaft zu Bea. Überhaupt scheinen Beziehungen zur Mutter, zu anderen Frauen und Partnern mit vielen Problemen behaftet zu sein. Die Herkunft und ihr Verhältnis zu ihrem Herkunftsland werden oft thematisiert.
Insgesamt eine bizarre Sammlung von Geschichten.- zum Nachdenken!