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Veröffentlicht am 09.09.2025

Was Hildegard schon wußte

Hildegards Schatzkiste
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Das kleine Büchlein (10cm x 15cm) stellt viele Weisheiten der Hildegard von Bingen vor. Sie hat zu den unterschiedlichsten Themen Ratschläge, Weisheiten und Rezepte parat, teils sind diese auch heute noch ...

Das kleine Büchlein (10cm x 15cm) stellt viele Weisheiten der Hildegard von Bingen vor. Sie hat zu den unterschiedlichsten Themen Ratschläge, Weisheiten und Rezepte parat, teils sind diese auch heute noch gut und wirksam.

Ich hatte mir aufgrund des Covers von dem Büchlein mehr Kräuterwissen erwartet, die Autorin bietet hier jedoch einen Gesamtüberblick über die Schaffenskraft von Hildegard von Bingen und regt somit zum Weiterlesen zu dem Themen an, die einen besonders interessieren. Die Nonne war sehr vielseitig interessiert und gebildet, sie äußerte sich zu ziemlich jedem Lebensbereich, auch über Sexualität und Orgasmen wusste sie einiges. Das Kapitel "Rat für Pädagogen, Politiker, Manager und Eheleute" lies mich manches mal schmunzeln, doch für eine Frau dieser Zeit (geb. 1098) war vieles fortschrittlich. Die Ratschläge rund um das Essen sind teils noch aktuell, anderes ist der Zeit und ihren hygienischen Bedingungen geschuldet, sprich heute gilt anderes. Es finden sich auch einige Rezepte in dem Büchlein, einiges habe ich ausprobiert und es war gut. Gebete und Lieder runden das Angebot des Buches ab.

Fazit: Die Autorin gibt hier einen sorgfältigen Überblick, der schön zusammengestellt wurde.Das Buch ist sicherlich für Interessierte eine schöne Geschenkidee.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

toll

Wilderland – Der Wald
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Wilderland ist der Auftakt zu einer neuen Reihe von Gina Mayer. Vier elternlose Kinder leben gemeinsam in einer Wohngruppe. Sie entdecken jeweils besondere Fähigkeiten an sich, die sie in Verbindung zu ...

Wilderland ist der Auftakt zu einer neuen Reihe von Gina Mayer. Vier elternlose Kinder leben gemeinsam in einer Wohngruppe. Sie entdecken jeweils besondere Fähigkeiten an sich, die sie in Verbindung zu unterschiedlichen Tieren stellen. Eines Tages bemerken sie, das sie ausspioniert werden und begeben sich misstrauisch auf eine Flucht, die schnell Fahrt aufnimmt und für viel Spannung sorgt. Ihr Rückzugsort liegt weit abgelegen in einem Wald nahe der kanadischen Grenze. Hier erfahren sie mehr zu ihren Besonderheiten und auch etwas über ihre Vergangenheit und Identitäten.
Die Geschichte ist sehr packend und spannend erzählt. Der Spannungsbogen ist durchweg hoch, so dass man das Buch kaum zur Seite legen kann. Die notwendige Aufklärung zum Hintergrund löst die Autorin über einen Brief an eines der Kinder. Dies war für mich unlogisch, aber ein gutes Stilmittel, um das Tempo zu halten. Das Finden der eigenen Identitäten, aber auch das Zusammenwachsen als Gruppe wird sehr gut dargestellt. Es ist schön, wie die Kinder sich füreinander einsetzen, das Wohl der Anderen achten und sich dennoch Raum geben.
Der zweite Band erscheint schon im Oktober, da sind wir auf jeden Fall wieder mit dabei.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

leichte Romcom

Red Flags
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Red Flags von Sophie Jo ist als Liebesroman für Jugendliche gelistet und verspricht eine leichte softe Unterhaltung, eine Liebesgeschichte mit ein paar Höhen und Tiefen und vorhersehbarem Ende. Der Roman ...

Red Flags von Sophie Jo ist als Liebesroman für Jugendliche gelistet und verspricht eine leichte softe Unterhaltung, eine Liebesgeschichte mit ein paar Höhen und Tiefen und vorhersehbarem Ende. Der Roman hält was er verspricht.
Der Erzählstil ist den jungen Lesern angemessen, der Plot ist niedlich angelegt und wird abwechselnd aus Poppys und Sams Sicht erzählt.
Beide Figuren haben sehr ehrgeizige Ansprüche an einen Partner und so scheitern Beziehung immer schon, bevor sie überhaupt zustande kommen. Beide werden von Freunden herausgefordert, sie müssen es das nächste Mal etwas länger als ein Date aushalten, mindestens zwei Monate, ohne es selbst zu beenden. Klar, dass die Beiden aneinandergeraten und keiner klein beigeben will. So lernen sie sich kennen und trotz aller Gegensätze schätzen.
Die Autorin greift auch ernste Themen auf, wie schwierige Familienverhältnisse, Selbstfürsorge, Ausnutzen etc., jedoch schneidet sie diese nur oberflächlich an. Die Figuren sind ganz nett, bedienen Klischees und lassen es größtenteils an Tiefe vermissen. Dennoch habe ich das Buch ruckzuck als leichte Sommerlektüre gerne gelesen. Eine nette Unterhaltung für zwischendurch um mal abzutauchen. Für die Zielgruppe gut gelungen.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

nach der Katastrophe

Überreste
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"Durch die glaslosen Fensterrahmen konnte ich das ruhige Meer sehen. War es wirklich immer schon so blau gewesen?"

Der Super-Taifun Haiyan traf 2013 als einer der schlimmsten Stürme, die je vorkamen, ...

"Durch die glaslosen Fensterrahmen konnte ich das ruhige Meer sehen. War es wirklich immer schon so blau gewesen?"

Der Super-Taifun Haiyan traf 2013 als einer der schlimmsten Stürme, die je vorkamen, auf die Philippinen. Die Zerstörung ist immens und die Folgen verheerend. Die Journalistin Ann, die in dem betroffenen Gebiet aufgewachsenen ist, reist kurz nach der Katastrophe für drei Tage in das zerstörte Gebiet. Sie soll für ihre Organisation Informationen sammeln, verfolgt aber auch private Ziele. In der Zerstörung ist das Fortkommen schwierig und der Leichengeruch ein ständiger Begleiter.

Ann ist sehr in ein eigenes Trauma verstrickt, das sich hier durch die äußeren Einflüsse Bahn bricht. Sie erinnert sich an Erlebnisse aus der Kindheit, die nicht chronologisch sind, führt Gespräche mit ihrer Schwester, teils auch fiktive. Das alles vermischt sich mit den tatsächlichen Erlebnissen und Recherchen vor Ort. Anfangs ist es nicht ganz leicht alles auseinanderzuhalten und richtig einzusortieren, aber mit der Zeit gelingt dies besser. Es werden viel ortstypische Waray-Ausdrücke in den Text eingeflochten, deren Übersetzung, Erklärung und Hintergründe finden sich im Anhang. Durch Anns Erinnerungen erfährt man viel über die Geschichte des Landes.

Ann versucht den Aufgaben, die sie sich vorgenommen hat gerecht zu werden, doch das ist nicht einfach. Der Text transportiert die Schrecken, das Entsetzen und Leiden nach der Katastrophe sehr gut. Besonders durch eingewobene Originalinterviews wird die entsetzliche Realität dieser Zeit spürbar. Diese gefielen mir am Besten.

Teils ist dieses Buch harter Tobak, nichts was man zur Unterhaltung liest. Es kommen wichtige Fragen auf, die nicht ohne weiteres beantwortet werden können. Teils erschüttert, aber auch aufrüttelnd.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Selbstbestimmung bis zum Ende

Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben
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Die beiden Hauptfiguren, Helene und Marlene, werden während des Studiums beste Freundinnen, sie gelten als das doppelte Lenchen. Helena wird Allgemeinmedizinerin in einer Gemeinschaftspraxis und spezialisiert ...

Die beiden Hauptfiguren, Helene und Marlene, werden während des Studiums beste Freundinnen, sie gelten als das doppelte Lenchen. Helena wird Allgemeinmedizinerin in einer Gemeinschaftspraxis und spezialisiert sich auf Palliativmedizin. Marlene wird Wissenschaftsjournalisten. Nach dem Studium trennen sich die Lebenswege der Beiden, aber sie halten immer mehr oder weniger intensiven Kontakt, dies bildet sich im Buch häufig durch E-Mails ab, die ausgetauscht werden.Als Marlene nach Jahren in den USA zurück nach Deutschland zieht, intensiviert sich die Freundschaft wieder.
Marlenes Schwester Toni erkrankt sehr schwer und wählt den Weg der Sterbehilfe in der Schweiz. Für Marlene ist das schwer aushaltbar, und sie wählt für sich einen anderen Weg, als sie auch unheilbar erkrankt. Für Helena wird diese Freundschaft nun zu einer Zerreißprobe, denn sie ist Freundin, Hausärztin und Palliativmedizinerin, die Marlene begleitet. Da Marlene Charakter sehr manipulativ ist, sind die Schwierigkeiten hier vorprogrammiert. Die Ehepartner der beiden bringen ebenfalls Ihre Ansichten zu der Thematik mit ein, ebenso wie der Arbeitskreis der Palliativmedizin, über den rechtliche Grundlagen und Diskussionen mit eingesteuert werden.

Das Buch verbindet geschickt die emotionalen Geschichten der Figuren mit fundierter Sachkenntnis zum Thema, auch die Auswirkungen werden thematisiert. Die Figuren waren mir tatsächlich eher fern und eher unsympathisch, dennoch konnte ich gut mitfühlen und die schwierigen Situationen nachempfinden.
Die medizinischen Fakten werden am Ende des Buches in einem Glossar erklärt, in dem man jederzeit auch nachschlagen kann.


Ein berührendes Buch zu einem wichtigen Thema, dass gerne tot geschieden wird und daher besonders betroffen macht, wenn es plötzlich über einen herein bricht. Auf jeden Fall regt dieses Buch zum Nach- und Weiterdenken an. Lesenswert!

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