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Veröffentlicht am 26.08.2025

Magische Geschichten mit Schattenseiten

Der verschwundene Buchladen
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Als ich bei den kommenden Neuerscheinungen das neue Buch von Evie Woods entdeckte, landete es gleich auf meiner Wunschliste für den Herbst. Dabei fiel mir ein, dass es ja schon zwei Bücher der Autorin ...

Als ich bei den kommenden Neuerscheinungen das neue Buch von Evie Woods entdeckte, landete es gleich auf meiner Wunschliste für den Herbst. Dabei fiel mir ein, dass es ja schon zwei Bücher der Autorin gibt, die ich zwar immer mal im Hinterkopf, aber nie gekauft hatte. Glücklicherweise hatte meine Bücherei ein Exemplar von 𝐃𝐞𝐫 𝐯𝐞𝐫𝐬𝐜𝐡𝐰𝐮𝐧𝐝𝐞𝐧𝐞 𝐁𝐮𝐜𝐡𝐥𝐚𝐝𝐞𝐧.

Der Roman spielt 1921 mit Opaline und in der Gegenwart mit Martha und Henry.
Opaline ist ein Freigeist und möchte sich nicht von ihrem Bruder zwangsverheiraten lassen. Sie flüchtet nach Paris und beginnt in einer Buchhandlung zu arbeiten. Sie führt ein Leben voller Leidenschaft und Träume. Doch leider lässt sich die lästige Verwandtschaft nicht so leicht abschütteln…
In Dublin versucht sich Martha ein neues Leben aufzubauen, nachdem sie vor ihren gewalttätigen Ehemann geflüchtet ist. Sie findet eine Anstellung bei einer alten Dame. Eines Tages steht ein junger Mann, Henry, vor ihrem Fenster. Er sucht nach einem Buchladen, der sich erst vor kurzem noch direkt nebenan befunden haben soll. Aber das Grundstück ist seit langem unbebaut. Gemeinsam versuchen sie dem Geheimnis auf die Spur zu gehen und entdecken dabei ihre Gefühle füreinander.

Ich habe einen richtigen cozy Herbstroman erwartet. Das Cover sieht einfach danach aus und der Titel suggeriert einem auch eine ganz magische Geschichte. Aber der Roman ist ein Bild von Gegensätzlichkeiten, die meiner Meinung nach etwas zu hart waren. Hier geht es nämlich auch um Alkoholsucht, häusliche Gewalt und Zwangseinweisung.

Opaline’s Schicksal fand ich dabei besonders hart. Dabei fängt es so gut und hoffnungsvoll an. Ich mochte ihren Mut und das Setting der Bücherläden. Es wäre schön gewesen, wäre es noch eine Weile so weitergegangen. Das Mysterium um Emily Brontës verlorenen Roman fand ich richtig gut und ich hätte ihn so gern weitergelesen. Das wäre die perfekte Gothic Novel gewesen ( Brontës Roman).

Die Magie tritt aber vor allem in Martha’s und Henry’s Zeitebene auf und ist...ein bisschen anders.
Es entwickelt sich ganz langsam bis man an den Punkt kommt wo man weiß, dass hier irgendwas Übernatürliches vorgehen muss. Und da ist der Roman dann wieder richtig cozy.

Marthas’s und Henry’s Liebesgeschichte fand ich etwas übereilt, vor allem wenn man gerade aus einer schreckliches Beziehung geflüchtet ist. Es ist schon sehr klassisch-romantisch geschrieben, aber es nimmt nicht zu viel Raum ein und ist süß gemacht. Zu süß für mich aber.

Zum Schluss werden nicht alle Geheimnisse aufgedeckt und es gibt ein paar lose Enden. Damit war ich überhaupt nicht zufrieden. Manchmal passt es, wenn man einige Dinge ungeklärt stehen lässt, aber hier hätte ich einfach gern Antworten gehabt.

Ansonsten ein wirklich gelungener Roman, der es ein bisschen anders macht als seine Weggefährten.

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Sonne, Strand und Geister. Oder so...

Die Elementare
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Die Geschichte um drei identische viktorianische Villen spielt nämlich in der amerikanischen Südstaaten Hitze und die besagten Häuser stehen nicht inmitten eines verwilderten Garten, sondern mitten an ...

Die Geschichte um drei identische viktorianische Villen spielt nämlich in der amerikanischen Südstaaten Hitze und die besagten Häuser stehen nicht inmitten eines verwilderten Garten, sondern mitten an einem Strand.
Hierhin ziehen sich die Familien Savage und Mc Cray zurück, nachdem sie die Patriarchin zu Grabe getragen haben. Tage erfüllt von Faulenzen, Dösen und Sonnenbaden. Für die 13-jährige India ist aber zu langweilig. Es ist ihr erster Sommer auf der Familieninsel und ganz besonders das dritte Haus zieht ihre Aufmerksamkeit auf sich. Dieses wird zunehmend von einer Sanddüne verschlungen und ist seit Jahrzehnten unberührt. Doch keiner aus der Familie will wirklich über das Haus reden. Etwas stimmt nicht damit und India will der Sache auf den Grund gehen.

Am Anfang war ich noch total begeistert. Viktorianische Villen sind mit die Prototypen für Geisterhäuser. Egal ob alt oder neu, verflucht sehen die doch irgendwie alle aus. India tut genau das, was wir auch tun würden und sieht das, was wir uns alle erhoffen: Sie schaut durch eines der Fenster und entdeckt einen Raum, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.

Sie sieht zunächst zwar keine Erscheinung, aber etwas, dass einen Gänsehaut beschert. Auch die Erlebnisse einer längst vergangenen Pyjama-Party und eine alte Fotografie lassen auf einen Spuk hoffen, der einen endlich mal wieder das fürchten lehrt.

Aber „Die Elementare“ ist keine simple Geistergeschichte, leider. Die Elementare sind keine Gespenster, sie sind Geister. Oder? So richtig wissen das die Protagonisten auch nicht. Ich fand die Erklärungen dazu total abstrus und echt frustrierend. Warum muss man es unnötig kompliziert machen? Lasst die Geister doch einfach Geister sein!

Der Autor versucht das Rad neu zu erfinden, aber mir wäre die klassische Geistergeschichte lieber gewesen, da am Anfang auch auf eine Familientragödie hingedeutet wird, die einen guten Ausgangspunkt dafür geschaffen hätte.

Sowieso ist dieser Roman auch eine schräge Familiengeschichte bei der die Mitglieder seltsame Beziehungen untereinander pflegen und manchmal nahm das Drama um diese einen zu großen Teil ein.

Der Roman bietet einige schöne Horrormomente und konnte mich in Ansatz etwas gruseln, aber leider gefiel mir nicht, in welche Richtung sich die Geschichte dann entwickelt hat. Das Ganze wurde mir auch nicht ausreichend genug erklärt.

Insgesamt etwas enttäuschend, Erwartungen nicht erfüllt, aber trotzdem gut.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Roh und schonungslos und nichts für Jugendliche

Girl in Pieces
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Vom Cover her ist 𝗚𝗶𝗿𝗹 𝗶𝗻 𝗣𝗶𝗲𝗰𝗲𝘀 kein Buch, dem ich große Beachtung geschenkt hätte. Aber der Titel hat mich bewogen den Klappentext zu lesen und den fand ich dann doch ganz interessant.

Unsere Protagonistin ...

Vom Cover her ist 𝗚𝗶𝗿𝗹 𝗶𝗻 𝗣𝗶𝗲𝗰𝗲𝘀 kein Buch, dem ich große Beachtung geschenkt hätte. Aber der Titel hat mich bewogen den Klappentext zu lesen und den fand ich dann doch ganz interessant.

Unsere Protagonistin Charlotte sitzt in einer psychiatrischen Anstalt für Frauen, nachdem sie sich mit allerlei Schnitten in Lebensgefahr gebracht hat. Zusammen mit anderen obdachlosen Jugendlichen führte sie ein erbärmliches Dasein auf der Straße, welches schließlich im Haus von F*cking Frank und mit ihrem Zusammenbruch endete. Doch dies war nur der Höhepunkt von Charlottes Leidensweg.
Nach ihrer Entlassung versucht sie einen Neustart in Arizona. Hoffnungen wechseln sich mit Enttäuschungen ab. Gute Bekanntschaften mit schlechten.Wird es Charlotte schaffen, ihren Dämonen endgültig den Rücken zu kehren?

Ich finde es überhaupt nicht gut, dass dieses Buch in der Jugendabteilung steht. Es ist viel zu ernst, viel zu dunkel. Ich weiß, dass Teenagerleben manchmal so sind, aber mir persönlich hat es nie geholfen, als Jugendliche solche Dinge zu lesen. Sie haben mich viel mehr bestärkt in meiner Einsamkeit. In meiner Dunkelheit. Und in all den Dingen die man sich antut. Deswegen eine große Triggerwarnung von mir, die hat das Buch nämlich auch nicht.

Trotz des sehr düsteren Themas, hat mich das Buch gut unterhalten. Gern gelesen klingt falsch, aber ich fand es sehr mitreißend. Man möchte wissen, wie es mit Charlotte ausgeht und ob sie es schaffen wird. Man möchte wissen, was mit ihrer besten Freundin passiert ist und wie es ihren Mitpatientinnen in der Klinik ergeht.

Der Roman behandelt auch eine sehr ungesunde Beziehung und ist an vielen Stellen recht unangenehm zu lesen. Sei es das SvV oder die nicht selten beschriebene mangelnde Körperhygiene. Auch die Abhängigkeit von verschiedenen Substanzen spielt keine unwesentliche Rolle.

Das ist alles harter Tobak, es ist wirklich kein leichtes Buch. Es ist trotzdem lesenswert und...hoffnungsvoll. Wenn auch nicht für jeden in diesem Buch.

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Veröffentlicht am 31.05.2025

Kreuzfahrt in den Tod

Escaping from Houdini
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Es ist schon ein bisschen her, seit ich den letzten Teil der Audrey Rose Reihe gelesen habe. In Band Nr. 1 ging es um Jack the Ripper, im 2. um Dracula. Nun ist der berühmt berüchtigte Magier Houdini dran. ...

Es ist schon ein bisschen her, seit ich den letzten Teil der Audrey Rose Reihe gelesen habe. In Band Nr. 1 ging es um Jack the Ripper, im 2. um Dracula. Nun ist der berühmt berüchtigte Magier Houdini dran. Und eine Kreuzfahrt gibt‘s noch obendrauf.

Gerade erst die aufregende Zeit auf der rumänischen Akademie hinter sich, jagen Audrey und Thomas auch schon das nächste Abenteuer. Am Bord des Luxusliners Etruria warten nicht nur Glamour und eine beeindruckende Show, sondern auch noch ein waschechter Mord. Gefangen auf dem Atlantik, bleibt den beiden Detekiv-Lehrlingen nicht anderes übrig, als die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen. Hat vielleicht sogar der Entfesselungskünstler Harry Houdini etwas damit zu tun?

Als erstes musste ich noch einmal das letzte Buch zu Rate ziehen, denn außer Dracula und Akademie, hatte ich mir fast nichts gemerkt. Dieser Roman beginnt nämlich Neujahr 1889 und die Ripper Morde endeten im Herbst 1888, dazwischen noch die Akademie...Mensch, das geht ja Schlag auf Schlag hier!

Die Motivation für den Roman war zwar nicht groß, aber was mich sofort packen konnte waren die umwerfenden Beschreibungen des Schiffs und des Ambientes, ganz passend zum verlockenden Cover.

Audrey und Thomas sind in diesem Teil als Paar vollends etabliert, aber angemessen zur viktorianischen Zeit, bleibt es zwischen den beiden verhältnismäßig züchtig. Mit dem Zeremonienmeister Mephisto entwickelt sich eine Dreiecksgeschichte, die anfangs noch aufregend, später aber vor allem nervig ist.

Sowieso finde ich, dass der Roman ein Stück zu lang geraten ist.
Die Morde sind zwar brutal und spektakulär zugleich, aber Spannung will nicht so richtig aufkommen. Ich habe es zwischendurch immer wieder gern gelesen, aber genauso oft hatte ich auch keine Lust weiterzulesen.

Dennoch will ich den Roman nicht zu schlecht bewerten, denn das ganze Konzept der Romanreihe ist einfach sooo gut. Punkte gibt es wie gesagt auch für das Setting und durchaus witzige Dialoge, obwohl es mir besser gefallen hätte, das Buch hätte einen ernsteren Ton gehabt. Aber die Zielgruppe ist nun mal YA, insofern passt es.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Die Geschichte von Haymitch

Die Tribute von Panem L. Der Tag bricht an
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Es ist zwar nicht immer eine gute Idee die Kuh endlos zu melken, aber das Panem Universum bietet so viel Stoff, da kann es ruhig noch ein paar mehr Ableger geben. Ob Finnik, Joanna oder Haymitch – Es gibt ...

Es ist zwar nicht immer eine gute Idee die Kuh endlos zu melken, aber das Panem Universum bietet so viel Stoff, da kann es ruhig noch ein paar mehr Ableger geben. Ob Finnik, Joanna oder Haymitch – Es gibt so einige Charaktere, deren Geschichten man näher kennen lernen will. Nach Oberschurke Snow ist nun unser liebster Alkoholiker mit seinem eigenen Roman dran.

Es sind die 50. Hungerspiele und damit das 2. Jubel-Jubeläum bei dem dieses mal die doppelte Anzahl an Tributen antreten muss. Auch für Haymitch Abernathy ein schicksalhaftes Datum, ist es doch auch sein Geburtstag, den er viel lieber mit seiner Freundin Lenore Dove verbringen würde.
Zunächst geht der Kelch an beiden vorüber, doch durch einen unglücklichen Umstand, muss Haymitch letztlich als Tribut herhalten. Mit wenig Chancen auf den Sieg, stellt er sich schon auf den baldigen Tod ein. Aber dann ergibt sich die Möglichkeit etwas zu verändern und Haymitch lässt sich auf ein riskantes Spiel innerhalb der Hungerspiele ein.

Ah, einmal geliebt werden wie Haymitch Lenore liebt. Dabei mag ich gar keine Liebesgeschichten. Aber vielleicht liegt‘s auch daran, dass dies hier eine unglückliche Liebesgeschichte ist.
Ich habe gelesen, dass viele diese Romanze nicht überzeugt hat, doch ich fand sie süß und unschuldig.

Der junge Haymitch ist ein sympathischer und interessanter Charakter, aber bei weitem nicht so faszinierend wie Snow. Da ist seine Tribut-Partnerin Maysilee wesentlich beeindruckender und der heimliche Star des Romans.
Was mich auch gestört hat: Er wird mehrfach gewarnt, dass sein aufmüpfiges Verhalten Konsequenzen hat. Dennoch lässt er sich immer wieder zu solchen Aktionen hinreißen. Dass dies Folgen für seine Lieben haben könnte, registriert er erst, als es bereits zu spät ist.
Natürlich brauchen wir diesen rebellischen Helden für die Geschichte. Aber dann hätte ich es besser gefunden, es hätte keine Warnungen für ihn gegeben, denn so wirkte er wie ein gedankenloser Dummkopf und das ist schade.
Leider konnte ich ihn auch am Ende nicht mit dem späteren Haymitch in Verbindung bringen. Viele von uns haben die ikonische Darstellung von Woody Harrelson mit seinem zynischen Humor im Kopf, aber das kommt hier einfach nicht rüber.

Was auch viele nicht mochten, sind die ganzen bekannten Namen. Aber ich liebe sowas! Es gibt ein „Wiedersehen“ mit bedeutenden Figuren, wir lernen die Eltern bestimmter Charaktere aus der Trilogie kennen und auch die Covey um Lucy Gray spielen keine unwesentliche Rolle. Auch wenn ich zugeben muss, dass es an einigen Stellen mit der Logik hapert und man arg merkt, dass hier im Nachhinein etwas dazugeschustert wurde.

Was ich mochte, war das Design der Arena. Wunderschön wie aus einem Märchen, aber mit einem bösen Twist. Die Fallen und Mutationen fand ich richtig kreativ und interessant, aber auch sehr grausam. Es werden Kinder auf brutalste und qualvolle Weise ermordet. Da stockt einem schon manchmal der Atem. Aber das sind die Hungerspiele.

Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich die Länge des Buches. Ich habe es gleich gemerkt, als ich das Buch das erste mal in die Hand nahm. 200 Seiten dünner als der Vorgänger und das bei solchen umfangreichen Hungerspielen? Der Roman kommt auch nur langsam in Fahrt, die Hungerspiele haben vielleicht gerade noch so eine angemessene Länge, aber vor allem das Ende wird viel zu schnell abgehandelt. Die vielen Liedtexte und Gedichtzeilen machen es nicht besser, ich war irgendwann nur noch genervt davon. Im Film kommt das bestimmt wieder toll rüber, aber im Buch brauche ich das nicht so ausgedehnt.

Das Ende ist niederschmetternd, wie erwartet. Man bleibt mit einem sehr unbefriedigten Gefühl zurück, man fühlt sich scheußlich. Und man fragt sich, auch wenn es unterhaltsam war, ob man wirklich ein Buch braucht, dessen traumatischen Ausgang man bereits kennt.
Für mich ein etwas schwächerer Ableger, aber dennoch die Reise wert.

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