Magische Geschichten mit Schattenseiten
Der verschwundene BuchladenAls ich bei den kommenden Neuerscheinungen das neue Buch von Evie Woods entdeckte, landete es gleich auf meiner Wunschliste für den Herbst. Dabei fiel mir ein, dass es ja schon zwei Bücher der Autorin ...
Als ich bei den kommenden Neuerscheinungen das neue Buch von Evie Woods entdeckte, landete es gleich auf meiner Wunschliste für den Herbst. Dabei fiel mir ein, dass es ja schon zwei Bücher der Autorin gibt, die ich zwar immer mal im Hinterkopf, aber nie gekauft hatte. Glücklicherweise hatte meine Bücherei ein Exemplar von 𝐃𝐞𝐫 𝐯𝐞𝐫𝐬𝐜𝐡𝐰𝐮𝐧𝐝𝐞𝐧𝐞 𝐁𝐮𝐜𝐡𝐥𝐚𝐝𝐞𝐧.
Der Roman spielt 1921 mit Opaline und in der Gegenwart mit Martha und Henry.
Opaline ist ein Freigeist und möchte sich nicht von ihrem Bruder zwangsverheiraten lassen. Sie flüchtet nach Paris und beginnt in einer Buchhandlung zu arbeiten. Sie führt ein Leben voller Leidenschaft und Träume. Doch leider lässt sich die lästige Verwandtschaft nicht so leicht abschütteln…
In Dublin versucht sich Martha ein neues Leben aufzubauen, nachdem sie vor ihren gewalttätigen Ehemann geflüchtet ist. Sie findet eine Anstellung bei einer alten Dame. Eines Tages steht ein junger Mann, Henry, vor ihrem Fenster. Er sucht nach einem Buchladen, der sich erst vor kurzem noch direkt nebenan befunden haben soll. Aber das Grundstück ist seit langem unbebaut. Gemeinsam versuchen sie dem Geheimnis auf die Spur zu gehen und entdecken dabei ihre Gefühle füreinander.
Ich habe einen richtigen cozy Herbstroman erwartet. Das Cover sieht einfach danach aus und der Titel suggeriert einem auch eine ganz magische Geschichte. Aber der Roman ist ein Bild von Gegensätzlichkeiten, die meiner Meinung nach etwas zu hart waren. Hier geht es nämlich auch um Alkoholsucht, häusliche Gewalt und Zwangseinweisung.
Opaline’s Schicksal fand ich dabei besonders hart. Dabei fängt es so gut und hoffnungsvoll an. Ich mochte ihren Mut und das Setting der Bücherläden. Es wäre schön gewesen, wäre es noch eine Weile so weitergegangen. Das Mysterium um Emily Brontës verlorenen Roman fand ich richtig gut und ich hätte ihn so gern weitergelesen. Das wäre die perfekte Gothic Novel gewesen ( Brontës Roman).
Die Magie tritt aber vor allem in Martha’s und Henry’s Zeitebene auf und ist...ein bisschen anders.
Es entwickelt sich ganz langsam bis man an den Punkt kommt wo man weiß, dass hier irgendwas Übernatürliches vorgehen muss. Und da ist der Roman dann wieder richtig cozy.
Marthas’s und Henry’s Liebesgeschichte fand ich etwas übereilt, vor allem wenn man gerade aus einer schreckliches Beziehung geflüchtet ist. Es ist schon sehr klassisch-romantisch geschrieben, aber es nimmt nicht zu viel Raum ein und ist süß gemacht. Zu süß für mich aber.
Zum Schluss werden nicht alle Geheimnisse aufgedeckt und es gibt ein paar lose Enden. Damit war ich überhaupt nicht zufrieden. Manchmal passt es, wenn man einige Dinge ungeklärt stehen lässt, aber hier hätte ich einfach gern Antworten gehabt.
Ansonsten ein wirklich gelungener Roman, der es ein bisschen anders macht als seine Weggefährten.