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Veröffentlicht am 16.09.2025

Eine Geschichte, die alle Sinne berührt

Über die Toten nur Gutes
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Wenn ich einem farbigen Cover ansehen kann, dass das Buch einen witzigen Krimi beinhaltet, dann lasse ich lieber die Finger davon. Anders bei einem Roman von Andreas Izquierdo. Da weiß ich, dass ...

Wenn ich einem farbigen Cover ansehen kann, dass das Buch einen witzigen Krimi beinhaltet, dann lasse ich lieber die Finger davon. Anders bei einem Roman von Andreas Izquierdo. Da weiß ich, dass er es versteht, Spannung und Humor so in Einklang zu bringen, dass es auf keinen Fall kitschig oder albern wird. „Über die Toten nur Gutes“ hat Witz und trotzdem eine tiefgründige und spannende Handlung.
Mads lebt mit fast 30 Jahren immer noch mit seinem Vater Fridtjof und einer kleinen Malteserhündin zusammen. Dass der Beruf des Trauerredners für ihn der richtige ist, davon kann ich mich schnell überzeugen. Bei einer etwas ungewöhnlichen Trauerfeier ist allerdings auch bald klar, dass Fridtjof etwas speziell ist.
So überwiegend witzig, wie das Buch beginnt, so spannend wird es, nachdem Mads vom Tod seines früheren Freundes Patrick erfährt, für den er eine Trauerrede halten soll. Er fragt sich, warum sein Freund so früh gestorben ist, beginnt mit seinen eigenen Ermittlungen und stößt dabei auf Menschen, die alles andere als vertrauensvoll erscheinen.
Mit Hauptkommissarin Mills bringt eine Polizeibeamtin, die in dem Fall ermittelt, frischen Wind, aber auch zusätzliche Verwirrung in Mads‘ Spurensuche.
Mich hat die Geschichte großartig unterhalten, sämtliche Fragen über Beweggründe und Entscheidungen der Menschen um Patrick herum beantwortet und damit alle meine Sinne angesprochen.
Gerne gebe ich meine volle Leseempfehlung allen, die die Art ernsthafter Krimis lieben, die gut abgestimmt und mit Herz, einer guten Prise Humor und Spannung gefüllt sind.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.09.2025

Familiengeheimnisse vor zauberhafter Kulisse

Apfelzeit am Deich
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Das Cover mit dem alten Apfelhof strahlt Wärme aus. Den Duft der Äpfel in den Körben und Kästen kann ich förmlich riechen. Die Apfelbäume sind wunderschön und das Alte Land lädt ein zum Glücklichsein. ...

Das Cover mit dem alten Apfelhof strahlt Wärme aus. Den Duft der Äpfel in den Körben und Kästen kann ich förmlich riechen. Die Apfelbäume sind wunderschön und das Alte Land lädt ein zum Glücklichsein. Doch auch im Alten Land ist nicht alles so harmonisch, wie es auf dem Bild scheint.
Falsche Einschätzungen, gegenseitige Anschuldigungen, aufklärende Gespräche, die nicht stattgefunden haben und Konflikte, die nie gelöst worden sind: All das sind die Gründe für eine zerbrochene Familie aus drei Generationen.
Grete lebt inzwischen ganz allein auf dem Apfelhof. Sie ist alt geworden und bräuchte Hilfe, die sie von ihren Angehörigen allerdings nicht bekommt. Ihre Enkelin Merle ist die Einzige, Kontakt zu ihr hält.
Merle lebt zusammen mit Falk, aber ich spüre ihre großen Beziehungsängste. Wahrscheinlich hat sie die Trennung ihrer Eltern – sie selbst war damals erst zwölf Jahre alt – nicht verarbeiten können.
Grete merkt, dass sie die Einzige ist, die versuchen kann, die Scherben der Vergangenheit zu beseitigen. Es gibt so viele Geheimnisse und Missverständnisse, nicht nur zwischen ihr und ihrem Sohn, sondern auch Funkstille zwischen Merle und ihrem Vater, der nach der Trennung eine neue Familie gegründet hat.
Frieda Lamberti hat vor dem Hintergrund einer zauberhaften Landschaft, die so eindrucksvoll beschrieben ist, dass ich mich sofort auf den Weg dorthin machen möchte, eine traurige und dramatisch Familiengeschichte erzählt, für die ich gern eine Leseempfehlung gebe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2025

Hier wird Lesen zum Geschenk

Das Lied des Vogelhändlers
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Wäre das Fach „Geschichte“ in meiner Schulzeit nur annähernd so spannend gewesen wie dieses Buch und damit die Reise vor mehr als 800 Jahren in die Zeit des dritten Kreuzzuges, dann hätte es mit Sicherheit ...

Wäre das Fach „Geschichte“ in meiner Schulzeit nur annähernd so spannend gewesen wie dieses Buch und damit die Reise vor mehr als 800 Jahren in die Zeit des dritten Kreuzzuges, dann hätte es mit Sicherheit zu meinen Lieblingsfächern gezählt. Überhaupt ist es immer wieder abenteuerlich und fesselnd, mit einem Buch von Ralf H. Dorweiler in die Vergangenheit zu reisen.
Das Personenverzeichnis am Anfang hilft mir beim Einordnen der Schauplätze und beim Unterscheiden zwischen historischen Persönlichkeiten und fiktiven Figuren.
Interessant und liebenswert ist die Erklärung, wie es zu der Idee eines Buches aus der Zeit der Vogelfänger und Vogelhändler gekommen ist. Das und auch den Faden, der sich durch die Geschichte zieht, beschreibt Dorweiler eindrucksvoll im Nachwort.
Neben der eigentlichen Geschichte, die mir ein Lesewochenende voller Spannung geschenkt hat mit Emotionen, die zwischen Wut, Trauer, Angst, Freude, Verachtung und jeder Menge Überraschungen wechselten, hat mich noch etwas begeistert:
Jeweils ein Vogel ist nicht nur Namensgeber eines jeden Kapitels, sondern der hat in vielen Fällen hier auch einen speziellen Auftritt. Damit wird eine schöne Verbindung zum Buchtitel hergestellt. Außerdem findet man Daten zu Zeit und Ort und dann ist jedem Kapitel noch ein besonderes Zitat zugeordnet.
An all diesen Dingen und an seinen gründlichen Recherchen erkenne ich die Freude des Autors an seiner Arbeit und an seinen Figuren. So gefällt es nicht nur Dorweiler selbst, dass es hier zum Beispiel mit dem Vogelhändler Wigbert eine Verbindung gibt zu Seyfried, einem Protagonisten aus einem seiner früheren Romane.
Ich wünsche mir, dass noch viele Leserinnen und Leser Ralf H. Dorweiler und seine Bücher für sich entdecken. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Historisch
Veröffentlicht am 05.09.2025

Der Welterfinder

In meiner Welt
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„In meiner Welt“ ist eine warmherzige Geschichte von Sabine Bohlmann. Zum Leben gehören auch Verluste. Das erzählt sie mit großer Empathie und regt damit zum Nachdenken an.

Mein Wunsch, das Buch zu lesen, ...

„In meiner Welt“ ist eine warmherzige Geschichte von Sabine Bohlmann. Zum Leben gehören auch Verluste. Das erzählt sie mit großer Empathie und regt damit zum Nachdenken an.

Mein Wunsch, das Buch zu lesen, war da, als ich das Cover gesehen habe: ein Großvater und sein Enkel, Hand in Hand, ein gemeinsamer Schatten. Mich berührt dieses Bild, es zeigt das innige Verhältnis der beiden.

Genauso berührend wie das Cover ist die Geschichte in diesem Bilderbuch. Der kleine Bruno hat ganz viele Fragen. Gern wäre er Welterfinder, dann wäre in seiner Welt alles anders. Mit seinem Opa bespricht er die Fragen und gemeinsam überlegen sie, ob die Welt wirklich besser wäre, wenn zum Beispiel niemand mehr sterben müsste. Der Großvater nimmt die Ideen seines Enkels ernst und die Gespräche finden auf Augenhöhe statt.

Simona Ceccarelli überträgt die kurzen Texte von Sabine Bohlmann passgenau in ihre Illustrationen. Durch das Zusammenwirken von Wort und Bild ist ein ganz wunderbares Buch entstanden, für das ich von Herzen gerne eine Leseempfehlung gebe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2025

Kein leichtes Unterfangen

Versprich mir, dass du tanzt
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„Ein Jahr ist vergangen, seit Lily sich von ihrem geliebten Adam verabschieden musste.“ Als ich diesen Satz in der Buchbeschreibung gelesen hatte, habe ich nicht damit gerechnet, Adam noch persönlich ...

„Ein Jahr ist vergangen, seit Lily sich von ihrem geliebten Adam verabschieden musste.“ Als ich diesen Satz in der Buchbeschreibung gelesen hatte, habe ich nicht damit gerechnet, Adam noch persönlich kennenzulernen. Doch der Prolog führt direkt in das Hospiz, in dem Adam die letzte Zeit seines Lebens verbringt.
Ich kenne die Autorin Dani Atkins aus anderen Büchern und freue mich, dass sie auch hier wieder mit ihrem emotionsgeladenen Schreibstil überzeugt. Sie schreibt sehr realistisch und ich kann bestätigen, dass ein Hospiz eine würdevolle Art zum Sterben bietet. Es ist wirklich genauso schön, wie Atkins es beschreibt. Ich genieße diese letzten Tage, die Lily mit Adam verbringt.
Dreh- und Angelpunkt der Geschichte wird ein letztes Versprechen sein, das Lily Adam gegeben hat: Sie soll Josh suchen, um sich mit ihm auszusprechen, um dann Adam und ihm zu vergeben.
Dani Atkins versteht es, viele Fragen entstehen und dadurch das Kopfkino arbeiten zu lassen. Josh, der in der Kindheit in einer Pflegefamilie in Lilys Nachbarschaft aufgewachsen ist, macht das Kennenlernen mit Lily nicht leicht. Aber Lily bleibt positiv und optimistisch und bald verbindet die beiden eine besondere Freundschaft. Es ist kaum zu glauben, dass sie sich nach einem Streit am Abend vor Lilys Hochzeit mit Adam nie wieder begegnen wollten.
Liebe, Herzschmerz, Streit, Missverständnisse, Verständnisschwierigkeiten und immer wieder Fragen über Fragen, das sind Dinge, die diese Geschichte tiefgründig machen und nicht nur eine einfache Liebesgeschichte erzählen.
Mich hat das Buch gefesselt, weil ich die Hauptprotagonisten Adam, Lily und auch Josh in ihrem Verhalten und ihrem Tun verstehen konnte und zu mögen gelernt habe. Gern empfehle ich das Buch für Lesestunden mit Emotionen.

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