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Veröffentlicht am 01.09.2025

humorvoll

Schule mit Juli
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Das Buch „Schule mit Juli“ von Petra Eimer begeistert mit liebevollen Illustrationen und einer herzerwärmenden Geschichte, in der Kinder spielerisch zu Tierliebe und Selbstwirksamkeit angeregt werden. ...

Das Buch „Schule mit Juli“ von Petra Eimer begeistert mit liebevollen Illustrationen und einer herzerwärmenden Geschichte, in der Kinder spielerisch zu Tierliebe und Selbstwirksamkeit angeregt werden.
Die Handlung dreht sich um Projekttage zum Thema Tiere: Die Kinder dürfen sogar ihre Haustiere mitbringen – ein kreatives Setting, das die Identifikation mit tierischen Freunden fördert und die Bedeutung von Verantwortungsbewusstsein und Zuneigung zu Tieren unterstreicht.
Die Kinder entwickeln gemeinsam einen Plan, um die Versetzung von Max zu retten und erleben dabei, wie wichtig es ist, eigene Ideen einzubringen und Lösungen zu finden, auch wenn die Regeln sich ändern oder Hindernisse auftauchen. Das Buch ermutigt Kinder dazu, sich aktiv einzubringen, für ihre Freundschaft zu kämpfen und Verantwortung zu übernehmen – Kernkompetenzen für Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen.
Auch wenn das Buch offiziell für Kinder ab 8 Jahren empfohlen wird, sollte beachtet werden, dass die Textmenge und der Wortschatz für manche 8-Jährige noch herausfordernd sein können. Die vielen liebevollen Illustrationen erleichtern das Verständnis, machen das Buch ideal zum Vorlesen und gemeinsamen Entdecken, aber nicht jedes Kind kann den Text schon flüssig selbst bewältigen. Für selbstständige Leser*innen eignet sich das Buch eher für ältere Grundschulkinder oder geübte Lesende.
Fazit: „Schule mit Juli“ lädt Kinder dazu ein, Tiere wertzuschätzen und kreative Lösungen für echte Herausforderungen zu entwickeln. Die Geschichte verbindet Alltag, Fantasie und Freundschaft und bietet – dank Illustrationen und Humor – einen hohen Vorlesespaß, regt aber auch zum Nachdenken über die eigene Wirkung und die Beziehungen zu Tieren an. Für viele 8-Jährige jedoch besser geeignet als Vorlesebuch – und ein wundervoller Anlass für gemeinsame (Lese-)Zeit in der Familie.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Am Ende zählt der Mensch

Das Lied der Rose
1

Julia Kröhn entwirft in „Das Lied der Rose“ ein eindringliches Bild des Mittelalters, das nicht nur in seiner historischen Detailfülle überzeugt, sondern auch mit einer Vielzahl an Perspektiven aufwartet. ...

Julia Kröhn entwirft in „Das Lied der Rose“ ein eindringliches Bild des Mittelalters, das nicht nur in seiner historischen Detailfülle überzeugt, sondern auch mit einer Vielzahl an Perspektiven aufwartet. Sie kann beeindruckend authentisch die Schilderungen von Alltagsleben, höfischer Kultur und den Wirren von Kreuzzügen und Machtkämpfen deutlich machen. Die dichte Atmosphäre, die aus sorgfältiger Recherche und empathischer Figurenzeichnung entsteht, macht es leicht, in diese Welt einzutauchen und sich von der Musik, den Gerüchen, dem Elend und der Hoffnung jener Zeit mitreißen zu lassen. Besonders der Fokus auf die Rolle der Musik als verbindende Kraft zwischen den Kulturen innovativ und berührend. Die Hauptfiguren – der junge Novize Marian, die maurische Sängerin Sahar und eine vielschichtige Nebenfigurenpalette – spiegeln individuelle wie gesellschaftliche Konflikte wider und lassen den Roman vielstimmig erklingen.
Gerade diese Vielstimmigkeit ist Bereicherung und Herausforderung zugleich. Die ambitionierte Anlage des Romans will nicht nur eine Liebesgeschichte erzählen, sondern gleichermaßen religiöse, politische und kulturelle Fragen, das Ringen um Toleranz, Identität und Emanzipation im Spiegel der Epoche sichtbar machen. Kröhn gelingt es zwar, große Themen wie Fanatismus, religiöse Intoleranz und Humanismus in packende Einzelhandlungen einzubetten, doch geraten dabei viele Handlungsstränge in Konkurrenz zueinander. So entsteht ein faszinierendes, aber stellenweise zu überbordendes Panorama, in dem einige Themen und Figuren kaum die Tiefe bekommen, die sie verdient hätten. Die Fülle an Schauplätzen, Protagonisten und Konflikten kann den Lesefluss bremsen und droht, den Kern der Geschichte zu verwässern.
Nichtsdestotrotz verbindet der Roman viele wichtige Perspektiven und setzt engagiert ein Plädoyer für Musik, Liebe und Menschlichkeit in dunklen Zeiten. Wer Lust auf einen weit gespannten, atmosphärischen Mittelalterroman mit einer Prise Humanismus hat, wird hier fündig, muss aber eine gewisse Geduld für die Verschachtelung der Erzählstränge mitbringen.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

viel Sexuelles

Before I Let Go
1

Before I Let Go von Kennedy Ryan ist ein bewegender Roman, der die Geschichte von Yasmen und Josiah Wade erzählt, einem schwarzen Paar aus Atlanta, das durch eine schwere Krise geht: Nach dem Verlust ihres ...

Before I Let Go von Kennedy Ryan ist ein bewegender Roman, der die Geschichte von Yasmen und Josiah Wade erzählt, einem schwarzen Paar aus Atlanta, das durch eine schwere Krise geht: Nach dem Verlust ihres ungeborenen Sohnes Henry und dem Tod von Josiahs Tante Byrd zerbricht ihre Ehe. Doch obwohl sie sich scheiden lassen, bleiben sie als Co-Eltern ihrer Kinder und Geschäftspartner ihres Restaurants Grits verbunden. Die Handlung begleitet sie auf ihrem schmerzhaften Weg der Trauerbewältigung und zeigt, wie sie mit Depressionen, Schuldgefühlen und der Frage nach einer möglichen zweiten Chance kämpfen. Besonders positiv hervorzuheben ist die selbstverständliche und authentische Darstellung von People of Color als Protagonisten. Ihre Erfahrungen – sei es in der Familie, im Beruf oder im Umgang mit Trauer – werden ohne Exotisierung oder Klischees erzählt, was dem Roman eine besondere Tiefe verleiht. Ebenso wertvoll ist die konstruktive Auseinandersetzung mit psychischen Belastungen: Die Themen Depression, Therapie und langsame Heilung werden einfühlsam behandelt, ohne oberflächliche Lösungen anzubieten. Kritisch zu sehen ist jedoch, dass sich die Handlung fast ausschließlich auf die inneren Konflikte konzentriert. Man weiß eigentlich schon zu Beginn der Geschichte, dass beide wieder zueinanderkommen, liest dann aber Kapitel für Kapitel nur von neuerlichem Zögern beide, während sie sich körperlich weiterhin höchst attraktiv finden. Estrem störend ist die unnötig derbe Sprache in den erotischen Szenen. Zwar ist die leidenschaftliche Anziehung zwischen Yasmen und Josiah ein zentrales Element, doch die expliziten Formulierungen passen nicht zum ansonsten sensiblen Ton des Buches und wirken teilweise deplatziert.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Ein bisschen Amore an der See

Sommernachtsküsse auf Fehmarn
2


Ben und Merle finden sich, verlieben sich, verlieren sich und kriegen sich am Ende doch – das ist (wie so meist) die Kurzform auch dieses Buches. Irgendwie weiß man schon früh, wie es ausgehen wird und ...


Ben und Merle finden sich, verlieben sich, verlieren sich und kriegen sich am Ende doch – das ist (wie so meist) die Kurzform auch dieses Buches. Irgendwie weiß man schon früh, wie es ausgehen wird und soll. Die angekündigten dramatischen Wendungen erscheinen dann im Buch längst nicht so aufregend und dramatisch, bzw. man weiß nicht recht, warum die Protagonisten um solche kleinen Mücken solch große emotionalen Elefanten machen.
Aber was soll´s. Die Autorin erzählt lebhaft, man bekommt einen Einblick in das Wechselhafte Wetter an der See und lernt nette Menschen kennen, die zueinander halten und füreinander einstehen.

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Veröffentlicht am 16.12.2024

Kunstvolle Themenvielfalt

Himmelsstürmerinnen - Wir leben unsere Träume
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Kunstvolle Themenvielfalt
Eines gleich vorweg: Man kann – wie ich – den 2. Band auch ohne Kenntnis des ersten lesen. Wir haben ein gunstvoll komponiertes Opus Magnum vor uns, das anhand von einem knappen ...

Kunstvolle Themenvielfalt
Eines gleich vorweg: Man kann – wie ich – den 2. Band auch ohne Kenntnis des ersten lesen. Wir haben ein gunstvoll komponiertes Opus Magnum vor uns, das anhand von einem knappen Dutzend an Personen ums ganz verschiedene Szenen des ersten Viertels des 20. Jahrhunderts vorstellt. Die Erzählweise ist sehr lebendig und präzise. Man gewinnt die Figuren liebt und lebt mit ihnen einige Jahrzehnte in einer Zeit voller Umbrüche. Von der Szenerie her bewegen wir uns zwischen Südafrika, Nordamerika, Schottland und Frankreich – das allein schon eine Herausforderung. Auch die verschiedenen Familien haben sehr unterschiedliche Hintergründe und Interessen. Das eigentlich verbindende Thema der Astronomie geht da manchmal unter. Zumal sich die Autorin auch noch der Herausforderung gestellt hat, gleich eine ganze Reihe an zeitgeschichlichen intensiven Spezialthemen mit zu verarbeiten: z.B. die Orphan Trains in Nordamerika, die Pestepidemie in Johannesburg sowie den ersten Weltkrieg, die Existenz des Scottish Women's Hospital in Royaumont (Frankreich), die Emanzipationsbewegungen, Prohibition, Rassentrennung usw. Da es sich dabei um sehr gewichtige Themen handelt, steht die berechtigte Kritik im Raum, dass diese jeweils nur oberflächlich abgehandelt und sehr schnell glücklich gelöst werden. Wie immer: Auch hier wäre weniger mehr gewesen.

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