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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.11.2025

Einstieg für junge Leser und das Grusel-Thriller-Genre

Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad
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Die 12-jährige Heidi lebt mit ihrem Vater und dessen hochschwangeren Freundin auf Hovenäset. Das Geld ist knapp, und daher wurden die Umbauarbeiten an Heidis Zimmer plötzlich gestoppt. Zusätzlich hat der ...

Die 12-jährige Heidi lebt mit ihrem Vater und dessen hochschwangeren Freundin auf Hovenäset. Das Geld ist knapp, und daher wurden die Umbauarbeiten an Heidis Zimmer plötzlich gestoppt. Zusätzlich hat der Schreiner unter ihrem Boden ein paar seltsame Gegenstände entdeckt.
Wie durch ein Zeichen taucht der geheimnisvolle Bill auf und bittet um das Gästezimmer der Familie. Er zahlt gut und zu aller Überraschung bringt er ein ganzes Riesenrad als Attraktion mit.
Eigentlich deutet alles auf einen großartigen Sommer für Heidi und ihre besten Freunde Alva und Harry hin. Wären da nicht die Warnungen von Heidis Großmutter: Ein Riesenrad in Hovenäset sei gefährlich. Vor allem für die Kleinsten – für Babys.
Und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit …

Das Buch liest sich schnell und spannend. Die Sprache ist für jüngere Leser eher einfach gehalten, nimmt der Atmosphäre und Stimmung aber überhaupt nichts. Ich habe mich selbst als Erwachsene komplett mitreißen lassen und das Buch in 2 Tagen verschlungen.

Für junge Einsteiger*innen in das Genre Grusel und Thriller ist die Geschichte perfekt. Man merkt jedoch auch Kristina Ohlssons Talent für erwachsene Thriller und Gänsehaut. Daher würde ich es eher „tougheren“ 11-Jährigen empfehlen, oder Eltern lesen vorher selbst kurz hinein. Blutige Szenen gibt es nicht, aber ich als Angsthase der ersten Stunde hatte nachts doch ein paar Mal das Kinder-Nachtlicht an.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Tolles Debüt

Wir sind nur Statisten
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Die Shadid-Schwestern – Yasmin, Tara, Aaliyah und Shirin – wachsen in einer iranischen Familie in England auf. Als die älteste Schwester eine arrangierte Ehe eingeht, geraten die vertrauten Rollenbilder ...

Die Shadid-Schwestern – Yasmin, Tara, Aaliyah und Shirin – wachsen in einer iranischen Familie in England auf. Als die älteste Schwester eine arrangierte Ehe eingeht, geraten die vertrauten Rollenbilder ins Wanken. Plötzlich wird deutlich, wie unterschiedlich jede der Schwestern mit den Erwartungen von Familie, Tradition und Gesellschaft umgeht.

Besonders spannend fand ich den Einblick in den Spagat zwischen westlicher Kultur und den fest verankerten Vorstellungen ihrer Herkunftsfamilie. Yasmin leidet unter dem "Eldest Daughter Syndrome", eine Bezeichnung für das Phänomen, dass die älteste Töchter oft überproportional viel familiäre Verantwortung übernehmen muss. Tara kämpft mit Eifersucht und Freiheitsdrang, Aaliyah riskiert für die Liebe mehr, als sie vielleicht verkraften kann, und Shirin nutzt ihre Unsichtbarkeit, um ihren eigenen Weg zu finden.

Zwischen Ehre, familiärem Zusammenhalt und der Angst vor Gerede baut sich ein intensives Drama auf. Streil zeigt sehr einfühlsam, wie schwer es für viele junge Migrant*innen ist, zwischen zwei Welten zu stehen und gleichzeitig beiden gerecht werden zu müssen.

Die Sprache ist flüssig, berührend und authentisch. Dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und bleibt auch nach dem Lesen im Kopf.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Gruselig, spannend, eklig … die Hexen sind los

Hexenhorror-Trilogie
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Das Hardcover ist ein echter Blickfang: liebevoll gestaltet, mit vielen kleinen Illustrationen, die das Buch zu einem besonderen Sammlerstück machen.

Neben den in den drei Teilen „Hexenwerk“, „Hexenblut“ ...

Das Hardcover ist ein echter Blickfang: liebevoll gestaltet, mit vielen kleinen Illustrationen, die das Buch zu einem besonderen Sammlerstück machen.

Neben den in den drei Teilen „Hexenwerk“, „Hexenblut“ und „Hexentod“ findet man im gebundenen Buch außerdem eine exklusive Bonusgeschichte, die nur in dieser Ausgabe enthalten ist. Ein echtes Highlight – nicht nur für Fans der Reihe, sondern für jede gut sortierte Horrorbibliothek.

Für mich ist dieses Gesamtwerk eine klare 5 von 5 Sterne-Empfehlung.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Dunkles, spannendes Debüt

Josephines Albtraum
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Es beginnt mit Albträumen von einem schattenhaften Grauen mit roten Augen, das nach Josephine ruft. Nach einiger Zeit taucht dieser Schattenmann immer häufiger in ihrem Alltag auf.
Sie hat Angst, genauso ...

Es beginnt mit Albträumen von einem schattenhaften Grauen mit roten Augen, das nach Josephine ruft. Nach einiger Zeit taucht dieser Schattenmann immer häufiger in ihrem Alltag auf.
Sie hat Angst, genauso verrückt zu werden wie ihr Großvater, doch dieser erkennt in ihr nur eine Auserwählte.
Als Josephine sich plötzlich in einer düsteren, verwesenden Welt wiederfindet, klingen die Worte ihres Opas nicht mehr ganz so wahnsinnig.

Der Schreibstil lässt einen sofort in die Geschichte eintauchen: spannend, atmosphärisch dicht und fesselnd. Besonders mochte ich die Tagebucheinträge und Perspektivwechsel, die der Handlung zusätzliche Tiefe verleihen. Kein Kapitel wirkt überflüssig, die Spannung bleibt konstant hoch, und am Ende fügt sich alles schlüssig zusammen.

Ein besonderes Augenmerk möchte ich auf die tolle Aufmachung des Prints legen: Das Cover ist ein Träumchen, und die Gestaltung im Text, mit unterschiedlicher Schrift für die Gedanken der Figuren, macht das Buch einzigartig und abwechslungsreich.
Ein wirklich durchdachtes Konzept, das das Taschenbuch schon rein optisch aus der Masse herausstechen lässt.

„Josephines Alptraum“ ist ein Beispiel dafür, warum ich so gerne Bücher von Selfpublishern lese. Auch gerade solche, die (noch) keinen Hype haben, ihn aber verdient hätten. Es sind kleine funkelnde Bergkristalle in einem Meer aus Mainstream-Schatten.

Ein beeindruckendes Debüt, das mich gleichermaßen gefesselt, bewegt und nachdenklich zurückgelassen hat. Hinter der düsteren Fantasy-Geschichte steckt so viel mehr mehr: Themen wie Angst, Einsamkeit, Depression und Familienzusammenhalt.
Dunkle, atmosphärische Fantasy mit emotionalem Tiefgang. Absolut zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Oh, Black Witch, du hast mich wieder erwischt und mich in deinen Bann gezogen.

Black Witch - Erkenntnis
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Die Figuren, die Thematik. All das zieht mich tiefer und tiefer in diese Welt. Ich schaue in unsere Realität und sehe die Parallelen: Faschismus, Rassismus, Fanatismus, die schleichende Vorbereitung zu ...

Die Figuren, die Thematik. All das zieht mich tiefer und tiefer in diese Welt. Ich schaue in unsere Realität und sehe die Parallelen: Faschismus, Rassismus, Fanatismus, die schleichende Vorbereitung zu einem Regime. Laurie Forest trifft mit ihrer Geschichte erneut den Nerv der Zeit und hält uns schonungslos den Spiegel vor.

Die Geschichte knüpft nahtlos an den ersten Band an und steigert die Spannung noch einmal. Intrigen, Verrat, geheime Allianzen und die ständige Bedrohung machen es unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen.

Was Black Witch für mich aber so besonders macht, sind die Charaktere. Manche Figuren überraschen mit unerwarteter Tiefe, andere mit Entscheidungen, die mich schockiert oder berührt haben. Niemand bleibt stehen. Es entwickelt sich so vieles. Auch unerwartetes was mich zu Tränen rührte.
Freundschaften werden auf die Probe gestellt und die Hauptfigur Elloren wächst an den Herausforderungen, ohne dabei perfekt zu sein. Gerade dies macht sie so authentisch und nahbar.

Die Welt selbst wirkt noch gefährlicher und lebendiger als zuvor. Forest baut sie detailreich aus. Kämpfe, Magie, Politik und persönliche Schicksale greifen perfekt ineinander.

Alles in allem ist Band 2 für mich ein Highlight im Fantasy-Genre. Ich bin froh noch 2 weitere Bände im Regal stehen zu haben.

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