Bewegend, witzig, authentisch
Gigi ist wenig begeistert, als sie nach Colorado fliegen soll, um den erfolgreichen Autor Kingston dazu zu überreden, auf der Hochzeit seines Bruders zu erscheinen. Doch Gigis bester Freund und sein baldiger ...
Gigi ist wenig begeistert, als sie nach Colorado fliegen soll, um den erfolgreichen Autor Kingston dazu zu überreden, auf der Hochzeit seines Bruders zu erscheinen. Doch Gigis bester Freund und sein baldiger Ehemann wünschen sich, Kingston bei ihrer Hochzeit dabei zu haben und da die beiden wie Familie für sie sind, kann Gigi ihnen diesen Wunsch letztendlich nicht abschlagen.
Als sie in Aspen ankommt, ist Kingston so verschlossen und abweisend wie befürchtet. Seine Haltung ändert sich erst, als er festgestellt, dass Gigis Anwesenheit seine Schreibblockade löst. Und so machen die beiden einen Deal: Gigi hilft Kingston dabei, sein Manuskript zu beenden und im Gegenzug dazu erscheint er mit ihr auf der Hochzeit seines Bruders. Beide rechnen jedoch nicht damit, dass ihre freiheitsliebenden Herzen in der Nähe des anderen anfangen, einen Takt schneller zu schlagen.
In „Love Me Wild – mit jedem deiner Worte“ ist die Tension zwischen den Figuren unfassbar gut geschrieben. Wenn Kingston zur Wolfsstunde an seinem Manuskript arbeitet und Gigi nicht schlafen kann, treffen sich die beiden in seinem Arbeitszimmer und nähern sich sowohl im Gespräch als auch auf körperlicher Ebene an. Doch trotz Kingstons direkter Art der Kommunikation und Gigis selbstbewusstem Auftreten steht bald die ungeklärte Frage zwischen ihnen, ob aus ihnen mehr werden könnte und ob eine gemeinsame Zukunft machbar wäre.
Beide Protagonisten sind zwischen Mitte dreißig und Anfang Vierzig. Gigi ist eine Frau, die sich ihrer Identität sicher ist und keine unnötigen Kompromisse mehr eingeht. Auch Kingston steht mitten im Leben und hinter seiner schroffen Fassade steckt ein Mensch, der für seine Liebsten alles tun würde.
Das Umfeld von Gigi und Kingston war voller warmherziger, offener Menschen, die zusammen eine liebevolle Wahlfamilie ergeben.
Den kleinen Plot-Twist im letzten Drittel des Buches habe ich nicht geahnt. Er wurde auf eine Weise aufgelöst, die gezeigt hat, wie sehr die Charaktere im Laufe der Geschichte nochmal eine Entwicklung durchgemacht haben.
„Love Me Wild“ ist ein Buch, dessen Tension zwischen den Figuren zum Dahinschmelzen ist und das durch die Einbindung wichtiger Themen berührt und zum Nachdenken anregt.