Profilbild von danielamariaursula

danielamariaursula

Lesejury Star
offline

danielamariaursula ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit danielamariaursula über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.10.2017

Einfach und lecker!

Backen mit Christina
0

Einfache und schnelle Rezepte, die ganz sicher gelingen. Hm, das wurde mir schon häufiger Versprochen, aber eine Krux ist meistens dabei, z.B. in merkwürdigen Größen der Backformen, die man so nicht zu ...

Einfache und schnelle Rezepte, die ganz sicher gelingen. Hm, das wurde mir schon häufiger Versprochen, aber eine Krux ist meistens dabei, z.B. in merkwürdigen Größen der Backformen, die man so nicht zu Hause hat….
Das ist hier nicht der Fall, allerdings sind einige Zutaten nicht überall gleich einfach zu finden, so ist Backmalz keine Nullachtfuffzehn-Zutat, sie macht das Gebäck goldener und hilft dem Gelingen, ist aber austauschbar. Christina empfiehlt Honig, eine No-Go-Zutat bei uns, aber eine Prise Zucker selbst bei herzhaftem Gebäck tut es auch.
Der Einstieg beginnt mit den Grundlagen und wichtigen Tipps zur einfachen Verarbeitung von Hefe beim Backen. Das funktioniert wunderbar. Allerdings sind Begriffe wie „unter Dampf backen“ mir nicht so erläutert worden bisher, wie in der Leserunde zum Buch. Ich käme nie auf die Idee, beim Aufheizen unten Eiswürfel auf ein Blech zu geben, damit das gefrorene Wasser verdampft…
Sie mag nicht auf ihre Kitchen-Aid verzichten und ich gebe ihr Recht: Hefe- und Brotteig mit einer Maschine zu kneten ist echt hilfreich!
Die Mengenangaben sind so reichlich bemessen, das es per Hand auch echt anstrengend wäre, sie reichen echt für Parties, lassen sich aber für den Hausgebrauch halbieren und die Hälfte einfrieren.
Super finde ich, das Prinzip: ein süßer Hefeteig, ganz viele Verwendungsmöglichkeit. Ich mache oft süßen Hefeteig und es ist super, mal wieder Abwechslung in den Backalltag zu bringen. So konnte ich z.B. einen Teil des Teigs zu einem Schokozopf verarbeiten und aus dem Rest Zwetschgenkuchen machen. Gerade durch verschiedene Falt- und Flechttechniken werden oft Pasten, die auf den ausgerollten Teig aufgebracht werden, besser in das Gebäck eingebacken und der Geschmack deutlich intensiviert. Für Ungeübte, sind diese Techniken bisweilen eine echte Herausforderung, aber es lohnt sich, wenn man die Geduld aufbringt.
Was mir nicht klar war, ist dass es in der Österreichischen Küche nicht nur andere Begriffe für die Backzutaten gibt, klar, Germ für Hefe kennt man, aber auch andere Typenbezeichnungen für das Mehl. Die Typenbezeichnungen werden zu Beginn bei den Basics übersetzt, so dass man dann einen Klebezettel anbringen sollte. Hier fände ich es praktisch, wenn bei den jeweiligen Rezepten die Angaben in „3 Sprachen“ angegeben worden wäre, das wäre einfacher. Im Glossar hinten sind dann die Zutaten „übersetzt“.
Wir haben die Bärlauchschnecke mit Pesto gestest, das Ruckzuck-Brot, den Schokozopf und die Sonnenblumenkern-Brötchen getestet. Es wurde alles aufgefuttert, auch die Kinder haben gut mitgegessen.
Gerade die Brotrezepte haben bisweilen sehr viele verschiedene Mehlsorten benötigt, die man gerade auch im Hinblick auf die Lagerung nicht immer alle zu Hause hat und wenn man dann nur 200g braucht, ist das nicht immer sehr praktisch. Aber gerade die vielen Varianten für süßen Hefeteig finde ich toll, aber auch die Brotteige lassen sich mit einigen Kniffen gut aufpeppen und abwandeln. Wenn man also einen Teig besonders gut findet, kann man ihn mit Bärlauchfüllung, mit Pesto und den verschiedenen Falttechniken immer wieder abändern und dann hat man die Zutaten stets vorrätig.
Gerade die Vielfalt der angebotenen Rezepte, aber auch die Kategorie der Salzburger Spezialitäten gefiel mir wirklich sehr gut. In Österreich gibt es wohl auch Brotgewürz, dessen Zusammensetzung hier angeführt ist, zum Nachmischen. Da es sich um Gewürze (Anis, Koriander, Kümmel) handelt, die ich nicht mag, habe ich sehr gerne darauf verzichtet. Diese Angabe ist aber nicht hinten im Glossar, sondern vorne bei den wichtigsten Backzutaten.
Mein Buch ist von vorne bis hinten mit Klebezetteln gespickt, bei all den Rezepten die ich noch probieren möchte oder die ich auf jeden Fall wiederholen werde.
„Backen mit Christina“ kann ich auf jeden Fall empfehlen. Auch Anfänger können sich so gut an das Brotbacken herantasten und mit Selbstgebackenen überraschen! Einfach ausprobieren, es schmeckt!
Gerne gebe ich gute 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 07.10.2017

Seelenbalsam für die Ohren

Via dell'Amore. Jede Liebe führt nach Rom
0

Verschiedene Menschen zieht es aus unterschiedlichen Gründen nach Rom, die ewige Stadt. Beobachtet werden sie vom genius loci, dem Geist des Ortes, der ihre Routen kommentiert und ein wenig regulierend ...

Verschiedene Menschen zieht es aus unterschiedlichen Gründen nach Rom, die ewige Stadt. Beobachtet werden sie vom genius loci, dem Geist des Ortes, der ihre Routen kommentiert und ein wenig regulierend eingreift. So zitiert er vor jedem Szenenwechsel ein literarisches Zitat, mal mehr, mal weniger bekannt, aber stets wunderbar anregend für Literaturliebhaber.

Diese Geschichte ist eine Ode an die Ewige Stadt und die Liebe in all ihren Facetten unabhängig vom Alter. Die Liebe kann einem immer und überall begegnen (aber wohl besonders oft in Rom).

Im Fokus stehen 3 Paare, die scheinbar zufällig nach Rom reisen.

Alice ist eine junge Amerikanische Kunststudentin aus New York, die eigentlich nur einen kurzen Zwischenstopp in Rom einlegt, ehe sie ihren Verlobten den erfolgversprechenden Junganwalt Daniel, in Florenz für einen romantischen Kurztripp treffen will. Alice nimmt die Welt in Farbschattierungen wahr, doch wird künstlerische Ader ist in ihrer Familie der Weltverbesserer nicht wahrgenommen. Ihre Mutter, eine ehemalige Primaballerina ist nun eine herausragende Anwältin und Partnerin in einer renommierten New Yorker Kanzlei, ihr Mann und ihr Sohn sind Ärzte mit humanitärem Engagement. Nur Alice fühlt sich mittelmäßig und wird entsprechend behandelt. Ihr Professor, der große Stücke auf sie hält, schickt sie nach Rom, um aus ihrer Erstarrung zu erwachen.

Dort trifft sie schon am Flughafen auf eine Gruppe britischer Architekturstudenten, die auf Anhieb von der zurückhaltenden rothaarigen Schönheit verzaubert sind.

Die schöne Australierin Meg und der Amerikaner Alec verbrachten vor 20 Jahren ihre Hochzeitsreise in Rom. Seither ist viel passiert und die Liebe scheint erloschen. Daher jagt Meg, die inzwischen einen erfolgreichen Einrichtungsblog betreibt, einer blauen Fliese nach, die den Boden ihres damaligen Hotelzimmers zierte. Dass sie in Rom ausgerechnet immer wieder der gutaussehenden Ärztin Stephanie begegnen, die sie aus jeder Notlage befreit und Alecs Charme gegenüber nicht blind ist, ist umso ärgerlicher.

Die beiden über 70 jährigen Britinnen, die Aristokratin Lizzie und ihre verwitwete Schwägerin, das „Arbeiterkind“ Constance, reisen mit der Asche von Lizzies verstorbenen Bruder Henry nach Rom, da es sein letzter Wille war, daß die zwei Frauen, die er liebte, dort am Ort an dem sich Constance und Henry kennen und lieben lernten, seine Asche im Fluß verstreuen mögen. Aber eigentlich hatte Henry offensichtlich einen ganz anderen Hintergedanken.

Sehr gut gefielen mir die bereits erwähnten literarischen Zitate, die nicht nur stimmungsvoll sondern anregend sind. Auch die Wahl der Sprecher hat es mir angetan. Bernd Stephan als genius loci klingt mit seiner reifen Stimme, als habe er bereits alles erlebt und wäre zeitlos. Julia Meier klingt jung, frisch und bisweilen ein wenig unsicher, was hervorragend zu Alice passt. Auch Hans Löw ist eine ausgezeichnete Wahl für die Verkörperung von Alec, Meg und den Erzählstrang, der sich um sie rankt. Regina Lemnitz passt zu Constance und Lizzie wie die Faust auf’s Auge. Die Synchronstimme von Whoopie Goldberg, Kathy Bates und Diane Keaton passt einfach perfekt, zu der warmherzigen Aristokratin Lizzie, die die Liebe bislang noch nicht gefunden hat und Constance aus der Arbeiterschicht, die bisweilen spricht wie eine Piratin. Denn die Briten unterscheiden die Klassenzugehörigkeit stets an der Stimme und Sprechweise eines Menschen.

Sowohl die einzelnen Erzählstränge, als auch die Lokalitäten in Rom haben mir gut gefallen. Erstaunlicherweise ist mir Megs Jagd nach der perfekten blauen Fliese am präsentesten. Diese Fixierung auf etwas völlig Unwesentliches, um die Augen vor dem verschließen können, was eigentlich auf den Nägeln brennt. Aber auch die tiefsitzende Überzeugung von Alice nur mittelmäßig und unbedeutend zu sein hat mich berührt, ebenso wie Constance jahrzehntelang gehegte Zweifel an ihrer großen Liebe und dieser nicht genügt zu haben. Schöne Geschichten, poetisch präsentiert, die am Ende ein großes zusammenhängendes Ganzes ergeben.

Da kam wärmendes Rom-Feeling während des unwirtlichen Herbstes in Deutschland auf und die Hausarbeit machte war gleich unterhaltsamer.

Eine schöne Geschichte, ungewöhnlich erzählt und toll präsentiert, dem ich gerne 4 von 5 Sternen gebe und die ich gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 03.09.2025

Bitte weniger schmachten!

Black Witch - Enthüllung
0

Nur dank Lucas selbstlosen Einsatz konnte Elloren in letzter Sekunde die Flucht durch ein vorübergehendes Portal gelingen. Doch wie wird man sie in den Reichen des Ostens aufnehmen? Wird man ihr überhaupt ...

Nur dank Lucas selbstlosen Einsatz konnte Elloren in letzter Sekunde die Flucht durch ein vorübergehendes Portal gelingen. Doch wie wird man sie in den Reichen des Ostens aufnehmen? Wird man ihr überhaupt zuhören, auch wenn sie existenzielle Neuigkeiten hat, die das Überleben Neulans sichern könnte hat? Während sie auf die Chance hofft, der Anführerin Neulans über Vogels neueste Macht zu unterrichten, muss sie befürchten, dass nicht nur Evan sondern auch Lucas inzwischen verstorben ist. Sollte er überlebt haben, wäre sicherlich auch er in die Hände des Obermagus und seiner Schärgen gefallen. Sie weiß nicht, welche ihrer Freunde und Verbündeten noch leben und so ist sie überglücklich, in Neulan auch einige wieder zu treffen, die sie für tot hielt.

Ellorens großer (homosexueller) Bruder Trystan und ihre Freundin die Wasser-Fae Tierney konnten sich in die Reiche des Ostens retten. Doch als Bruder der gefürchteten schwarzen Hexe schlägt Trystan blanker Hass und Misstrauen entgegen. Er bekommt extra einen eigenen Bewacher an die Seite gestellt, obwohl er und Tierney sich aktiv der Drachengarde angeschlossen haben. Er will den Kämpfern der Armee des Ostens beibringen, wie sie selbst Magier der Stufe 5 wie er einer ist, schlagen können. Das erfordert nicht nur viel Geduld und Mut, er steckt auch ohne zu Murren unheimlich viele Verletzungen ein. Dennoch bleibt er ein ausgestoßener, der lediglich von weiteren Ausgestoßenen wie den Todes-Fae akzeptiert wird. Sein Bewacher Vothendrile fühlt sich immer stärker von ihm angezogen, ebenso wie von seinem Misstrauen abgestoßen. Auch Trystan spürt die unwiderstehliche Chemie zwischen ihnen. Er scheint verdammt zu sein, hier da er endlich seine sexuellen Neigungen frei ausleben könnte, ist er jedoch zur Einsamkeit verdammt, wegen seiner gefürchteten Herkunft als Enkel der 1. schwarzen Hexe und Bruder der aktuellen.

Band 4 setzt unmittelbar da an, wo Teil 3 endete... Da hätte ich mir eine kurze Zusammenfassung zum Einstieg gewünscht.

Ehrlich, die Liebesgeschichte von Trystan und Vothendrile ist mir eindeutig zu langatmig. Dieses ewige Anschmachten.... Das hätten die Leser und Zuhörer schon schneller verstanden, dass auch die scheinbare Freiheit in den Reichen des Ostens nicht ganz so frei ist, wie erhofft. So offen man im Osten auch alternativen Lebensformen gegenübersteht, so stetig feindlicher wird die Stimmung gegenüber Fremden und Gardneriern im Besonderen.

Mir wird in diesem Band allerdings insgesamt zu viel geschmachtet und geseufzt, da jetzt jenseits der strengen Ge- und Verbote Gardneriens, die Marcus Vogel noch weiter verschärft hat, die Geflohenen endlich lieben dürfen, wen sie möchten, egal welcher Herkunft, so wie sie auch endlich jede Farbe tragen dürfen, die sie möchten und endlich Piercings und Tätowierungen erlaubt sind. Noch dazu steht das Fest des Lavendelmonds und damit der Liebenden an. Es liegt somit Liebe, Sehnsucht und Begierde in der Luft und es ist, als würden alle anderen Gedanken aus ihren Hirnen verbannt. Wir begleiten alle Freunde Ellorens durch diesen besonderen Tag und erfahren daher genau wo sie sind und was sie tun, als die Katastrophe ihren Lauf nimmt... So genau wollte ich es tatsächlich nicht wissen. So viele Perspektivwechsel fand ich dann auch wirklich anstrengend, nur um zu verdeutlichen, dass alle gerade friedlich und glücklich waren, als Marcus Vogel zu seinem nächsten Schlag ausholt...

Gut gefällt mir die Unsicherheit, wer von den bekannten und geliebten Charakteren noch lebt und wer in diesem Band sein Leben lassen wird. Auch hier bewahrheitet sich: Totgesagte leben länger! Nicht nur dass, einige werden sogar durch die Stärke ihrer Verbündeten wiedergeboren. Wer sich noch an die Prophezeiung aus Teil 1 erinnert, dem ist bewusst, dass sie sich genau jetzt zu erfüllen scheint, oder Elloren eben diese Lügen straft....

Die begnadete Dagmar Bittner ist zum Glück auch diesem Teil treu geblieben. Ich bewundere ja sehr, wie sie all diese Namen flüssig spricht, als hießen sie Anna und Paul, so ziemlich die einzigen Namen, die nicht vorzukommen scheinen ;) Es klingt bei ihr alles so selbstverständlich und natürlich.... aber klar, in Aerda versucht die Erbin der Schwarzen Hexe der Natur ganz nah zu kommen. Lebendig weckt sie immer neue Spannungsbögen und lässt auch das ewige Schmachten nicht lächerlich wirken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.04.2025

Hilfe, die Gefühle sind los!

Das Krawallkehlchen
0

Das kleine Krawall- äh Rotkehlchen Mika ist total aufgeregt, denn heute steht der Kindergartenausflug in den höchsten Wipfel des Parks an. Doch sie ist deswegen so aufgeregt, dass schon so einiges schief ...

Das kleine Krawall- äh Rotkehlchen Mika ist total aufgeregt, denn heute steht der Kindergartenausflug in den höchsten Wipfel des Parks an. Doch sie ist deswegen so aufgeregt, dass schon so einiges schief geht, ehe der Ausflug los geht und so blubbern die Gefühle nur so aus Mika, bisweilen sogar sehr laut, aus Mika heraus. Sogar auf dem Weg zur Kita ist heute besonders viel los und ein aufregendes Abenteuer reiht sich an das nächste. Bis sie bei ihren Flatter-Pieps-Freunden ankommt fühlt es sich an, als sei schon ein ganzer Tag vergangen. Dennoch ist dieser Ausflug auch nach all diesen Aufregungen noch absolut einzigartig. So endet ein total emotionaler Tag mit einem lauten, krawalligen Freudenruf, denn laut, kann man immer werden, auch vor Glück!

Madlen Ottenschläger geht sehr kreativ und spielerisch mit der von ihr verwendeten Sprache um und macht es sich zu nutze, dass man im Deutschen Wörter beliebig zusammenfügen kann, um ihren Ausdruck zu erhöhen. Das kann bei einigen Kinder den spielerischen Umgang mit Sprache fördern, andere können durch Ausdrücke wie „Freude-Flügelschlag“ verwirrt werden, da sie noch nicht einschätzen können, ob es ein gängiger Begriff, oder eine Sprachspielerei ist, die die überblubbernden Gefühle ausdrückt, ist. Auch beim zweiten Lesen bin ich diesbezüglich noch etwas zwiegespalten.

Die Schrift empfinde ich für ein Bilderbuch als zu klein. Nichts für Leseanfänger, die ihren jüngeren Geschwistern vorlesen sollen und Großeltern werden ohne Lesebrille keine Chance haben.

Die Illustrationen von Madlen Ottenschläger finde ich hinreißend und witzig zugleich. Sie sind wirklich richtig super ausdrucksstark, was Mikas Gefühle betrifft. In dem Punkt braucht man den Text nicht, man sieht schon auf den ersten Blick, was mit Mika gerade wieder los geht. Wie schön, dass das Bilderbuch keinen Ton hat, es wäre meistens nämlich tierisch laut! So kann man beim Vorlesen sich so richtig ausleben und aus sich herausgehen. Aber Vorsicht: Heiserkeit könnte drohen.

In der vorderen Buchklappe sind alle wichtigen tierischen Helden dieser Geschichte mit Namen abgebildet, da kann man sie sich immer wieder anschauen und sich ihre Namen vorlesen lassen. 11 wuselige oder baumige Helden in einem Bilderbuch, klar muss man die sich alle einprägen. Aber das zeigt auch schon, wie viel an diesem besonderen Tag für Mika alles los ist. Kaum jemanden, den sie kennt, trifft sie an diesem Tag nicht. Was für ein Gewusel.

Ganz hinten in der Buchklappe findet sich ein Gefühlsrad der Illustratorin Ramona Wultschner. Wie in einem Glücksrad, sind in den einzelnen Radspeichen Bilder von Mika, die sie mit einem eindeutigen Gefühlsausdruck zeigen. Für die Erwachsenen, steht das Gefühl noch mal extra benannt, aussen daneben. Wenn Kinder also die gleichen Probleme wie das Krawall-Kehlchen haben, ihre Gefühle zu steuern und zu benennen und sich richtig unwohl mit ihnen fühlen, können sie auf die passende Illustration der super emotionalen Mika zeigen. Das hilft einigen auch deutlich darüber zu reden was gerade mit ihnen los ist. Vielleicht regen sie sich ja gerade wie Mika über die himmelschreienden Ungerechtigkeiten zwischen Kindern und Erwachsenen auf. Denn seien wir ehrlich: Erwachsene halten sich selbst ganz oft nicht an ihre eigenen Regeln, von denen sie erwarten dass die Kinder sich daran halten. Wenn das nicht zum aus-der-Haut-fahren ist!

Ich bin mir noch etwas uneinig, wie ich das Buch finde, selbst nach dem zweiten Lesen. Die Illustationen finde ich einfach super und es steckt voller vieler schöner Ideen. Allerdings ist mir die Schrift zu klein und sprachlich komme ich beim Vorlesen immer wieder ins Stocken. Die Wortkreationen fluppen bei mir noch nicht so. Aber zweifellos ist es eine Geschichte voller Gefühl, voller Chaos und Gefühlschaos! Wie im echten (Kinder-)leben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.09.2024

Die Chaos-Praktikantin kommt!

Pippa Moon – Ich halt hier nur die Klappe
0

Pippa Moons (14) Leben läuft gerade so gar nicht rund! Ihre Eltern streiten nur, so dass sie genervt zu Opa Günthers aufs Hausboot zieht. Da ist es zwar unglaublich eng, aber dafür gibt es einen Videorekorder ...

Pippa Moons (14) Leben läuft gerade so gar nicht rund! Ihre Eltern streiten nur, so dass sie genervt zu Opa Günthers aufs Hausboot zieht. Da ist es zwar unglaublich eng, aber dafür gibt es einen Videorekorder für Opas Star Wars Filme und die Bootsmaus Obi Wan, was sehr tröstlich ist. Gerade jetzt da ihre beste und einzige Freundin Mell für 1 Jahr in LA ist, kann sie das umso besser gebrauchen. Kein Wunder also, dass sie es völlig verschwitzt hat sich einen Praktikumsplatz zu besorgen! Zum Glück lässt Opa Günther, der gerade in der Hauptrolle an einem kleinen Theater durchstartet seine Beziehungen spielen und besorgt ihr kurzfristig einen Praktikumsplatz bei der neuen Teenie-Serie „Goodnight Kiss, Berlin“ Die Hauptrollen spielen Influencerin Anna und Freddy Loos, der 16 jährige Sohn von Deutschlands Schauspiel Traumpaar. Doch aufgrund ihrer Tollpatschigkeit wird ihr Debüt gleich zum Albtraum, denn außer ihr, hat auch ihre Erzfeindin Cara, die ihr durch eine miese Aktion den Spitznamen Stinki verpasste einen Praktikumsplatz ergattert, bei der Regisseurin Penelope. Neben Pippas Pannen scheint irgendjemand auch Geheimnisse vom Set zu leaken und das Projekt zu gefährden, noch ehe es beginnt. Da hat Mell die rettende Idee: Pippa soll auf TikTok einen Behind-The-Scene starten und sympathische Einblicke vom Set liefern. Zu dumm nur, dass Pippa keine Ahnung von TikTok hat und Penelope sofort Feuer und Flamme ist. Kann das Chaos noch größer werden?

Natürlich ist Obi Wan, die Hausboot-Maus der heimliche Star dieser Geschichte, gemeinsam mit Mell am anderen Ende der Welt, die es mit ihren Ideen für Pippa richten soll und staunt, dass bei Pippa plötzlich mehr los ist als bei ihr! Ja, in LA ist es gerade echt cool, aber bei Pippa geht absolut die Post ab, was leider allzu oft oberpeinlich ist! Zum Glück sind der Tontechnik-Azubi Sam, Hauptdarstellerin Anna und Stylistin Molly super nett, selbst wenn Pippa keinen Fettnapf auslässt. Aber wie soll man sich auch konzentrieren, wenn Freddy Loos einen anlächelt?

Anfangs tat ich mich mit Pippas Fettnäpfen schwer. Sie waren mir zu vorhersehbar und einfach zu viel des Guten. Aber als ich mich dann auf all ihre Pannen und die Geschichte einlassen konnte, hat sie mich wirklich gut unterhalten. Sie nahm an Fahrt auf und hielt immer wieder neue Wendungen parat. Allerdings zeigte sie mir auch, unter wie viel Druck einige Kinder/Jugendliche stehen. Nicht nur Promi-Sohn Freddy, sondern auch Cara. Da ist es doch eigentlich viel angenehmer unter dem Radar zu fliegen und in der Schule so wenig Aufmerksamkeit wie möglich zu erregen. Trotzdem hätte ich Pippa ein etwas anderes Happy End gewünscht.

Gabrielle Pietermann erzählt die Geschichte frisch und frei, auch wenn sie nicht ganz nach einer total verschusselten 14-jährigen klingt, aber zweifelsfrei jung. Sie trifft aber sehr gut, Pippas Theatralik, die gerne mal mit ihr bei ihren Monologen vor dem Spiegel mit ihr durchgeht. Bei so viel Film und Theater, sind die wenigsten Charaktere bodenständig und Gabrielle Pietermann nimmt sich aller Persönlichkeiten mit Humor und Lebendigkeit an.

Der Verlag empfiehlt die Geschichte ab 10 Jahren, ich ab 12 Jahren. Mit 10 wäre mir dazu viel Liebesgedöns drin gewesen.... Ih, die küssen sich! Hängt aber natürlich auch von der jeweiligen Entwicklung ab.... aber mit 10 Jahren, habe ich mir über Praktika auch keine Gedanken gemacht, ich bin aber auch ein Landei...

Eine vergnügliche Liebes-Praktikumsgeschichte, wie ganz junge Mädchen sie sich nur erträumen können, allerdings wohl mit weniger Pannen ;) 3,5 Sterne, aber vielleicht bin ich auch schon zu alt.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere