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Veröffentlicht am 08.10.2025

Neu Northanger Abbey

Jane Austens Northanger Abbey
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Momentan werden ja besonders gern Romanklassiker neu aufgelegt, sei es Schneewittchen oder Edgar Alan Poe. Vor ein paar Jahren wagte sich aber schon Krimi-Autorin Val McDermid an keine geringere als Jane ...

Momentan werden ja besonders gern Romanklassiker neu aufgelegt, sei es Schneewittchen oder Edgar Alan Poe. Vor ein paar Jahren wagte sich aber schon Krimi-Autorin Val McDermid an keine geringere als Jane Austen und verwandelte die Geschichte von 𝐍𝐨𝐫𝐭𝐡𝐚𝐧𝐠𝐞𝐫 𝐀𝐛𝐛𝐞𝐲 in eine schräge Liebesgeschichte im modernen Gewand.

Wie im Original ist unsere Protagonistin die 17-jährige Pfarrerstochter Cat Morley, welche ihr Kaff mal verlassen darf, um in Obhut der Familienfreunde das Buch Festival in Edinburgh zu besuchen.
Dort lernt sie zunächst die kinderreichen Thorpes kennen und freundet sich schnell mit der vorlauten Tochter Bella an. Deren unverschämter Bruder versucht Cat den Hof zu machen. Die würde aber viel lieber den charmanten Henry Tilney näher kennen lernen. Überraschend wird Cat auf das Familienanwesen der Tilney’s eingeladen: Northanger Abbey. Geradezu wie entsprungen aus einem ihrer Lieblingsromane. Viel zu schnell geht Cat’s Fantasie mit ihr durch, denn die Tilneys verhalten sich fast wie...Vampire. Und auch in der Abtei lauert so manches Geheimnis.

Auch wenn „Northanger Abbey“ mein liebster Jane Austen Roman ist, hatte ich so meine Schwierigkeiten mich an alles zu erinnern. Und dieses Buch ist vor allem dann lustig, wenn man die ganzen Parallelen ziehen kann. In dieser Hinsicht ist der Roman richtig gut gelungen. Bis auf Kleinigkeiten musste man wirklich kaum etwas verändern, so gut passt die Geschichte auch in die heutige Zeit.

Allerdings werden so auch die Schwächen der Charaktere und des Romans umso sichtbarer. Cat ist auch für eine 17-jährige arg naiv und Henry wirkte als angehender Anwalt fast zu reif für sie. Ich finde die beiden hatten keine Chemie und Original Henry hatte ich auch viel witziger in Erinnerung.

So wirkte dann auch das Ende sehr überstürzt und hingeklatscht. Ich kann mich nicht erinnern, ob das bei Jane Austen auch so war, aber vielleicht wirkt das Ganze im alten Gewand auch einfach ausgeschmückter und raffinierter.

Super Idee, prima umgesetzt, aber doch mehr etwas für das jüngere Publikum für das Jane Austen noch zu anspruchsvoll ist.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Informativ, polarisierend, aber ohne wirkliche Lösungsansätze

Witches, Bitches, It-Girls
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Ich bin auf dieses Buch vor allem deswegen aufmerksam geworden, weil ich es liebe, wenn alte Gemälde für Cover benutzt werden, gepaart mit einem plakativen und schrillen Titel.
Erwartet habe ich ein interessantes ...

Ich bin auf dieses Buch vor allem deswegen aufmerksam geworden, weil ich es liebe, wenn alte Gemälde für Cover benutzt werden, gepaart mit einem plakativen und schrillen Titel.
Erwartet habe ich ein interessantes Buch über die Rolle der Frau in der Geschichte. Bekommen habe ich ein feministisches Werk, welches nicht meinen Geschmack getroffen hat.

Uff, schwierig zu bewerten. Ich habe das Gefühl, man kann sich hier schnell die Finger verbrennen.
Also, in erster Linie spricht die Autorin schon ein wichtiges Thema an, nämlich dass wir nach wie vor in einer Welt leben, die von Männern beherrscht wird. Sie bezieht sich hier vor allem auf den weißen Mann und da ist schon mein erstes Problem. Es ist nicht nur der weiße Mann, der frauenfeindlich agiert. Das zieht sich durch viele Kulturen, in manchen um einiges gewalttätiger als in unserer. Das wird aber kaum kommentiert und erweckte bei mir den Anschein, man wolle auf keinen Fall rassistisch erscheinen. Ich verstehe schon, das weiße Männer in solchen Fällen dann gern mit dem Finger auf andere zeigen, um sich besser darzustellen. Dennoch finde ich es falsch, Verfehlungen anderer Gruppierungen totzuschweigen, nur weil sie einer anderen Ethnie angehören, denn sie sind auch Teil der Geschichte. Vergleiche mit anderen Kulturen und Ländern hätte ich hier interessant gefunden, vielleicht sogar auch mit Positivbeispielen?

So ist es leider mit vielen Themen in diesem Buch. Die Autorin legt es sich hin, wie es am besten für ihre Sicht der Dinge passt. Während Giséle Pelicot ein gutes Beispiel dafür war, wie sich eine Frau aus der Opferrolle herauskämpfen kann, mochte ich die Erwähnung von Amber Heard wiederum nicht, bei der ich bezweifle, dass sie „nur“ ein Opfer war. Wie gesagt, nur einige Beispiele von vielen.

Ich finde es auch nicht „cool“ wenn Aktivisten als Protest Kunst zerstören. Die Aktion einer Suffragette, die Churchill auf Schritt und Tritt folgte und jedes mal, wenn er das Wort ergriff eine Glocke läutete, fand ich wiederum genial. Vielleicht sollte man wieder zu solch einer Form von Protest übergehen.

Am meisten haben mir die Kapitel gefallen, wo ich etwas über weiter zurückliegende Geschichte lernen konnte, besonders das Kapitel „Kein Hexenwerk“ hat mich angesprochen.
Bei vielen Dingen war ich ehrlich schockiert über die Behandlung von Frauen. Dinge die mir vorher nicht bewusst waren und wir wohl gar nicht als so misogynistisch wahrnehmen wie sie in der Tat sind. Aber manches fand ich auch total überspitzt und ich glaube nicht, dass die Autorin mit diesem Ton die Menschen erreicht, wo es wichtig wäre. Wenn das überhaupt möglich ist.
Das Buch ist außerdem recht wissenschaftlich aufgebaut, mit vielen vielen Fußnoten und Anmerkungen, was den Lesefluss auch immer wieder unterbricht.

Ich glaube ich war einfach nicht die richtige Zielgruppe für das Buch, es richtet sich schon sehr an Feministinnen und ich bin mehr ein „Mitte-Mensch“ und nicht sehr radikal. Mein Protest gegen das Patriarchat sieht vielmehr so aus, dass ich mich strikt weigere eine Beziehung einzugehen, wo ich dem Mann von vorn bis hinten nur bekoche und beputze oder wo keine Rücksicht auf meine Freiheit und Unabhängigkeit genommen wird. Aber ich werde z.B. nicht an Demos teilnehmen oder mich aufhören zu rasieren. Ich kritisiere aber auch nicht Frauen, die gern zu Hause bleiben wollen, um für die Familie zu sorgen.

Ich glaube leider nicht, dass wir mit diesem Buch weitergekommen sind im Kampf gegen das Patriarchat oder für eine Welt mit mehr Gleichberechtigung und Respekt füreinander.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Aufstieg und Fall einer Tänzerin

Die Tänzerin vom Moulin Rouge
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Ich mag den Film „Moulin Rouge“ und deswegen hat dieser Roman auch gleich mein Interesse geweckt. Das die Geschichte vom Leben der realen Tänzerin Louise Weber alias „La Goulue“ inspiriert ist, habe ich ...

Ich mag den Film „Moulin Rouge“ und deswegen hat dieser Roman auch gleich mein Interesse geweckt. Das die Geschichte vom Leben der realen Tänzerin Louise Weber alias „La Goulue“ inspiriert ist, habe ich erst während des Lesens erfahren. Aber umso besser, dachte ich. Dachte ich…

Paris, 1882: Das Leben der jungen Louise it hart und hält wenig Vergnügungen bereit. Als Wäscherin verdient sie gemeinsam mit ihrer Mutter den Lebensunterhalt. Diese sieht den Ausweg aus der Armut nur in der Heirat ihrer Tochter mit dem schmierigen Kutscher Remí. Louise hat allerdings andere Pläne, macht sich erst als Fotomodell einen Namen und später als berühmt-berüchtigte Tänzerin „La Goulue“ im Moulin Rouge. Doch der Erfolg steigt Louise zu Kopf und so setzt sie nicht nur ihre Karriere, sondern auch die Chance auf die große Liebe aufs Spiel.

Es ist sehr schwer einen Roman zu genießen, wenn die Hauptprotagonistin derart unsympathisch ist wie Louise. Das war nicht von Anfang an so, doch der Wandel kommt mit einem Schlag. Ab da war mir ihr Verhalten häufig zu theatralisch, übertrieben und unverschämt. Ich weiß zwar nicht wie viel vom Charakter der wahren Louise bekannt ist, aber als Autorin hätte ich mich bemüht, sie nicht als größenwahnsinnige Säuferin darzustellen, die jedem in ihrem Umfeld weh tut.
Der Einblick in die Pariser Künstlerszene des späten 19. Jahrhunderts, inklusive realer Künstler, hat mir dagegen sehr gefallen. Eine Welt voller Rausch und Vergnügungen.
Ich bin sicher man hätte da auch eine sympathischere Figur als „La Goulue“ für diesen Roman finden können. Oder von mir aus gleich eine ganz erfundene Geschichte über eine aufstrebende Tänzerin.
Für mich war es eine kleine Herausforderung das Buch fertig zu lesen, daher nur 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Grüner wird's nicht

Absinthe
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Absinthe“ war das zweite Buch von Selina Schuster, das ich mir geholt habe. Zuerst hat mich wieder das schöne Cover angesprochen, aber auch der Klappentext über den strauchelnden Künstler Noël, der in ...

Absinthe“ war das zweite Buch von Selina Schuster, das ich mir geholt habe. Zuerst hat mich wieder das schöne Cover angesprochen, aber auch der Klappentext über den strauchelnden Künstler Noël, der in Montmatre lebt und im nächtlichen Paris nach Inspiration sucht klang für mich äußerst interessant.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich auch in diesem Roman wieder auf Gay Romance treffen würde, doch genau dies tat ich. Wobei das Ganze mit Romantik wenig zu tun hat, doch dazu später.

Zunächst fing es nämlich ganz gut an. Ich lese gerne über das späte 19. Jahrhundert und die Künstlerszene zu dieser Zeit bietet ordentlich Stoff, um sich zu einer tollen Geschichte inspirieren zu lassen. Das das nicht immer gut geht, bewies mir allerdings schon „Die Tänzerin vom Moulin Rouge“ über Louise Weber aka „La Goulue“ die lustigerweise auch in diesem Roman einen Auftritt hat. Daneben finden sich noch ein paar weitere reale Figuren wie der Maler Henri Tolouse-Lautrec.
Sehr interessant jedenfalls, die gleichen Schauplätze und Personen aus der Sicht verschiedener Autoren zu lesen.

Die Ausflüge zu berühmten Schauplätzen wie das Moulin Rouge waren für mich auch die Highlights des Romans. Leider verblassen diese im Vergleich zu den sehr düsteren Szenen zwischen Noël und dessen Inspiration in Form des mysteriösen Thujon. Eine Beziehung die geprägt ist von Gewalt und Unterdrückung. Und das ist stellenweise sehr unangenehm zu lesen, sicher auch wenn man Fan von Gay Romance ist.
An dieser Stelle spreche ich eine Triggerwarnung aus, die es für dieses Buch definitiv hätte geben sollen und zwar für die Themen physische und psychische Gewalt sowie Vergewaltigung.

Ich weiß, dass es Beziehungen gibt, wo das Opfer nicht von seinem Peiniger lassen kann. Ich konnte trotzdem nur schwer nachvollziehen, wie sich Noël nach all den schmerzhaften Erfahrungen immer wieder nach Thujon verzehrt.

Vom Ton her ist das Ende ähnlich wie schon bei „Das Gemälde von Ashton Manor“. Aufgrund der vorhergehenden Heftigkeit war es mir dieses mal aber zu dunkel.
Deswegen gibt es von mir diesmal nur 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Wieder mal eine neue Jack the Ripper Theorie

Stalking Jack the Ripper
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Willkommen zu einer neuen Ausgabe von „Bücher die ich gekauft habe, weil sie hübsch sind“. Na gut, hier waren Thema und Titel auch nicht uninteressant. Da man Jack the Ripper nie gefasst hat, kann man ...

Willkommen zu einer neuen Ausgabe von „Bücher die ich gekauft habe, weil sie hübsch sind“. Na gut, hier waren Thema und Titel auch nicht uninteressant. Da man Jack the Ripper nie gefasst hat, kann man in Romanadaptionen alle mögliche Thesen aufstellen. Wie glaubwürdig würde das Ergebnis hier sein?

Es geht schon einmal ganz untypisch damit los, dass sich eine junge Frau namens Audrey Rose auf die Jagd nach dem Ripper macht. Diese hegt außerdem eine Leidenschaft für Gerichtsmedizin und lässt sich von ihrem Onkel darin ausbilden. Auf dessen Tisch landen ebenjene vom Ripper ermordeten Prostituierten, deren sterben Audrey ein Ende machen will. Hilfe bekommt sie dabei von Onkels Gehilfen Thomas, der ihr nicht nur mit nützlichen Ratschlägen, sondern auch mit anzüglichen Sprüchen zur Seite steht.

Kurz nach dem Einstieg habe ich schon festgestellt, dass ich zu als für diesen Roman bin. Zwar lese ich hin und wieder immer noch gern Young Adult, aber hier ist mir schmerzlich bewusst geworden, dass die Zielgruppe nicht mehr die meine ist.

Trotz ihres blutigen Jobs wirkt Audrey oft unreif und auch wenn das für eine 18-jährige durchaus authentisch ist, bin ich es anders gewohnt. Sieht man von den grausigen Details ab, ist auch der allgemeine Ton auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet.

Mit Thomas haben wir das Love Interest für die angekündigte Slow Burn Romance und das Miteinander zwischen ihm und Audrey sollte wohl an Holmes und Watson erinnern. Ich fand Thomas jedoch nur wenig charmant, viel zu arrogant und er hat mich mehr an Sheldon Cooper als an Sherlock erinnert.

Die Auflösung, wer sich hinter dem Ripper verbirgt, fand ich recht abenteuerlich und etwas zu viel es Guten. Insgesamt fand ich den Roman nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut.

Nun ist dies der Auftakt einer ganzen Reihe um Audrey Rose und eigentlich hatte ich mir Band 2 (Thema Dracula) schon vorgemerkt. Da mich Teil 1 nicht so ganz überzeugt hat, bleibt abzuwarten, ob ich wieder 18 € ausgeben möchte für ein hübsches Buch mit interessanter Story, aber mittelmäßiger Umsetzung.

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