Neu Northanger Abbey
Jane Austens Northanger AbbeyMomentan werden ja besonders gern Romanklassiker neu aufgelegt, sei es Schneewittchen oder Edgar Alan Poe. Vor ein paar Jahren wagte sich aber schon Krimi-Autorin Val McDermid an keine geringere als Jane ...
Momentan werden ja besonders gern Romanklassiker neu aufgelegt, sei es Schneewittchen oder Edgar Alan Poe. Vor ein paar Jahren wagte sich aber schon Krimi-Autorin Val McDermid an keine geringere als Jane Austen und verwandelte die Geschichte von 𝐍𝐨𝐫𝐭𝐡𝐚𝐧𝐠𝐞𝐫 𝐀𝐛𝐛𝐞𝐲 in eine schräge Liebesgeschichte im modernen Gewand.
Wie im Original ist unsere Protagonistin die 17-jährige Pfarrerstochter Cat Morley, welche ihr Kaff mal verlassen darf, um in Obhut der Familienfreunde das Buch Festival in Edinburgh zu besuchen.
Dort lernt sie zunächst die kinderreichen Thorpes kennen und freundet sich schnell mit der vorlauten Tochter Bella an. Deren unverschämter Bruder versucht Cat den Hof zu machen. Die würde aber viel lieber den charmanten Henry Tilney näher kennen lernen. Überraschend wird Cat auf das Familienanwesen der Tilney’s eingeladen: Northanger Abbey. Geradezu wie entsprungen aus einem ihrer Lieblingsromane. Viel zu schnell geht Cat’s Fantasie mit ihr durch, denn die Tilneys verhalten sich fast wie...Vampire. Und auch in der Abtei lauert so manches Geheimnis.
Auch wenn „Northanger Abbey“ mein liebster Jane Austen Roman ist, hatte ich so meine Schwierigkeiten mich an alles zu erinnern. Und dieses Buch ist vor allem dann lustig, wenn man die ganzen Parallelen ziehen kann. In dieser Hinsicht ist der Roman richtig gut gelungen. Bis auf Kleinigkeiten musste man wirklich kaum etwas verändern, so gut passt die Geschichte auch in die heutige Zeit.
Allerdings werden so auch die Schwächen der Charaktere und des Romans umso sichtbarer. Cat ist auch für eine 17-jährige arg naiv und Henry wirkte als angehender Anwalt fast zu reif für sie. Ich finde die beiden hatten keine Chemie und Original Henry hatte ich auch viel witziger in Erinnerung.
So wirkte dann auch das Ende sehr überstürzt und hingeklatscht. Ich kann mich nicht erinnern, ob das bei Jane Austen auch so war, aber vielleicht wirkt das Ganze im alten Gewand auch einfach ausgeschmückter und raffinierter.
Super Idee, prima umgesetzt, aber doch mehr etwas für das jüngere Publikum für das Jane Austen noch zu anspruchsvoll ist.