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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.01.2026

Horror mal anders

Todesmarsch
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Jedes Jahr am 1. Mai machen sich 100 ausgewählte Jungen zum "Großen Marsch" auf - nur einer wird überleben. Denn wer unter 4 Meilen die Stunde läuft, wird alle 30 Sekunden verwarnt. Nach der 3. Warnung ...

Jedes Jahr am 1. Mai machen sich 100 ausgewählte Jungen zum "Großen Marsch" auf - nur einer wird überleben. Denn wer unter 4 Meilen die Stunde läuft, wird alle 30 Sekunden verwarnt. Nach der 3. Warnung bekommt derjenige die "rote Karte". Um nicht mehr und auch nicht weniger geht es in diesem Buch.

Der Leser begleitet Garraty, die Hauptfigur, auf seinem Marsch durch Maine und darüber hinaus. Er ist quasi "Norman Normal" wie einer der Läufer einmal beschrieben wird und warum er am Lauf teilnimmt, bekommt man nicht heraus. Das ist auch das einzige Manko für mich, dass so ein paar Hintergrundinformationen zu diesem Marsch fehlen, aber scheinbar scheint es eine riesige Sache zu sein 100 Jungen beim Laufen zuzusehen.

Aber was andere Stört, eben die fehlenden Hintergrundinfos, sind für mich gar nicht relevant - denn irgendwie wird der Leser auch zu einem der Läufer und sind die Gespräche anfangs noch voll Komik und recht oberflächlich, werden sie gegen Ende tiefgründiger und verrückter. Man schließt Freundschaften und hegt Abneigungen - wie im echten Leben und man fiebert mit den Läufern mit. King schreibt als Bachmann sehr bildlich und lässt in die Abgründe der menschlichen Seele blicken. Für mich ist das eine andere Art von Horror, die sich aber auch gut lesen ließ.

Für mich gehört der Todesmarsch durchaus zu den Büchern, die man mal gelesen haben sollte (ich bereits zum 3. Mal) und ich bin jedes Mal wieder gefesselt, auch wenn die Story sehr geradlinig ist und selten nach rechts und links blickt - man konzentriert sich auf die Straße.

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Veröffentlicht am 10.12.2025

Bildgewaltiger Epos

Die Erste Tochter / Adelsspross
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"Adelsspross" ist der erste Band der geplanten 7-teiligen Reihe der Autorin.

Der Leser wird in eine zukünftige Welt entlassen, die zwar SciFi-mäßg angehaucht ist - man bekommt es an manchen Stellen mit, ...

"Adelsspross" ist der erste Band der geplanten 7-teiligen Reihe der Autorin.

Der Leser wird in eine zukünftige Welt entlassen, die zwar SciFi-mäßg angehaucht ist - man bekommt es an manchen Stellen mit, wenn es um Raumschiffe, oder Bildübertragung geht, ansonsten ist es aber dennoch eine tiefreligiöse und politische Gesellschaft und an manchen Stellen, kam sie mir gar nicht so futuristisch vor. Das wirkte anfangs ein wenig verwirrend auf mich.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen My und ihre beiden Brüder - Kinder eine adligen Familie des Planeten Signis, auf dem eindeutig die Männer das Sagen haben. So weit so gut, aber das Eintauchen in diese Welt fällt schwer. Es gibt unzählige Namen die man schwer aussprechen kann und die man erst einmal zuordnen muss - es gibt zwar ein Personenregister im Buch (und das ist auch dringend nötig) aber das Nachschlagen stört den Lesefluss. Zum ende hin kommt man besser zurecht und wenn man die Namen im Kopf abkürzt, geht es recht gut.

Was mir außerdem schwer gefallen ist: Die Autorin wählt Myn als Erzählerin, aber in manchen Kapiteln doch nicht, so dass man wirklich verwirrt wird.

So negativ das jetzt alles klingt; es lohnt sich dran zu bleiben. Man baut von Anfang an eine Beziehung zu Myn und ihrer Familie auf, lernt das Leben auf dem fremden Planeten durch ihre Augen kennen und erkennt, dass nicht alles eitel Sonnenschein ist und fiebert mit ihr mit. Am Anfang des Buches ist Myn noch ein Kind, das ändert sich aber sehr schnell. Man erkennt Ränkeschmiede, religiöse Hintergründe und noch so viel mehr. Das Buch hat extrem viel tiefe ist sprachgewaltig und zeigt, dass scheinbar heile Welten doch immer Risse und auch Abgründe haben für alle, die nicht zum System passen (wollen).

Ein gelungener Auftakt, der einem als Leser erst einmal viel abverlangt, aber dafür auch belohnt.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Schaurig guter Thriller

Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad
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Heidi kommt nach dem Urlaub zurück nach Hause und ihr Zimmer ist eine Baustelle, Geld und Zeit fehlten. Und das sind nicht die einzigen Veränderungen - ihre Mutter ist nach Deutschland gezogen und die ...

Heidi kommt nach dem Urlaub zurück nach Hause und ihr Zimmer ist eine Baustelle, Geld und Zeit fehlten. Und das sind nicht die einzigen Veränderungen - ihre Mutter ist nach Deutschland gezogen und die neue Frau ihres Vaters erwartet ein Kind. Um Geld in die Kasse zu bekommen, vermieten sie das Gästezimmer an den Besitzer des Riesenrades, das auf dem Campingplatz aufgestellt wurde. Doch genau dieses Riesenrad versetzt Heidis Oma in Angst und Schrecken. Und was hat es mit dem Kinderschuh und der Rassel auf sich, die Heidi in ihrem Fußboden findet?

Direkt erst mal das was mich stört. Und das ist das angegebene Lesealter - vielleicht bin ich als Mama da zu überängstlich, aber für 11 Jahre finde ich das an manchen Stellen schon arg harten Tobak, das trieb mir als Erwachsenen die Gänsehaut über die Arme. Also für Kinder schon heftig - ich würde es mal ab 13 empfehlen, außer die Kids sind hart im Nehmen.

Das ist aber auch das einzige Manko, das ich gefunden habe. Ansonsten ist das Buch richtig spannend. Eine interessante Geschichte mit tollem Setting. Heidi und ihre Freunde finde ich sehr sympathisch und auch der Zusammenhalt unter ihnen. Es ist sehr realistisch geschrieben - nicht alle haben immer Zeit, jeder seine kleinen Probleme und doch funktioniert es am Ende alles. Auch die Erwachsenen sind nicht als blöd dargestellt, wie man es manchmal in solchen Büchern hat, sondern alles so, wie es bei den Nachbarn auch sein könnte. Sehr sympathisch und passend zum Buch. Die Spannung kommt wirklich nicht zu kurz, wobei die Lösung vielleicht ein wenig komisch war - ganz genau aufgeklärt wird nicht, aber es passt und da es noch einen zweiten Band gibt, liest man da vielleicht noch etwas darüber.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Minecraft geht auch als Comic

Tagebuch eines Noobs Kriegers - Der Comic Bd. 5 - Ein denkwürdiges Gastmahl
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Wir kennen Minus und seine Freunde bereits aus den Erstlesebüchern und haben uns gefreut, dass man seine Abenteuer auch als Comic lesen kann. Das ist vor allem für Lesefaule richtig schön - man geht auf ...

Wir kennen Minus und seine Freunde bereits aus den Erstlesebüchern und haben uns gefreut, dass man seine Abenteuer auch als Comic lesen kann. Das ist vor allem für Lesefaule richtig schön - man geht auf Abenteuer, muss aber nicht 300 Seiten lesen.

Das Buch ist recht großformatig, was für das Lesealter passt und die Illustrationen richtig schön rüberkommen lässt. Diese sind sehr detailliert und es macht Spaß sie anzusehen. Auch der Text ist recht groß gehalten und sprachlich an das Niveau von erfahrenen Erstlesern angepasst. So taucht man zusammen mit Minus und seinen Freunden in ein doch spannendes Abenteuer ab. Es gibt einige Überraschungen und auch die Freundschaft kommt nicht zu kurz.


Wir merken: Minecraft geht auch als Comic und es ist eine schöne Abwechslung im Bücherregal.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Alle Jahre wieder

Das Septemberhaus
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Margaret liebt mit ihrem Mann Hal in ihrem absoluten Traumhaus. Nur ein was trübt das Glück - jedes Jahr im September bluten die Wände, das Haus schreit und viele Geister tauchen auf. Für viele wäre das ...

Margaret liebt mit ihrem Mann Hal in ihrem absoluten Traumhaus. Nur ein was trübt das Glück - jedes Jahr im September bluten die Wände, das Haus schreit und viele Geister tauchen auf. Für viele wäre das ein Grund, das Haus sofort zu verlassen, doch Margaret hat sich mit allem arrangiert - solange man sich an die Regeln hält.

Doch dann verschwindet Margarets Mann und ihre Tochter kommt das erste Mal zu Besuch. Alles droht zu zerbrechen und was wahr ist oder nicht, das kann man am Ende nicht mehr unterscheiden und zweifelt an sich selbst.


Ich habe etwas gebraucht um in das Buch hineinzukommen. Sonst landet man in einem Spukhaus und es geht langsam los. Hier war man direkt mitten im Geschehen und hat erst nach und nach ganz wenige Infos zu den Hintergründen bekommen. Margaret als Hauptfigur ist sehr stark beschrieben, ihre Tochter hingegen geht mir sehr auf die Nerven bekommt meiner Meinung nach aber noch die Kurve. Alles sehr authentisch und spannend geschrieben, mit einigen Twists, die man so nicht erwartet.

Ein Buch voller Geister und Grusel - wirklich gut geschrieben und vor allem Ende auch richtig fesselnd.

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