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Veröffentlicht am 24.01.2026

Viele wichtige Aussagen, die anderen Menschen bestimmt auch helfen können

Women Living Deliciously
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Ich bin für die Bewertung des Buches wirklich hin- und hergerissen. In erster Linie muss ich nämlich sagen, dass es mir einfach deutlich zu langatmig und repetitiv war. Über weite Strecken habe ich mich ...

Ich bin für die Bewertung des Buches wirklich hin- und hergerissen. In erster Linie muss ich nämlich sagen, dass es mir einfach deutlich zu langatmig und repetitiv war. Über weite Strecken habe ich mich ehrlicherweise etwas hindurchgequält, wollte es aber auch gerne lesen. Die Autorin schreibt im Kern jedoch über wirklich gute Sachen, die eine Psychotherapeutin genau so auch gesagt hätte.

Der politische Einblick bleibt hier eher kurz, aber das liegt vielleicht an ihrem früheren Werk, das ich nicht gelesen habe, welches aber durchaus tiefgründiger klingt. Für meinen Geschmack hätte es noch konkreter gesellschaftskritisch sein dürfen und auch generell wären mir mehr spezifische Beispiele lieb gewesen. An manchen Stellen wird die Autorin auch persönlich, was den Lesefluss für mich positiv beeinflusst.

Die grundlegenden Aussagen dazu, dass wir nur ein Leben und einen Körper haben, der mehr verdient hat als die Abwertung aufgrund gesellschaftlicher Normen, sind treffend. Und ich finde es auch gut, wie Given es hier geschafft hat, spirituelle Gedanken fundiert und ohne Anspruch an Perfektion zu vermitteln. Ich kann mit Spiritualität nämlich nichts anfangen, aber die Fokussierung auf uns und unseren Körper wirkt sich eben ganz konkret auf unser Leben und auch auf die Beziehungen zu anderen aus. Respektlosigkeit und Abwertung können wir besser von uns weisen, wenn wir uns selbst respektieren und körperliche Reaktionen ernst nehmen. Den Impuls, unsere dauerhaft laufenden Gedanken bewusst wahrzunehmen und sich so von ihnen abgrenzen zu können, fand ich wirklich hilfreich. Und auch die schlicht sehr wahre Aussage, dass nur wir selbst unser Leben leben und in die Hand nehmen können, hätte eine Therapeutin nicht anders formuliert.

Für meine Bewertung muss ich also einbeziehen, dass ich im Zuge vieler Jahre Psychotherapie mit eigentlich allen Dingen im Buch schon konfrontiert gewesen bin. Somit war es nicht wirklich etwas Neues, aber ich kann so auch einschätzen, dass es wirklich valide Ratschläge sind, die nicht in eine komische Selbstoptimierungs-Ego-Schwurbel-Schiene abdriften. Das rechne ich dem Buch wirklich positiv an, denn es gibt ganz viele andere Selbsthilfebücher auf dem Markt, die meiner Meinung nach eher Schaden anrichten.

Dem gegenüber steht aber dennoch, dass mir die klare Struktur im Buch fehlte und ich den Eindruck hatte, dass die Autorin wieder und wieder die gleichen fünf Grundgedanken ausformuliert. Auch die oft blumige Ausdrucksweise mit vielen sprachlichen Bildern trifft einfach nicht meinen Geschmack. Während ich die Gestaltung des Buches mit ihren knalligen Farben und rotzigen Zeichnungen wirklich gut fand, hätte ich es wohl locker auf ein Drittel des Umfangs gekürzt.

Ich halte es abschließend für eines der besseren Selbsthilfewerke und Menschen, die keinen Zugang zu Psychotherapie haben und/oder sich nicht in einer akuten Krise befinden, kann es bestimmt nachhaltig helfen. Für mich war es leider eine wirklich zähe Lektüre, die ich nur wegen der guten Basis wohlwollend bewerte.

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Da hat es irgendwie nicht so recht gefunkt..

Medulla
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Ich habe mir von diesem feministischen Werk einiges erhofft und zumindest inhaltlich fand ich es auch durchaus gut. Probleme hatte ich allerdings über weite Strecken mit dem Stil und auch den Figuren selbst, ...

Ich habe mir von diesem feministischen Werk einiges erhofft und zumindest inhaltlich fand ich es auch durchaus gut. Probleme hatte ich allerdings über weite Strecken mit dem Stil und auch den Figuren selbst, weshalb es insgesamt einfach nicht so überzeugen konnte wie erhofft.

Bereits den Start in die Geschichte fand ich müßig. Mir waren es irgendwie zu viele Figuren, die parallel in die Geschichte eingeführt wurden. Grundsätzlich mochte ich die Strukturierung in drei Teile mit drei zentrierten Paaren und auch das teilweise Überschneiden der Handlung, die dadurch wiederum um weitere Blickwinkel bereichert wurde, hat mir gefallen. Nachdem ich dann alle Figuren halbwegs sortiert hatte, bin ich mit dem Mittelteil auch gut klargekommen. Nichtsdestotrotz schreibt Güntner für mich zu einem gewissen Grad assoziativ, legt die Gedanken und Beziehungen der Figuren nicht unbedingt offen auf den Tisch. Das ist einfach nicht meine liebste Art der Erzählung.

Und auch die Figuren selbst haben es mir nicht so leicht gemacht. Einerseits fand ich es toll, wie radikal, rotzig, widerständig und in bestimmten Momenten solidarisch die Frauen dieser Geschichte geschrieben wurden. Sie machen bedingungslos, was sie wollen - besonders, aber nicht ausschließlich, in Bezug auf ihre Körper. Ich finde, dass das durchaus kontrovers beschrieben ist und sicherlich polarisieren wird. Mir gefällt dieses kompromisslose Verhalten bei Romanfiguren, die keine cis Männer sind, als Stilmittel aber wirklich gut. Im echten Leben wäre es sicherlich vielschichtiger, aber gerade das Zugespitzte macht den gesellschaftskritischen Punkt klar.

Andererseits waren mir die Figuren zu distanziert. Ich habe bis zum Schluss kein richtiges Gefühl für ihr Innenleben bekommen und sie in Bezug auf andere Menschen als emotional eher isoliert wahrgenommen. Auch auf Kommunikationsebene hat das Beschriebene nicht so recht meinen Bedürfnissen entsprochen.

Bereits zwischendrin gab es zudem Szenen, die mir zu abgedreht waren und das Ende schließt sich da mit an. So verbleibe ich eher ernüchtert und bin in meiner Bewertung unschlüssig. Zu großen Teilen hat sich der Roman nämlich trotzdem sehr flüssig lesen lassen und der Widerstand seitens der Figuren hat mir wirklich gefallen. Ich finde, es verdient Anerkennung, einen so kompromisslosen Roman zu schreiben, der zu einem gewissen Grad polarisieren wird. Ich vergebe deshalb wohlmeinende 3 Sterne und empfehle das Buch eher Personen, die nicht unbedingt sympathische und emotional greifbare Figuren suchen.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Ein Essay mit guten Ideen, der mir aber eher nicht im Gedächtnis bleiben wird

I feel you
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Ein Buch über Empathie zu lesen in den aktuellen Zeiten, die mich oft zum Verzweifeln bringen, schien mir eine gute Idee zu sein. Und so manchen Aspekt mochte ich auch wirklich an Yasmine M’Bareks Buch. ...

Ein Buch über Empathie zu lesen in den aktuellen Zeiten, die mich oft zum Verzweifeln bringen, schien mir eine gute Idee zu sein. Und so manchen Aspekt mochte ich auch wirklich an Yasmine M’Bareks Buch. Nach der Lektüre fühle ich mich aber ein wenig in der Luft hängen gelassen, was bei Essays natürlich immer eine Gefahr ist, anderen aber auch schon besser gelungen ist.

Zu Beginn fand ich das Buch nicht gerade niedrigschwellig, die zweite Hälfte hat mir dahingehend deutlich besser gefallen. Bis dahin empfand ich den Text oft gleichzeitig relativ detailliert und zu allgemein gehalten, zudem gespickt mit recht vielen Referenzen bzw. theoretischen Erklärungen. Grundsätzlich finde ich das nicht schlimm, hatte im Verhältnis zur Kürze des Buchs aber trotzdem damit zu kämpfen.

In der zweiten Hälfte kamen mir Text und Autorin deutlich zugänglicher vor. Sicherlich liegt das auch an den persönlichen Meinungsäußerungen M’Bareks, die für mich eher positiv zu bewerten sind. Anhand ihrer eigenen Einstellungen macht die Autorin so deutlich, wie kritisches Denken und Ambiguitätstoleranz aktiv gelebt werden können. Das war auch der größte positive Punkt beim Lesen für mich, denn an der Stelle habe ich mich bei all meinem Weltschmerz abgeholt gefühlt. Schwarz-Weiß-Denken und Frontenbildung tun mir aktuell nämlich ganz schön weh, besonders innerhalb linker Strömungen.

Und obwohl mir das ebenso wie die leicht selbstironische Erzählweise der Autorin gut gefallen hat, bleibt nach der Lektüre zu wenig bei mir hängen, als dass es für mich jetzt ein total einprägsames Werk gewesen wäre. Einige Ideen sind gut und haben mir phasenweise Hoffnung gegeben, aber ich fand es jetzt auch nicht total weltbewegend. Am Ende war es für meinen Geschmack dann auch etwas abrupt vorbei, das fühlte sich nicht ganz stimmig an. Vielleicht ist es eher ein Werk für Menschen, die ein dünnes Buch mit inhaltlichem Anspruch sowie leicht hoffnungsvoller Färbung suchen.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Für Fans obsessiver Figuren und metaphernreicher Sprache

Mit deinen Augen
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Ich bin sehr unvoreingenommen an diesen Roman gegangen, da ich noch kaum Berührungspunkte zu italienischer Literatur hatte. Die Kürze des Buches in Kombination mit einem queeren Kontext sowie dem tollen ...

Ich bin sehr unvoreingenommen an diesen Roman gegangen, da ich noch kaum Berührungspunkte zu italienischer Literatur hatte. Die Kürze des Buches in Kombination mit einem queeren Kontext sowie dem tollen Cover hat mich sehr angesprochen. Schon während des Lesens musste ich für mich aber feststellen: So sehr mich obsessive Figuren immer wieder reizen, so wenig bereiten sie mir doch während der Lektüre Freude.

Schon recht am Anfang war ich etwas verwirrt von Gaias Perspektive auf andere Menschen und das Leben allgemein. Ich habe zum Beispiel bis zum Ende nicht verstanden, warum sie fremden Personen einfach andere, in ihren Augen passendere Namen gibt. Das wirkt auf mich schon recht selbstzentriert und tendenziell unsympathisch. Und auch abgesehen davon hatte ich ziemlich große Schwierigkeiten mit der Obsession der Protagonistin. Diese absolute Verkörperung ihrer Ex-Freundin hat mich in ihrer Intensität regelrecht verstört.

Dabei ist die grundlegende literarische Idee dieser Verwandlung eigentlich wirklich gut. Sie bietet Gaia eine Möglichkeit des Ausbruchs aus ihrem seit Geburt vorbestimmten Leben und des Loslösens von der Herkunftsfamilie (die wirklich nur schwer auszuhalten ist). Die Trennung löst damit auch einen Prozess der Identitätsfindung aus, der mir am Ende aber doch zu nichtssagend blieb. Einige gesellschaftskritische Passagen blitzen immer mal wieder auf, als sonderlich reflektiert würde ich Gaia dennoch nicht bezeichnen.

Schon zwischendrin, aber vor allem zum Schluss habe ich mich dann gefragt, was genau nun die Kernaussage des Romans ist. Manche Elemente, die ich durchaus als metaphernreich bezeichnen würde, sind dabei greifbarer als andere. Aber abschließend gesehen blieb mir die Entwicklung der Hauptfigur zu vage. Das muss nicht pauschal schlecht sein, aber ich bin lieber sehr nah dran an Figuren, die einen deutlichen Entwicklungsprozess durchleben.

Weiterhin schwierig fand ich ich die Isolation Gaias. Sie hat in der gesamten Handlung eigentlich keinen wirklichen Fixpunkt - weder Familie noch Freund*innen spielen eine wahrnehmbar stabilisierende Rolle. Dafür muss mensch wahrscheinlich eine Vorliebe haben und mir sind ehrliche Interaktionen sowie echte Verbundenheit mit anderen Figuren schon ziemlich wichtig. Deshalb war es für mich kein sonderlich überragendes Werk. Phasenweise lässt es sich recht gut lesen, an anderen Stellen war es mir zu stockend. Menschen, die obsessive Figuren und Geschichten mit starkem Prota-Fokus mögen sowie Metaphern nicht scheuen, finden hier aber durchaus ein wertvolles Stück Literatur.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Ein fesselnder, bedrohlicher Roman - unter Vorbehalt

Heimat
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[Disclaimer: Die Autorin verpasst es meiner Meinung nach, die von Tradwifes/völkischem Denken ausgehende Gefahr klar abzubilden. Progressive Personen können dies wahrscheinlich für sich selbst weiterdenken, ...

[Disclaimer: Die Autorin verpasst es meiner Meinung nach, die von Tradwifes/völkischem Denken ausgehende Gefahr klar abzubilden. Progressive Personen können dies wahrscheinlich für sich selbst weiterdenken, aber Lühmann wird einer wichtigen Verantwortung hier nicht gerecht. Entsprechend sorgsam sollte das Buch besprochen werden.]

Ich fand den Ansatz eines Romans über die Dynamiken von Tradwifes, konkret auch auf Social Media, extrem spannend und mehr als zeitgemäß. Und ich bin überwiegend positiv überwältigt aus dem Roman gegangen, habe dann aber ein wenig zur Autorin recherchiert und weiß nicht mehr so recht, wie ich das Buch einordnen soll.

Erst einmal aber zum Buch: Hannah Lühmann kann zweifelsohne schreiben! Das Buch umfasst gerade einmal 170 Seiten und ist von einer solchen Dichte, dass es seinen Sog am besten entfalten kann, wenn es möglichst am Stück gelesen wird. Lühmanns Schreibstil lässt sich wohl am besten als immersiv bezeichnen, je weiter ich gelesen habe, desto größer wurde mein Gefühl von Beklemmung. Es liegt stetig ein Gefühl von Bedrohung in der Luft, weshalb ich auch nicht wirklich aufhören konnte zu lesen.

Die Autorin setzt eine Protagonistin in den Mittelpunkt der Handlung, die ich als irgendwie unpolitisch bezeichnen würde. Und das meine ich überhaupt nicht positiv (diese Einstellung können wir uns in einer Demokratie schlicht nicht leisten), ich finde das Fallbeispiel aber enorm spannend. Jana ist mit gewissen Dingen in ihrem Leben unzufrieden: die Beziehung zu Noah läuft nicht mehr so richtig, nun ist sie mit ihrem dritten Kind schwanger und fühlt sich irgendwie verloren. Die Nachrichten zu Attentaten und gewaltvollen Ausschreitungen in der Stadt helfen dabei auch überhaupt nicht weiter.

In dieser Situation, kurz nach dem Umzug des Paares auf’s Land, trifft sie Karolin, die ihr Leben als Fünffach-Mutter scheinbar völlig unter Kontrolle hat. Sehr gut abgebildet fand ich die Einflechtungen völkischen Gedankenguts („Urlaub in der Heimat“, „Frau ordnet sich dem Mann unter“, Kleidung …) und die Einblicke in die Dynamik von Algorithmen. Hier auf einen Link im Telegram-Kanal geklickt, dort ein neues fragwürdiges Profil empfohlen bekommen. Diese Hinweise innerhalb des Textes sind extrem subtil und gehen bei längeren Lesepausen ziemlich sicher ebenso verloren wie die Ambivalenz der Figuren. Während die neuen Freundinnen auf dem Dorf zunehmend deutlich mit der #noAfD sympathisieren, haben sie als Teil der wohlhabenden Mittelschicht bspw. kein Problem mit dem georgischen AuPair. Diese Doppelmoral fand ich fein herausgearbeitet.

Das Ende war mir persönlich zu abgedreht und es fügte sich nicht organisch in den vorherigen Stil ein. Ich habe regelrecht mit angehaltenem Atem auf die Auflösung (und Konsequenzen!) gewartet, wurde tendenziell aber eher enttäuscht. Nichtsdestotrotz fand ich die Themen des Romans vielfältig, packend und gut geschrieben. Die Autorin bleibt dabei oberflächlich, ja. Eine klare Einordnung gibt es nicht wirklich, weil die Protagonistin manche Dinge zwar hinterfragt, aber eben auch nicht wirklich in ihrer Tiefe reflektiert. Mir, als dahingehend sehr sensibilisierter Person, genügt es dennoch, weil ich die Gefahr aus genau dieser scheinbaren Harmlosigkeit herauslese.

Doch ich verstehe sehr gut, was daran kritisiert wird. Die Autorin schreibt etliche, teils gewaltvolle Andeutungen in ihren Text hinein, ohne sich dazu zu positionieren oder sie auch nur aufzulösen. Die Interpretation bleibt den Lesenden überlassen. Und so sehr ich das literarisch auch gut und wichtig finde, ist das bei diesem Thema in der aktuellen Zeit einfach nicht mehr genug. Die einzig dagegenhaltende Figur ist Noah und der kommt als irgendwie abwesender Vater nicht sonderlich gut weg. Alles, was sonst so an eventuellem linken Aktivismus stattfindet, wird maximal angedeutet und versandet in der Bedeutungslosigkeit.
Außerdem habe ich eigenartige Aussagen der Autorin selbst gefunden (aka „Tradwifes haben irgendwie auch recht“), zusätzlich schreibt sie für die EMMA, die u. a. bekannt ist für ihre islamfeindliche Position. Da entsprechende Aussagen gegenüber Migrant:innen auch in „Heimat“ vertreten sind, weiß ich nun nicht mehr, wie ich die Autorin einordnen soll. Denn ich bin davon überzeugt, dass Werk und Autor:in sich keinesfalls trennen lassen …

Rein literarisch war es für mich trotz des weirden Endes ein 5-Sterne-Read. Ich muss das Werk aber in Kontext setzen und ziehe dafür deutlich Sterne ab. Denn Tradwifes sind gefährlich - gerade in ihren Elementen, die irgendwie „richtig“ erscheinen. In einer komplexen und krisengeprägten Welt kann sich der Rückzug in eine Scheinkontrolle mit klaren Regeln und Überzeugungen verlockend anfühlen. Doch an diesem Punkt endet der Roman, weshalb die Thematik doch extrem verharmlost (wenn nicht gar romantisiert) wird. Da hätte so viel mehr Potenzial drin gesteckt!

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