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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.11.2025

absolt lesenswert

Was die Toten sehen
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Meinung: Endlich durfte ich Cassie Raven wieder begleiten und ich habe jede
Seite geliebt. Der vierte Band fühlt sich sofort vertraut an: leicht zu lesen,
atmosphärisch dicht und mit diesen Figuren, die ...

Meinung: Endlich durfte ich Cassie Raven wieder begleiten und ich habe jede
Seite geliebt. Der vierte Band fühlt sich sofort vertraut an: leicht zu lesen,
atmosphärisch dicht und mit diesen Figuren, die einem über die Zeit einfach ans
Herz wachsen. Vor allem Cassie. Unangepasst, mutig, ein bisschen wild und dabei
so warmherzig, dass ich sie jedes Mal aufs Neue feiern könnte.
Als Cassie erfährt, dass die Tote auf ihrem Tisch Bronte ist, eine ehemalige
Klassenkameradin und kurz davor, musikalisch durchzustarten, war ich sofort
gefesselt. Alles deutet auf Selbstmord hin, doch kleine Details lassen Cassie
nicht los und mich auch nicht. Von da an hält die Spannung bis zum Schluss, ohne
unnötiges Blutvergießen, dafür mit klugen Wendungen, starken Emotionen und
faszinierenden Einblicken in die Rechtsmedizin.
Besonders das Ende hat mich überrascht. Diese eine Wendung … ich musste das Buch
kurz zur Seite legen, so sehr hat sie mich erwischt.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.11.2025

Ich liebe diese Reihe

Spätsommertod
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Dieses Buch hat mich vom ersten Satz an in seinen Bann gezogen. Die ruhige Küstenlandschaft wirkt wie eine stille Einladung, eine Idylle, die sich rasch als trügerisch entpuppt. Der Fall beginnt mit einem ...

Dieses Buch hat mich vom ersten Satz an in seinen Bann gezogen. Die ruhige Küstenlandschaft wirkt wie eine stille Einladung, eine Idylle, die sich rasch als trügerisch entpuppt. Der Fall beginnt mit einem Giftanschlag auf ein älteres Ehepaar, ein scheinbar klassischer Krimi-Ton, der mich sofort in die Ermittlungen hineingezogen hat. Doch schon bald wird klar, dass der Blick auf das Offensichtliche nur die Tür zu einer vielschichtigen Recherche öffnet.

Die Autorin treibt den Leser nicht mit hektischer Action voran, sondern mit ruhigem, präzisem Plotvoranschreiten: Hinweise werden sorgsam gelegt, Motive seziert, und jedes kleine Gespräch trägt neue Gewichte in die Waagschale. Dadurch entsteht ein Spannungsbogen, der nie laut brüllt, sondern beständig daran erinnert, dass hinter jeder Fassade mehr steckt. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und wirken authentisch. Natürlich gibt es Passagen, in denen das Erzähltempo etwas langsamer wird, doch gerade diese Ruhephasen ermöglichen es, sich tiefer mit den Charakteren zu verbinden und ihre Motivationen zu verstehen.

Am Ende bleibt Spätsommertod mehr als nur ein Krimi: Es ist eine Reflektion über Vertrauen, Verantwortung und die Kosten gelebter Geheimnisse.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.09.2025

Toller Roman

Die Bibliothek meines Großvaters
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Meinung: Das Cover hat mich sofort angesprochen: schlicht, aber wunderschön gestaltet. Auch der Titel weckte direkt meine Neugier. Als ich dann zu lesen begann, war ich schnell mitten in der Geschichte: ...

Meinung: Das Cover hat mich sofort angesprochen: schlicht, aber wunderschön gestaltet. Auch der Titel weckte direkt meine Neugier. Als ich dann zu lesen begann, war ich schnell mitten in der Geschichte: Kaede, eine junge Lehrerin aus Tokio, entdeckt in einem gebrauchten Buch seltsame Zeitungsausschnitte. Sofort denkt sie an ihren Großvater, der trotz seiner Demenz noch immer über eine erstaunliche Kombinationsgabe verfügt und ein leidenschaftlicher Kenner klassischer Kriminalliteratur ist. Der wahre Zauber des Romans liegt jedoch nicht allein in den Rätseln, sondern in der Beziehung zwischen
Kaede und ihrem Großvater. Der Autor beschreibt mit viel Wärme, wie die beiden miteinander umgehen. Besonders die Darstellung von Demenz hat mich überzeugt: feinfühlig, respektvoll und realitätsnah. Ich konnte mir den alten Mann bildlich vorstellen, wie er mit seiner Zigarette in der Hand über den Fällen nachdenkt, eine Figur, die trotz Krankheit ihre Würde behält. Diese leisen, melancholischen Momente sind es, die mich am meisten berührt haben.
Der Schreibstil ist anders als das, was ich sonst lese, aber überraschend angenehm. Die Sprache ist klar, ruhig und lädt dazu ein, durch die Seiten zu fliegen. Allerdings setzt der Autor auf eine ungewöhnliche Struktur: Statt einer durchgehenden Handlung präsentiert er mehrere in sich abgeschlossene Fälle. Am Anfang fand ich diese Episoden abwechslungsreich und unterhaltsam. Mit der Zeit aber wirkten die wiederholten Muster etwas ermüdend und manche Auflösungen
kamen mir konstruiert vor. Hier hätte ich mir einen stärkeren roten Faden und mehr Verknüpfung der einzelnen Episoden gewünscht. Trotz dieser Schwächen hat mich das Buch nicht losgelassen.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.08.2024

Sehr spannend

Yoko
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Meinung: Yoko ist eine junge Frau Ende 20, die viele Jahre gemeinsam mit ihrem Vater eine Metzgerei betrieben hat. Nach dem Tod ihres Vaters beschließt sie, ihren Traum zu verwirklichen: Sie beginnt, ...



Meinung: Yoko ist eine junge Frau Ende 20, die viele Jahre gemeinsam mit ihrem Vater eine Metzgerei betrieben hat. Nach dem Tod ihres Vaters beschließt sie, ihren Traum zu verwirklichen: Sie beginnt, Glückskekse zu backen, die sie an verschiedene Restaurants verkauft. Die Freude und Leidenschaft, die sie in diese neue Aufgabe steckt, geben ihrem Leben einen neuen Sinn. Doch dann passiert das Unglück. Während sie eine Kiste Glückskekse an ein chinesisches Restaurant ausliefert, entdeckt sie in einem Hinterhof einen kleinen Hund, der Hilfe benötigt. Yoko versucht, dem Tier zu helfen, aber es ist zu spät; der Hund stirbt in ihren Armen. Dieses Ereignis ist der Beginn eines Albtraums, der ihr Leben von einem Moment auf den anderen komplett verändert. Alles, was ihr lieb und teuer ist, wird ihr genommen.

Getrieben von Schmerz und Verzweiflung, entschließt sich Yoko, Rache zu nehmen. Die Art und Weise, wie sie ihre Rache plant und ausführt, ist ebenso faszinierend wie erschreckend. Doch mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Ihr müsst dieses Buch einfach selbst lesen.

Der Schreibstil ist wie immer leicht, flüssig und extrem bildhaft. Er versteht es, mit wenigen Worten lebendige Bilder zu erzeugen und eine dichte Atmosphäre zu schaffen. Die kurzen und knackigen Kapitel tragen dazu bei, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Die Spannung wird kontinuierlich aufgebaut und hält den Leser in Atem.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Yoko erzählt, was mir besonders gut gefallen hat. Man erlebt die Ereignisse hautnah mit und kann sich in ihre Gedanken und Gefühle hineinversetzen. Die schonungslose Berichterstattung lässt einen tief in die Handlung eintauchen und sorgt dafür, dass man mit Yoko fühlt, leidet und mitfiebert. Ihre Handlungen und Entscheidungen sind nachvollziehbar. Die Handlung ist bis ins kleinste Detail durchdacht und genial umgesetzt. Lieber Bernhard, dir gelingt es, die Themen Verlust, Schmerz und Rache auf eine Weise zu behandeln, die den Leser zum Nachdenken anregt und tief berührt.

Dieser Thriller ist ein harter Tobak und thematisiert die Frage der Selbstjustiz auf eine sehr intensive Weise.

Eine fette Leseempfehlung!

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.08.2023

Gutes Buch

Das Engelsgesicht
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Das Engelsgesicht von Andreas Ulrich

Meinung: Das fesselnde Cover und der ansprechende Titel haben meine Neugierde geweckt, und ich fühlte mich unwiderstehlich von diesem Buch angezogen. Es war mein erstes ...

Das Engelsgesicht von Andreas Ulrich

Meinung: Das fesselnde Cover und der ansprechende Titel haben meine Neugierde geweckt, und ich fühlte mich unwiderstehlich von diesem Buch angezogen. Es war mein erstes Werk, das sich mit der komplexen Struktur der Mafia auseinandersetzte. Der Autor verstand es meisterhaft, die Realität der Mafia-Welt zu beschreiben. Die erzählte Geschichte ist wahrhaftig und erscheint beinahe so fesselnd wie eine fiktive Erzählung. Durch die Seiten erhielt ich einen tiefen Einblick in das Denken eines Mitglieds der Mafia. Diese Menschen sind letztendlich genauso wie wir, doch die Umstände des Lebens formen sie zu dem, was sie sind. Die Darstellung der Mafia enthüllt nicht nur brutale Mordtaten, sondern auch den tiefgreifenden Kampf um Selbstbehauptung. Diese Fragen nach dem Sinn und den Grenzen des menschlichen Handelns sind beinahe überwältigend. Die Gier nach Geld treibt Menschen zu unvorstellbaren Taten an. Es ist schier unfassbar, was Menschen bereit sind zu tun, um an Reichtum zu gelangen. Dieses Buch offenbart das Böse, das Gute und die abgründigen Facetten der menschlichen Natur in beeindruckender Weise. Es vermag den Leser tief in das emotionale Spektrum der Charaktere zu ziehen und erzeugt dadurch eine außerordentliche Spannung. Der Schreibstil des Autors ist dabei zwar anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, verleiht jedoch der Erzählung eine einzigartige Note, die sich vom Gewohnten abhebt.

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