Found Family und ein wenig Action
Miss Swans zauberhafte Pension für magische GästeSera Swan gehörte zu den mächtigsten Hexen Englands, doch als sie vor 15 Jahren ihre Kräfte nutzte, um ihre Großtante Jasmine (und aus Versehen Hahn Roo-Roo) von den Toten auferstehen zu lassen, verlor ...
Sera Swan gehörte zu den mächtigsten Hexen Englands, doch als sie vor 15 Jahren ihre Kräfte nutzte, um ihre Großtante Jasmine (und aus Versehen Hahn Roo-Roo) von den Toten auferstehen zu lassen, verlor sie dabei fast all ihre Magie. Ihre Zeit in der Hexengilde ist damit vorüber und so führt Sera nun eine kleine Pension, die zur Zuflucht für eine Hand voll Menschen geworden ist. Als eine Tages der Historiker Luke mit seiner autistischen Schwester Posy im „Batty Hole Inn“ auftaucht, sieht Sera eine Chance, ihre Kräfte zurückzubekommen – doch welchen Preis wird sie dafür bezahlen?
„Miss Swans zauberhafte Pension für magische Gäste“ ist der zweite Roman der Autorin Sangu Mandanna und wurde, wie auch ihr erstes Buch, von Wolfgang Thon ins Deutsche übersetzt. Der Titel ist – meiner Meinung nach – nicht gut gelungen, denn tatsächlich hat Sera in ihrer Pension mehr nicht-magische, als magische Gäste; zumindest bis zum Auftauchen von Luke. Und auch in anderen Aspekten wirkt die Übersetzung unpräzise. Redewendungen werden wörtlich wiedergegeben, obwohl die deutsche Entsprechung anders lauten würde und was „ganzheitliche Videospiele“ sein sollen, das wüsste ich als Gamerin gerne. (Vermutlich steht im Original „wholesome“, aber das bedeutet hier eben nicht „ganzheitlich“.)
Der zentrale Punkt der Handlung ist die Gemeinschaft aus Außenseitern, die sich in der Pension zusammengefunden hat. Hier kann jeder sein, wie er ist und wird dafür nicht verurteilt. Matilda beispielsweise ist laut, eigensinnig und heimlich in Jasmine verliebt. Nicholas spielt einen Ritter auf Mittelalterfesten und legt seine Rolle auch nach Feierabend nicht ab. Seras kleiner Neffe Theo wohnt bei ihr, weil seine Eltern mit seinen magischen Fähigkeiten nicht umgehen können. Alles in allem also ein perfekter Ort für Posy, das muss auch Luke zähneknirschend zugeben.
Die Ereignisse um Seras Magie hätte ich persönlich nicht gebraucht, aber sie funktionieren natürlich als Motor, damit die Figuren erkennen, was ihnen im Leben am wichtigsten ist. Eine schöne, über weite Strecken sehr gemütliche Found Family-Geschichte mit ein wenig magischer Action.