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Veröffentlicht am 06.10.2025

Romantisch-tragische High-Fantasy mit Ernst und Vielfalt

Cursebound
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„𝐂𝐮𝐫𝐬𝐞𝐛𝐨𝐮𝐧𝐝“ ist Teil zwei der High-Fantasy-Trilogie „𝐁𝐚𝐭𝐭𝐥𝐞 𝐨𝐟 𝐭𝐡𝐞 𝐃𝐫𝐮𝐦𝐟𝐢𝐫𝐞“ von Saara El-Arifi und besticht wie schon der Vorgänger mit einer wunderschönen Aufmachung und einer ereignisreichen Storyline. ...

„𝐂𝐮𝐫𝐬𝐞𝐛𝐨𝐮𝐧𝐝“ ist Teil zwei der High-Fantasy-Trilogie „𝐁𝐚𝐭𝐭𝐥𝐞 𝐨𝐟 𝐭𝐡𝐞 𝐃𝐫𝐮𝐦𝐟𝐢𝐫𝐞“ von Saara El-Arifi und besticht wie schon der Vorgänger mit einer wunderschönen Aufmachung und einer ereignisreichen Storyline.

♡»𝘈𝘶𝘤𝘩 𝘸𝘦𝘯𝘯 𝘶𝘯𝘴𝘦𝘳𝘦 𝘎𝘭𝘶𝘵 𝘦𝘳𝘭𝘰𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘥𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘛𝘳𝘰𝘮𝘮𝘦𝘭 𝘷𝘦𝘳𝘴𝘵𝘶𝘮𝘮𝘵 𝘪𝘴𝘵, 𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦 𝘪𝘤𝘩 𝘮𝘪𝘤𝘩 𝘢𝘯 𝘥𝘪𝘦 𝘔𝘦𝘭𝘰𝘥𝘪𝘦 𝘥𝘦𝘪𝘯𝘦𝘴 𝘓𝘪𝘦𝘥𝘦𝘴 𝘦𝘳𝘪𝘯𝘯𝘦𝘳𝘯, 𝘫𝘦𝘵𝘻𝘵 𝘶𝘯𝘥 𝘧𝘶𝘦𝘳 𝘢𝘭𝘭𝘦 𝘡𝘦𝘪𝘵.« ♡

Es war unglaublich leicht, zurück in die Handlung zu finden, da sich zu Beginn eine Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse in Form eines Tagebucheintrags findet. Ebenso hilfreich für Orientierung und Verständnis sind eine Weltkarte, ein von den Figuren kommentiertes Namensregister sowie ein kleines Glossar.
Erzählt wird wieder aus verschiedenen Perspektiven – Furi, Lettle und Yeeran übernehmen erneut den Hauptpart. So sind die LeserInnen fest im Geschehen verankert, können individuellen Problemen und Befindlichkeiten nachspüren und in die unterschiedlichen Situationen, Zweifel und Gefühlswelten eintauchen.
Mit Alder gesellt sich eine weitere, die Handlung ungemein bereichernde Sichtweise hinzu, und das nicht nur, weil er ein erinnerungsloser Nomade ist, der unvoreingenommen auf die festgefahrene, von Misstrauen durchzogene Lage der Fae blicken kann. Dank seiner Begeisterung für Mosima entdecken wir die Wunder der verborgenen, verfluchten Welt nochmal auf neue Weise. Aber auch die malerischen Beschreibungen, die üppige, regellose Flora und die ungewöhnliche Fauna ändern nichts an den Tatsachen: Selbst ein Gefängnis, das einem Paradies gleichkommt, bleibt ein Gefängnis. Ohne freie Wahl …

In Teil zwei der Serie geschieht und verändert sich so vieles. Verrat und Misstrauen sind allgegenwärtig, Seite an Seite mit Verlust und Tod. Es scheint, als klafften rege weitere Brandherde auf, die es schnell zu löschen gilt: von dem Krieg – der geballten Macht der Elfen – der vor der Grenze lauert, bis hin zu Unruhen und Attentaten innerhalb des trügerischen Schutzes von Mosima. Immer tiefer wird der Graben, der zwischen den Mitgliedern und FreundInnen der Jani-Dynastie klafft – und wenn diese fällt, fällt das Reich.

Furi – sonst so beherrscht und stolz – ist ihre wachsende Überforderung, ihr emotionales Ungleichgewicht und die Verzweiflung anzumerken. So viele/s hat die Kriegerin bereits verloren – und es scheint kein Ende zu geben. Selbst vor Yeeran, der Frau, die sie liebt, machen ihre Zweifel nicht halt. Diese hat das Reich der Fae schon ein Mal verlassen und ihr Geheimnis verraten. Vielleicht den Tod vor die Tür gelockt. Dabei hat die Elfe ihr Leben riskiert, um zahlreiche zu schützen. Nun muss die außergewöhnliche Kämpferin Schuld ertragen, Zurückweisung von jenen, die ihr blieben.
Um sich trotz mangelnder Prophezeiung als nützlich zu erweisen, versucht Lettle, das Grimoire von Afa zu entschlüsseln, um den Fluch zu brechen und das Volk, von dem sie weder Teil noch in ihren Reihen erwünscht ist, endlich zu befreien. Denn Lettle wird das verborgene Reich nicht ohne den König verlassen. Unterdessen quält sie noch immer jene Vorsagung, die ihr eigenes Herz zu brechen droht.
Obgleich der komplexeren Handlung und dem interessanten Worldbuilding ist der Stil ein einfacher, frei von Wirrungen, leicht verständlich, ohne langweilig zu sein. Saara El-Arifi zeichnete ihre Charaktere mit Feinheiten und Details, wir sehen Stärke und Fehler, Impulsivität und Ruhe. Hass und Wut genauso wie aufrichtige Liebe und tiefes Leid. Handicaps, Diversität, POCs und Queerness fließen natürlich in die Handlung ein, finden Erwähnung, ohne etwas Besonderes zu sein, dies gibt der Story meiner Meinung nach etwas wirklich Starkes.

Die Autorin reißt Risse, unkittbar, in die frisch gewobenen Dynamiken ihrer Figuren, lässt sie innerlich bluten und höhlt gleichzeitig auch die LeserInnen mit Wendungen und Wahrheiten aus. Der Verlauf ist durchdacht, hält im selben Maße aufregende wie zarte Momente, einfühlsame und harsche Worte bereit. Es brodelt. Gewaltig. Weder die Ehe von Lettle und Rayan noch die fragile Liebe von Furi und Yeeran kommen unbeschadet aus den neuesten Entwicklungen und Ereignissen, getroffen von Offenbarungen, davon. Alder, der eine Schlüsselfigur sein könnte, auf die die Fae ein Jahrtausend gewartet haben, trägt nun nicht nur die Wucht von Antworten die er so lange suchte, sondern auch eine Bürde, die er nur schwerlich stemmen kann und in ihm Ängste erblühen lässt. Doch für Golan ist ihm keine Verantwortung zu schwer. Die Verbindung zwischen dem lichtlosen Stylisten und seinem neuen Mitbewohner ist – wie auch die zauberhaften Obeahs und ihre feste Verankerung in der Geschichte – eine süße, leichte Komponente – und die Hoffnung, die „Cursebound“ braucht. Denn je tiefer wir in die politische Situation der Fae eintauchen, umso mehr Ungerechtigkeiten blitzen auf, umso mehr Verräter zeigen sich. Missstände, Ausgrenzung und eine Zweiklassengesellschaft, die Wut entfacht, und nicht einzig die Seherin, deren Leben stetig weiter auseinanderfällt, berührt …
Aber sind Mord und Hass wirklich die Antwort, die Basis für Veränderung?

Saara El-Arifi spart nicht an Emotionen und Tragik, nicht an Mysterien, Spannung und Intrigen. Battle of the Drumfire überzeugt mit Vielfalt, einem wundersamen Setting und nahbaren Problemen.
Das Finale erscheint 2026 und ich kann es kaum erwarten!

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Veröffentlicht am 12.09.2025

Wunderbar gemütliche Geschichte für stürmische Herbstage.

A Dark and Secret Magic
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Hecate Goodwin wurde – entgegen der Traditionen – bereits kurz nach ihrer Geburt zu einer Heckenhexe ernannt. Über die Gründe dafür hat Kates Mutter nie ein Wort verloren. Mittlerweile lebt die junge Frau ...

Hecate Goodwin wurde – entgegen der Traditionen – bereits kurz nach ihrer Geburt zu einer Heckenhexe ernannt. Über die Gründe dafür hat Kates Mutter nie ein Wort verloren. Mittlerweile lebt die junge Frau gemeinsam mit Merlin in einem abgeschiedenen, urigen Cottage und geht ihrer Pflicht – zu heilen, zu schützen und zu helfen – gewissenhaft nach. Dieser ist es nun zu verdanken, dass sie einem alten Bekannten Unterschlupf gewähren muss. Matthew Cypher, Magier vom „Tor des Pazifiks“ und Erbe seines geächteten Zirkels. Nicht nur sein Verhalten bei ihrer letzten Begegnung stößt der eigentlich warmherzigen Hexe bitter auf, auch ein kryptischer Traum, der sie vor einem Dunklen König gewarnt und aufgefordert hat, Antworten im Buch ihrer Mutter zu suchen, hängt Hecate nach.
Da sie zusätzlich mit der Ausrichtung des Samhain-Festes für die Mitglieder des „Schlüssel des Atlantiks“ beauftragt wurde und ihre Eindämmung kurz bevorsteht, nimmt sie Matthews Angebot, ihr unter die Arme zu greifen, widerwillig an.
Als der Heckenhexe tatsächlich ein Grimoire ihrer Mutter in die Hände fällt, dessen Inhalt mit blutiger, verbotener Magie versiegelt ist, verwandelt sich ihr ruhiges, geordnetes Leben in pures Chaos. Was verbirgt sich auf den verfluchten Seiten und wieso verwehrt ihr die Oberste des Zirkels sämtliche Antworten?

„𝐀 𝐃𝐚𝐫𝐤 𝐚𝐧𝐝 𝐒𝐞𝐜𝐫𝐞𝐭 𝐌𝐚𝐠𝐢𝐜“ ist, wie schon das wunderschöne Cover verspricht, eine perfekte Geschichte für stürmische Herbsttage und cozy Stunden – gewürzt mit einer Prise Spannung, dunklen Geheimnissen und einem Hauch Gefahr. Da uns einige Leckereien begegnen, wartet im Anhang sogar eine Auswahl an magischen Rezepten.🥧

Wallis Kinney führt uns in einem detailreichen, sehr atmosphärischen Ton aus der Sicht von Hecate durch ihre dichte Storyline, in der sich Mystik und herbstliche Melancholie mit Geheimnissen, Dunkelheit und subtiler Bedrohung vereinen.
Im durchdachten und einnehmenden Verlauf sind relevante Informationen über (magische) Gegebenheiten, die kreativen Hexenarten, Traditionen und Rituale angenehm verteilt, sodass es leicht war, sich in die geschaffene Welt einzufinden – und Zusammenhänge sowie aufkommende Zweifel nachzuvollziehen. Denn die Wahrheiten, die am Ende der diesjährigen Halloweenzeit ans Tageslicht dringen, erklären und ändern so einiges …

Neben Kate und ihrem ungebetenen Besucher sind es Nebenfiguren, die die Handlung, in der es gleichermaßen bedrückend wie amüsant zugeht, bereichern – Ginny und Winifred beispielsweise. Auch Celeste und Miranda nehmen einen wichtigen Platz ein. Zwar sind die drei Schwestern grundverschieden, ihre Beziehung hin und wieder angespannt, von Konflikten getrübt, doch bilden sie letztlich eine sich stärkende und unterstützende Einheit.
Matthew, der Kate nicht nur mit seinem Talent, Kürbisse zu schnitzen, zur Seite steht, sondern ihr mit seinem Wissen über dunkle Magie – jene, die augenscheinlich im starken Kontrast zu ihrer eigenen steht – hilft, das Grimoire ihrer Mutter und das Ausmaß ihrer Kräfte zu entschlüsseln, ist charmant, aufmerksam und liebenswürdig. Und doch umgibt ihn eine kühle Distanz ... etwas verschweigt er …

Die romantische Entwicklung schmiegt sich wunderbar in das Geschehen, war leicht, zart und animierte zur Vorsicht.
Besonders den Schlussakt habe ich sehr gefühlt: Hier überschlagen sich nochmal die Ereignisse, während die Autorin mit Offenbarungen schockiert, Fäden zusammenführt und zeigt, dass selbst Magier und Hexen alles für die Liebe opfern und jeden verraten würden … Tragik und Lügen, Geister und Untote, Veränderungen und Umarmungen – davon hat Hecate Goodwin an ihrem 31. Geburtstag jedenfalls erstmal genug.

„A Dark and Secret Magic“ ist eine stimmungsvolle Fantasy-Geschichte, die durch magische, gemütliche Elemente und warme Augenblicke getragen wird. Düstere, aufregende Sequenzen sowie bewegende Momente vermischen sich mit Geheimnissen und bilden eine packende Lektüre für den Herbst.



🍵„𝘐𝘤𝘩 𝘴𝘪𝘵𝘻𝘦 𝘢𝘶𝘧 𝘥𝘦𝘮 𝘍𝘦𝘯𝘴𝘵𝘦𝘳𝘣𝘳𝘦𝘵𝘵 𝘶𝘯𝘥 𝘴𝘦𝘩𝘦 𝘻𝘶, 𝘸𝘪𝘦 𝘥𝘪𝘦 𝘵𝘪𝘯𝘵𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘸𝘢𝘳𝘻𝘦 𝘕𝘢𝘤𝘩𝘵 𝘦𝘳𝘴𝘵 𝘪𝘯𝘥𝘪𝘨𝘰𝘣𝘭𝘢𝘶 𝘶𝘯𝘥 𝘥𝘢𝘯𝘯 𝘥𝘶𝘯𝘬𝘦𝘭𝘨𝘳𝘢𝘶 𝘸𝘪𝘳𝘥. 𝘚𝘵𝘶𝘯𝘥𝘦𝘯 𝘷𝘦𝘳𝘨𝘦𝘩𝘦𝘯. 𝘞𝘦𝘯𝘯 𝘪𝘤𝘩 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯 𝘉𝘭𝘪𝘤𝘬 𝘷𝘰𝘮 𝘏𝘪𝘮𝘮𝘦𝘭 𝘢𝘣𝘸𝘦𝘯𝘥𝘦, 𝘬𝘰𝘦𝘯𝘯𝘵𝘦 𝘥𝘪𝘦 𝘛𝘳𝘢𝘶𝘦𝘳 𝘮𝘪𝘤𝘩 𝘶𝘦𝘣𝘦𝘳𝘳𝘰𝘭𝘭𝘦𝘯.“

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Originelle Fantasy mit Spannung und märchenhaften Vibes

A Forgery of Fate
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Mit 𝐀 𝐅𝐨𝐫𝐠𝐞𝐫𝐲 𝐨𝐟 𝐅𝐚𝐭𝐞 schuf Elizabeth Lim eine spannende Geschichte, die mit dem gewählten, asiatisch inspirierten Setting, den erschaffenen Legenden und einzelnen Elementen märchenhaft anmutet, aufgrund ...

Mit 𝐀 𝐅𝐨𝐫𝐠𝐞𝐫𝐲 𝐨𝐟 𝐅𝐚𝐭𝐞 schuf Elizabeth Lim eine spannende Geschichte, die mit dem gewählten, asiatisch inspirierten Setting, den erschaffenen Legenden und einzelnen Elementen märchenhaft anmutet, aufgrund eines modernen Tons jedoch mit Frische daherkommt.

Nachdem ihr Baba von einer seiner geheimnisvollen Schiffsreisen nicht wieder nach Hause kommt, verliert Trus Mutter ihr Ansehen als Wahrsagerin und stürzt sich, von Trauer geleitet, in die Spielsucht. Mit der Hilfe von Gaari nutzt die älteste der drei Schwestern ihr Talent und hält die Familie als Kunstfälscherin über Wasser – stets in dem Bestreben, Gangsun eines Tages hinter sich lassen und gemeinsam mit den anderen Saigas-Frauen neu anfangen zu können.
Als die Schulden ihrer Mutter zu groß werden und ihre Schwestern in Gefahr geraten, nicht mal Trus größtes, seit jeher verborgenes Geheimnis Rettung verspricht, geht sie einen Pakt mit dem düsteren Drachenlord ein: Unterschlupf, Schutz und finanzielle Absicherung für ihresgleichen. Im Gegenzug wird Tru seine Frau und verschafft ihm somit die Möglichkeit, zurück nach Ai'long zu gelangen. Doch das ist nicht alles: Denn Elangui Ta'ginan Yuwong braucht ihre Magie, um das Reich der Drachen und Meerwesen aus der Tyrannei seines Großvaters zu befreien und es vor dem Untergang zu retten …
Sein Plan ist waghalsig, riskant und endet mit hoher Wahrscheinlichkeit tödlich, doch Tru Saigas ist bereit!

Erneut überzeugt Lim mit einem märchenhaft-fantastischen Roman, der mit einem einfallsreichen, detailreich ausgearbeiteten und malerisch dargelegten Worldbuilding, einer schlagfertigen Protagonistin und origineller Magie daherkommt. Die Storyline wurde gut aufgebaut und bildet einen stimmigen Mix aus erklärenden und informativen, soften und temporeichen sowie gefühlvollen Szenen, sodass weder Langeweile aufkommen kann noch Zeit zum Abschweifen bleibt.
Tru – die jederzeit ihr Leben für ihre Familie geben würde, nie die Hoffnung, ihren Vater irgendwann wiederzusehen, aufgegeben hat, mutig handelt und nicht auf den Mund gefallen ist – führt uns durch das Geschehen, das so einige Überraschungen und Wendungen bereithält. Wahrheiten, die alles infrage stellen. Misstrauen, welches im Rhythmus der Wellen durch die Seiten pulsiert. Geheimnisse, die nie ans Tageslicht dringen sollten. Die Protagonistin wurde mit Ecken gezeichnet, mit taffen Zügen und Humor. Ihre Liebe und selbstlose Taten machten es unglaublich leicht, sie zu mögen. Mit ihr zu bangen. Aber auch Elangui – der sich reichlich Mühe gibt, auf Distanz zu bleiben und beharrlich den unnahbaren, kalten Prinzen mimt – erhascht, nicht zuletzt durch den achtsamen Umgang mit seinem Reich und seinen Getreuen, zahlreiche Sympathiepunkte. Je mehr der Hohe Heer der westlichen Meere über sich, sein bisheriges Dasein und seine Eigenheiten preisgibt, umso nachvollziehbarer wird Elanguis Verhalten.

Neben den Protagonisten, dem mystischen Flair und der unterschwellig spürbaren Bedrohung sind es die Nebenfiguren, die die Handlung merklich bereichern. Gerade Shani, die letzte Wasserdämonin und der Auslöser von etlichen witzig-direkten Schlagabtauschen, und Mailoh, eine zauberhafte Schildkröte, waren unterhaltend. König Nazayun – grausam & machtgierig – sorgt für Gänsehaut, für die spannenden, schmerzhaften Sequenzen. Ebenfalls gelungen ist die wärmende Dynamik zwischen Tru und ihren Schwestern Nomi und Falina, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Herzklopf-Momente, zartes Kribbeln und große Emotionen hält die romantische Entwicklung bereit, dabei lag der Fokus zu keiner Zeit auf der Liebesgeschichte, die übrigens gänzlich ohne Spice, jedoch nicht ohne Twists und Tragik, Ungereimtheiten, die der Kunstfälscherin den Boden wegziehen, und Verrat auskommt.

Insgesamt kann ich 𝐀 𝐅𝐨𝐫𝐠𝐞𝐫𝐲 𝐨𝐟 𝐅𝐚𝐭𝐞 allen empfehlen, die auf der Suche nach einem mitreißenden, einfallsreichen Fantasy-Buch sind.

Die Aufmachung der Klappbroschur, die illustrierte Karte und das Cover sind zusätzlich ein wahrer Augenschmaus!

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Intensive, mitreißende und spannende Trilogie.

Baby, I'm yours forever
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Mit „𝐁𝐚𝐛𝐲, 𝐈'𝐦 𝐲𝐨𝐮𝐫𝐬 𝐟𝐨𝐫𝐞𝐯𝐞𝐫“ endet die 𝐏𝐨𝐞𝐭𝐫𝐲-𝐌𝐞-𝐓𝐫𝐢𝐥𝐨𝐠𝐢𝐞 auf dramatische Weise und hinterlässt ein Gefühl von „Verstanden und Gesehen werden“, von Dankbarkeit – für das Leben und die Liebe, die Familie, ...

Mit „𝐁𝐚𝐛𝐲, 𝐈'𝐦 𝐲𝐨𝐮𝐫𝐬 𝐟𝐨𝐫𝐞𝐯𝐞𝐫“ endet die 𝐏𝐨𝐞𝐭𝐫𝐲-𝐌𝐞-𝐓𝐫𝐢𝐥𝐨𝐠𝐢𝐞 auf dramatische Weise und hinterlässt ein Gefühl von „Verstanden und Gesehen werden“, von Dankbarkeit – für das Leben und die Liebe, die Familie, die man selbst wählt, und die eigene Stärke, die man viel zu oft vergisst.

Das Finale setzt dort an, wo „Baby, I'm obsessed you“ endete –
Hanna, die in Unglaube und Zweifeln, vor Sorgen vergeht.
Luca, der versucht, mit dem klarzukommen, was sich ihm zwischen Abschiedsküssen und Bahngleisen offenbarte. Alles tut, um seine Liebe zu schützen. …

Uns erwartet ein aufschlussreicher dritter Teil, der nicht nur neue Fragen stellt, sondern am Ende jede einzelne beantwortet, Ungereimtheiten aufdeckt und bis zum Schluss rege mit frischen Wendungen und Wahrheiten schockiert. Bereits die Vorgänger waren durch ungute Vorahnungen, unberechenbare Ausbrüche, Drohungen aus unbekannter Richtung mit Spannung versehen, doch nun toppt Ayden diese ungemütlichen Vorkommnisse. Denn verschiedene Situationen spitzen sich zu: tätliche Angriffe, Intrigen, Manipulation und Lügen, bis Misstrauen durch die Seiten pulsiert und selbst während heißer Zweisamkeit, in romantischen Augenblicken, leichten, genießerischen Momenten eine bedrohliche Nuance, wachsame Vorsicht, Unbehagen zu spüren ist.

Abgesehen von dem gegenwärtigen Plot, in dem Hanna und Luca so einige Probleme und Gefahren überwinden, Hürden meistern, sich jeden Tag neu füreinander entscheiden müssen, um endlich „wir“ sein – bleiben – zu können, wird die Handlung mit verschiedenen, oftmals Gänsehaut und Mitgefühl erzeugenden Rückblenden bereichert. So werden u. A. die Anfänge ihrer gemeinsamen Geschichte beleuchtet – dies gibt dem Geschehen sowie den Protagonisten noch mehr Griffigkeit und Tiefe: Alex, der nie aufhörte, seine Belle zu suchen, zu vermissen; der aufgrund seiner Hochsensibilität schon immer deeper fühlte, mehr. Und Johanna, die bis heute in Vorwürfen verbrennt, sich in Narzissmus verfing, mit Verlusten kämpft.

Die „Poetry-Me-Trilogie“ beinhaltet sensible und aktuelle, authentisch eingebettete Themen – von psychischen Erkrankungen und Tod über Missbrauch und Traumata bis hin zu mangelndem Selbstwert und „Nie gut genug sein“ –, zusätzlich finden sich ganz alltägliche Dinge, wie bspw. Menstruation und die Tatsache, dass (eigene) Kinder nicht der Lebenssinn sind.
Die Stimmung des Finales wankt, schmiegt sich an die unterschiedlichen Situationen – zwischen himmelhochjauchzend-hellstrahlend und tränennass-gewitterwolkengrau ist alles dabei. Was im nächsten Kapitel, im nächsten Absatz kommt, welche Enthüllungen es zu ertragen gilt, ob sie Erleichterung oder neue Sorgen schaffen? Bleibt stets eine Überraschung. Julie lässt ihre LeserInnen in der Poesie zergehen, berührt mit ihren Worten, den puren Emotionen und dieser intensiven Liebe. Zeitgleich bringt die Autorin uns mit damn hotten Spicy-Szenen zum erröten und schwitzen.

Verhalten und Reaktionen des Einzelnen waren nachvollziehbar und schlüssig. Vor allem beeindruckt hat mich Hanna, die die Wahrheit hinter den Lügen gesehen und sich nicht von verletztem Stolz und Eifersucht hat abhalten lassen; an Luca & sich glaubte. Auch in den grauen Stunden, durch Ungewissheit hinweg.
Dass diese Romance nicht nur in einem wunderschönen, den speziellen und feinfühligen Charakteren entsprechenden Stil geschrieben wurde, bildlich, angereichert mit Liebe und Schmerz, sondern Ayden auch eigens für diese Serie diverse Poetry-Slam-Texte entwickelte und eine gekonnt inszenierte Suspense-Komponente einfügte, ist meiner Meinung nach standing ovations würdig!

Neben den aufregenden Entwicklungen von und zwischen Alexander Severin und Johanna Berger, bekamen weitere Figuren viel Raum, um ihr Wesen optimal zu entfalten: Rio, Ruby und Sina zum Beispiel – absolute Herzmenschen. Auch Fiona, Nero und Gila bereichern mit ihren speziellen Eigenschaften und Dämonen das Geschehen und geben Poetry-Me etwas ganz Besonderes.

Eigentlich hätte die Autorin „Baby, I'm yours forever“ mit einem sonnigen, cozy Happy-End schließen, für wohlige Seufzer sorgen können... Aber WIR LIEBEN TWISTS, Tragik und Drama, oder? Oder?! Haltet Schokolade bereit, Taschentücher, jemanden, an dem ihr euch festhalten könnt ...

„Poetry-Me“: eine durch und durch mitreißende, berührende und aufwühlende New-Adult-Serie, die bricht, um zu heilen. Julie Ayden generiert Aufmerksamkeit für schwere Traumata, deren Auswirkungen und für oft unterschätzte mentale Erkrankungen. Zudem wird jenen Menschen, die unter der „gesellschaftlichen Norm“ & Arschlöchern leiden, Mut zugesprochen; während Selbstzweifel ein Stück weit fortgeweht werden, wird jede/r darin erinnert: „Du bist perfekt, vollkommen okay. So wie du bist.“

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Eine Reihe, die ihren Hype definitiv wert ist.

Play Along
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~ 𝓥𝓮𝓰𝓪𝓼, 𝓕𝓪𝓴𝓮-𝓜𝓪𝓻𝓻𝓲𝓪𝓰𝓮 𝓾𝓷𝓭 𝓢𝓹𝓸𝓻𝓽𝓼-𝓡𝓸𝓶𝓪𝓷𝓬𝓮 ~

Die Ausgangssituation wird im Klappentext ausreichend geschildert, daher verzichte ich auf eine ausschweifende Zusammenfassung. Nur so viel:
Was würdest du ...


~ 𝓥𝓮𝓰𝓪𝓼, 𝓕𝓪𝓴𝓮-𝓜𝓪𝓻𝓻𝓲𝓪𝓰𝓮 𝓾𝓷𝓭 𝓢𝓹𝓸𝓻𝓽𝓼-𝓡𝓸𝓶𝓪𝓷𝓬𝓮 ~

Die Ausgangssituation wird im Klappentext ausreichend geschildert, daher verzichte ich auf eine ausschweifende Zusammenfassung. Nur so viel:
Was würdest du tun, wenn du zwar ohne Erinnerungen, dafür mit einem Ehering am Finger, neben einem attraktiven Menschen aufwachst?
Zum Glück ist Isaiah kein Fremder … Um den Fauxpas nicht in die Öffentlichkeit zu tragen und ihren Ruf als professionelle Sportmedizinerin zu wahren, geht Kennedy auf Isaiahs Vorschlag, dem das alles gar nichts auszumachen scheint, ein. Für Eine Saison mimt sie die Frau an seiner Seite. Doch das ist nicht das, was der Baseballer wirklich will...

„𝐏𝐥𝐚𝐲 𝐀𝐥𝐨𝐧𝐠“ ist Teil vier der »Windy City«-Reihe, jedoch mein erstes Buch von Liz Tomforde. Und ja, ich kann den Hype um die Clique, die wir hier kennenlernen, um die FreundInnen, Liebenden, die "Wahl-Familien" nun besser verstehen.
Stilistisch liest sich die Romance wirklich wunderbar – detailreich, modern und authentisch. Zudem war es leicht, sich in die bildhafte Handlung einzufinden- und zu fühlen.
Die Dialoge sind oft spritzig-witzig und direkt, doch auch ernste Themen und echte Empfindungen, Konflikte und Probleme werden angesprochen und einfühlsam dargelegt.
Während Kennedy ebenso bedacht spricht wie agiert, um Kontrolle bemüht ist und sich nach Sicherheit sehnt, nach Stabilität, leise mit Ängsten und ihrer Vergangenheit kämpft, ist Isaiah aufmerksam, geduldig und bemüht, der Medizinerin den stummen Halt zu geben, um den sie niemals fragen würde. Er ist einfach da. Und komplett, bis über beide Ohren verliebt. Ich genoss die Schlagabtausche, die Annäherung und das sich Öffnen der Figuren, während Isaiahs Obsession hier und da Skurrilität brachte.
Tomforde schuf eine Geschichte mit Tiefe, eine Beziehung mit Kanten, abwechslungsreich und nicht frei von Missverständnissen und Trubel. Einige Ereignisse und Reaktionen lösten Wut aus, Mitgefühl, Seufzer; sorgten dafür, vor allem Kennedy schütteln – Richtung Glück schubsen –, sie fest in den Arm nehmen zu wollen. Humor, große Gefühle, rührende Geständnisse und heiße Momente – ich muss dringend auch die anderen Couples, von denen es hier einen super sympathischen Eindruck gab, kennenlernen.

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